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Verlag Traugott Bautz
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SEVEROS (SØwæros) ibn al-Muqaffac (= Sohn des Eingeschrumpften) hieß als Laie 'Abù Bišr ben al-Muqaffac und war Sekretär. Samær ¸alæl läßt ihn ungefähr 915 geboren sein und in Alt-Kairo (= Festung Babylon) vor der Gründung Kairos durch die FØ÷imæden am 6. Juli 969 aufwachsen. Er wurde dann Mönch und schließlich Bischof von al-Ašmùnain (= Hermoù ánî oder Hermoúpolis megálß auf Griechisch und Šmoun II auf Koptisch) in der Thebaïs I unter Patriarch Theophanios (953-956) oder Menas (956-975). Die näheren Lebensdaten sind unbekannt und nur nach seinen Aktivitäten erschließbar. Demnach wirkte er in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts und starb spätestens bald nach der Jahrtausendwende. Al-WØÝiç ibn RaåØ' war sein Freund. Dieser Muslim wurde Christ unter dem Namen Paulos und schließlich Mönch in einem Kloster des WØdæ 'an-Na÷rùn (WØdæ Habæb). Dorthin hatte er sich gleich nach seiner Bekehrung vor den Quälereien seiner Familie und seiner früheren Glaubensgenossen geflüchtet. Hier mag er den ehemaligen Sekretär Abù Bišr kennengelernt haben, mit dem ihn bald eine enge Freundschaft verband, gefestigt durch das gemeinsame apologetisch-literarische Interesse. Sie forschten gemeinsam und erarbeiteten ihre Schriften und das Verständnis der Heiligen Bücher in steter Aussprache. Die Biographie dieses Freundes trägt reichlich panegyrische Züge und ist in den Realien nicht präzise. Wir gelangen jedenfalls in die Zeit des Patriarchen Philotheos (979-1004), dessen Sekretär, der Diakon Theodosios dem Bischof Michael von Trinnæs mündlich berichtet hatte. Schließen können wir aber, daß der Verkehr mit dem ehemaligen Muslim Severos theologisch beeinflußt hat. Er muß ihm auch den Weg in die arabische Sprache und Literatur gewiesen haben. Gemeinsames Interesse an dem christlichen Glauben und seiner Darstellung hatte sie zusammengeführt. In ihren Gesprächen mag auch die Idee der Volkserziehung in arabischer Sprache und damit die Anhebung des Bildungsniveaus, der nun in immer größerer Zahl Arabisch sprechender Kopten geboren worden sein. So gilt Severos als erster bedeutender Arabisch schreibender Kopte. Er nahm auch an Disputationen mit Muslimen und Juden teil, die sich unter den FØ÷imædenkhalæfen 'Abù Tamæm Mac add al-Mucizz (953-975) abspielten. Das deutet auf ein erhebliches Ansehen des Bischofs bei der muslimischen Obrigkeit hin. Erwähnenswert wäre die Disputation von 975 mit dem Juden Mose (MùsØ). - Severos verfaßte über 20 Werke in arabischer Sprache (nach 'Abù al-BarakØt 26), von denen aber ein großer Teil verloren ist, wenn sich auch die eine oder andere Schrift noch in dem uferlosen Meer arabischer Handschriften wiederfinden mag. Theologisch und historisch richtigstellende Abzweckung verfolgt das Buch der Konzilien gegen den melkitischen Patriarchen Eutychios (Sacæd ibn Bi÷ræq: 877-940). Es zeigt in vier Kapiteln den Verlauf der göttlichen Offenbarung vom Anfang der Menschheit bis zur Himmelfahrt Jesu, stellt die apostolische Lehre dar, Veranlassung und Durchführung der ersten vier Konzilien, sowie den Kampf gegen das Chalkedonense von 451. Das Werk (vor 955 geschrieben) stellt dem Analenwerk des Melkiten Sacæd ibn Bi÷ræq (Eutychios) die koptische (diplophysitische) Auffassung gegenüber. Ein Anhang bietet die Möglichkeit zur Berechnung des Tages der Geburt, der Taufe, des Todes und der Auferstehung des Heilandes. Zur Ergänzung verfaßte Severos noch ein zweites Buch der Konzilien, das datiert ist und demnach am 5. September 955 vollendet