OSWALD, Wendelin, bekanntester Gegner der Reformation in St. Gallen,
Prediger und Nonnenseelsorger, * Sommeri (Kanton Thurgau), + 14.7.
1541 Einsiedeln. - Nach dem Eintritt in den Dominikanerorden zu
Konstanz folgten Studienaufenthalte in Magdeburg 1501 (?), Köln, Paris
und 1515 in Freiburg/Br. (Sententiar). Während seines Konstanzer Priorats
(bis 1520) wurde O. 1518 in Zürich durch den päpstl. Legaten Pucci
promoviert. Ab 1520 wirkte O. als Beichtvater der St. Gallener Dominikanerinnen,
der Fürstabt berief ihn 1522 als Prediger ans Münster. O. war trotz
heftiger Anfeindung entschiedener Gegner der reformatorischen Glaubensneuerung.
Seine Tätigkeit wurde zunehmend beschränkt. 1524 wurde er vom Rat
des Beichtvateramts in St. Katharina entsetzt, seine Wirksamkeit beschränkte
sich auf das Münster, auf das der Rat keinen rechtlichen Zugriff hatte.
1526 nahm O. als Vertreter des Abts an der Badener Disputation teil.
Das Verbot des altgläubigen Gottesdienstes in St. Gallen bewirkte,
daß O. 1527 Prediger in Einsiedeln wurde, dort ist er 1530 als Benediktiner
bezeugt. Nach dem Sieg der kath. Kantone bei Kappel wirkte O. 1532
wieder einige Zeit im St. Gallener Stiftsgebiet. - Wegen seiner
entschiedenen Einstellung gegen die Glaubensneuerung in St. Gallen
wurde »Doktor W.« auch mit Streitschriften bekämpft. Es gibt von ihm
kein schriftliches Zeugnis seiner Predigttätigkeit. Aufgrund des gleichen
Vornamens wurde O. gelegentlich mit dem bekannteren Dominikaner W.
Fabri verwechselt.
Lit.: Emil Arbenz, Die Vadianische Briefsmlg. der Stadtbibl.
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im Kampf gg. Luther (1518-1563), 1903, 323-325; - Odilo Ringholz
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Finsler/Walther Köhler (Hrsg.), Huldreich Zwinglis Sämtl. Werke VIII
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Huldrych Zwingli IV, 1960, 189, 537; - Rudolf Henggeler, Profeßbuch
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1933, 275 Nr. 1; - Katharina Vogler, Das Dominikanerinnenkloster
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- Fridolin Ruckstuhl, Dr. W.O., ein treuer Soldat Christi, 1943;
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unter den Äbten Ludwig II. Blarer u. Joachim Eichhorn 1526-69, 1946,
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W. Fabri O.P. aus Pforzheim u. seine geistl. Schrr. (Diss. Freiburg/Schweiz
maschinenschriftlich) 1952, 20, 42, 46; - Dass., Teildruck, 1951,
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Klaus-Bernward Springer
Letzte Änderung: 09.04.2011