Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres

NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie vierzehntägig über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.

Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!



Band VI (1993)Spalten 1478-1481 Autor: Johannes Madey
Kurian Valuparampil

PANICKER, Geevarghese Thomas Mar Ivanios (auch Panikkaruveettil genannt), erster katholischer syro-malankarischer Metropolit von Trivandrum, Vater des »Reunion Movement« in der malankarischen Kirche. - * 8.9. 1882 in Mavelikara/Kerala (Indien) aus der alten und vornehmen Familie der Mallitty P., † 15. Juli 1953 in Trivandrum. Seine Universitätsstudien schloß er mit dem Grad eines Magister Artium (M.A.) 1907 ab; er war der erste Kleriker der indischen malankarischen orthodoxen syrischen Kirche, der einen akademischen Grad errang. 1908 wurde er, obwohl noch nicht Priester, Rektor des Mar-Dionysios-Seminars in Kottayam. Die Priesterweihe empfing Geevarghese P. im Jahre 1909 durch den Metropoliten Mar Dionysios. Als es durch den Besuch des syr.-orth. Patriarchen Mar Abdullah zu einem Streit zwischen den Anhängern des Patriarchen und des Metropoliten kam, war P. ein bewegendes Element der Metropolitangruppe. Sein Ziel war die Wiederbelebung des geistlichen Lebens in seiner Kirche. Um dieses Werk vorzubereiten, verließ er mit einer Gruppe von jungen Männern und Frauen die südindische Heimat und nahm einen Lehrstuhl am Serampore-College in Calcutta an, das von einem protestantischen interkonfessionellen Rat in London geleitet wurde. Sein Zusammentreffen mit anglikanischen Theologen verstärkte seinen Wunsch, in seiner Kirche eine Ordensgemeinschaft nach der Lebensform der Hindu-Sanyassis zu gründen. So kam es zur Errichtung des männlichen und des weiblichen Zweiges des Ordens von der Nachfolge Christi (O.I.C.). P. verzichtete auf seinen Lehrstuhl, kehrte nach Kerala zurück und erbaute mit Hilfe von Freunden in den Wäldern von Mundan Mala ein Männerkloster und in Tiruvalla ein Frauenkloster. Zehn Jahre später wurde er am 1. Mai 1925 zum Bischof geweiht, ohne daß er das Glaubensbekenntnis mit dem Fluch gegen Papst Leo I. und das Konzil von Chalkedon aussprechen mußte. Bei der Bischofsweihe nahm er den Namen Mar Ivanios, Bischof von Bethanien, an; zu seinem Hilfsbischof wurde das Mitglied seiner Klostergemeinschaft, Pater James Abraham, unter dem Namen Mar Theophilos geweiht. Nach seiner Bischofsweihe richtete sich sein Denken immer stärker auf die Einheit der Christen. Bald erhielt er den Rang eines Metropoliten. Die Bischofssynode vom November 1925 beauftragte ihn, mit der römischen Kirche in Verbindung zu treten; 1926 unterbreitete er sein erstes Memorandum. Die Verhandlungen zogen sich bis 1930 hin. Inzwischen war der Katholikos jedoch gestorben, und die meisten Bischöfe zeigten keine Bereitschaft mehr, die Einheit mit Rom aufzunehmen. So nahm er seinen Abschied von seinen bischöflichen Mitbrüdern und von seinem Kloster. Die meisten Ordensbrüder und alle Schwestern der von ihm gegründeten Klöster folgten ihrem Gründer in die Gemeinschaft mit der römischen Kirche. Mar Ivanios, Mar Theophilos, ein Ordenspriester, ein Bruder und ein Laie wurden von dem schweizerischen Missionsbischof Dr. Benziger von Quilon am 20. September 1930 in die katholische Gemeinschaft aufgenommen, am darauffolgenden Tage zwei orthodoxe malankarische Bischofskandidaten. Viele Priester und Gläubige folgten dem Beispiel des angesehenen Metropoliten. 1932 erhielt er in Rom das päpstliche Pallium anläßlich seiner Erhebung zum Erzbischof-Metropoliten von Trivandrum; Mar Theophilos wurde Bischof von Tiruvalla. Bis zu seinem Tode entfaltete Mar Ivanios eine rege unionistische und auch eine missionarische Tätigkeit unter den Nichtchristen, ebenso war er ein begabter geistlicher Schriftsteller; er schrieb vor allem in seiner Muttersprache Malayalam. Im Januar 1953 konnte er noch den 37jährigen Mönchspriester, Pater Benedikt Thangalathil OIC, M.A., unter dem Namen Mar Gregorios zu seinem Hilfsbischof weihen, der nach seinem Tode zuerst Apostolischer Administrator und ab 1955 Erzbischof-Metropolit von Trivandrum wurde.

