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Verlag Traugott Bautz
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OTTO III., König 983, Kaiser 996, * Juni/Juli 980, † 24. (23.?) Januar 1002. Vater: Kaiser Otto II., Mutter: Theophanu, Nichte des byzantinischen Kaisers Johannes I. Tzimiskes, Geschwister: Sophie, Adelheid, Mathilde. Auf einer Reichsversammlung in Verona (Mai 983) wurde der dreijährige O. von den Fürsten des deutschen und italienischen Reichsteils zum König gewählt. Noch bevor er am Weihnachtstag 983 in Aachen gemeinsam von den Erzbischöfen Willigis von Mainz und Johannes von Ravenna zum König gekrönt wurde, starb sein Vater in Rom (7. Dez. 983). Die Nachricht vom Tod Ottos II. erreichte Ende Dez. die in Aachen versammelten Großen des Reichs. Daraufhin übergab Erzbischof Warin von Köln, in dessen Obhut sich O. befand, das Kind samt der Krönungsinsignien dem abgesetzten Bayernherzog Heinrich II. (dem »Zänker«); dieser war durch seinen Vater Heinrich, einen Bruder Ottos I., ein Vetter des verstorbenen Ottos II. und beanspruchte als dessen nächster männlicher Verwandter die Regentschaft für den minderjährigen O. III. Weil es noch keine festen Grundsätze für eine Regentschaft gab, fühlte sich Heinrich gegenüber der Kaiserin Theophanu im Recht. Er ließ sich am Palmsonntag (16. März 984) in Quedlinburg zum (Gegen-)König wählen, jedoch versagte ihm ein Teil seiner Anhänger bei diesem letzten Schritt die Gefolgschaft. Unter der Führung des sächsischen Herzogs Bernhard versammelten sich Heinrichs Gegner auf der Asselburg; sie wurden unterstützt vom Mainzer Erzbischof Willigis, der das Königtum O.s III. letztlich rettete und die Mutter und Großmutter O.s III., die Kaiserinnen Theophanu und Adelheid, aus Pavia herbeirief. Heinrich unterwarf sich, auch militärisch unter Druck geraten, am 29. Juni 984 in Rohr bei Meiningen und übergab den Königsknaben Theophanu; sie übernahm die Regentschaft für ihren Sohn, während Adelheid von Pavia aus die Reichsrechte im italischen Regnum zu wahren suchte. Nachdem Heinrich im Juni 985 das Herzogtum Bayern erhalten hatte und so ein friedlicher Ausgleich gefunden war, gestaltete sich der Hoftag zu Quedlinburg (Ostern 986) zu einer glanzvollen Bestätigung des Königtums O.s III.: bei einem Krönungsmahl dienten die Herzöge von Bayern, Schwaben, Kärnten und Sachsen dem König - wie beim Krönungsmahl Ottos I. 936 - als Truchseß, Kämmerer, Mundschenk und Marschall. Mit mehreren Reisen von Sachsen aus in den Westen (Nimwegen 985, 987 u. 991) und Süden (Rom 989/90) des Reichs gelang es Theophanu, der Ottonendynastie durch herrscherliche Präsenz die Macht zu erhalten. Nach ihrem Tod am 15. Juni 991 übernahm die damals schon über sechzigjährige Kaiserin Adelheid die Regierungsgeschäfte für ihren Enkel, der im Juli 994 (Laudage 1991) vierzehnjährig die Mündigkeit erreichte und selbstverantwortlich zu regieren begann. Bis zu diesem Zeitpunkt trat der Königsknabe in der Politikgestaltung völlig hinter die beherrschenden Gestalten der beiden Frauen zurück. Zwar wurden die Königsurkunden dieser Jahre im Namen O.s III. ausgestellt, weil auch der minderjährige König de iure regierungsfähig war; er unterfertigte selbst die Urkunden mit dem Vollziehungsstrich - was die kindlich-ungeschickt gezogene Linie im Monogramm einiger weniger erhaltener Originalurkunden anschaulich illustriert. Die politischen Entscheidungen trafen jedoch die Regentinnen und ihre Ratgeber, als die namentlich Erzbischof Willigis und Bischof Hildebold von Worms sowie - unter Adelheid - auch Erzbischof Giselher von Magdeburg fungierten. Die wegen der Minderjährigkeit notwendig gewordene Teilung