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Band X (1995)Spalten 1527-1550 Autor: Peter Noss

STOLBERG-STOLBERG, Friedrich Leopold Graf zu, Jurist und Schriftsteller, * 7.11. 1750 in Bad Bramstedt/Holstein, † 5.12. 1819 auf Schloß Sondermühlen bei Osnabrück. - St. stammt aus einem lutherisch-pietistischen Elternhaus, sein Vater Christian Günther Graf zu Stolberg-Stolberg ist Obervorsteher einer Amtsmannschaft in Diensten der Dänischen Krone und seit 1744 verheiratet mit Charlotte Friederike Christian Gräfin zu Castell-Remlingen. In der Familie herrscht der »im Vergleich mit der lutherischen Orthodoxie eher eirenische und ökumenische Geist von Herrenhut« (Manger, 1984, 6 f.). Der Vater hat, nachdem er in Bramstädt ein Rittergut gekauft, die Leibeigenschaft aufgelöst und den Bauern Eigentum verschafft. 1756 wird er Oberhofmeister in Kopenhagen, wozu ihn Königin Sophia Magdalena berufen hat. Zum Freundeskreis zählen der Staatsminister Graf Johann Hartwig Ernst von Bernstorff (1712-1772), Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) und der Hofprediger Johann Andreas Cramer. Während die Familie - inzwischen sind drei Geschwister St.s, Henriette Friederike am 12.1. 1747, Christian am 15.10. 1748 und Katharina am 5.12. 1751 zur Welt gekommen - die Wintermonate gemeinsam in Kopenhagen verbringt, zieht die Mutter mit den Kindern im Sommer auf ein gepachtetes Landgut auf Seeland. Bedingt durch die Lebensumstände wächst St. - zunächst ausschließlich vom Vater unterrichtet - mehrsprachig auf (Deutsch, Dänisch, Französisch). Zu den Jugendfreunden zählt u.a. Gottlieb Friedrich Ernst Schönborn. - Als der Vater am 22. Juni 1765 bei einem Kuraufenthalt in Aachen unerwartet einen Schlaganfall erleidet und stirbt, ist St. in tiefer Trauer. Er dichtet: »Ach beweint mit mir den Vater, / Der uns mehr als Vater war, / Unsern Lehrer, unsern Rather, unsern Schützer in Gefahr! ...« (nach J. Janssen, 1877, Bd. 1, 10). Bei diesem frühen Gedicht folgt St. wie auch bei der späteren Lyrik einem inneren Impuls, einem Gefühl, weniger dem Willen zu reifer Gestaltung: eine jünglingshafte, vielleicht naive Attitüde, die früh erkennbar ist. Die Bibel des Verstorbenen erhält der Sohn Leopold. Nach des Vaters Tod erhält die Mutter das dänische Gut auf Seeland vom dänischen Königshaus zum Geschenk und zieht sich mit den Kindern dorthin zurück. Hofmeister Clausewitz ist der erste Lehrer St.s nach dem Vater, die Mutter wird außerdem von den Freunden Klopstock und Bernstorff unterstützt. Besonderer Wert wird nun auf den Erwerb der lateinischen Sprachkenntnisse gelegt; 1770 ist die Schulzeit beendet. - Im Herbst des Jahres reist St. mit seinem Bruder Christian (1748-1821) nach Halle a.S., um dort mit dem juristischen Studium zu beginnen. Vom Fach gelangweilt beschäftigen sich die Brüder nebenher mit der englischen Sprache, mit Geschichte und lateinischen Klassikern. Nach zwei Jahren wechseln sie an die Göttinger Fakultät der Rechte und belegen außerdem Veranstaltungen über Literatur. Die Studienatmosphäre wird als weitaus angenehmer empfunden; St. und sein Bruder erlernen nun auch die griechische Sprache anhand von Homers Ilias und lediglich unter Zuhilfenahme eines Wörterbuchs. Sie haben Kontakte u.a. zu den Professoren Böhmer und Pütter, zu den Grafen Reventlow. Friedrich von Reventlow und Heinrich Christian Boie führten sie in die Runde des sog. »Hainbundes« ein, einen national-schwärmerischen Dichter-Kreis, darunter Johann Friedrich Hahn (1753-79), Ludwig Heinrich Hölty (1748-1776), Johann Martin Miller (1750-1814), Johann Heinrich Voß (1751-1826) und Gottfried August Bürger (1747-1794). Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832), der Kontakte zu Boie von Reventlow unterhielt, schreibt rückblickend über den Dichterbund: »In einem solchen, sich immer mehr erweiternden deutschen Dichterkreise entwickelte sich zugleich mit so mannigfaltigen poetischen Verdiensten auch noch ein anderer Sinn, dem ich keinen ganz eigentlichen Namen zu geben wüßte. Man könnte ihn das Bedürfnis der Unabhängigkeit nennen, welches immer im Frieden entspringt, und gerade da, wo man eigentlich nicht abhängig ist« (Goethe, Dichtung und Wahrheit, III, 12 [Goethe, Werke, Frankfurt 1981, Bd. 5, 482]). Der Kreis pflegt »altdeutsche Tugenden«, den Tyrannen der Welt wird mit Gedichten gedroht, in Christoph Martin Wieland (1733-1813) sieht man den literarischen Feind, der die »französische Literatur« repräsentiert. Nach etwa drei Jahren löst sich der »ewige« Bund wieder auf, hat aber enorme Bedeutung und Wirkung auf die deutsche Geistesgeschichte. - Als junger Mann begeistert sich St. - ebenso wie sein älterer Bruder - für die romantisch-religiöse Dichtung Klopstocks, um dessen Lyrik sich auch der »Hainbund« schart; zu ihm hat er zeitlebens Kontakt. Am 25.8. 1772 schreibt St. an Klopstock: »Lange, lange schon mein liebster Klopstock! habe ich mir die Freude zugedacht an Sie zu schreiben, oft schon habe ich es thun wollen, oft mich zurückgehalten, denn gewiß ich würde Sie zu heftig mit Briefen bestürmen, wenn ich jedem Gedancken der mich Ihnen zu schreiben antreibt, gehorchte. Aber heute muß ich mich meiner Lust mich mit Ihnen einige Minuten zu unterhalten überlaßen und desto mehr da geschlagene Hoffnung Sie diesen Sommer auf einige Tage hier zu sehen, darinnen finde. ...« (Brief abgedr. bei: J. Behrens, Briefe, 1966, 20 f.). St. liest Werke Ossians und Shakespeares im Original, eine Übersetzung von Schriften Ossians erscheint durch St. (erst) 1809. Er macht Bekanntschaft mit Studenten aus England, beschäftigt sich ausführlich mit französischer Geschichte. Seine eigenen Gedichte sind Ergebnisse spontaner Begeisterung, der er als schöpferischer Größe vertraut. Im April 1773 unternimmt St. mit Matthias Claudius (1740-1815) eine Reise zu Klopstock nach Hamburg-Altona,von wo aus er an den »Hain« schreibt. »Seid stolz, liebe Männer u. Brüder! stolz als reichten euch aus Idunens Gold die Götter! Klopstock ehrt und liebt euch alle, und entbeut jedem ins besondre seinen herzlichen Gruß. ... Jedes mal daß wir bey ihm gewesen sind hat er uns mit vieler Freude vom Buche gesprochen, ... er bat mich ... Ihnen zu sagen, daß ihm die Verse eines jeden unter Ihnen, sehr, sehr gefielen ...