wurde. In neun Kapiteln wird der gleiche Stoff wie im ersten Buch behandelt, nur in größerer Ausführlichkeit. Dann folgt eine Erklärung des nizänisch-constantinopolitanischen Glaubensbekenntnisses im 10. Kapitel. Severos wendet sich hier gegen die Perserkirche (Ostsyrer, »Nestorianer«) und insbesondere Elias (¹læyØ) cAlæ ibn cUbaid, Bischof von Damaskus, der selbst eine Erklärung dieses Symbols verfaßt hatte. Außerdem polemisiert er gegen die Juden, sowie gegen die muslimischen Muctaziliten, die die Körperlichkeit des Wortes Gottes lehren. IbrØhæm al-NazzØm (+ um 845) wird von ihm ausdrücklich genannt. - Zum Zentrum des Schaffens des großen Bischofs gehört die religiöse Unterweisung, die mit dem Rückgang der Koptischkenntnisse völlig im Argen lag. Wie Severos richtig erkannte, sind es Liturgie und gottesdienstliche Lesungen, aus denen die Gläubigen ihre Kenntnisse - eben Glauben und ihr sittliches Verständnis - erheben. Wo diese infolge des Rückganges der Koptischkenntnisse nicht mehr verstanden werden, entfällt diese Belehrung. Daraüber hinaus sind die nun Arabisch sprechenden Christen der islamischen Propaganda viel leichter zugänglich und können sich nicht wehren. Severos verfaßte daher das »Buch der Darlegung«, in dessen ersten beiden Kapiteln er auf diesen Sachverhalt als Abfassungsgrund verweist. Das Werk bietet 12 Traktate in Briefform, die sich an das christliche Volk wenden und predigtartig abgefaßt sind, Erklärungen verschiedenen Niveaus zur Einzigkeit und Trinität Gottes, zum Grunde der Menschwerdung des Sohnes Gottes und Seiner Kreuzigung (mit Sündenfall des 10. Chores der Engel und der ersten Menschen) bieten und weiter behandeln den Heiland und sein Reich im Pentateuch und dem Buche Josua (Typologie), Paschafeier und Osterlamm als Typos für den christlichen Gottesdienst, den Kampf zwischen Satan und den Gläubigen und deren Waffen (Teilnahme am liturgischen Gebet der Kirche morgens und abends, an der täglichen Eucharistiefeier und Bibellesung am Sonntag), den Grund für das Fasten am Mittwoch und Freitag, die Bedeutung des Sonntags, das Fasten als sexuelle Enthaltsamkeit besonders vor dem Eucharistieempfang und in den 40 Fastentagen vor Ostern, die Freiwilligkeit des Kreuzestodes des Heilandes und die Widerlegung einer Homilie, die behauptet, ein Engel sei mit der Tötung der Menschen beauftragt, die Verteidigung der diplophysitischen Orthodoxie gegenüber den Melkiten, die allegorische Erklärung von Exodos 15,1-19 (Moses' Lobgesang), der Psalmen 135 (LXX) und 150 (LXX), der vierten Vision Daniels (Kapitel 10-12), sowie des Gesanges der drei Jünglinge im Feuerofen, nebest einer summarischen Weltchronologie, worauf noch eine Trostrede über »die Geduld der Gläubigen und die Ertragung der Trübsale« folgt. - Ein weiteres Werk bietet in einem Abriß Aufklärung über den Glauben. Es verdankt seine Entstehung dem Bemühen, die Kopten zu informieren und mit den notwendigen Kenntnissen auszustatten, um Angriffen gegen ihren Glauben und ihre Sitten zu widerstehen. In 13 Kapiteln schreitet der Autor von der Menschwerdung bis hin zu den Unterschieden in der christologischen Lehre zwischen Jakobiten, Melkiten und »Nestorianern« und bietet dann noch einige Anhänge. Offensichtlich soll hier ein Waffenarsenal zur Verfügung gestellt werden, das gegen die Vorwürfe der Muslimen immun machen und das glaubensmäßige Selbstbewußtsein der ägyptischen Christen stärken soll. - Belehrenden Charakter trägt auch die Ordnung des Priestertums. Severos stellt hier ein praktisches Handbuch zu liturgischen Fragen zur Verfügung. Hier werden die Sitten und Gebräuche der Kopten erklärt und auch Bezeichnungen von Gegenständen und Personen erklärt und sprachlich gedeutet. Der Autor bleibt in seiner Darstellung ohnedies in der Nähe der zeitgenössischen arabischen Volkssprache. 