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Band XXX (2009) Spalten 1098-1100 Autor: Claus Bernet

PEASE, Edward, * 31.5. 1767 in Darlington, † 31.7. 1858 in Northgate bei Darlington. Unternehmer, Eisenbahnpionier, Quäker. - Edward Pease war der Ältester Sohn des Wollmanufakteurs und Wollhändlers Joseph und seiner Ehefrau Mary Pease aus Darlington. Zunächst besuchte er die Tagesschule in Darlington, und dann, im Alter von zwölf Jahren, die Joseph Tatahm's Quäkerschule in Leeds. Dort erlernte er innerhalb von zwei Jahren auch die lateinische und französische Sprache. Ab dem 14. Lebensjahr arbeitete er bei seinem Vater als Wollhändler, was ihn bis 1817 äußerst erfolgreich beschäftigte. Am 3. November 1796 heiratete er Rachel Whitwell aus Kendal (1771-1833) und führte eine glückliche und harmonische Ehe. Mit seiner Frau hatte er acht Kinder: John (1797-1868), Joseph (1799-1872), Edward (1800-1839), Rachel (geb. 1800), Mary (1802-1825), Elizabeth (geb. 1803), Isaac (1805-1825) und Henry (1807-1881). Die meisten der Kinder wurden Politiker, vor allem Sohn Joseph schaffte es, 1832 als erster Quäker in das Unterhaus des Britischen Parlaments gewählt zu werden. Um die Kinder zu versorgen, stieg Edward Pease 1821 in das Eisenbahngeschäft ein. Von 1822 bis 1825 projektierte er die George-Stephenson's Eisenbahn von Darlington nach Stockton, die erste öffentliche Eisenbahn weltweit. Unter dem Einfluß des Unternehmers George Stephenson (1781-1848) gründete er zusammen mit Michael Longdridge in der Forth Street in Newcastle-upon-Tyne 1823 eine Fabrik für Lokomotiven, die ihm ein Vermögen einbrachte. Privat blieb er sparsam, gar geizig. - In seiner Jugend war Edward Pease alles andere als fromm. Er war ein begeisterter Jäger und Fischer, der seine Zeit viel im Freien verbrachte. Gerne las er auch Belletristik, was später zu schweren Gewissensbissen führte. Später besuchte er auch regelmäßig die Andachten der Quäker. Dort war er in frühen Jahren mit seiner Frau Aufseher (overseer), und später Ältester seiner lokalen Quäkergemeinde. Im 63. Lebensjahr zog er sich wegen einer Krankheit von seinen Geschäften zurück. Nach seiner Gesundung widmete er die folgenden zwanzig Jahre seines Lebens hauptsächlich den Quäkern. Er war unter diesen eher ein Helfender als ein Prediger und kümmerte sich um viele Gemeindemitglieder privat. Auch außerhalb seiner Heimat suchte er Quäker auf, so in Schottland, Cumberland, Dorset, Lancashire, Channel Islands und Irland. 1842 besuchte er mit seinem Bruder John die deutschen Quäker in Minden. Zuletzt engagierte er sich an der North of England Agricultural School in Ayton. Edward Pease verstarb 1858 in seinem 91. Lebensjahr auf seinem Landsitz Northgate bei Darlington.

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Werke: The diaries of Edward Pease. The father of English railways. Hrsg. von Alfred E. Pease. London 1907; Edward Pease to Sarah Smith, 1827. In: The Journal of the Friends Historical Society, X, 1913, 55-56.

Lit. (Auswahl): Edward Pease. Born 1767, died 1858. Aged ninety-one years. In: Beck, W.; Wells, W. F.; Chalkley, H. G.: Biographical Catalogue. Being an account of the lives of Friends and others whose portraits are in the London Friends' Institute. Also descriptive notices of those of the Friends' schools and institutions of which the gallery contains illustrations. London 1888, 487-495; - Ayton Friends School (Hrsg.): History of Great Ayton. Published for the jubilee committee, June 25th, 1891; - Pease, Edward. In: Boase, Frederic: Modern English Biography. Containing many thousand concise memoirs of persons who have died between the years 1851-1900. With an index of the most interesting matter, II. London 1897. London 19652, 1426; - Pease, Edward (1767-1858). In: The Encyclopaedia Britannica. A dictionary of arts, sciences, literature and general information, XXI, London 191111, 31; Edward Pease. In: The Journal of the Friends Historical Society, XXVI, 1929, 40.

Claus Bernet

Letzte Änderung: 15.11.2011