« (Brief vom 30.4.1773), zitiert nach J. Behrens, Briefe 1966, 22). Im gleichen Jahr unternehmen die Brüder eine Harzreise, um sich am 12. September schließlich wieder von Göttingen und dem Dichterbund zu verabschieden. Während des nun folgenden Aufenthaltes in Dänemark stirbt die Mutter am 22. Dezember nach längerer Krankheit. - Für 1775 ist eine Reise in die Schweiz geplant. Zuvor besuchen die Stolberg-Brüder gemeinsam mit ihrem Freund Christian Heinrich Kurt Freiherr (seit 1786 Graf) von Haugwitz (1752-1832) Goethe und seine Familie in Frankfurt und freunden sich mit ihm an. Gemeinsam mit Goethe macht man sich auf den Weg in die Schweiz über Mannheim, Carlsruhe, Straßburg, Emmendingen, Zürich, Basel, Bern, Lausanne, Schaffhausen, Nürnberg, Gotha, Weimar, etc.. Die Fahrt ist sehr ausgelassen. In Zürich trifft man auch Johann Kaspar Lavater (1741-1801), an den St. auf der Rückreise schreibt: »Ach Du lieber, Du bester! Du einziger wie sehnt sich meine ganze Seele nach Dir! Wie war mir bey Dir so innig wohl, bey Dir an dem meine ganze Seele hängt! O wenn ich nicht den Trost hätte daß Du so zärtlich mich liebst, daß wir auf ewig Freunde, Brüder sind, liebster ich hielt die Trennung nicht aus ...« (Brief vom 8.1.1775, nach: Behrens, Briefe 1966, 60 f.). Eine Schrift Lavaters (»Das Tagebuch«) hatte er bereits 1771 zu Studienbeginn auf Empfehlung der Mutter gelesen. In Weimar trifft die Reisegruppe auch auf den einstigen Goethe-Gegner Christoph Martin Wieland, mit dem man sich inzwischen versöhnt hat. - Nach dem erfolgreichen Studienabschluß ist er von 1776-79 Gesandter des protestantischen Fürstbischofs und Herzogs Friedrich August von Oldenburg und Lübeck am dänischen Hof. Zwar ergeben sich auf diese Weise berufliche Kontakte u.a. zu den Freunden Graf Ahlefeld und Franz Levin Freiherr von Holmer, doch das Hofleben ist St. ein Graus. 1777 trennen sich die bisher gemeinsamen Wege der Brüder Leopold und Christian, als letzterer Amtmann in Trensbüttel bei Hamburg wird und die verwitwete Gräfin Louise von Reventlow heiratet. - Stellungen dieser Art anzunehmen, ist zu dieser Zeit, als man in Deutschland besonders auf dem Land noch unter den Folgen der großen Kriege zu leiden hat, üblich und notwendig, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Denn auch die Adeligen haben in diesen Jahren große wirtschaftliche Probleme. So waren 1777 die Grafschaft Stolberg-Stolberg und ein Jahr später Stolberg-Roßla in Konkurs gegangen, die Mutter sogar enterbt worden. Nach dem die Zahlung der dem Vater seinerzeit gewährten Apanage verweigert wird, strengen die Brüder sogar eine Klage an. - Die griechischen Studien in den Göttinger Jahren zahlen sich nun aus, 1778 übersetzt St. die »Ilias« von Homer, später weitere griechische Texte (Aeschylos, Platon). Trotz gewisser Unschärfen ist die (freie) Ilias-Übertragung wohl seine beste literarische Arbeit. - 1781 nimmt St. seinen Hauptwohnsitz in Eutin, dorthin zunächst als »wirklich dienstleistender Oberschenk« berufen. Inzwischen hat er die 19jährige Hofdame Agnes von Witzleben (* 9.10.1761), die Tochter des verstorbenen Adam Levin aus Oldenburg, kennen und lieben gelernt: »Idol eines Hofes, an welchem nur sie Effect machte, hat sie ihre ganze Einfalt, Naivität, Freude und Unschuld rein erhalten. Ihr Verstand ist schnell und richtig, nicht brilliant; ihr Geschmack hat die Feinheit des Witzes und die Sicherheit des Instinkts. Empfindung spielt immer in den Zügen ihres Gesichtes, wie der Wind in den Saiten einer Aeolsharfe, und oft entstürzt ihr schnell eine Thräne, ehe das Lächeln der Freude aus den Grübchen ihrer Wangen entflohen ist. Sie liebt mich ...«, schreibt er in der Verlobungszeit an Haugwitz (Brief von 1781, zitiert nach J. Janssen, 1877, Bd. 1, 124). Am 11. Juni 1782 findet die Hochzeit statt; bei der anschließenden Hochzeitsreise wird die Braut bei den Freunden (Klopstock, Grafen Reventlow, Hofrat Ebert, etc.) eingeführt. Noch während der Reise erfahren sie vom Tode der ältesten Schwester, die bei der Geburt eines Kindes am 4. August stirbt. - Nach Eutin, wo St. mit seiner jungen Frau lebt, beruft er 1982 den Jugendfreund und Sozialkritiker Johann Heinrich Voß (1751-1826). Diese Jahre der Ehe und Freundschaft sind wohl als die glücklichsten zu bezeichnen, die St. erlebt, und in diese Zeit fällt auch eine Periode intensiven geistigen Schaffens. So erscheint 1788 der Roman »Die Insel«, deren Vorrede man als »das Schönste aber, was er überhaupt geschrieben hat«, bezeichnen kann (Behrens, Portrait, 1980, 153). Am 30. Juli 1783 kommt sein erstes Kind Christian zur Welt und St. schreibt an seine Schwester Katharina: »Victoria, der Bub ist da ... Mutter und Kind befinden sich so wohl als möglich. Es ist schade, daß ich nicht katholisch bin, ich würde, wie die große und gute Maria Theressia that, ein Wachskind von der Größe des meinigen nach Loretto schicken ...