22 Kapitel behandeln umfassend Kirche und Kirchenausstattung, sowie die verschiedenen geistlichen Ränge zusammen mit ihren Obliegenheiten. Am Schluß werden noch 13 Unterschiede zwischen Kopten und Melkiten dargestellt. - Von erheblicher Bedeutung ist schließlich das »Buch der kostbaren Perle - Darlegung des Glaubens bezüglich der Religion an Hand dessen, was der Mund der Propheten und der reinen und starken Apostel und der Väter und Lehrer und der seligen Patriarchen gesprochen hat über die Menschwerdung des Herrn der Herrlichkeit und Seiner Himmelfahrt und die Sendung des Parakleten durch Ihn«. Das Buch ist weithin anonym überliefert oder sogar unter falscher Verfasserangabe. Doch haben die Forschungen Georg Grafs und Paul Maibergers die Zuschreibung an Severos sicher gemacht. Diese Darstellung der diplophysitischen Christologie und Trinitätslehre umfaßt 15 Kapitel. Die Darstellungsweise ist diejenige einer Katene oder eines Florilegiums. Schriftstellen und Väterzitate machen die Masse des Werkes aus. Der Verfasser begnügt sich mit Kapiteleinleitungen, der Erklärung der Zitate und ihrer gedanklichen Verknüpfung. So entstand ein nützliches Handbuch, ein Kompendium der koptischen Christologie, das immer wieder als Fundgrube benutzt wurde und weit verbreitet war, wie seine zahlreichen Handschriften beweisen. - Auch in einer Abhandlung über Ägypten behandelt Severos den Glauben des Landes und bietet Beweise für denselben und weist die Gegner ab. Der Widerlegung der Juden widmete er ein eigenes Werk. Ethisch-asketisch ist die Arznei gegen den Kummer und die Heilung von der Traurigkeit und die Besserung der Sitten. - Den Hauptruhm des großen Bischofs stellte seit jeher die Geschichte der Patriarchen von Alexandrien dar - eine Sammlung von Biographien der koptischen Päpste und Patriarchen von Markos an, die von späteren Autoren bis in die Gegenwart fortgeführt wurde. Schon immer war bekannt, daß Gehilfen eingesetzt waren, koptische und griechische Quellen benutzt wurden. Auch sind die Biographien von sehr unterschiedlichem Wert. Die ältesten Biographien gehen nicht über Eusebios von Caesarea (um 260/65-339?) und seine Kirchengeschichte hinaus. Mittelalterliche stellen hingegen vielfach detaillierte zeitgenössische Arbeiten dar, die auch allgemein für die Geschichte Ägyptens von Bedeutung sind. Neueste Forschungen zeigen, daß diese Biographien zunächst Koptisch niedergelegt wurden, nach Den Heijer sogar noch 1051 oder 1058, was ganz erstaunlich ist, von Michael, Bischof von Tinnæs, der die fünfte Biographienserie verfaßte. Erst dann wurde Arabisch geschrieben und die ersten Biographienserien in das Arabische übersetzt. Für die verschiedenen Serien sind jeweils Autoren bekannt. Nach Den Heijer fiele demnach Severos einfach aus. Für seine Arbeit an diesem Werk bliebe einfach kein Platz mehr. Aziz S. Atiya hält hingegen daran fest, daß Severos die Biographien bis zum 10. Jahrhundert auf Arabisch zusammenstellte, griechische und koptische Quellen heranzog und sich diverser Helfer erfreute. Damit bleibt das Werk ein dauerndes Monument für die Gelehrsamkeit und den kritischen Geist unseres Severos. Beide Ansichten schließen einander aus. Unsere fast völlige Unkenntnis der Vita des großen Bischofs und der Verlust eines erheblichen Teiles seiner Werke erschweren ein Urteil. Wie weit reichte der Einfluß des großen Mannes? War er so etwas wie ein Zentrum, ein Kristallisationspunkt des geistigen Lebens der Kopten