OSANNA di Cattaro (Osanna da Cattaro, Ozana Kotorka), eig. Katarina Dujović, montenegrinische Dominikanerterziarin und Rekluse, Selige, * 25. November 1493 in Relezi bei Komani in Montenegro, † 27. April 1565 in Kotor (it. Cattaro). - O. entstammte einer armen griechisch-orthodoxen Familie und wurde auf den Namen Katarina getauft. Sie wurde Dienstmädchen bei einem vornehmen Herrn namens Alessandro Bucchia, durch dessen Ehefrau sie der katholischen Kirche zugeführt wurde. Beim Anhören einer Karfreitagspredigt wurde sie so ergriffen, daß sie beschloß, Rekluse auf Lebenszeit zu werden. Sie unterstellte sich der geistlichen Leitung des Franziskaners Tommaso Grubogna und dem Rat des Dominikanerprovinzials Vincenzo Bucchia, eines Verwandten ihres Dienstherrn, der später ihr Beichtvater wurde, und erhielt 1514 vom Bischof von Kotor, Trifone Bisanzio, die Erlaubnis zur Einschließung als Rekluse. Zuvor hatte sie den Habit einer Dominikanerterziarin mit dem Namen Osanna in Erinnerung an die kurz zuvor (1505) in Mantua im Rufe der Heiligkeit verstorbene Dominikanerterziarin Osanna Andreasi angenommen. Sie verbrachte zunächst sieben Jahre in einer engen Zelle neben der Kapelle von San Bartolomeo; dann lebte sie in einer ähnlichen Zelle beim Pauluskloster zu Kotor, wo eine Gemeinschaft vonJungfrauen unter ihrer Leitung nach der Regel des Dritten Ordens des hl. Dominicus lebte, denen der Ordensgeneral Francesco Romeo 1547 das Privileg des weißen Skapuliers, das bis dahin den Nonnen des Zweiten Ordens vorbehalten war, verlieh. O., die als charismatisch begnadet galt, wurde schon zu ihren Lebzeiten in Kotor, das unter venezianischer Herrschaft ein Zentrum der katholischen Kirche an der Grenze zum Osmanischen Reich bildete, hoch verehrt; als sie nach über 50 im Reklusenstand verbrachten Jahren am 27. April 1565 starb, wurde sie zunächst in der Kirche des Paulusklosters beerdigt und fand nach deren Zerstörung im 19. Jh. ihr Grab in der Kollegiatkirche Sta. Maria in Kotor. Ihr Kult als Selige wurde 1927 kirchlich bestätigt. - O. vertrat das Reklusentum in einer Zeit, in der dieses im Begriff war, seine Bedeutung zu verlieren, und dem völligen Erlöschen im 17. Jh. entgegenging. - Fest: 27. April.