ROSCHER, Wilhelm Heinrich, Altphilologe, * 12.2. 1845 in Göttingen, + 9.3. 1923 in Dresden. R. war der Sohn des Professors für Nationalökonomie Wilhelm R. in Göttingen. Er wirkte seit 1871 als Oberlehrer an der Fürstenschule in Meißen. 1882 wurde er zum Konrektor an das Gymnasium in Wurzen berufen, wo er von 1894 bis 1905 auch Rektor war. Von Bedeutung sind R.s Forschungen auf dem Gebiet der vergleichenden antiken Mythologie. Sein »Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie« ist noch heute als ein Standardwerk in Gebrauch.
Werke: De aspiratione vulgari apud Graecos ..., Leipzig 1868; Studien zur vergleichenden Mythologie der Griechen und Römer, ebd. 1873-1875; Das tiefe Naturgefühl der Griechen und Römer in seiner historischen Entwicklung, Meissen 1875; Studien zur griechischen Mythologie und Kulturgeschichte vom vergleichenden Standpunkt, Leipzig 1875-1890; Hermes der Windgott, ebd. 1878; Die Gorgonen und Verwandtes. Eine Vorarbeit zu einem Handbuch der griechischen Mythologie vom vergleichenden Standpunkt, ebd. 1879; Nektar und Ambrosia. Mit einem Anhang über die Grundbedeutung der Aphrodite und Athene, ebd. 1883; Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie, 6 Bde. 1884-1937, weitergeführt v. K. Ziegler, Nachdr. 6 Bde. u. 4 Suppl.Bde. 1965; Beiträge zur griechischen Mythologie - Kentauren, in: Berliner Philologische Wochenschrift vom 14.2.1885; Die sog. Schlangentopfwerferin des Altarfrieses von Pergamon, o.O. 1886; Über die Reiterstatue Jul. Caesar auf dem Forum Julianum, Leipzig 1891; Die Schattenlosigkeit des Zeusabatons auf dem Lykaion, in: Jbb. für class. Philologie 145, ebd. 1892; Pan als Allgott. Eine religionswissenschaftliche Untersuchung, in: Festschr. f. Overbeck, ebd. 1893, 56-72; Nachträge zu meiner Schrift über Selene und Verwandtes, ebd. 1895; Das von der »Kynanthropie« handelnde Fragment des Marcellus von Side, ebd. 1896; Ephialtes, eine pathologisch-mythologische Abhandlung über die Alpträume und Alpdämonen des klassischen Altertums, ebd. 1900; Die enneadischen und hebdomadischen Fristen und Wochen der ältesten Griechen, ein Beitrag zur vergleichenden Chronologie und Zahlenmystik, ebd. 1903; Die Sieben- und Neunzahl im Kultus und Mythus der Griechen, ... Nachträge ..., ebd. 1904; Die Hebdomadenlehre der griechischen Philosophen und Ärzte; ..., ebd. 1906; Enneadische Studien. Versuch einer Geschichte der Neunzahl bei den Griechen, mit besonderer Berücksichtigung des ältesten Epos der Philosophen und Ärzte, ebd. 1907; Die Tessarakontaden und Tessarakontadenlehren der Griechen und anderer Völker ..., ebd. 1909; Die Zahl 40 im Glauben, Brauch und Schrifttum der Semiten, ebd. 1909; Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift von der Siebenzahl, ebd. 1911; Die neuentdeckte Schrift eines altmilesischen Naturphilosophen und ihre Beurteilung durch H. Diels in der Dt. Lit. Ztg. 1911 Nr. 30, Berlin 1912; Die Hippokratische Schrift Von der Siebenzahl in ihrer vierfachen Überlieferung, Paderborn 1913; Omphalos; eine philologisch-archäologisch-volkskundliche Abhandlung über die Vorstellungen der Griechen und anderer Völker vom »Nabel der Erde«, Leipzig 1913; Neue Omphalosstudien; ein archäologischer Beitrag zur vergleichenden Religionswissenschaft, ebd. 1915; Die Zahl 50 in Mythus, Kultus, Epos und Taktik der Hellenen und anderer Völker, ebd. 1917; Der Omphalosgedanke bei verschiedenen Völkern, besonders den semitischen. ebd. 1918.