der Zeit und ihrer beginnenden arabischen Literatur? Daß die Überlieferung seiner Werke so schlecht ist, spräche nicht von vornherein dagegen. Die Kopten gingen ohnedies recht sorglos mit ihrer Überlieferung um. Man könnte tatsächlich an einen Kreis um Severos denken, der die Schaffung einer christlich-ägyptischen Literatur und damit Verteidigung des christlichen Erbes der Ägypter in großem Stile in das Auge faßte. Nach den Forschungen Den Heijers und seiner Vorgänger dürfte die Anschauung, für die Aziz S. Atiya steht, sich in dieser Form sicher nicht mehr halten lassen. Ohnedies hatte man schon früher an Helfer gedacht und Severos niemals als Alleinverfasser der Biographien bis zum 10. Jahrhundert betrachtet. Als Inspirator, als Mann, der ermuntert und die Kompilatoren berät und den Weg weist, käme er immer noch in Frage. Severos hat sein ganzes Werk auf die Darstellung, Rechtfertigung, Verteidigung und überhaupt Klärung der koptischen Anschauungen ausgerichtet. Sie sind die richtigen, angemessenen und verteidigungswürdigen. Nicht nur der theologischen Lehre, der Liturgie, den Sitten und Gebräuchen widmete er sich, sondern im Buch der Konzilien auch der Historie. Die Biographien der Patriarchen bis zur Jahrtausendwende würden gut in diesen Rahmen passen. Oft tragen sie einen rein panegyrischen Charakter und lassen die Bemühungen der späteren Darstellungen um eine umfassende und mehr objektive Geschichtsdarstellung vielfach ganz vermissen. Die Bedeutung der stets orthodoxen ägyptischen Päpste und Patriarchen wird allein herausgestellt. Sie sind de facto auch das Zentrum der Geschichte. Um sie dreht sich alles. Diese manchmal reichlich naive ägyptozentrische Haltung dürfte gut in diesen Umkreis passen. Eine Biographie, wie diejenige des 36. Patriarchen Anastasios Apozygarios (607 [606] - 619 [618]), die einen Erzdiakon Georg (2. Hälfte des 7. Jahrhunderts) zum Verfasser hat, ist historisch völlig einseitig ägyptisch und unzureichend. In die Tendenz des Severoskreises würde sie hingegen gut passen. Man könnte Severos als denjenigen ansehen, der die Kompilation der Biographienserien anregte, also ihre Zusammenstellung und Überarbeitung zu einem einheitlichen Werk. Einen anderen Anteil dürfte er schwerlich gehabt haben. Seine Bedeutung zeigt sich auch in einem Synodalbrief des 63. Patriarchen Philotheos (979-1004) über einige theologische Probleme. Dieser an Athanasios V. von Antiochien (987-1003) gerichtete Brief von 987/88 wurde zu Anfang von Severos unterschrieben, der damit deutlich in seiner Bedeutung herausgestellt wird, was das oben Gesagte unterstreicht. Atiya schätzt ihn damals bereits auf 80 Jahre, was mit dem zu Anfang genannten Ansatz seiner Geburt zusammenpaßt. Der Brief von 987 stellt neben den zwei Buchdaten 950 und 955 das einzige sichere Zeugnis von der Lebenszeit des großen Bischofs dar. - Severos suchte in immer neuen Versuchen die ägyptische Kirche und ihre Lehre darzustellen und als die einzig wahre zu kennzeichnen: Buch der Leuchte der Vernunft. Er lebte dabei völlig aus der Bibel, die er häufig zitierte. Er zeigte hier stupende Kenntnissse aller Bücher und zeigt somit sehr gut den biblizistischen Lebensgrund der ägyptischen Christen. Die Exegese der Heiligen Schriften ist sein Lebenselixier. Andere Schriften sind mehr ethisch-seelsorgerlicher und überhaupt lebenskundlicher Art. Gute christliche Sitten waren sein Anliegen. Die Arznei gegen den Kummer und die Heilung von der Traurigkeit vergißt er dabei nicht. Der Tod ereilte den ersten großen arabischen Schriftsteller unter dem genannten Patriarchen Philotheos ziemlich genau zur Jahrtausendwende.