« (Brief vom 31.7.1783, zitiert nach Janssen, 1877, Bd. 1, 148). Während einer bald folgenden Reise nach Carlsbad haben St. und seine Frau auch Aufenthalt in Weimar, wo sie mit Goethe und Johann Gottfried Herder (1744-1803) zusammentreffen. Bei einer weiteren Reise nach Kopenhagen zur Familie Bernstorff kommt am 4. Mai 1785 die Tochter Maria (später Mariagnes genannt) zur Welt; es entstehen die drei Dramen »Timelion«, »Theseus« und »Der Säugling« - als Beispiel für seine Arbeitsweise sei erwähnt, daß er für die Abfassung des Theseus lediglich 13 Tage benötigt hat. Als am 6. Juli 1785 sein Arbeitgeber, der Herzog, plötzlich stirbt, wird St. mit der Nachricht seines Todes nach Petersburg gesandt, um dem russischen Hof offiziell Mitteilung zu machen. Auf der Reise lernt er Johann Georg Hamann (1730-1788) kennen, von dem er an seine Frau berichtet: »So kindlich im Wesen, zuweilen so but und doch so tief, so wahrhaft philosophisch, und das mit einer Herzlichkeit, Naivetät, Offenheit, Entfremdung von Allem, was Welt heißt, daß er mir sehr lieb und sehr interessant ward» (Brief vom 8.10.1785, zitiert nach Janssen, 1877, Bd. 1, 170 f.). In Petersburg überbringt er nicht nur die ihm aufgetragene Nachricht, sondern auch seine Homer-Übersetzung, die Kaiserin Katharina so überzeugend findet, daß sie ihm dafür das große St. Annenkreuz verleiht. - Nach der Rückkehr 1786 tritt St. sein Amt als Landdrost in Neuenburg an - laut eigenem Bekunden sind die folgenden beiden Jahre mit der Familie unbeschwert und glücklich. Zeitweise wohnt die Schwägerin bei ihnen. Agnes zeichnet viel und versteht sich als Vorleserin. Am 6.11.1786 kommt der zweite Sohn Andreas, am 20.2.1788 die Tochter Henriette zur Welt. St. hat viel Zeit und Gelegenheit zur Lektüre, darunter Werke der griechische Philosophie, zeitgenössische Literatur und immer wieder auch die Bibel. Als am 15. November 1788 seine Frau Agnes vollkommen unerwartet stirbt, ist St. niedergeschlagen und depremiert: »Großer Gott, vor weniger als 24 Stunden ahnte ich nichts! Betet für mich, daß ich mich von ganzer Seele ergebe ...« (Brief an den Bruder vom 16.11.1788, nach Janssen, 1877, Bd. 1, 207). Der Tod Agnes ist der Anfangspunkt eines tiefen, inneren Wandlungsprozesses. - Anfang 1789 nimmt St. die Stelle als dänischer Gesandter in Berlin an, der Neffe Graf Christian Günther von Bernstorff wird sein Legationssekretär, die Kinder werden zunächst von der Schwester Katharina betreut. In Berlin erholt er sich nur schwer von dem Schicksalsschlag, nimmt aber Kontakte auf u.a. zur Familie des Propstes Johann Joachim Spalding (1714-1804) und zu Johann Georg Scheffner. Doch ist diese Ablenkung spätestens dann hinfällig, als Friedrich der Große stirbt, den er noch persönlich bei einer Audienz kennengelernt hat. - Nur ein Jahr nach dem Tod seiner ersten Frau heiratet er am 11.2.1790 ein zweitesmal: die Gräfin Sophie von Redern (* 4.11.1765), Tochter des am 1.7.1789 verstorbenen Oberhofmarschalls Graf Sigmund von Redern und seiner Frau Gräfin Maria Johanna de Horguelin (+ 1.1. 1788). Als er sie kennenlernt, hilft sie ihrer Schwester, verheiratet mit dem sardinischen Gesandten, bei der Erziehung der Kinder. In ihrem Wesen vollkommen verschieden von St.s erster Frau neigt sie zu Depression und Trübsinn und von sich selbst sagt sie: »Wenn irgend etwas Gutes an mir ist, so habe ich es meiner Lage zu danken; oft wenn ich an das Vergangene und an das Gegenwärtige denke, so füllen sich meine Augen mit dankbaren Thränen und erheben sich zu dem, der Alles so weislich und so liebend ineinander schlang. Diese Freudenlosigkeit, die mir in Absicht meines moralischen Charakters so heilsam war, hat mir einen Anstrich von Trübsinn gegeben. Ich glaubte, daß sei nur Vorbereitung, und tief in meiner Seele war der Gedanke, daß ich hinieden nie froh, nie glücklich werden würde, werden könnte. ... Ich strebe nicht sowohl nach Empfänglichkeit zum Genuß, als nach Muth zum Leiden, um so mehr, da ich von Natur ehr schwach bin. Ich bat schon seit langen Jahren Gott nicht um Glück« (zitiert nach Janssen, 1877, Bd. 1, 234 f.). Sophie hat künftig einen nicht unerheblichen Einfluß auf St.s Geschick. Am 10.12. 1790 kommt Julia, das erste Kind aus zweiter Ehe, zur Welt. Dabei ist St. innerlich zerrissen. Einerseits noch in tiefer Trauer über den plötzlichen Tod der ersten Frau umtreiben ihn andererseits Scham und Schuldgefühle angesichts der schnellen Wiederverheiratung. Sophie zieht mit St. zunächst nach Berlin, nur langsam findet er seine innere Ruhe wieder. Nachwievor beschäftigt er sich mit Dichtung und Literatur, liest Schiller, Jean Jacques und Goethes neuestes Werk, den »Thasso«, über den er schreibt: »Sehr schöne Diction, sehr feine Stellen, ein absurdes Ganzes, wiewohl Werk eines Meisters, aber fern von Meisterstück« (Brief an den Bruder vom 6./9. März 1790, zitiert nach Janssen, 1877, Bd. 1, 250 f.). Umgekehrt hat auch Goethe die Arbeiten St.s kritisch beurteilt; in dessen Platon-Übersetzung von 1796 entdeckt er schwerwiegende Sinnfehler, Platon sei nicht göttlich inspiriert gewesen und insofern auch kein Mitgenosse christlicher Offenbarung, wie St. behaupte (vgl. Manger, 1984, 15). - Die mögliche Berufung zum dänischen Gesandten in Neapel schlägt St. aus, von 1793-1800 ist er Kammerpräsident in Eutin, Voß nun Amtsrat. Eine Reise zuvor durch Deutschland, die Schweiz und das katholische Italien (1791/92), die nach anfänglicher Begeisterung kritische Distanz gegenüber der französischen Revolution von 1789, wie sie von anderen deutschen Denkern ebenso eingenommen wird, münden in die Enttäuschung über die Aufklärung und den Idealismus dieser Jahre überhaupt. Zwar hält er Montesquieu für einen wichtigen politischen Denker, aber die Willkür eines Robespierre und den Despotismus des Wohlfahrtsausschusses lehnt er ab. Am 27. Juli 1789 hatte er noch geäußert: »Gestern erfuhr ich in Charlottenburg die neueste Revolution in Frankreich. Ich hatte nach der vorigen nicht gefürchtet, daß den Beförderern der Despotie ihr Werk gelingen werde, aber so schnelle und weise Ausführungen des großen Freiheitsplanes hatte ich auch nicht gehofft. Die Franzosen machen die Sache herrlich!« (zitiert nach Janssen, 1877, Bd. 1, 225). Am 5.1.1790 bemerkt er: »Eine Betrachtung stört gleichwohl oft meine Freude. Sind die Menschen moralisch gut genug izt, um frei sein zu können?