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Band VII (1994)Spalten 369-371 Autor: Ekkart Sauser

PETRUS und MARCELLINUS: Hl., Märtyrer in Rom, Fest 2. Juni. Nach der röm. Überlieferung Märtyrer unter Diokletian, wobei nach MartHieron 293 f. M. Priester und P. Exorzist war. Sie wurden im Coemeterium »ad duas lauros« an der Via Labicana beerdigt. Konstantin d. Gr. ließ dort eine Basilika mit dem Mausoleum der Helena erbauen, 1956 ausgegraben. A.P. Frutaz weiß noch zu berichten: »Damasus I. gab den Loculi der beiden Märtyrer eine angemessene Anordnung und verfaßte dazu ein Gedicht, worin er den Ber. des Henkers über die aufeinanderfolgenden Bestattungen der beiden Heiligen referiert. Die historische Gruft von M. u. P. wurde 1896 entdeckt auf Grund zahlreicher Graffiti von Pilgern an den Wänden des kleinen Sanctuariums, in dessen Umgebung die beiden Heiligen in einem mächtigen Fresko (Ende 4. od. Anfang 5. Jh.) dargestellt sind. Ein weiteres Fresko aus dem 6. Jh. fand sich im Coemetrium des Pontianus«. - Auch in den frühen liturgischen Zeugnissen taucht ihr Name auf: So im »Nobis quoque« des römischen und ambrosianischen Meßkanons, in allen römischen liturgischen Büchern - außer dem Sacramentarium Veronense - werden sie erwähnt. Die wohl an der Wende vom 5. zum 6. Jh. entstandene Passio ist legendarisch. Auch wurden die beiden Namensgeber für eine röm. Titelkirche, die an der Via Merulana zwischen S. Maria Maggiore und der Lateranbasilika liegt. Im Jahre 827 hatte sich Einhard die Reliquien der beiden Märtyrer heimlich aus der römischen Katakombe an der Via Labicana verschafft. Nach einer einstweiligen Bestattung in der von Einhard erbauten Basilika zu Michelstadt im Odenwald wurden die Reliquien feierlich nach Ober-Mühlheim übertragen, wo sie ihre endgültige Ruhestätte fanden. Wegen der Bedeutsamkeit ihrer Grabstätte erlangte dann der Ort den Namen Seligenstadt - bis zum heutigen Tage. Seit 1937 sind nach August Schuchert eingehende Forschungen an dieser Grabanlage gemacht worden. Dabei wurde klar, daß sich »Einhard beim Bau der Märtyrerbasilika zu Seligenstadt, was Grundrißgestalt und Anlage der Beisetzungsgruft betrifft, von stadtrömischen Vorbildern leiten ließ«. (A. Schuchert). Dargestellt werden die beiden stets als Märtyrer mit Palme, Kreuz oder Buch, auch mit Schwert.

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Lit.: Tillemont IV 199-202, 663 f.; - BHL 5.230-5.233; - Wilpert K (Tafelband) 252-255; - Kirsch T 54-58; - F. Lanzoni, RivAC2 (1925) 214; - C. Cecchelli-E. Persico, SS. Marcellino e Pietro. La chiesa e la catacomba, Roma 1938; - A. Schuchert, RivAC 15 (1938) 141-146; - A. Schuchert, Die Gruftanlage der Martyrer Marzellinus und Petrus zu Rom und zu Seligenstadt am Main, Mainz 1938; - V.L. Kennedy, The Saints of the Canon of the Mass, Citta del Vaticano 1938, 158-161; - Epigrammata Damasiana, ed. A. Ferrua; - Citta del Vaticano 1942, 160-163; - F.W. Deichmann-A. Tschira, JdI 72 (1957) 44-110; - F. Halkin, AnBoll 77 (1959) 472 f.; - V. Schauber-H.M. Schindler, Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, Augsburg 1992, 263; - O. Wimmer-H. Melzer, Lexikon der Namen und Heiligen, Innsbruck-Wien 1988, 540; - J. Torsy, Der große Namenstagskalender, Freiburg-Basel-Wien 1985, 157 f.; - BiblSS VIII, 657-659; - LCHI 7. Bd. 489; - Doyé II 155; - Reau III/2 875; - Kaftal CS Nr. 238; - LThK 1VI (J.P. Kirsch) 869; - LThK 2VII (A.P. Frutaz) 1-2; - F. Mancinelli, Katakomben und Basilikan - Die ersten Christen in Rom, Firenze 1981, 43.

Ekkart Sauser

Letzte Änderung: 15.11.2011