Werke: 1. Buch der Konzilien, ediert von dem P. Chébli (Sablæ) unter dem Titel Réfutation des Sacæd ibn Ba÷ræq (Eutychios), in Patrologia Orientalis, Band III, pp. 121-242. - Eine lateinische Übersetzung fertigte Eusèbe Renaudot an. Dazu F. Nau, in Revue de l'Orient chrétien, Band 10 (1905), pp. 117-123; 2. Das zweite Buch (der Konzilien), ediert von L. Leroy unter dem Tiel Sévère ibn al-Moqaffac, Histoire des Conciles (Second Livre), édition et traduction du texte arabe, in Patrologia Orientalis, Band VI, pp. 465-600; 3. Das Buch der Darlegung wurde ediert von Murqus ´iråis: KitØb al-Durr al-øamæn fæ 'æÝØç al-Dæn (Buch der kostbaren Perle bezüglich der Darlegung der Religion), Kairo 1925. Die zweite Abhandlung ist erneut herausgegeben worden von M. WØhib: Al-Èaut al-'amæn (die sichere Stimme), Kairo 1947. Teiledition der Kurzfassung mit englischer Übersetzung von R.Y. Ebied and M.J.L. Young: A theological work by Severus ibn al-Muqaffac from Istanbul: MS Aya Sofia 2360, in Oriens Christianus, Band 61 (1977), Seiten 78-85. Die äthiopische Literatur kennt das Werk als »Buch des Severos« (Mäóçäfä Sawiros);4. Das Buch der Aufklärung über den Glauben in einem Abriß (KitØb al-BayØn al-muçtaóar fæ 'l-¹mØn); 5. Die Ordnung des Priestertums (Tartæb al-Kahanùt). Julius Aßfalg: Die Ordnung des Priestertums, Kairo 1955; 6. Das Buch der kostbaren Perle (KitØb al-Durr al-øamæn): Darlegung des Glaubens in der Religion. Paul Maiberger: »Das Buch der kostbaren Perle« von Severus ibn al-Muqaffa`, Einleitung und arabischer Text (Kapitel 1-5), Wiesbaden 1972 (Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Veröffentlichungen der orientalischen Kommission, Band XXVIII); 7. Das Buch der Leuchte des Verstandes = KitØb MióbØç al-cAql, ediert von Pater Samær ¸alæl (= Samir Khalil, S.J.), Kairo 1978. Seiten 7 bis 36 mit Biographie und Werkverzeichnis; 8. a) Brief an den Würdenträger 'Abù 'l-Yumn QuzmØn ibn MænØ, der seine Frage nach den Unterscheidungslehren der christlichen Parteien beantwortet. b) Antwort an den Jakobiten 'Abù 'l-Bišr ibn ´Ørùd, Schreiber in Ägypten, auf seine Frage, warum die Christen den Schöpfer eine Substanz heißen. c) Widerlegung der Juden. d) Die Abhandlung über das ägyptische Land (al-MaqØla fæ 'l-DiyØr al-Mióræya), in der er den ägyptischen Glaubensstand darstellt und die Gegner abwehrt; 9. Rede von der Arznei gegen den Kummer und die Heilung von der Traurigkeit (KalØm fæ Íibb al-´amm waŠifØ' al-·uzn) und die Besserung der Sitten. Ethik und Askese stehen hier im Mittelpunkt; 10. Die Kette der Edelsteine und Perlen (Nazm al-´auhar wal-Durar). Es handelt sich um eine Widerlegung der Lehre von der Vorherbestimmung und dem Schicksal. Severos vertritt hier die Lehre, daß Gott die guten Handlungen belohnt und die bösen bestrafen muß; 11. Die nützlichen Reden (al-AqwØl al-nafæsa) stellen eine Verteidigung seiner Religion einem Freunde gegenüber durch Severos dar. Propheten und Evangelisten bilden die Gewährsleute. Diese Arbeit folgt in der Handschrift auf Werk 2 (oben); 12. Zitiert wird Severos aus nicht näher genannten Schriften über die dreimalige Salbung des Heilands durch Maria, die Schwester des Lazarus - Maria die Sünderin im Hause des Pharisäers Simon - durch dieselbe im Hause Simons des Aussätzigen; 13. Weitere Schriften behandeln: Eine Widerlegung der Nestorianer - eine Erklärung des orthodoxen ägyptischen Glaubens - das Schicksal der ungetauften kleinen Kinder der Gläubigen