PACHER, Friedrich, dt. Maler der Spätgotik, * um 1440/50 in Neustift
bei Brixen, + um 1508/10 in Bruneck. - F. P. war Schüler
von Michael P., stand zu diesem jedoch in keiner verwandtschaftlichen
Beziehung. Sein Stil ist über Michael P. hinaus von vielfältigen Einflüssen
geprägt: Meister E S, Meister Leonhard und die ferraresische Malerei,
mit der sich F. P. während einer Italienreise intensiv auseinandersetzte.
1483 gründete er in Bruneck eine eigene Werkstatt, die einen besonderen
Ruf genoß, zahlreiche Gehilfen und Kleinmeister anzog und umfangreiche
Aufträge erhielt. Von Kaiser Maximilian I. wurde F. P. mehrfach als
Experte zur Begutachtung von Werken bestellt. - Nicht zuletzt
durch die Mitarbeit am St. Wolfgang-Altar von Michael P. galt F. P.s
Interesse dem Verhältnis der menschlichen Figur zum Raum, vermochte
sie allerdings nicht zu einer Einheit zusammenzubinden. Expressivität
in Mimik und Gestik, ein stumpfes Kolorit, Verkürzungen und spiralige
Bewegungen der Körper und ein kontrastives Linienspiel kennzeichnen
sein Form- und Ausdrucksvermögen und geben ihm seinen unbezweifelbaren
Rang als lokale Größe.
Werke: Innsbruck, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Peter-
und Pauls-Altar (aus Sterzing); München, Liebfrauendom, Mitteltafel
des Johannes-Altars (aus Brixen), 1483; Neustift, Ausgustiner-Chorherrenstift,
Katharinenaltar, um 1480.- St. Wolfgang (Salzkammergut), Pfarrkirche,
Teile des linken und rechten Außenflügels, 1481 voll.
Lit.: F. Huter, Archivalische Funde zur Südtiroler Kunstgeschichte,
in: Der Schlern, Nr. 20, Innsbruck 1946; - N. Rasmo, Katalog der
Ausstellung Mittelalterliche Kunst Südtirols, Bozen 1949; - W.
Bock, Der Anteil Michael u. F. P.s an den Gemälden des Altars in St.
Wolfgang, in: Festschr. L. Dussler, München-Berlin 1972, 177 ff.;
- A. Ronen, The Peter and Paul Altar-piece and F. P., Jerusalem
1975.