« (Janssen, 1877, Bd. 1, 230). Schließlich heißt es am 16. Juni 1793: »Über Frankreich, welches dem natürlichen, von Einigen seit vier Jahren vorhergesehenen Gange nach dem Abgrunde entgegen stürzet, wollen wir nicht zanken. Vor vier Jahren ließ sich darüber disputieren« (Janssen, 1877, Bd. 1, 338). Entsprechend sieht er in dem Friedensvertrag zwischen Frankreich und Preußen ein großes Verderben über Deutschland hereinbrechen. - Besonderen Eindruck hat während der Europa-Reise der Rom-Aufenthalt (Weihnachten 1791 - Februar 1792) auf St. gemacht; am 25.12.1791 besucht er den Petersdom, das architektonische Monumentalsymbol des Katholizismus. Bei einem Aufenthalt während der Reise in Münster lernt St. die Gräfin Amalia Fürstin von Gallitzin (1748-1806), die Frau des russischen Gesandten in Den Haag kennen, die seit ihrem Umzug dem Münsteraner Kreis um Franz von Fürstenberg (1729-1810), Verwalter des Fürstbistums Münster im Auftrag des Kölner Kurfürsten, angehört, und seit etwa 1790 in erster Linie repräsentiert. Dieser Kreis katholischer Denker (er hatte nicht unwesentlichen Anteil bei der Gründung der Münsteraner Universität) strebt die innerkirch-katholische Erneuerung an. Als weiteres Zentrum der katholischen Erneuerungsbewegung dieser Zeit gilt der Kreis um Clemens Maria Hofbauer (1751-1820) in Wien, zu dem etwas später Zacharias Werner, Adam Müller und Friedrich Schlegel stoßen. Von der Fürstin ist St. stark beeindruckt. Diese unternimmt 1793 in Begleitung von Bernhard Heinrich Overberg (1754-1826), Religionspädagoge und Hausgeistlicher der Fürstin, einen Gegenbesuch bei St. und seiner Familie, nachdem dieser soeben im März des Jahres Kammerpräsident in Eutin geworden ist. Zu diesem Zeitpunkt ist er mit Voß und vielen anderen Geistern freundschaftlich eng verbunden. - Die beruflichen Tätigkeiten in Eutin sind abwechslungsreich und von hoher Intensität, trotzdem bleibt Zeit für Wissenschaft und Kunst. Die Eutiner Jahre sind bisweilen mit »Zeit der Vorbereitung zur Conversion« (Janssen, 1877, Bd. 1, Bd. 1, 315) überschrieben worden - insgesamt wohl eine Übertreibung, richtig aber in Hinsicht auf die sich mehr und mehr verfestigenden Kontakte nach Münster, vor allem unterstützt durch St.s Frau Sophie. Im Herbst 1793 reisen beide in die Westfälische Universitätsstadt. Noch unschlüssig hinsichtlich der Konfession schreibt St. am 2.9.1796 an die Fürstin Gallitzin: »Meine Ueberzeugung neigt sich immer mehr hin zur hehren Mutterkirche; könnte ich nur einige Zweifel los werden« (zitiert nach Janssen, 1877, Bd. 1, 387). Im Januar 1797 wird St. ein zweites Mal mit einem Auftrag nach Petersburg gesandt, begleitet von dem Hamann-Schüler und Freund August Nicolovius. Eine langwierige Erkrankung verlängert den Aufenthalt bis Juli. Kurz nach St.s Rückkehr wird der Sohn Cajus geboren; bei der Taufe sind Gallitzin, Overberg und die Marquise Pauline de Montagu, die vor der Revolution aus Frankreich geflüchtet ist und nun in der Nähe von Eutin wohnt, anwesend. Im Sommer 1798 reist die Familie zum Kuraufenthalt nach Carlsbad. St. besucht auf dem Weg dortin die Herrnhuter Gemeinschaft, die für seine Eltern eine so große Bedeutung gehabt hatte. Nun aber bemerkt St. kritisch ihre überhöhte Wertschätzung des religiösen Gefühls (etwa der angeblich spürbaren Nähe des Heilandes), wenngleich er ihre Glaubenstiefe durchaus anerkennt. Zurück in Eutin nimmt St. seine Söhne aus der protestantischen Schule. Am 24.2. 1799 kommt ein weiteres Kind, Leopold, zur Welt. - Die Bekanntschaften mit der Fürstin von Gallitzin und mit der Marquise de Montagu beschleunigen den Schritt, den er am 1.6.1800 vor Overberg in Münster vollzieht: St. konvertiert zum Katholizismus. Gleichzeitig legt er - vom Herzog in Oldenburg dazu aufgefordert - seine öffentlichen Ämter nieder. Ihm gegenüber begründet er den Schritt: »Schon seit verschiedenen Jahren gnädigster Herr! ward ich von Religionsscrupeln beunruhigt. Unerschüttert in meinem Glauben an das Evangelium, sah ich das System der Religionsparthey welche sich die evangelische nennt, und in welcher ich gebohren ward, einstürzen. Ich ward zur Prüfung des wahren Christenthums veranlaßt, und fand es in der katholischen Kirche. Ich habe lange geprüft, Gnädigster Herr, u: spät, mit vollkommenster Ueberzeugung, und mit einer Ueberzeugung welche meine Frau mit mir theilt, den grossen Schrit gethan, der mich zum Mitgliede dieser Kirche macht« (Brief Stolberg an den Herzog von Oldenburg, zitiert nach Behrens, Briefe, 1966, 363). St. vollzieht den Schritt, nachdem seine Frau »schon ganz überzeugt«, die beiden Söhne Leopold und Alfred zur ersten Kommunion geschickt hat (Manger, a.a.O., 8). Nur Maria folgt als einziges Kind nicht dem Vorbild ihrer Eltern. - Die Konversion erfolgt in einer Zeit, in der die katholische Kirche nur noch geringes Ansehen genießt - um so mehr überrascht St. seine Zeitgenossen mit diesem Schritt. Die Reaktionen sind ungeheuer groß und vielschichtig. Vor allem in Eutin selbst ist für einige das Ereignis kaum faßbar, es wird sogar ein anonymes Flugblatt in Umlauf gebracht. Friedrich Heinrich Jacobi (1743-1819) reagiert mit strenger Kritik, bezichtigt St. des Fanatismus, für Voß ist der Schritt unfaßbar und Anlaß für eine lebenslange Auseinandersetzung mit dem Ereignis, das für ihn allerdings paradigmatischen Charakter annimmt: »Noch fast zwanzig Jahre später war für den völlig monomanisch gewordenen alten Voß die katholische Kirche eine einzige Verschwörervereinigung zur Unterdrückung der Geistesfreiheit« (Behrens, Stolberg, 1980, 156). Katholische Apologeten stilisieren den »Fall Stolberg« als »Rückkehr«. St. zieht sich ins Privatleben zurück; er übersiedelt nach Münster. Die vormals so enge Verbindung zum Bruder löst sich weiter auf, die Besuche hin und her zwischen den Familien unterbleiben in der Folgezeit, erst im März 1803 sehen sich die Brüder wieder. Zunächst wohnt St. mit Frau und Kindern bei der Fürstin, ab Mai 1801 auf dem Gut des Freundes Adolf von Droste-Vischering in Lütjenbeck bei Münster. Der Priester Georg Kellermann wird der Erzieher der Kinder: im Zentrum steht die Lektüre griechischer Klassiker. Hinweis auf das humanistische Element, das auch im Katholizismus wichtig war. Weitere Kinder werden geboren: Alfred (13.8.1800), Franz (8.1.1802), Bernhard (30.4.1803), Joseph (12.8.1804), Mariatherese (2.12.1805). Außerdem