der Verantwortung begünstigte das Machtstreben der Großen und förderte auch im engeren Kreis um den Königsknaben keineswegs nur Einmütigkeit. Schon zwischen seinen Erziehern sind Spannungen zu beobachten (Althoff 1991); zu ihnen gehörte der sächsische Graf Hoico; der sächsische Grafensohn und spätere Bischof von Hildesheim, Bernward; der spätere Kanzler O.s III. und Erzbischof von Köln, Heribert; wahrscheinlich auch der Grieche Johannes Philagathos. Noch vor Antritt des schon 994 beschlossenen Romzugs zur Kaiserkrönung wandte sich der König im Winter 994/95 und im Herbst 995 gegen die Elbslawen; damit setzte er die seit 983, als ein großer Slawenaufstand das Missionswerk Ottos I. östlich der Elbe zum Einsturz gebracht hatte (Fritze 1984), nahezu jährlich mit wenig Erfolg durchgeführten Kriegszüge fort; schon als Kind hatte er an ihnen teilgenommen. Im Frühjahr 996 zog O. III. über die Alpen, zu Hilfe gerufen von Papst Johannes XV., den der römische Stadtherr Crescentius II. aus Rom verjagt hatte. In Pavia erreichte den König die Nachricht vom Tod des Papstes. Wie für die Neubesetzung eines Reichsbistums bestimmte O. III. ein Mitglied seiner Hofkapelle zum Nachfolger, seinen Vetter Brun von Kärnten. Er bestieg als Gregor V. (und erster deutscher Papst) den Stuhl Petri; wie sein Vater, der zunächst Abt Maiolus von Cluny als Papst in die Apostelstadt hatte führen wollen, dann aber Bischof Petrus von Pavia als Johannes XIV. zum Papst erhob, setzte auch O. III. einen Nicht-Römer als Papst ein. O. III. wurde von Gregor V. am 21. Mai 996 in St. Peter zum Kaiser gekrönt; er führte den Titel »imperator Romanorum«, den schon Otto II. gebraucht hatte und der nun üblich wurde. Crescentius II. entging auf Bitten des neuen Papstes der drohenden Verbannung. Unwahrscheinlich ist, daß es zwischen Gregor V. und O. III. zum Konflikt wegen der von der römischen Kirche beanspruchten Gebiete des Exarchats von Ravenna kam: schon für Otto I. war die Erfüllung des 962 im Ottonianum gegebenen Restitutionsversprechens keineswegs gleichbedeutend gewesen mit der Übergabe geschlossener Hoheitsgebiete an den Papst; im Wissen um die hervorragende Bedeutung Ravennas wich O. III. von der Politik seiner Vorgänger nicht ab. Der Romaufenthalt brachte ihn mit einer Reihe wichtiger, zukünftig für ihn bedeutender Männer in Kontakt. Besonders tiefen Eindruck hinterließ die asketische Religiosität des Prager Bischofs Adalbert VojtÞch, der sein Bistum verlassen und als Mönch im römischen Aventinkloster SS. Bonifacio e Alessio Aufnahme gefunden hatte; auf seiner Missionsreise zu den heidnischen Prussen erlitt Adalbert am 27. April 997 das Martyrium und wurde von O. III. rasch als Heiliger verehrt. Auch der bedeutendste Gelehrte der Zeit und damals umstrittene Erzbischof von Reims, Gerbert von Aurillac, trat in Rom erstmals in den Umkreis O.s III., der ihn dann Ende 996 bat, sein Lehrer und politischer Ratgeber zu werden. Unsicher ist, seit wann der Kapellan Leo (ab 998 Bischof von Vercelli) zu den Beratern des Kaisers gehörte. - Bald nach der Rückreise O.s III. (Juli 996) vertrieb Crescentius II. Gregor V. aus Rom und erhob den von einer Gesandtschaftsreise nach Byzanz zurückgekehrten Johannes Philagathos zum Gegenpapst Johannes XVI. (Feb. 997). Bevor sich O. III. erneut nach Rom wandte (Dez. 997), zog er im Sommer 997 wieder gegen die Elbslawen. Mit der maßgeblichen Unterstützung des Markgrafen Ekkehard I. von Meißen und des Grafen Bertold (Althoff 1990) wurde die römische Rebellion im April 998 niedergeschlagen, Crescentius II. getötet und Johannes XVI. grausam mißhandelt, was als Ausdruck von in Rom noch geltendem byzantinischen