Werke: Vióuddha KurbØnØ. Oru DhyØîapa÷haîam [Die heilige (eucharistische) Liturgie. Eine betrachtende Studie], Tiruvalla 1923; JævaprakØóam [Licht des Lebens], ebd. 1923; PØpamîcaîam [Vergebung der Sünden], 4 Bde, ebd. 19Z3; RahasyaprØrtthaîakaÚ [Stille Gebete], ebd. 1925; Malankara SuriyîØi Prartthaîakramam [Gebetbuch der malankarischen Syrer], ebd. 1925; Vióuddha KathØmØlika [Eine Reihe heiliger (biblischer) Geschichten], 3 Bde, ebd. 1925; PratidiîaprakØóam [Tägliches Licht], ebd. 1926; ¨tma PrakØóam KumpasØram [Selbsterleuchtung. Die Beichte], ebd. 1926; Tirumunpil. Patinancu minittu neratte Daivasamsargam [In der Gegenwart des Heiligen. 15 Minuten Gemeinschaft mit Gott], ebd. 1926; EÚ imayekkuriccu DhyØnam [Meditationen über die Demut], ebd. 1926; DhyØnakusumaßgaÚ. Malankara SabhØmakkaÚkku oru DhyØnagraßtham [Blumen der Meditation. Ein Meditationsbuch für Kinder der malankarischen Kirche], ebd. 1926; Malankara SanyØsa Jævitasahayi [Handbuch für das Leben malankarischer Ordensleute], ebd. 1926; Vióuddha KumpasØram. Oru DhyØnapa÷hanam [Heilige Beichte. Eine betrachtende Studie], ebd. 1926; PrØrtthanØsahØyi [Gebetbuch], ebd. 1926; SabhØvatsaram. Oru Daivaóastravióakalanam [(Liturgisches) Jahr der Kirche. Eine theologische Abhandlung], ebd. 1926; VióuddhavØra DhyØnaßgaÚ [Betrachtungen für die Heilige Woche], ebd. 1926; TirusabhØpravßóam [Eintritt in die Heilige Kirche], ebd. 1927; Vividha SandarbhaßgaÚkkuÚÚa PrØrtthanakaÚ [Gebete zu verschiedenen Anlässen], ebd. 1927; Bethany DhyØnaórßÝika [Leiter der Bethany-Meditationen], 3 Bde, 1927; Bethany HØrddavaprØrtthana [Bethany-Gebet des Herzens], ebd. 1927; Daivasßham. Daivasßhattepatti 30 DhyØnangaÚ [Die Liebe Gottes. 30 Meditationen über die Liebe Gottes], ebd. 1927; VivØhajævitam [Eheliches Leben], ebd. 1928; Bethany Yîgam [Der Bethany-Orden = Orden der Nachfolge Christi], ebd. 1929; Giridæpam [Licht auf dem Berge], ebd. 1929; MØrga PrakØóika [Licht auf dem Wege], ebd. 1929; SwargapØta [Weg zum Himmel], ebd. 1929; Anutapikkunna ¨tmØvinte KumpasØram [Beichte einer büßenden Seele], ebd. 1930; The Malabar Reunion, in: Pax Nr. 114 (1931) 1-5; A Synopsis of the Holy Mass according to the Liturgy of St James, London 1932; VßdîpadßóapØ÷hØvali [katechetische Texte], 9 Bde, Tiruvalla 1934; Tiruvanantapuram SamsthØna I÷avakayile BharaÝanibandhanakaÚ [Verwaltungsvorschriften der Erzdiözese Trivandrum], ebd. 1935; A New Branch of Tree of Life: The Syro-Malankara Church, in: The Eastern Branches of the Catholic Church, New York 1938, 27-35; Malankara KurbØnayu÷e Anuó÷hØnakramam [Rubriken der malankarischen eucharistischen Liturgie], Tiruvalla 1941; The First Book of Aramaic: A Syriac Grammar book for the use of high school students, ebd. 1949; The Second Book of Aramaic, ebd. 1949.

Lit.: B. Gudgeon, Mar Ivanios and the Jacobites, Bristol (1932); - G. K. Chesterton, People I saw in Dublin, in: Universe 1932; - T. Inchakalody, Attempts for Peace in the Jacobite Church [Malayalam], Tiruvalla 1949; - ders., Archbishop Mar Ivanios, 2 Bde, Tiruvalla 1957 u. 1971; - E. Tisserant/E. R. Hambye, Eastern Christianity in India, Calcutta-London 1957; - A. Ayrookuzhiel, The Motives of Mar Ivanios for his Reunion with the Catholic Church, in: Unitas 18 (1966) Nr. 3 u. 4; - M. Gibbons, Mar Ivanios, Dublin 1962; - Ein Priester der Erzdiözese Trivandrum, Die Union-Bewegung in Südindien, Bamberg 1966; - C. Malancharuvil, The Syro-Malankara Church, Ernakulam 1974; - L. Moolaveetil, The Spiritual Life of Mar Ivanios, Kottayam 1977, 21987; - G. Onakkoor, Thapovanathile Sooryan, Kottayam 1989; - The Syro-Malankara Church, Directory 1992-1993, Thiruvananthapuram 1992; - M.V. Thomas, Mahatmavaya Mar Ivanios, ebd. 1991.

Johannes Madey
Kurian Valuparampil

Letzte Änderung: 06.03.2003