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Verlag Traugott Bautz
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PACHOMIUS der Ältere, hl. (Fest 14. Mai), Mönch und Begründer des Koinobitentums, * wahrscheinlich 292 in Esneh-Latopolis, in der Nähe von Theben, als Sohn eines heidnischen Bauern, der ihm eine bescheidene Schulausbildung ermöglichte. In seiner Jugend war er nur der koptischen Sprache mächtig, und erst später lernte er griechisch, um die zahlreichen nur griechisch sprechenden Mönche in der Hl. Schrift und der Askese unterrichten zu können. Das Christentum lernte er als Zwanzigjähriger während seiner kaum freiwilligen Militärzeit in Theben kennen, wo Christen sich der schlecht behandelten Rekruten mitleidvoll annahmen. Die Menschenfreundlichkeit der Christen von Theben hinterließ einen so tiefen Eindruck in ihm, daß er sich nach seiner vorzeitigen Entlassung aus dem Militärdienst in Šeneset-Chenoboskeion (heute Kar-es-Sayad) taufen ließ. Er schloß sich der dortigen Christengemeinde an und übte sich in Werken der Nächstenliebe. Nach drei Jahren karitativer Tätigkeit entschied er sich um das Jahr 316 für die Lebensform des Mönchtums und wurde Eremit. Der Einsiedler Palamon wurde nach anfänglichem Zögern sein geistlicher Lehrer, der ihn in das anachoretische Mönchtum einführte. Auf höhere Eingebung hin und mit Billigung seines geistlichen Vaters gab er sein Eremitendasein auf und gründete um 320 in Tabennîsi ggb. Denderah am rechten Nilufer ein »Monasterium«. Mit seiner Klostergründung verfolgte P. das religiöse Anliegen, Menschen auf den Weg der Vollkommenheit zu führen. P. war eine seelsorgerliche Führernatur, geprägt von der Erziehertradition der Wüstenväter. Mit großer Güte und Nachsicht mühte er sich um die ihm anvertrauten Mönche und suchte in erster Linie deren Seelenheil zu dienen. Bei seiner ersten Gründung orientierte er sich am Vorbild der Urgemeinde in Jerusalem, gekennzeichnet durch Gütergemeinschaft und brüderliche Liebe. Das pachomian. Kloster unterschied sich von seinen anachoretischen Vorgängern durch die Einheitlichkeit, Gemeinschaftlichkeit und straffe Organisation des Lebens; ferner durch die gemäßigte asketische Lebensform sowie durch den beständigen und unbedingten Gehorsam aller ggb. der Autorität der Regel. Dadurch wurde P. zum Begründer des Koinobitentums, das für die weitere Entwicklung des Mönchtums richtungsweisend wurde. Der koinobitische Mönchsstil gewann rasch viele Anhänger und machte weitere Klostergründungen notwendig. Die älteste Zweigniederlassung war das nördlich von Tabennîsi gelegene Phlow (Pabau). Im Jahre 337 siedelte er in dieses Kloster über und leitete von hier aus den ganzen Klosterverband als Generalabt. In Šeneset-Chenoboskeion entstand das dritte Kloster. Der dort schon bestehende Konvent um den Mönch Apa Ebonh schloß sich der pachomian. Gemeinschaft an. Ebenso bat das auf der westl. Nilseite gelegene »Kloster« Thmoušons, das von Apa Jona geleitet wurde, um Aufnahme in die Koinonia. In Tbêwê, das, wie das Hauptkloster Phbow, in der Diözese Diospolis parva lag, machte P. auf Bitten eines gewissen Petronius aus dessen Anwesen ein Kloster. In der Diözese des Bischofs Arius von Panopolis entstanden weitere Klöster, und zwar in Tsé, Tesmine und schließlich ein drittes Kloster in der gleichen Landschaft, dessen Name aber nicht überliefert ist. In Phnûm, der Heimat des P. und seines Lieblingsschülers Theodor, entstand das neunte und letzte Männerkloster, das P. besonders groß und ansehnlich gestaltete. Ferner entstanden noch zu Lebzeiten des P. zwei Frauenklöster, die von alten, erfahrenen Mönchen geleitet wurden. P. visitierte unermüdlich die Klöster und unterhielt einen regen Schriftverkehr mit den Vorstehern der