Recht gedeutet wurde (Nitschke 1983; vgl. aber DA 43/1987, S. 206). Statt in der karolingischen Pfalz bei St. Peter residierte O. III. in den alten Kaiserpalästen auf dem Palatin (Brühl 1954), nicht weit entfernt von der Papstresidenz im Lateran. Die Ernennung des Sachsen Ziazo zum (kaiserlichen oder päpstlichen?) Patricius und die versuchte Einbindung römischer Familien (wie z. B. der »de Imiza«, Görich 1994) in die neue kaiserliche und päpstliche Verwaltung sollte den Einfluß der Crescentier zurückdrängen. Neben dieser Festigung der kaiserlichen Position sind Ansätze zu einer von Odilo von Cluny betriebenen Klosterreform in Rom sowie zur Reform des Papsttums erkennbar. Dem Ziel der Wiederherstellung entfremdeten Kirchenguts diente eine Synode in Pavia (20. Sept. 998). Auffälligerweise betonen gerade jene Kaiserurkunden die Herrscherpflicht zur Sicherung des Kirchenbesitzes, auf deren Formulierung Gerbert Einfluß nahm; er hatte während seiner Zeit als Abt von Bobbio 982/83 mit dem Problem der durch Besitzentfremdung bedingten unzureichenden materiellen Absicherung des Klosterlebens gekämpft. Der Vorwurf, das Kirchengut verschleudert zu haben, traf besonders die römischen Adelspäpste des 10. Jahrhunderts und ihre Begünstigung der Crescentier, die das Papsttum von sich abhängig gemacht hatten und damit kompromittierten. Gerbert hatte diese Kritik schon während des Reimser Bistumsstreits 991 formuliert und teilte sie mit dem einflußreichen Cluniazenser Abbo von Fleury und dem römischen Abt Leo von SS. Bonifacio e Alessio. Sie alle standen schon vor dem zweiten Italienzug O.s III. mit dem Kaiserhof in Verbindung, und insbesondere Gerbert und Leo dürften die Maßnahmen des Kaisers in Rom stark beeinflußt haben. Seit Gerbert als Papst Silvester II. 999 die Nachfolge Gregors V. angetreten hatte, zeigte sich das Konzept einer engen Zusammenarbeit zwischen höchster weltlicher und höchster geistlicher Gewalt besonders deutlich. Für Kaiser und Papst verlor die Konstantinische Schenkung wegen der vorangegangenen päpstlichen Mißwirtschaft ihre Gültigkeit (Zeillinger 1988), weshalb O. III. in einer weitgehend von Gerbert-Silvester II. formulierten Urkunde die Gebiete im Exarchat von Ravenna der römischen Kirche aus eigener Machtvollkommenheit schenkte, ohne ihren auf die Konstantinische Schenkung und das Ottonianum gegründeten Anspruch anzuerkennen. In dieser Zeit rückten auch die noch kaum christianisierten Länder Osteuropas näher an das Imperium und die römische Kirche: als »servus Jesu Christi« pilgerte O. III. im Feb. 1000 an das Grab des hlg. Adalbert nach Gnesen; in Anwesenheit eines päpstlichen Legaten wurde die Stadt zum Erzbistum erhoben (Görich 1991) und damit die selbständige Kirchenorganisation Polens begründet. Bei dieser Gelegenheit von O. III. wahrscheinlich zum König gekrönt, aber in Ermangelung eines unumstrittenen Koronators noch nicht durch kirchliche Weihe legitimiert (Fried 1989; vgl. aber Francia 18.1/1991, S. 277 f.; DA 48/1992, S. 749), wurde der polnische Herzog Boleslaw I. Chrobry »cooperator imperii« und »socius et amicus« des römischen Volkes genannt. Das neue Verhältnis zu Polen zeigte sich in der nun gemeinsam geplanten Christianisierung der Elbslawen; wie Otto I. sah sich auch O. III. unverändert als Träger der Missionsaufgabe. Die Rückkehr aus Gnesen führte O. III. nach Aachen, wo er das vergessene Grab Karls des Großen suchen und öffnen ließ; seine schon früher greifbare, ausgeprägte Karlsverehrung gipfelte in der Entnahme eines goldenen Halskreuzes und einiger Gewandreste aus dem Grab. Für die Graböffnung gibt es in der antiken Literatur überlieferte Verhaltensmuster (Beumann 1967), fraglich aber ist, ob O. III. bewußt an sie anknüpfte oder ob sein Verhalten nicht eher vom Vorbild der Reliquienentnahme aus Heiligengräbern bestimmt war. Seit Aug. 1000 erneut in Rom, wurden O. III. und Silvester II. bereits im Feb. 1001 durch einen Aufstand vertrieben; die verschiedenen Maßnahmen gegen die römische Führungsschicht und ihren bisher bestimmenden Einfluß auf das Papsttum hatten sich zu einem massiven Eingriff in das traditionelle Machtgefüge Roms gebündelt und den Widerstand der Machtelite hervorgerufen. In einer Rede, die die erst im 12. Jahrhundert geschriebene Fassung der Vita Bernwardi überliefert (Görich-Kortüm 1990), soll O. III. den Römern ihren Undank vorgeworfen haben. Kaiser und Papst beschlossen auf einer Synode in Ravenna (April 1001) die Verselbständigung der Kirchenorganisation Ungarns durch die Erhebung Grans zum Erzbistum. Gleichzeitig begründete O. III. durch Übersendung einer Krone an den Arpaden Stephan I. (den Heiligen) das ungarische Königtum. Zur Unterstützung seines Feldzugs gegen das rebellische Rom entsandten von O. III. besonders begünstigte Reichsbischöfe ein starkes militärisches Kontingent, vor dessen Ankunft der Kaiser jedoch am 24. (23.?) Jan. 1002 in Paterno nicht weit von Rom wohl an der Malaria starb. - Die historische Wertung O.s III. wird durch die Tatsache erschwert, daß die wichtigsten erzählenden Quellen seine kurze Regierungszeit nur retrospektiv und unter dem Eindruck der Polenkriege Heinrichs II. (1002-1024) schildern. Die Formulierung »Renovatio imperii Romanorum« auf dem von O. III. seit 998 verwendeten Bleisiegel aufnehmend, spricht die moderne Forschung von der »Renovatio-Politik« des Kaisers und unterstellt ihm mit dem »Römischen Erneuerungsgedanken« (Schramm 1929) ein visionäres politisches Programm mit dem Ziel, nach antikem Vorbild den Schwerpunkt des Reichs in den Süden zu verlagern und Rom zu seiner Hauptstadt zu machen; diese »Vernachlässigung« sowie neu eingeführte römisch-byzantinische Bräuche sollen in den deutschen Reichsteilen Opposition geweckt haben. Indessen sind Korrekturen am gängigen Bild anzubringen (Görich 1993): Zunächst ist ein deutsches Zusammengehörigkeits-Bewußtsein als Voraussetzung für ein politisch relevant werdendes Gefühl der Zurücksetzung im 10. Jhdt. nicht nachweisbar. Der nur für Sachsen belegte Widerstand beschränkte sich auf eine kleine, traditionell ottonenfeindliche Adelsgruppe, die wegen Interessenüberschneidungen im sächsischen Raum auch dem Aufstieg des bei O. III. hochangesehenen Markgrafen Ekkehard I. von Meißen ablehnend gegenüberstand. Umstritten ist, ob die Erhebung Gnesens Magdeburger Ansprüche in Polen verletzte; Erzbischof Giselher von Magdeburg dürfte weniger deshalb mit dem Kaiser in Konflikt geraten sein als vielmehr wegen seiner früheren Translation vom gleichzeitig aufgelösten Bistum Merseburg auf den Magdeburger Stuhl. Zwar eskalierte der Streit zwischen Mainz und Hildesheim um das Kloster Gandersheim zum Streit über die Metropolitanrechte des Erzbischofs Willigis, entfremdete diesen aber nicht von O. III., wie die Entsendung eines starken Mainzer Kontingents zur Unterstützung des kaiserlichen Feldzugs gegen Rom Anfang 1002 zeigt. Die längere Anwesenheit des Kaisers in Rom brach nicht mit der gängigen Praxis des Reisekönigtums, sondern war nur die Antwort auf politische Herausforderungen wie den wiederholten Ungehorsam Crescentius'II. und die Kritik am zeitgenössischen Papsttum. In seiner Verehrung Adalberts drückte sich die starke persönliche Religiosität O.s III. ebenso aus wie in seinem Kontakt zu den Eremiten Romuald von Camaldoli und Nilus von Rossano sowie in