gehört mit Franz Martin La Porte ein Pflegekind zur Familie. Das achtzehnte und letzte Kind St.s, Maria Pauline, wird schließlich am 18.9.1810 geboren - am gleichen Tag, an dem Fürstenberg begraben wird. - Die Freundschaft zu Voß zerbricht an der Konversions-Entscheidung, ebenso auch dessen Einfluß und das liberal-kritische Moment seines Denkens. Mit der Konversion tritt er ein in die »familia sacra« um Fürstenberg und Gallitzin. Dieser Kreis ist ein eigentümliches Paradigma für die restaurativ-romantische Erneuerungsbewegung des deutschen Katholizismus in Parallele und Gegenzug zur protestantischen Erweckungsbewegung. S. wird aber nicht zum romantisch-katholischen Schwärmer, denn auch seine Konversion war eine lange überlegte Entscheidung gegen das (nach seiner Ansicht) protestantisch-absolute Vernunftsprinzip. Was die Denker seiner Zeit betrifft, kommt es seinerseits nun allerdings zu manchem Fehlurteil; mit Friedrich Schiller etwa überwirft er sich wegen religiöser Fragen, während er sich mit Goethe später wieder im Einvernehmen befindet, der in der Entscheidung St.s einen Akt der Schwäche sah. - Während auf der einen Seite die Konversion auf Unverständnis stößt, so hält andererseits der adelige Freundeskreis um die Grafen von Reventlow, Bernstorffs und Schimmelmann, mit denen St. auch verwandtschaftlich verbunden ist, zu ihm; die bürgerlichen Freunde Philipp Gabriel Hensler (1733-1803), Matthias Claudius, Friedrich Perthes (1772-1843) und Barthold Georg Niebuhr ebenso. Auch hat St. selbst mit keinem seiner protestantischen Freunde gebrochen. Voß dagegen faßt den Entschluß zum Kampf gegen den einstigen Freund, in dem er nicht nur den Konvertiten, sondern auch den Verteter des antiliberalen Adels erkennt, während andere, wie z.B. Friedrich Schlegel unter dem Einfluß der Stolbergschen Entscheidung ebenfalls übertreten. - Am 27. April 1806 stirbt die Früstin Gallitzin - erstes Anzeichen für die Auflösung der »sacra familia«. Sechs Jahre nach seinem Übertritt beginnt St. mit der Abfassung seines Hauptwerkes: der »Geschichte der Religion Jesu Christi« (15 Bände). Dieses historisierend-praktizistische Monumentalwerk in erbaulich-apologetischem Stil ist in seiner Art charakteristisch für jene Epoche der Restauration. Geschichtsdarstellung wird hier mit religiöser Erziehung verbunden, was schon von Zeitgenossen St.s heftig kritisiert wird (Paulus, Von der Glaubwürdigkeit der Stolbergschen Geschichte der Religion Jesu Christi, 1819). Aber St. hatte ja gerade der absoluten Vorherrschaft der Vernunft eine Absage erteilt, insofern ist dieses Werk direkte Folge seiner Konversion, Auslegung der Schrift anhand der Kirchengeschichte, weniger Kirchengeschichte als Geschichte der Auslegung der Heiligen Schrift (vgl. Karl Barth, Gotteserkenntnis und Gottesdienst nach reformatorischer Lehre, 1938, 176; Gerhard Ebeling, Kirchengeschichte als Geschichte der Auslegung der Heiligen Schrift, in: Ders., Wort Gottes und Tradition, 1964, 9-27). - Im Juni 1812 trifft St. Goethe nach 28 Jahren zum ersten und einzigen Mal wieder: man tauscht Erinnerungen aus, geht aber ansonsten der Konfrontation aus dem Weg. Seit diesem Jahr wohnt St. in Tatenhausen bei Bielefeld, später auf seinem Gut in Sondermühlen. Der Münsteraner Kreis zerbricht, nicht zuletzt in Zusammenhang mit der Auflösung der Universität in Münster. 1819 wird ihm die Schrift »Wie ward Friz Stolberg ein Unfreier?« zugesandt, die Voß nunmehr neunzehn Jahre nach St.s Konversion angefertigt hat. Auf die scharfe, aber ebenso tiefgehende Schrift hat St. kurz vor seinem Tode noch einzugehen versucht; seine Äußerungen dazu sind Fragment geblieben, er stirbt im Dezember 1819 auf Schloß Sondermühlen, nachdem er am 7. November mit seinen Freunden seinen Geburtstag ein letztes Mal feiern kann. - St.s Leben war geprägt von seinen Geschwistern, Frauen und Freunden, was die immense Korrespondenz belegt. Auf Kosten der Qualität seiner Schriften war er Generalist, in seinem literarischen Werk stets zwischen den Extremen des Genialen und der Emotionalität des Augenblicks hin und her geworfen. Im Zentrum der Rezeptionsgeschichte steht bis heute seine Konversion zum Katholizismus an der Schwelle zum 19. Jh.

Werke: Freiheitsgesang aus dem 20. Jahrhundert, 1775; Homers Ilias (Übersetzung), 1778, Neuauflage: 1960; Gedichte der Brüder Christian und Friedrich Leopold Grafen zu Stolberg, hrsg. von Heinrich Chr. Boie. Mit Kupfern, Leipzig 1779, 21783, neue Auflagen Köln o.J. [1814], Wien 1821; Die Büßende, oder Leidensgeschichte der Gräfin Cylinde, und schreckliche Strafen für ihre begangene Untreue, Hamburg [4 Bl.] 1779; Elegie über den Tod seiner Schwester, Henriette Friderike Gräfin von Bernsdorf, o.O., o.J. [1782]; Hrsg. (mit Johann Heinrich Voß): Gedichte von Ludwig Heinrich Christoph Hoelty, Hamburg 1783, 21791, neue Auflage: 1805; Jamben 1783; Der Traum. An meine Freundin die Gräfin von Reventlau [Reventlow], geb. von Beulviz, Ms. für Freunde, Altona 1784; Jamben. Homo suein, humani nihil abs me alienum puto, Leipzig 1784; Timoleon. Ein Trauerspiel mit Chören. Manuscript für Freunde, Copenhagen 1784; Jamben, Carlsruhe 1785; (mit Christian Graf zu Stolberg), Schauspiele mit Chören, Leipzig 1787, neue Auflage: Hamburg 1821; Die Insel, Leipzig 1788, neu aufgelegt mit einem Nachwort von Siegfried Sudhof, Heidelberg 1966; Weihnachtslied [vier Blätter], o.O. [Eutin] 1793; Reise in Deutschland, der Schweiz, Italien und Sicilien (nebst Atlas in quer), 4 Bde, Königsberg/Leipzig 1794, neu aufgelegt und hrsg,. von J. Janssen Freiburg 1877, Nachdruck 1971; Übers.: Platon, Auserlesene Gespräche des Platon, Königsberg 1796/97 (I: Phädros, Das Gastmahl, Ion, II: Theages, Gorgias, Der erste, der zweite Alkibiades, III: Apologie des Sokrates von Platon, von Xenophon, Kriton, Phädon), 21803 f.; Gedichte der Brüder Christian und Friedrich Leopold Grafen zu Stolberg, hrsg. von Heinrich Christian Boie, Leipzig 1779, Neuausgabe (verm.): Frankfurt/Leipzig 1783, weitere Auflage: Carlsruhe 1783: Die Westhunnen [drei undatierte Blätter] Eutin 1794; Auserlesene Gespräche des Platon (Übers.), 3 Bde, Königsberg 1796/97; Anonym [F.L. Graf zu Stolberg], Schreiben eines holsteinischen Kirchenspielvogts an seinen Freund in Schweden. Über die neue Kirchenagende, Hamburg 1798; Lied zu singen ... [Geburtstagslied für Adelheid Amalie Fürstin von Gallitzin geb. von Schmettau anläßlich ihres Wiegenfestes am 28.8.1801], Münster 1801; Vier Tragödien des Aeschylos (Übers.), 1802; Übers.: Zwo Schriften des heiligen Augustinus, 1803; Die Gedichte von Ossian (Übers.), 3 Bde, Hamburg 1806; Balladen und Romanzen der deutschen Dichter, Stollberg und Schiller, Cöln 1814; Geschichte der Religion Jesu Christi, (15 Bde) Hamburg 1806-1818, 2. Auflage: Bde 1-5: 1818, Bde 6-12: 1817, Bde 13-15: 1818, Register von Joseph Moritz, 1825, franz. Übers. 