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Band VII. (1994) Spalten 1457-1458 Autor: Ernst Dammann

REBMANN, Johannes, * 16.1. 1820 in Gerlingen bei Stuttgart, † 4.10. 1876 in Kornthal. - Nach der Ausbildung zum Missionar in Basel wurde er im Dienst der britischen Church Missionary Society (CMS) 1846 nach Mombasa in Ostafrika entsandt. Dort traf er seinen in derselben Mission tätigen Landsmann Ludwig Krapf, der, aus Äthiopien vertrieben, seit 1844 in Mombasa weilte, um Mission unter dem kuschitischen Volk der Oromo, damals Galla genannt, zu treiben. Dabei verfolgte Krapf den Plan, von Mombasa aus quer durch Afrika bis zur Westküste zehn Missionsstationen zu gründen. R., der Krapf's Pläne zwar billigte, drang aber darauf, zunächst als Ausgangsplatz an der Ostküste eine Missionsstation anzulegen. Dies geschah noch in demselben Jahr in einem in der Nähe auf dem Festland gelegenen Platz des dort wohnenden Volkes der Nika. Hier in Rabai mpya »Neu-Rabai« fand R. seine Wirkungsstätte, wo er in stiller Weise bis zu seiner Rückkehr nach Europa 1875 tätig war. Trotz hingebungsvoller Arbeit waren R. keine größeren Erfolge in seiner Missionsarbeit beschieden. Er bemühte sich um die Sprache der Nika und legte eine umfangreiche Wörtersammlung dieser Sprache an. - Weiten Kreisen ist R. bekannt geworden durch seine drei Reisen in das Gebiet der Dschagga am Kilimandscharo. Sein Ziel war nicht in erster Linie die Erweiterung geographischer Kenntnisse, sondern eine Erkundung des Landes im Zusammenhang mit Krapfs Missionsplänen. Der Bericht über diese Reisen wurde von Krapf in seinen »Reisen in Ostafrika«, Kornthal 1858 veröffentlicht. Mit großem Interesse, teilweise auch mit Skepsis wurde R.'s Nachricht aufgenommen, daß er am 11.5. 1848 den schneebedeckten Gipfel des Kibo gesichtet habe. Im übrigen ist die Beschreibung der Dschagga instruktiv, die sich ökonomisch, sozial und politisch sehr von den Küstenvölkern wie den Nika unterscheiden. - In den Jahrzehnten seiner Tätigkeit in Rabai mpya hat R. viele Informationen über Land und Leute gesammelt, die von geographischen und missionarischen Kreisen dankbar aufgenommen wurden. R. ist ein Beispiel dafür, wie ein in stiller Treue arbeitender Missionar unsere Kenntnis vermehrte und dadurch der Wissenschaft wertvolle Dienste leistete.

Werke: Dictionary of the Kiniassa Language 1877; The Nika-English Dictionary, Compiled by the late Reverend Dr. L. Krapf and the late Reverend J. Rebmann, ed. by Rev. T.H. Sparshott, London 1887.

Lit.: Weishaupt, M., Rebmanns Reisen ins Dschaggaland, Leipzig o.J..

Ernst Dammann

Literaturergänzung:

Watson A.O. Omulokoli, The introd. and beginnings of Christianity in East Africa, in: AJET 22.2003, S. 29-43.

Letzte Änderung: 25.04.2008