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Band XVIII (2001)Spalten 1159-1161 Autor: Eric Steinhauer

PIES, Otto, katholischer Priester, Mitglied des Jesuitenordens (SJ). * 26.4. 1901 in Arenberg bei Koblenz, † 1.7. 1960 in Mainz. - Otto Pies trat 1920 in den Jesuitenorden ein und wurde nach den ordensüblichen Studien 1930 zum Priester geweiht. 1933 wurde ihm das Amt des Novizenmeisters der ostdeutschen Provinz zu Mittelsteine übertragen. Er geriet in Konflikt mit den Nationalsozialisten und wurde 1941 verhaftet und in das KZ Dachau verbracht. Hier war er bis zum März 1945 interniert. Im KZ lernte er den Münsteraner Diakon Karl Leisner kennen, dessen Seelenführer er wurde. Auf sein Betreiben hin wurde Leisner im KZ vom französischen Bischof Gabriel Piguet aus Clermont-Ferrand zum Priester geweiht. Nach der Befreiung von Dachau sorgte sich Pies um den tuberkulosekranken Leisner, indem er ihn aus dem unter Quarantäne stehenden Lager in das Sanatorium nach München-Planegg brachte. Dort ist Leisner am 12. August 1945 gestorben. Über diesen Tod hinaus blieb Pies mit Leisner verbunden. Durch verschiedene Schriften machte er ihn weiten Kreisen bekannt und hat so nicht wenig dazu beigetragen, daß Leisner am 23.6. 1996 in Berlin durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen werden konnte. Nach der Entlassung aus dem KZ Dachau war Pies wieder Novizenmeister. 1954 wurde er Instruktor des Terziats und Rektor von Haus Sentmaring in Münster. Nach schwerer Krankheit, die eine Entfernung des rechten Auges zur Folge hatte, ist Pies am 1.7. 1960, einem Herz-Jesu-Freitag, in Mainz gestorben. Das Hauptaufgabenfeld von Pies war die geistliche Begleitung von Priester- und Ordensberufen. Auf geistlichem Gebiet hat er sich auch schriftstellerisch betätigt. Seine Bücher haben mehrere Auflagen erlebt. Heute noch bedeutsam sind seine Schriften über Karl Leisner. Pies wird in einem Nachruf vor allem als zurückgezogener Beter charakterisiert: »Ein eifriger Beter, hat er viele in das innerliche Gebet eingeführt. Unter harter Hülle verbarg sich ein tiefes Gemüt. Daß er es nicht so nach außen zeigen konnte, wie er wollte, darunter litt er schwer. So ging er einsam durchs Leben, hartgeprüft, aber innerlich verbunden mit Gott.«

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Werke: Schenkende Hände. Helferinnen der KZ-Priester, 2. Aufl. Kevelaer 1956; Auf der Spur des Unsichtbaren. Hans-Joachim Morawietz, Kevelaer 1957; Das große Gespräch. Winke für das innerliche Beten, 2. Aufl. Kevelaer 1957; Mut gehört dazu. Ein Weg zum Altar, 3. Aufl. Kevelaer 1960; Diakonat - Stufe oder Amt, in: ThGl. 50 (1960), 170-194; Geweihte Hände in Fesseln. Priesterweihe im KZ, 5. Aufl. Kevelaer 1961; Im Herrn. Gebete im Geist des königlichen Priestertums, 9. Aufl. Freiburg i. Br. 1962 (hrsg. v. Werner Bulst);Stephanus heute. Karl Leisner, Priester und Opfer des KZ, 6. Aufl. Kevelaer 1962. Pies hat übersetzt und eingeleitet: Alexander Brou, St. Ignace, maître d´oraison, erschienen unter dem Titel: Gebetsschule des heiligen Ignatius, Kevelaer 1953.

Lit.: Eike Pies, Pater Otto Pies S.J. (1901-1960) und weitere 22 Geistliche der Familie Pies (1290-1990), Dommershausen 1989.

Lex.: Kürschner, LK: Nekrolog 1936-1970, Sp. 512.

Eric Steinhauer

Letzte Änderung: 15.11.2011