1851; (mit Christian zu Stolberg), Vaterländische Gedichte, Hamburg [Neuauflage] 1815; Leben Alfred des Großen, Könige in England, Münster 1815, 21822, 3Hamburg 1836; Drey kleine Schriften (Die Sinne, ein Gespräch. Ueber unsere Sprache. Ueber den Zeitgeist), Münster 1818; Leben des heiligen Vincentius von Paulus und ein aus dem italienischen übersetztes Gespräch der heiligen Katharina von Siena, Münster 1818, 31836; Friedrich Leopold Graf zu Stolberg an seinen Sohn Ernst. Als Handschrift für Freunde mitgeteilt von einem Freunde, o.O. 1818, 3Münster 1833; Betrachtungen und Beherzigungen der Heiligen Schrift, Teile 1 und 2, Hamburg 1819/21; Kurze Abfertigung der langen Schmähschrift des Herrn Hofraths Voß wider ihn. Nach dem Tode des Verfassers vollendet von dem Bruder herausgegeben. Nebst einem Vorwort des Herrn Pfarrdechant [Georg] Kellermann in Münster, Hamburg 1820 (Neuaufl. mit einem Vorwort von J. Behrens, Bern/Frankfurt 1973); ein Büchlein von der Liebe, Münster 1817, 2(Nebst dem Schwanengesange des Verstorbenen und 2 Beigaben) 1820, 31821, 41836 (Neuauflage: Hamm i.W. 1900 [Kleine Bibliothek 44/45]); Die heiligen sonn- und festtaglichen Episteln und Evangelien (Testamentum novum, Auszüge), 1823; Beherzigungen über die Schauspiele, sowohl über die öffentliche Bühne, als auch insbesondere über die Vorstellungen in den Wohnungen. Von einem Verstorbenen [F.L. Graf Stolberg], in: Allgemeiner Religions- und Kirchenfreund und Kirchencorrespondent, Würzburg, 12. Jg. 1830, 71 ff.; Unterricht über einige Unterscheidungslehren der katholischen Kirche, hrsg. von G. Kellermann, Münster 1842; Die Zukunft. Ein bisher ungedrucktes Gedicht aus dem Jahre 1799-1782. Nach der einzigen bisher bekannt gewordenen Handschrift hrsg. von Otto Hartwig (Archiv für Literaturgeschichte, Bd. 13), Leipzig 1885; Andenken an die heiligen Excercitien. Ein Vermächtnis des Grafen Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, hrsg. von Michael Denis SJ, Aachen 1901; Lyrische Übersetzung der Psalmen 78-150, hrsg. von Klemens Löffler, Münster 1918; Phantasien. In 3 triapischen Oden dargestellt und im Wettstreit gefertigt von Gottfried August Buerger, Voss und Stolberg ([ca. 1780], hrsg. von Alfred von Trelde, München 1924.

Werkausgaben/Teilsammlungen: Gesammelte Werke der Brüder Christian und Friedrich Leopold Grafen zu Stolberg, (20 Bde: Bd. 1-2: Oden, Lieder und Balladen, 1820/Bd. 3: Jamben von Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, 1821/Bde 4-5: Schauspiel mit Chören, 1821/Bde 6-9: Reise in Deutschland, der Schweiz, Italien und Sicilien, 1822/Bd. 10: Leben Alfred des Großen, Königes in England, von Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, 1822/Bde 11-12: Homer's Ilias. Verdeutscht durch Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, 1823/Bde 13-14: Sophokles. Übers. von Christian Graf zu Stolberg, 1823/Bd. 15: 4 Tragödien des Aeschylos, Übers. von Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, 1823/Bd 16: Gedichte: Aus dem Griechischen übers. von Christian Graf zu Stolberg, 1824/Bde 17-19: Auserlesene Gespräche des Platon, übers. von Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, 1824 f./Bd. 20: Ein Büchlein der Liebe, von Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, 1825) Hamburg 1820-1825, Neuauflage: Bde 1-17: 1827, Bd. 18: 1824, Bde 19-20: 1827, (Nachdruck 1974); Gedichte der Brüder Christian und Friedrich Leopold Grafen zu Stolberg, Wien/Hamburg 1821; Ausgewählte Gedichte, New York o.J. [1848]; Ausgewählte Gedichte [mit Portrait] (Meyer's Groschen-Bibliothek der deutschen Classiker für alle Stände, Bd. 50), Hildburghausen o.J. [1850]; Heinrich Hennes (Hrsg.), Friedrich Leopold Graf zu Stolberg und Herzog Peter Friedrich Ludwig von Oldenburg. Aus ihren Briefen und anderen archivalischen Quellen, hrsg. von Johann Heinrich Hennes, Mainz 1870 (Nachdruck Berlin 1971); Ausgewählte Gedichte von den Brüdern Grafen Stolberg. Mit der Biographie und den Portraits (National Bibliothek der deutschen Classiker, Bd. 21), Hildburghausen/New York 1880; Gedichte der Brüder Christian und Friedrich Leopold zu Stolberg, hrsg. von Gräfin Friedrich zu Stolberg, mit einer Einleitung von Wilhelm Kreiten, Paderborn/Münster/Osnabrück 1889; August Sauer (Hrsg.), Auswahl der Werke, 2 Bde Berlin/Stuttgart 1891-95; August Sauer (Hrsg.), Der Göttinger Dichterbund, Bd. 3 (Friedrich Leopold Graf zu Stolberg. Matthias Claudius), Berlin/Stuttgart 1895; Gedichte, Auswahl (Kleine Bibliothek 38), Hamm i.W. 1898; Ausgewählte Schriften und Gedichte. Mit kurzen Einleitungen und Anmerkungen hrsg. von Otto Hellinghaus (Führer des Volkes 26), Mönchengladbach 1921; Mensch und Christ [Ausgewählte Werke], ausgewählt und eingeleitet von Ernst Laslowski (Antwort des christlichen Herzens 5), Freiburg 1949; Gedichte und Gedanken. Besorgt und mit einem Nachwort versehen von Bernhard Rang, Halle i.W. 1950; Numa. Ein Roman, hrsg. von Jürgen Behrens (Kieler Studien zur deutschen Literaturgeschichte, Bd. 7), Neumünster 1968; Über die Fülle dess Herzens. Frühe Prosa, hrsg. von Jürgen Behrens, Stuttgart 1970.