einzelnen Gemeinschaften. Zweimal im Jahr fand in Pbow ein »Generalkapitel« statt, und zwar an Ostern und am 13. August, um über wirtschaftliche, organisatorische und geistliche Fragen zu beraten. Durch diese Konvente wurde der innere Zusammenhalt des pachom. Ordens gewahrt, dem etwa 7000 Mönche angehörten. Als Gründer des ersten Ordens und als Mitverfasser der ersten Mönchsregel hat P. geschichtliche Bedeutung erlangt. Die Pachomius-Regel bietet keine Anleitung zu einem geistlichen Leben, sondern behandelt ausschließlich Fragen der praktischen Lebensgestaltung. Die nach P. benannte Regel ist kein systematisches Ganzes, sondern besteht aus einer Vielzahl lose aneinandergereihter Einzelbestimmungen über den äußeren Ablauf des klösterlichen Lebens. P. handelte als Abt stets im Einvernehmen mit dem Bischof seiner Diözese. Er war auf ein gutes Verhältnis mit der kirchlichen Hierarchie bedacht. Athanasius von Alexandrien, den P. sehr schätzte, besuchte im Jahre 330 die pachomian. Klöster. Es gab aber auch Bischöfe wie Philon und Muéi, die P. mißgünstig gesonnen waren. Auf der Synode von Latopolis-Esne, die um 345 abgehalten wurde, verlangten sie, daß er sich zu seiner Gabe der Herzenskenntnis äußern solle. Während seiner Rede stürzte ein Besessener auf ihn und bedrohte ihn mit dem Dolch. Die Anwesenden vereitelten das Attentat. Er zog sich mit seinen Mönchsbegleitern in das nahegelegene Kloster Phnûm zurück. P. starb am 9. Mai 346 an den Folgen eines typhoiden Fiebers, das über die Pachomiusklöster hereinbrach.
Werke: Koptische Schriften: S.P. vita bohairice scripta, ed. Louis Théophile Lefort (CSCO 89) Louvain 1925; S.P. vitae sahidice scriptae, ed. Louis Théophile Lefort (CSCO 99/100) Louvain 1933/34: ders., Glanures pachômiennes, in: Muséon 54 (1941) 111-138; Les vies coptes de S.P. et de ses premiers successeurs. Traduction française par Louis Théophile Lefort, Louvain 1943; Oeuvres de S.P. et de ses disciples, ed. par Louis Théophile Lefort, Louvain (CSCO 159) 1956; Hans Quecke, Briefe P. in koptischer Sprache. Neue deutsche Übersetzung, in: Zetesis = Festschrift E de Strijcker (Antwerpen 1973) 655-663; ders., Ein neues Fragment der Pachomiusbriefe in koptischer Sprache, in: Orientalia 43 (1974) 66-82; - Griechische Schriften: S.P. Vitae Graecae, ed. Hagiographie Bollandiani ex recensione Franciskus Halkin, Brüssel 1932; Louis Théophile Lefort, La Règle de S. P. (2e étude d'approche), in: Muséon 37 (1924) 1-28; René Draguet, Un Morceau grec inédit des Vies de P., apparié à un texte d'Evagre en partie inconnu, in: Muséon 70 (1957) 267-306; La Première Vie Grecque de S.P. Introduction critique et Traduction par André Jean Festugière, Paris 1965; - Lateinische Schriften: P. Latina, Règle et Epitres de S.P., Epitre de S. Théodore et `Liber' de S. Orsiesius. Texte latin de S. Jérôme, ed. Armand Boon. Appendice: La Règle de S. P. Fragments coptes et Excerpta grecs, ed. Louis Théophile Lefort, Louvain 1932; P. Latina. Traduction française par les moines de Solesmes, in: Placide Deseille, L'esprit du monachisme pachômien, Bellefontaine 1968; La Vie latine de s. P., trad. du Grec par Denys le Petit. Edition critique par H. von Cranenburgh, Brüssel 1969; Die Regel des P. (lat./dt.), in: Heinrich Bacht, Das Vermächtnis des Ursprungs: Studien zum frühen Mönchtum II (Würzburg 1983) 65-288; Arabische Schriften: Vie de P. Texte arabe et traduction par Emile Clément Amélineau, in: ders., Monuments pour servir à l'histoire de l'Egypte chrétienne au IVe siécle (Paris 1889) 337-711; - Äthiopische Schriften: August Dillmann, Chrestomathia Aethiopica, Leipzig 1866; dt. bei Eduard König, Die Regeln des P. aus dem Äthiopischen übers. u. mit Anmerk. versehen, in: Theol. Stud. Krit. 51 (1878) 323-337.
