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Band VII. (1994) Spalten 132-133 Autor: Ingun Montgomery

PEDERSSØN, Geble, * um 1490 in Herøy in Helgeland, Norwegen, + 1557 als Bischof in Bergen in Westnorwegen. Zuerst ging er in Trondheim zur Schule, aber als sein Vater Ratsherr in Bergen wurde, setzte er dort sein Studium fort. Der Domkapitel sandte ihn ins Ausland um weiter zu studieren. Er zog nach Alkmaar, Minden und Löwen. Als beide seinen Eltern dem niederen Adel in Norwegen gehörten waren seine Möglichkeiten eine Karriere außerhalb der Kirche zu machen, begrenzt. Mathematik und Musik waren seine größten Interessen aber auch die lateinische Sprache zog ihn an. Während seines Studienaufenthaltes wurde er von dem erasmischen Humanismus geprägt. Mit den reformatorischen Gedanken ist er wahrscheinlich nicht in Berührung gekommen. - Nachdem er Magister in Löwen geworden war, kehrte er wahrscheinlich 1517 nach Bergen zurück, wo er Schulmeister an der Kathedralschule wurde. 15.10. 1518 wurde er Mitglied des Domkapitels und bald auch Pfarrer an der Marienkirche. Als Bischof Andor 1521 starb wurde G. P. vom Domkapitel beauftragt mit dem König Christian II. über die bevorstehende Bischofswahl zu beraten. Als der Erzdiakon Olav Torkellsson 1523 ausgesehen war, sandte er G. P. nach Rom, um die Bestätigung des Papstes einzuholen. Selbst wurde G. P. in einem Brief vom 15.7. 1523 vom Papst als Nachfolger vom Bischof Olav als Erzdiakon bestätigt. - 1526 wurde zum ersten Mal reformatorisch in Bergen gepredigt, wahrscheinlich meistens unter den hanseatischen Kaufleuten. 1529 kamen dänische, lutherische Prediger mit königlicher Genehmigung nach Bergen, wo große Teile der Bevölkerung sie hörten. Der reformatorische Gottesdienst wurde nach und nach in allen Kirchen eingeführt. Der Bischof verließ die Stadt und starb 1535 in Voss, einer Stadt in der Nähe von Bergen. Die Rolle G. P.s in diesen bewegten Zeiten geht nicht klar hervor. Im April 1531 klagte er in einem Brief an den Erzbischof Olav Engelbrektsson darüber, daß die lutherische Ketzerei sich so stark verbreitet hatte. 1535 scheint er noch dem Erzbischof treu zu sein, in den konstitutionellen politischen Streitigkeiten dieser Zeit hat er sich jedoch nicht engagieren wollen. - Nach dem Tode Bischof Olavs wurde G. P. als der Bischofskandidat des Domkapitels zu Bergen gewählt. Doch wurde der Erzbischof in einem offiziösen Brief dafür gewarnt, ihn zu ernennen. Diese Zuschrift war von vier der Reichsräte unterzeichnet. Sie schrieben, daß auch wenn G. P., »ein feiner, gelehrter und ehrlicher Mann« sei, »fehle es ihm an Mut«. Deshalb schlugen sie den Probst Morten Krabbe in Oslo vor. In einem Brief vom Mai 1536 ist G. P. mit dem Titel electus bezeichnet. Aber er wurde nicht in der katholischen Zeit eingesetzt. Er muß jedoch das Vertrauen Christans III. gewonnen haben, wie auch die Auffassung sich verbreitet hatte, daß er keine Einwendungen gegen die neue Lehre hätte. Im November 1536 wurde er vom König ernannt mit dem Amtmann zu Bergenshus, Eske Bille, zusammen die Güter des Bischofsitzes zu verwalten. Am 26. August 1537 wurde G. P. in Kopenhagen von Bugenhagen als lutherischer Superintendent von Bergen eingesetzt. Er blieb dann bis 1541 der einzige Superintendent in Norwegen. - Es ist unmöglich festzulegen wie und wann G. P. lutherisch geworden ist, aber in einem Brief anfangs 1538 scheint er lutherisch zu denken. Er scheint niemals antikatholisch geworden und er heiratete auch nie obwohl er ein treuer lutherischer Superintendent war. Im Sommer 1539 reiste er in den Stiften Hamar und Oslo herum, um für die Anerkennung der neuen Lehre und der Kirchenordnung zu plädieren. Er war auch ein Freund von dem dänischen Superintendent Peder Palladius, den er um mehrere gute evangelische Pfarrer für sein Stift ersuchte. - Die alte Kathedralschule in Bergen wurde von G. P. neu errichtet, um für die Kirche evangelische und gut ausgebildete Pfarrer zu besorgen. Dem Schulmeister wurde von G. P. ausdrücklich auferlegt, den kleinen Katechismus Luthers den Schülern einzuprägen. Diese Schule hat evangelische, humanistische Bildung in Westnorwegen verbreitet.

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Lit.: A.Chr. Bang, Kirkehistoriske Smaastykker, 1890; - A.Chr. Bang, Den Norske Kirkes Historie i Reformations-Aarhundredet, 1895; - Absalon Pederssøn, Dagbok og Oration om Mester Geble, Hrsg. R. Iversen u. O. Kolsrud, 1963; - T. Ellingsen, Mester Geble - Adelsmann og kirkeleder, in Kirke og Kultur 91, 1986, 466-480.

Ingun Montgomery