Briefwechsel: Matthias Claudius, Briefwechsel zwischen Asmus und seinem Vetter bei Gelegenheit des Buches Sophronizon und Wie Fritz Stolberg ein Unfreier ward, Essen 1820; F. Roth (Hrsg.), Friedrich Heinrich Jacobi's auserlesener Briefwechsel, hrsg. von Friedrich Roth, Bd. 1: Leipzig 1825, Bd.2: Leipzig 1827; Johann Heinrich Voß, Briefe, hrsg. von A. Voß, 3 Bde, Halberstadt 1829-1833; A. von Binzer, Briefe Friedrich Leopold Stolbergs an Heinrich Wilhelm von Gerstenberg, in: Morgenblatt für gebildete Stände, Jg. 29, Stuttgart/Tübingen 1835, Nr. 156, 622 f., Nr. 157, 627 f.; Goethes Briefe an die Gräfin Auguste zu Stolberg, hrsg. von A. von Binzer, Leipzig 1839; G.A. von Halem's Selbstbiographie nebst einer Sammlung Briefe an ihn, hrsg. von C.F. Strackerjahn, Oldenburg 1840; K.A. Freiherr von Reichlin-Meldegg, H.E.G. Paulus und seine Zeit, nach dessen literarischem Nachlasse, bisher ungedrucktem Briefwechsel und mündlichen Mittheilungen dargestellt, 2 Bde, Stuttgart 1853; A. Freiherr von der Goltz, Thomas Wizenmann, der Freund Friedrich Heinrich Jacobi's in Mitteilungen aus seinem Briefwechsel und handschriftlichen Nachlasse, wie nach Zeugnissen und Zeitgenossen, 2 Bde, Gotha 1859; J.M. Lappenberg (Hrsg.), Briefe von und an Klopstock. Ein Beitrag zur Literaturgeschichte seiner Zeit, Braunschweig 1867; Mittheilungen aus dem Tagebuch und Briefwechsel der Fürstin Adelheid Amalia von Gallitzin, hrsg. von S.G. Liesching, Stuttgart 1868; Aus Friedrich Heinrich Jacobis Nachlaß. Ungedr. Briefe von und an Jacobi und andere, hrsg. von Rudolf Zoepperitz, 2 Bde, Leipzig 1869; Briefwechsel und Tagebücher der Fürstin Amalie von Gallitzin. Enthaltend bisher ungedruckte Briefe der Fürstin, ihrer Kinder, Fürstenberg's, Stolberg's, Overberg's der Grafen Romanzoff u.a., hrsg. von S.Ch. Schäfer, Münster 1874-76; Briefe von und an G.A. Bürger, hrsg. von A. Strodtmann, 4 Bde, Berlin 1874; Herders Briefe an Johann Georg Hamann, im Originaltext hrsg. von Otto Hoffmann, Berlin 1889; Friedrich Schlegel, Briefe an seinen Bruder August Wilhelm, hrsg. von O. Walzel, Berlin 1890; Briefe Friedrich Leopold Graf zu Stolberg und der Seinigen an Johann Hinrich Voss. Nach den Originalen der Münchener Hof- und Staatsbibliothek mit Einleitung, Beilagen und Anmerkungen hrsg. von Otto Hellinghaus, Münster i.W. 1891; Briefe, Kjoebenhaven 1896 = Papirer, Efterladte, fra den Reventlowske Familiekreds, Bd. 3; H. von Olfers, Briefe des Grafen Christian zu Stolberg-Stolberg aus der Zeit der Befreiuungskriege (1812-1815), in: Halbmonatshefte der Deutschen Rundschau, Jg. 1905/06, Bd. 4, 419-440; H. Jansen (Hrsg.), Briefe aus dem Stolberg- und Novalis-Kreis, Westfälische Briefwechsel (Veröffentlichungen der Historischen Kommission des Provinzialinstituts für westfälische Landes- und Volkskunde), Bd. 2, Münster 1932; Der Kreis von Münster. Briefe und Aufzeichnungen Fürstenbergs, der Fürstin Gallitzin und ihrer Freunde, hrsg. von Siegfried Sudhof, mit einem Vorwort von Erich Trunz: I. Teil (1769-1788), 1: Texte, Münster 1962/2: Anmerkungen, Münster 1964 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission Westfalens XIX, Westfälische Briefwechsel lund Denkwürdigkeiten, Bd. V); Jürgen Behrens, Johann Heinrich Voß und Friedrich Leopold Graf zu Stolberg. Neun bisher unveröffentlichte Briefe, in: Jahrbuch des Freien Deutschen Hochstifts 1965, 49-87; Briefe, hrsg. von Jürgen Behrens (Studien zur deutschen Literaturgeschichte, Bd. 5), Neumünster 1966; Friedrich Leopold Graf zu Stolberg-Stolberg. Verzeichnis sämtlicher Briefe, bearb. von Ingeborg und Jürgen Behrens, Berlin/Zürich 1968; A. Kelletat, Fünf Briefe Höltys an die Brüder Christian und Friedrich Leopold Grafen zu Stolberg, in: Nerthus 2/1969, 117-127.

Bibliographie: Jürgen Behrens, in. Ders., Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, Briefe, Neumünster 1966, 587-598; Leo Scheffczyk, in: Friedrich Leopold zu Stolbergs »Geschichte der Religion Jesu Christi«. Die Abwendung der katholischen Kirchengeschichtsschreibung von der Aufklärung und ihre Neuorientierung im Zeitalter der Romantik (Münchener theologische Studien, I, 3), München 1952, IX-XXIII.