den Pilgerfahrten zum Michaelsheiligtum am Monte Gargano (999) und zum Adalbertsgrab in Gnesen; die religiöse Dimension der Rompolitik stand für O. III. als »defensor ecclesiae« außer Frage. Insgesamt scheint die Rompolitik des Kaisers mehr kirchenreformerischen Impulsen verpflichtet zu sein als einem angeblich durch Gerbert vermittelten »Römischen Erneuerungsgedanken« gelehrt-literarischen Ursprungs. Die Bedeutung des Begriffs »Renovatio« für die Politik O.s III. erschließt sich schon aus der christlichen Dimension einer Erneuerung Roms als des religiösen Zentrums der Christenheit, ganz unabhängig von der Politik gegenüber Polen und Ungarn, in der die Universalmächte Kaiser und Papst wahrscheinlich mehr reagierten als agierten. Nach der Gnesenreise verzichtete die kaiserliche Kanzlei im Jahr 1000 auf das »Renovatio«-Siegel zugunsten einer neuen Bulle mit der Umschrift »Aurea Roma«; aus der Perspektive O.s III. konnte die unter tyrannische Stadtherrn und unfähige Päpste gefallene Apostelstadt durch die Erhebung des hochgebildeten Gerbert zum Papst, den Sieg über Crescentius II., die Förderung einer Klosterreform und der Reform des Papsttums sowie durch die begonnene Restitution entfremdeten Kirchenguts als »erneuert« gelten. Die Politik O.s I. fand - auch mit der verstärkten Heranziehung des Episkopats zum Reichsdienst - in der Politik seines Enkels ihre gewandelten Bedingungen angepaßte Fortsetzung. Der frühe Tod O.s III. vor Rom ist kein Sinnbild gescheiterter realitätsferner Visionen, sondern das abrupte und zufällige Ende einer Herrschaft, die zu kurz war, um ihre vielversprechenden Möglichkeiten auszuschöpfen.
Urkunden: Die Urkunden Ottos III., ed. T. Sickel, MGH Dipl. regum et imp. Germ. 2.2, 1893. - Wichtige erzählende Quellen: Brun von Querfurt, Vita quinque fratrum, ed. J. Karwasinska, MPH NS 4.3, Warschau 1969; - Leo von Vercelli, Versus de Gregorio et Ottone augusto, ed. K. Strecker, MGH Poet. lat. 5, 1939, 477-480; - Thangmar (?), Vita Bernwardi, ed. G. H. Pertz, MGH SS 4/1841, 754-782; - Thietmar von Merseburg, Chronicon, ed. R. Holtzmann, MGH SS rer. Germ NS 9, 1935; - Zu weiteren Quellen vgl. W. Wattenbach, R. Holtzmann, F.-J. Schmale, Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter, 1973, Bd. 1, 1-75 u. Bd. 3, 1*-31*; - Wichtigste Hilfsmittel: J. F. Boehmer, M. Uhlirz, Regesta Imperii 2/3: Die Regesten des Kaiserreiches unter Otto III., 1956; - J. F. Boehmer, H. Zimmermann, Regesta Imperii 2/5: Papstregesten 911-1024, 1969; - C. Lübke, Regesten zur Geschichte der Slaven an Elbe und Oder (vom Jahr 900 an), 5 Bde., 1984-1988.
Lit.: M. Uhlirz, Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto III., 1954; - F. Gregorovius, Otto III., ADB 24/1887, 611-621; - P. Kehr, Die Urkunden Otto III., 1890; - M. Kemmerich, Wie sah Otto III. aus?, Christliche Kunst 3/1906, 200-213; - P. Kehr, Das Erzbistum Magdeburg und die erste Organisation der christlichen Kirche in Polen, Abh. d. preuss. Akad. d. Wiss. phil.-hist. Kl. 1/1920; - F. Schneider, Papst Johannes XV. und Ottos III. Romfahrt, MIÖG 39/1923, 193-218; - P. E. Schramm, Die Briefe Kaiser Ottos III. und Gerberts von Reims aus dem Jahr 997, AU 9/1926, 87-122; - M. ter Braak, Kaiser Otto III. Ideal und Praxis im früheren Mittelalter, Amsterdam 1928; - P. E. Schramm, Kaiser, Rom und Renovatio, 2 Bde., 1929 (Bd. 1: 4. Aufl. 1984); - A. Cartellieri, Otto III., Kaiser der Römer, in: Festschrift W. Judeich, 1929, 173-205; - K. Hampe, Kaiser Otto III. und Rom, HZ 140/1929, 513-533; - A. 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Knut Görich
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Letzte Änderung: 14.08.2009