RABAUT, Pierre-Antoine (gen. R.-Dupui, auch R.-Dupuis, auch R. le jeune) * 19.1. 1746 Nîmes + 13.9. 1808 Nîmes, Sohn von Paul R. Wurde mit seinen Brüdern zu Antoine Court nach Lausanne und später zu Etienne Chiron nach Genf geschickt. Möglicherweise aus finanziellen Gründen erhielt er, seit 1761 wieder in Nîmes, eine kaufmännische Ausbildung. Der Verfolgung durch die Jakobiner konnte er sich anders als seine Brüder durch die Flucht ins Ausland entziehen. Nach dem Sturz Robespierres kam er zurück. 1797 wurde er in den Conseil des Anciens gewählt, 1799 in das Corps législatif und 1802 zu dessen Präsidenten. Er war maßgeblich an den Verhandlungen mit Minister Portalis über die neue Verfassung der protestantischen Kirchen beteiligt. Dabei setzte er sich zunächst für eine Synodalverfassung der reformierten Kirche ein und war enttäuscht als Portalis in dieser Frage kein Entgegenkommen zeigte. 1803 wurde er Mitglied und dann Sekretär des Pariser Konsistoriums. Nun warb er bei den Reformierten für einen Zusammenschluß mit der lutherischen Kirche, was ihm den Vorwurf einbrachte, er wolle die lutherische Hierarchie aus Eigeninteresse akzeptieren. Auch einen Zusammenschluß aller christlichen Kirchen hielt er für möglich. 1807 trat er von seinem Amt als Sekretär des Konsistoriums zurück. Um ihn von Paris zu entfernen, erhielt er das Amt eines Conseiller der Präfektur von Montpellier. Nach Daniel Robert wurde seine Bedeutung für die reformierte Kirche lange unterschätzt.
Werke: Annuaire ou répertoire ecclésiastique à l'usage des églises réformées et protestantes d l'empire français, 1807; Détails historiques et receuil de pièces sur les divers projets de réunion de toutes les communions chrétiennes, qui ont été conçus depuis la Réformation jusqu'à ce jour, 1806; Daniel Robert, Textes et Documents relatifs à l'Histoire des Églises Réformées en France 1808-1830, 1962.
Lit.: Daniel Robert, Les Eglises réformées en France (1800-1830), 1961.
Hans-Otto Binder