Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres
Spenden für die Arbeit am BBKL
Um auch weiterhin die Arbeit am BBKL zu ermöglichen, brauchen wir Ihre Unterstützung..
NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.
Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!
Bestellmöglichkeiten

Band VII (1994)Spalten 1043-1044 Autor: Marco Frenschkowski

PTOLEMAIOS XII. Theos Philopator Philadelphos Neos Dionysos, spöttisch Auletes genannt (»Flötenspieler«, wegen seines Steckenpferdes, Chöre auf der Flöte zu begleiten), Sohn des P. IX. Wer seine Mutter war, ist umstritten; meist wird an eine Konkubine des P. IX. gedacht, so daß er unebenbürtig gewesen wäre, was auch verschiedene antike Quellen behaupten (neuere Diskussion bei Sullivan, der eher an eine dem König feindliche Erfindung denkt). * zwischen 116 und 108, wird P. etwa Juli 80 zum König erhoben, doch erst 76 in Alexandria (nicht wie üblich in Memphis) nach ägyptischem Ritus gekrönt (und als »Neuer Osiris« gefeiert). Den Beinamen »Neuer Dionyos« wählte er aufgrund einer intensiven Beziehung zu Kult und Mysterien dieses Gottes. Von den Römern erst 59 aufgrund eines Senatsantrages Caesars anerkannt (und zum socius atque amicus populi Romani erklärt), gerät P. 58 nach der Besetzung Zyperns (dessen König P., ein Bruder des P. XII., Selbstmord begangen hatte) durch die Römer unter innenpolitischen Druck und muß Alexandria verlassen. Er nimmt Zuflucht auf einem Landgut des Pompeius, erhält darüber hinaus aber keine Unterstützung in Rom. Erst 55 wird P. durch die militärische Hilfe des A. Gabinius und seines Reiterführers Marcus Antonius die Rückkehr nach Ägypten ermöglicht. Dort war inzwischen seine Tochter Berenike IV. zur Königin erhoben worden, die P. hinrichten läßt. Des P. Schwestergemahlin Kleopatra V. Tryphaina, die er etwa 79 geheiratet hatte, war wohl schon 69/68 gestorben (von anderen bestritten); seine persönlichen Familienverhältnisse sind vielfach unklar. P. selbst starb Anfang oder Mitte 51. Nach seinem Tod lebten von seinen Kindern noch die Töchter Kleopatra VII. und Arsinoe IV. sowie die Söhne P. XIII. und P. XIV., von denen er K. VII. und P. XIII. testamentarisch zu Erben bestimmt hatte.

weiterlesen ...
Lit.: E. Bloedow, Beiträge zur Geschichte des P. XII. Auletes, Diss. Würzburg 1963; - E. Olshausen, Rom und Ägypten von 116 bis 51 v. Chr., Diss. Erlangen 1963; - H. de Meulenmaere, Le règne conjoint de Ptolémée XII Aulète et de Cléopâtre VII, Chronique d'Égypte XLII, Nr. 84, 1967, 300-305; - Aly el-Khouly, Excavations East of the Serapeum at Saqqâra, Journal of Egyptian Archeology LIX, 1973, 151-155, hier 152, Nr. 55; - H. Maehler, Egypt under the Last Ptolemies, Bulletin of the Institute of Classical Studies of the University of London XXX, 1983, 1-16; - Sullivan [s. Art. P. X.] 91-95. 229-248. 369 f. 416-427.

Marco Frenschkowski

Letzte Änderung: 15.11.2011