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Band VI (1993)Spalten 1482-1483 Autor: Ekkart Sauser

PANKOK, Otto, * 6.6. 1893 in Mühlheim a. d. Ruhr, + 20.10. 1966 in Wesel. Maler und Graphiker. - Im Leben dieses Künstlers lassen sich drei Werkperioden unterscheiden: Die erste umfaßt die frühen Anfänge bis zur Reife, die zweite kann in die Jahre 1930/33-1945 gelegt werden, die dritte beginnt 1947 mit seiner Professur in Düsseldorf. Beginnt P. als Impressionist, so wurde er berühmt durch seine expressionistische Formgebung unter Verwendung von Schwarz-Weiß-Grau-Abstufungen. Sein Hauptaugenmerk galt der sozialen Welt, dem Widerstand gegen alle Formen von Anpassung, was ihn auch zum erbitterten Gegner der Nazis machte, die ihn verfolgten und seine Kunst als entartet bezeichneten, was dazu führte, das 56 seiner Werke aus deutschen Museen entfernt und vernichtet wurden. In seiner Offenheit für alles Verfolgte galt seine besondere Aufmerksamkeit den Zigeunern, nach seinen Worten den »kindlichsten Menschen Europas« und den oft so verhaßten Juden. Eng damit in Verbindung steht auch sein berühmtes Werk der »Passion«, das 1936 entstanden ist. Im selben Lichte sind zu sehen die Schöpfungen »Jüdisches Schicksal« von 1947 und die »Zigeuner« von 1947, bzw. 1958. Von der »Passion«, die ihn vor allem in die Reihe von Sakralkünstlern dieses Jahrhunderts einreiht, sagt bezeichnend Friedrich W. Heckmanns: »Der Umfang und Expressivität aller bisherigen Passionsdarstellungen sprengende Zyklus ist allerdings ein halbes Jahrhundert nach seiner Entstehung - über eine Deutung längst hinausgewachsen, die ihn allein aus seinem aktuellen Zeitbezug zu erklären versucht. Seine offenbare Einmaligkeit läßt ihn als ein Jahrhundertwerk erscheinen, von einer Ausstrahlung, wie sie einem jeden Kunstwerk innewohnt.« (S. 164). 1950 entsteht der Holzschnitt »Christus zerbricht das Gewehr«, damals ein eindringliches Symbol für die Sehnsucht der Menschen nach Frieden. Dieses Werk schenkte er Papst Pius XII. - Sein Holzschnittwerk verdichtete sich 1956-57 zu einem Zyklus von 40 farbschnitten zu dem berühmtesten Volksbuch der chinesischen Literatur aus dem 13. Jh. »Die Räuber von Liang Schaan Moor«. Auch hier wird das Thema deutlich: Gnade für die Unterdrückten wird erzwungen. Heute findet sein Werk Ausstellung im Otto-Pankok-Museum im Haus Esselt zu Hünxe-Drevenack.

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Lit.: R. Zimmermann, Otto Pankok, das Werk des Malers, Holzschneiders und Bildhauers, Berlin2 1972; - Fr. W. Heckmanns, Die Passion in 60 Bildern von Otto Pankok, Köln 1992.

Ekkart Sauser

Letzte Änderung: 15.11.2011