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A Study in the constitutional History of the religious Orders, Oxford 1966; - Armand Veilleux, Le problème des Vies de P., in: RAM 42 (1966) 287-306; - ders., La liturgie dans le cénobitisme pachômien au quatrième siècle, Rom 1968; - ders., La théologie de l'abbatiat cénobitique et ses implications liturgiques, in: VSS 21 (1968) 351-393; - ders., Pachomian Koinonia, I. The Life of S.P. and his disciples, Kalamazzo 1980; - ders., Le renoncement aux bien matériels dans le cénobitisme pachomien, in: Collectanea Cisterciensia XLIII, 1981, 56-74; - Peter Nagel, Die Motivierung der Askese in der Alten Kirche und der Ursprung des Mönchtums, Berlin 1966; - Pius Tamburrino, Koinonia. Die Beziehung `Monasterium' - `Kirche' im frühen pachomianischen Mönchtum, in: EuA 43/1 (1967) 5-21; - ders., Aspetti ecclesiologici del monachesimo pacomiano del secolo IV, Diss., Rom 1968; - ders., Die Heiligen des Alten Testaments in der 1. Katechese des heiligen P., in: EuA 45 (1969) 50-56; - Placide Deseille, L'ésprit du monachisme pachômien. Suivi de la traduction française des Pachomiana Latina par les moines de Solesmes, Béllefontaine 1968; - M. van Molle, Essai de classement chronologique des premières règles de vie commune connue en chrétienté, in: VSS 21 (1968) 108-127; - dies., Confrontation entre les règles et la littérature pachômienne postérieure, in: VSS 21 (1968) 394-422; - dies., Aux origines de la vie communautaire chrétienne. Quelques équivoques déterminantes pour l'avenir, in: VSS 22 (1969) 101-121; - dies., Vie commune et obéissance d'après les institutions premières de Pachóme et Basile, in: VSS 23 (1970) 196-225; - Fidelis Ruppert, Das pachomianische Mönchtum und die Anfänge klösterlichen Gehorsams, Münsterschwarzach 1971; - ders., Arbeit und geistliches Leben im pachomianischen Mönchtum, in: Ostkirchl. Stud. 24 (1975) 3-14; - ders., Meditatio-Ruminatio. Zum Grundbegriff christlicher Meditation, in: EuA 53 (1977) 83-93; - Karl Baus u. Eugen Ewig, Die Reichskirche nach Konstantin d.Gr.: I. Die Kirche von Nikaia bis Chalkedon, in: Hdb. KG II, 358-366; - Adalbert de Vogüé, Sub regula vel abbate: Étude sur la signification théologique des règles monastiques ancienne, in: COCR 33 (1971) 200-241; - ders., L'anecdote pachômienne du Vaticanus Graecus 2091. Son origine et ses sources, in: Rev.Hist.Spir. 49 (1973) 401-419; - ders., Le nom du supérieur du monastère dans la règle Pachômienne, in: Stud. Monast. 15 (1973) 17-22; - ders., S. P. et son śuvre d'après plusieurs études récentes, in: RHE 69 (1974) 425-453; - ders., Les écrits Pachômiens, in: COCR 43 (1981) 20-33; - ders., Die Pachomianischen Schriften. Deutsch von H. Bacht, in: EuA 58 (1982) 249-264; - ders., Deux réminiscences scripturaires non encore remarquées dans les Règles de saint P. et de saint Benoît, in: Stud.Mon. XXV (1983) 7-10; - J.E. Goehring, Pachomius' vision of heresy. 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Amos Schmidt
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Letzte Änderung: 10.02.2010