SCHRAUDOLPH, Claudius, d.Ä., Historienmaler, Lithograph und Zeichner für Holzschnitte, * 2.10. 1813 in Oberstorf im Allgäu, Sohn des Tafelmalers und Kunstschreiners Ignaz Schraudolph; seine Brüder waren Johann und Matthias, + 12./13.11. 1891 in Oberstdorf/Allgäu. 1831 kam er nach München, wo er Schüler seines Bruders Johann und vor allem von Joseph Schlotthauer war. Daneben besuchte er die Akademie der bildenden Künste. Studienreise nach Italien mit Ernst Förster, der von Kronprinz Maximilian 1832 den Auftrag erhalten hatte, eine Sammlung von Zeichnungen nach präraffaelitischen Fresken und Miniaturen anzulegen. Die Arbeiten bildeten z.T. den Grundstock für die von Förster herausgegebenen Denkmäler der italienischen Malerei. Nach der Rückkehr nach München wirkte er zusammen mit seinem Bruder am Freskenzyklus in der Allerheiligen-Hofkirche in München. Nach dem Tod seines Bruders Johann übersiedelte er in die elterliche Heimat, wo er zahlreiche Landkirchen ausmalte. Sein Werk ist von tiefer Frömmigkeit geprägt.
Werke: Fresken in der Allerheiligen-Hofkirche und in der Basilika St. Bonifaz in München (Mitarbeiter von Heinrich Heß); Fresken im Schloß zu Athen (z.T. nach Schwanthalers, z.T. nach eigenen Entwürfen); Fresken im Dom zu Speyer (Mitarbeiter seines Bruders Johann); Fresken in der Lorettokirche zu Oberstdorf; Altarbilder für die Pfarrkirchen zu Oberstdorf, Fischen, Altstätten, Schoppernau und Hopfen bei Fischen im Allgäu; Ölbilder (drei im Heimatmuseum Oberstdorf); Selbstbildnis (im Archiv des Deutschen Künstlervereins in Rom).
Lit.: Hyacinth Holland: Schraudolph, Claudius. In: ADB, 54, 1908; - F. Noack: Das Deutschtum in Rom, 1927; - J. Baum: Romantische Malerei Oberschwabens. In: Ulmer Schriften zur Kunstgeschichte, Bd. 8, 1932; - Kunstchronik, N.F. 3, 1892; - Das Schwäbische Museum. Mitteilungen des Schwäbischen Museumsverbandes, 8. Jg., 1932, 143; - Kunstdenkmäler Bayern, Pfalz, Bd. 3, 1934; - Jutta Franke: Schraudolph, Claudius d.Ä. (von). In: Bosls Bayerische Biographie, Regensburg 1983.
Margit Ksoll-Marcon
Letzte Änderung: 09.04.2011