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Band IX (1995)Spalten 319-320 Autor: Paul Gerhard Aring

SCHLUNK, Martin (1874-1958), seit 1913 Direktor der Norddeutschen Missionsgesellschaft, für kurze Zeit »Hanseatischer Missionsdirektor« in Hamburg mit Lehrauftrag an der Universität in Kiel, lehrte von 1928 bis 1941 als ordentlicher Professor der Missionswissenschaft an der Universität Tübingen. Bereits 1910 hatte er als Vertreter der deutschen protestantischen Missionsgesellschaften an der Weltmissionskonferenz in Edinburgh teilgenommen. Fortan gehörte er zu jenen Missionstheologen in der protestantischen Weltmissions-Bewegung, die darauf drängten, daß die Kirche »Mission« oder aber nicht »Kirche Christi« sei. Unter diesem Aspekt sah er vor allem im damaligen Missionsschulwesen ein wichtiges Instrument der »Hinführung zu Christus«, ohne in dieser Konzeption konsequent zu realisieren, daß die geschichtliche Epoche einer vom christlichen Abendland ausgehenden »patriarchalischen« Christianisierung der außer-europäischen Welt zu Ende ging. Von 1924 bis 1946 war Martin Schlunk der Vorsitzende des Deutschen Evangelischen Missionstages und des entsprechenden Missions-Rates, einer Vereinigung von protestantischen Missionsgesellschaften in Deutschland; als solcher leitete er die Delegationen aus Deutschland bei den Weltmissionskonferenzen von Jerusalem (1928) und Tambaram/Indien (1938). Von 1930 bis 1951 war Sch. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Missionswissenschaft. Als Emeritus lehrte er in den ersten Nachkriegsjahren das Fach »Bibelkunde« an der evangelisch-theologischen Fakultät in Tübingen; Teilnehmende erlebten ihn hier als jenen »spiritus rector« einer Missionstheologie, die positivistisch davon ausging: die entscheidenden Denkanstöße zur Gestaltung der Welt gehen von Europa (von Deutschland) aus.

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Werke: F. Coillard und die Mission am oberen Sambesi, 1904; Die Norddeutsche Mission in Togo, 1912; Die Schulen für Eingeborene in den deutschen Schutzgebieten, 1914; Die Weltreligionen und das Christentum, 1923; Die Weltmission der Kirche Christi, 1925, 2. Aufl. 1951; Von den Höhen des Ölbergs, 1928 (Hrsg.); Die Missionspredigt in der Heimat, in: Pastoralblätter 77/1934-35, 196 ff.; Das Wunder der Kirche unter den Völkern der Erde (Hrsg.), 1939; Literaturbericht im Jahrbuch der Deutschen Evangelischen Weltmission, 1941; Neue Allgemeine Missionszeitschrift (NAMZ) von 1924 bis 1939 (Hrsg. mit anderen); Evangelische Missionszeitschrift (EMZ) von 1940 bis 1944 (Hrsg. mit anderen); Dr. John Mott/William Paton, 1952, Karte der Religionen und Missionen der Erde, 4. Aufl. 1965 (hrgs. mit H. Quiring); Arbeitshefte zum Fach »Bibelkunde«.

Lit.: Manfred Linz, Anwalt der Welt. Zur Theologie der Mission Kreuz-Verlag 1964, 17 und 119; - Georg Vicedom, Mission im ökumenischen Zeitalter Gütersloh 1967, 11 und 133; - Horst R. Flachsmeier, Geschichte der evangelischen Weltmission, Gießen/Basel 1963, 356.

Paul Gerhard Aring

Werkeergänzungen: Botschafter an Christi Statt - Von Wesen und Werk deutscher Missionsarbeit, Gütersloh 1932; Die Weltreligionen und das Christentum - Eine Auseinandersetzung vom Christentum aus, Gütersloh 1932; Führer fremder Völker und das Christentum - Eine Vorleseungsreihe, Gütersloh 1933; Allgemeine Missions-Studien - Paulus als Missionar, Gütersloh 1937.

Letzte Änderung: 09.04.2011