und Ungläubigen und den Zustand der Seelen nach der Auferstehung - eine Erklärung der Evangelien - eine Erklärung der (alttestamentlichen?) Gleichnisse und Typen - eine Belehrung über das Sündenbekenntnis - ein Buch der Sitzungen - ein Buch der Entscheidungen (diese Angaben nach Graf); 14. Die Geschichte der Patriarchen von Alexandrien ist ediert von B. Evetts mit englischer Übersetzung unter dem Titel: History of the Patriarchs of the Coptic Church of Alexandria, in der Patrologia Orientalis, Band I/2 (1904) und 4 (1904), V/1 (1909), X/5 (1919). Fortsetzung ab 849 A.D. ediert mit englischer Übersetzung von YassØ cAbd al-Masæç, Oswald H.E. Burmester, cAzæz SuryØl cA÷iya in Kairo von der Société d'archéologie copte = II/1 1943, II/2 1948, II/3 1959; III/1 1968, III/2 1970, III/3 1970 (reicht bis 1894 A.D.); IV 1 1974, IV/2 1974. Dazu Tito Orlandi: Storia della Chiesa di Alessandria, Mailand I 1968, II 1970 (koptischer Text). Besondere arabische Versionen sind ediert worden von C.F. Seybold: Severus ibn al-Muqaffac; alexandrinische Patriarchengeschichte von S. Marcus bis Michael I. (61-767) nach der ältesten 1266 geschriebenen Hamburger Handschrift, Hamburg 1912; C.F. Seybold, Severus Ben al-Moqaffac? Historia Patriarcharum Alexandrinorum= Corpus Scriptorum Christianorum Orientalium 52, 59 (Scriptores Arabici 8,9), entspricht ser. 3, pts. 1 und 2. Dazu zusammenfassend Johannes Den Heijer: Mawhùb ibn Manóùr ibn Mufarriå et l'historiographie Copto-Arabe, Löwen 1989 (Corpus Scriptorum Christianorum Orientalium 513 = Subsidia 83). - Das Werkverzeichnis in 26 Nummern des 'Abù al-BarakØt findet sich auf den Seiten 26 und 27 bei Samir Khalil (siehe Nummer 7). Eine nicht geringe Schwierigkeit stellt der Titelwechsel in den verschiedenen Handschriften für ein und dasselbe Werk da, wozu noch Bearbeitungen und Auszüge kommen. Erst eine Edition und Analyse aller vorhandenen Handschriften wird den Umfang des vorhandenen severianischen Oeuvres zweifelsfrei feststellen lassen.
Lit.: Aziz S. Atiya, SØwærus ibn al-Muqaffac, in Aziz S. Atiya: The Coptic Encyclopedia, Band 7 (New York 1991), Seiten 2100-2102; - Michael Breydy, Das Annalenwerk des Eutychios von Alexandrien, ausgewählte Geschichten und Legenden kompiliert von Sacid ibn Ba÷ræq um 935 A.D., Löwen 1985 (= Corpus Scriptorum Christianorum Orientallium 471/72 = Scriptores Arabici 44/45); - Johannes Den Heijer, History of the Patriarchs of Alexandria, in Aziz S. Atiya: The Coptic Encyclopedia, Band 4 (New York 1991), Seiten 1238-1242; - F. Rofail Farag, The technique of research of a tenth century Christian Arab Writer: Severus ibn al-Muqaffa, in Le Muséon, Band 86 (1973), Seiten 37-66; - Georg Graf, Geschichte der christlichen arabischen Literatur, Zweiter Band: Die Schriftsteller bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts, Vatikanstadt 1947 (Studi e Testi, Band 133), Seiten 300-318, 484; - Samær ¸alæl (Khalil, S.J.): SØwærus ibn al-Muqaffac, KitØb MióbØç al-cAql, Kairo 1978, Seiten 1-36; - S.Y. Labib, Ibn al-Muqaffac, in Encyclopédie de l'Islam, Nouvelle Édition, Band 3 (Leiden-Paris 1971), Seiten 909-910; C. Detlef G. Müller, Severos ibn al-Muqaffac, in Julius Aßfalg/Paul Krüger (+): Kleines Wörterbuch des Christlichen Orients, Wiesbaden 1975, Seiten 319-320.
C. Detlef G. Müller
Literaturergänzung:
Ugo Zanetti, L'"Histoire des patriarches d'Alexandrie" n'est pas due à S.!, in: AnBoll 108.1990, S. 292.
Letzte Änderung: 07.06.2008