PANIKER, Givergis P. T., kath. syro-malankarischer Priester, * 19.2.
1912 in Karichal im Regierungsbezirk Alappuzha (Alleppey)/Kerala aus
einer der vornehmsten Familien unter den Thomas-Christen Indiens,
+ 23.10. 1986. Am 10. Mai 1928 erwählte ihn die malankarische
syrisch-orthodoxe Pfarrrversammlung von Karichal unter Vorsitz des
Metropoliten Vattasseril Mar Dionysios für den geistlichen Stand.
Daraufhin studierte er Theologie und Syrisch am Mar-Dionysios-Seminar
in Kottayam, wo er auch die niederen Weihen (ab 1928) bis hin zum
Diakonat empfing. Im Jahre 1928 vermählte er sich mit Aleyamma Kallimel.
Als sich sein Onkel väterlicherseits, Metropolit Geevarghese Mar Ivanios
(s.d.) Panicker, unter Beibehaltung des syro-antiochenischen Ritus
der katholischen Kirche anschloß und eine Unionsbewegung ins Leben
rief, trat P. 1931 in die kath. syro-malankarische Kirche über. Er
setzte seine theol. Studien im Priesterseminar der syro-malabarischen
Karmeliten unter Leitung von Prof. Placid J. Podipara (s.d.) fort.
Obgleich Mar Ivanios in die kath. syro-malankarische Kirche den Zölibat
für die Priester eingeführt hatte, konnte P., da er als Diakon kath.
geworden war, am 19. Mai 1936 in Trivandrum-Pattom die Priesterweihe
empfangen. Er war der erste verheiratete Diakon, der in der kath.
syro-malankarischen Kirche zum Priester geweiht wurde. Danach wirkte
er als Seelsorger in mehreren Gemeinden, zuletzt in seiner Heimatgemeinde,
von wo aus er weitere Missionen und Gemeinden gründete. - Obgleich
P. niemals die Gelegenheit hatte, ein Universitätsstudium zu absolvieren,
wurde er zu einem der führenden Theologen der malankarischen Kirche.
Seine Kenntnisse der syr. Sprache verwendete er zu einem gründlichen
Studium der syro-antiochenischen Liturgie, insbesondere der Eucharistiefeier.
Als Professor für die syro-antiochenische Liturgie am Päpstlichen
Institut für Theologie und Philosophie in Aluva (Alway) war er imstande,
neue Einsichten hinsichtlich der Bedeutung der orientalischen Überlieferungen
der Eucharistiefeier weiterzugeben. P. hat wenig veröffentlicht, doch
zahlreiche Manuskripte und Tagebücher, die sein Sohn Thomas, ebenfalls
Priester und Fachmann in Liturgiewissenschaft, in zwei Bänden herausgegeben
hat, hinterlassen. Diese zeigen die Originalität und Tiefe seiner
Gedanken auf, die Ausfluß persönlichen Gebetslebens und der Überlegungen
über die Mysterien der Liturgie sind.
Werke: The Malankara Church and Its Liturgy, in: Christian
Orient 3 (1982) 175-179; The Holy Qurbono in the Syro-Malankara Church,
in: J. Madey, The Eucharistie Liturgy in the Christian East, Kottayam-
Paderborn 1984, 135-171 + Anhang; Malankara Qurbana. Teerthatakasabhayil
[Eine liturgische Studie, 2 Bde], hrsg. v. P.G. Thomas Paniker, Kottayam
1988-89.
Lit.: J. Madey, Goldenes Priesterjubliäum eines der ersten
syro-malankarischen Priester, in: Der christliche Osten 41 (1986)
168.