PONTIANUS, römischer Bischof (21. Juli 230 bis 28. September 235). Unter seinem
Episkopat stimmte eine römische Synode (231/32) der Verurteilung und
Absetzung des Origenes zu; ein diesbezügliches Schreiben P.s an den
alexandrinischen Bischof Demetrius ist verlorengegangen. Während der
Christenverfolgung unter Maximinus Thrax im Jahr 235 zusammen mit dem
Gegenbischof Hippolyt nach Sardinien verbannt verzichtet P. auf den
Bischofsstuhl; damit ist das Schisma Hippolyts gegen Calixt I. und dessen
Nachfolgern Urban I. und P. beseitigt. Das Datum des Rücktritts ist der
früheste »terminus certus« der Papstgeschichte. Der noch im Jahr der
Verbannung Verstorbene wurde später in der Calixtuskatakombe beigesetzt. P.
wird als erster Märtyrerpapst verehrt.
Lit.: I. Döllinger, Hippolytus und Kallistus. Oder die Römische Kirche in der
ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts, Regensburg 1853, 68-72; - Harnack, Lit.
I/2, 648; - Bardenhewer
1 II, 576; - RE XV, 550; - DThC XII, 2553 f.; - J.T.
Shotwell/L.R. Loomis, The See of Peter, New York 1927, 312 ff.; - Caspar I, 43-46; - G. Roethe, Zur Geschichte der römischen Synoden im 3. und 4.
Jahrhundert, Stuttgart 1937; - Pauly-Wissowa XXII, 25; - RAC II, 410 ff.; - Quasten
II, 235; - Seppelt I, 42-44; - LThK VIII, 612; - A. Belucci, I martiri cristiani
»damnati ad metalla« nella Spagna e nella Saedegna: Asprenas 5, 1958,25-46.125-155, 6, 1959, 152-188 (dazu s. R. Aubert, RHE 55, 1960, 1168); - RGG V,
460; - Altaner, 164.169.
Karl Friedrich Ulrichs
Letzte Änderung: 15.11.2011