Lit.: Johann Heinrich Voss, An Friedrich Leopold Graf zu Stolberg. Elegie, o.O., o.J. [ca. 1782]; - A.F. Büsching, Beyträge zu der Lebensgeschichte denkwürdiger Personen insonderheit gelehrter Männer, Bd. 3, Halle 1784; - Johann August Nebe, Freimüthige Beleuchtung einer merkwürdigen Begebenheit unserer Tage, des Übertritts des Grafen Friedrich Leopold zu Stolberg zur römisch-katholischen Kirche, o.O. 1801; - H.M. Kunhardt, Anti-Stolberg oder Versuch, die Rechte der Vernunft ggen Fr. Leopold Grafen zu Stolberg zu behaupten in Beziehung auf dessen Geschichte der Religion Jesu Christi, Leipzig 1808; - E. Brandes, Über den Einfluß und die Wirkungen des Zeitgeistes auf die höheren Stände Deutschlands, 2 Abtl., Hannover 1810; - J. Hermann Marx (Hrsg.), Des Grafen zu Stolbergs religiöser Geist aus seiner Geschichte der Religion Jesu Christi, Münster 1818; - H.E.G. Paulus, Von der Glaubwürdigkeit der Stolbergischen Geschichte der Religion Jesu Christi (Gegenbeweise aus der Tradition der ersten drei Jahrhunderte über den Vorrang der römischen Nachfolger des hl. Petrus), in: Sophronizon1, 1819, H. 3, 131-185; - Johann Heinrich Voss, Wie ward Friz Stolberg ein Unfreier? (Sophronizon oder unpartheyisch-freimüthige Beyträge zur neueren Geschichte, Gesetzgebung und Statistik der Staaten und Kirchen, hrsg. von Dr. Heinrich Eberhard Paulus, Heft 3), Frankfurt a.M. 1819, auch in: Johann Heinrich Voß, Werke in einem Band, hrsg. und eingeleitet von Hedwig Voegt (Bibliothek deutscher Klassiker), Berlin/Weimar 1966, 21972, 293-395, außerdem in: Mit eingelegter Lanze, Literarische Streitschriften von Hutten bis Mehring, hrsg. von Günther Cwojdrak, Leipzig 1968, 81-121, mit Index nominum und Nachwort neu hrsg. von Klaus Manger, Heidelberg 1984; - Chr.W. von Dohm, Denkwürdigkeiten meiner Zeit oder Beiträge zur Geschichte vom letzten Viertel des achtzehnten und vom Anfang des neunzehnten Jahrhunderts 1778-1806, 5 Bde, Lemgo/Hannover 1814-1819; - Johann Heinrich Voß, Bestätigung der Stolbergschen Umtriebe. Nebst einem Anhang über persönliche Verhältnisse, Stuttgart 1820; - [Körte], Beurtheilung der Voßischen Schrift: »Wie ward Friz Stolberg ein Unfreier?« und einiger damit verwandten Schriften, Amsterdam 1820; - Heinrich Eberhard Gottlob Paulus, Voß und Stolberg. Oder: Der Kampf des Zeitalters zwischen Licht und Verdunklung. Eine nöthige Sammlung von Belegen zur Beurtheilung des 3. Heftes des Sophronizons und richtigen Unterschieds zwischen Katholizismus und Papstthum. In Gesprächen, hrsg. von C.F.A. Schott [= Paulus], Stuttgart 1820; - Franz Geiger, Graf Friedrich Leopold zu Stolberg und Doktor Paulus aus Heidelberg, Solothurn 1820; - Christian Graf zu Stolberg, Kurzer Lebensumriß des Grafen Friedrich Leopold zu Stolberg, Leipzig 1821; - Trauergedicht auf Christian Graf zu Stolberg, hrsg. von Friedrich Bu De La Motte Fouqué, Berlin 1821; - C.A.H. Clodius, Auswahl aus Klopstocks nachgelassenem Briefwechsel und übrigen Papieren. Ein Denkmal für seine Verehrer, 2 Bde, Leipzig 1821; - Th. Katerkamp, Denkwürdigkeiten aus dem Leben der Fürstin Amalia von Gallitzin, geb. Gräfin von Schmettau, Münster 1828; - Der Geist Friedrich Leopolds Grafen zu Stolberg oder die gediegensten religiösen Stellen aus seinen sämtlichen Schriften. Mit einer Vorrede von Gregor Kloth, Aachen 1832; - H. Döring, Die gelehrten Theologen Deutschlands im 18. und 19. Jahrhundert, Neustadt a.d. Orla 1832; - U. Hegner, Beiträge zur näheren Kenntniß und wahren Darstellung Johann Kaspar Lavater's, Aus Briefen seiner Freunde an ihn und nach persönlichem Umgang, Leipzig 1836; - K.A. Böttiger, Literarische Zustände und Zeitgenossen, hrsg. von K.W. Böttiger, Bd. 1, Leipzig 1838; - Th. Katerkamp, Denkwürdigkeiten aus dem Leben der Fürstin Amalia von Gallitzin. Mit besonderer Rücksicht auf ihre nächsten Verbindungen: Hemsterhuys, Fürstenberg, Overberg und Stolberg, Münster 21839; - G.G. Gervinus, Neuere Geschichte der poetischen Nationalliteratur der Deutschen, 2 Teile, Leipzig 1840-42; - R.E. Prutz, Der Göttinger Dichterbund, Leipzig 1841; - G.A. Bürger's sämmtliche Werke, 4 Bde, Göttingen 1844; - A. Nikolovius, Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, Mainz 1846; - J. Freiherr von Eichendorff, Ueber die ethische und religiöse Bedeutung der neueren romantischen Poesie in Deutschland, Leipzig 1847; - H. Gelzer, Die neuere deutsche National-Literatur nach ihren ethischen und religiösen Gesichtspunkten, 2 Teile, Leipzig 21847-49; - A. Nicolovius, Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, Bonn 1848; - Briefe an Friedrich de la Motte Fouqué, Berlin 1848; - H. Döring, Amalia Fürstin von Gallitzin, in: Ersch und Gruber, Allgemeine Enzyklopädie der Wissenschaften und Künste, LIII, Leipzig 1851; - B. Gams, Geschichte der Kirche Christi im 19. Jahrhundert, mit besonderer Rücksicht auf Deutschland, 3 Bde, Innsbruck 1854-56; - F.G. Klopstock, Sämtliche Werke, 10 Bde, Leipzig 1854/55; - J.G. Schick, Graf Friedrich Leopold zu Stolberg, in: Leben ausgezeichneter Katholiken der drei letzten Jahrhunderte, Schaffhausen 1855; - W. Menzel, Deutsche Dichtung von der ältesten bis auf die neueste Zeit, 3 Bde, Stuttgart 1858 f.; - Wilhelm von Bippen, Eutiner Skizzen. Zur Cultur- und Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts, Weimar 1859; - L. Giesebrecht, Die Fürstin Gallitzin vor ihrer Bekehrung,in: Damaris 2, 1862, 113-186; - Theodor Menge, Der Graf Friedrich Leopold Stolberg und seine Zeitgenossen, 2 Bde, Gotha 1862; - L. Giesebrecht, Der Bekenntniswechsel des Grafen Stolberg, in: Damaris 4, 1864, 333-367; - Ders., Die letzten Lebensjahre der Fürstin Gallitzin, in: ebd., 5, 1865, 21-51; - A.P.D. de Noailles, Marquise de Montagu, Paris 41865; - H. Brück, Die rationalistischen Bestrebungen im katholischen Deutschland, Mainz 1865; - E. Raßmann, Nachrichten von dem Leben und den Schriften Münsterländischer Schriftsteller des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts, Münster 1866; - D.A. Rosenthal, Convertitenbilder aus dem 19. Jahrhundert, 3 Bde, Schaffhausen 1866-1870; - K. Windel, Graf Friedrich Leopold Stolberg, in: Kath. Broschüren-Verein 2, 1866, Nr. 6; - R. Haym, Die romantische Schule, Berlin 1870; - J.H. Hennes, Friedrich Leopold Graf zu Stolberg und Herzog Peter Friedrich Ludwig von Oldenburg, Mainz 1870; - Neue Mitteilungen über die Fürstin Gallitzin und den Grafen Friedrich Leopold von Stolberg, in: Katholisch 27, 1872, 55-83; - J.H. Hennes, Stolberg in den letzten zwei Jahrzehnten seines Lebens, Mainz 1875; - Ders., Aus Friedrich Leopold von Stolbergs Jugendjahren, Frankfurt a.M. 1876 (in 3 Bdn neu aufgelegt 1971); - Wilhelm Herbst, Johann Heinrich Voß (2 Bde), Leipzig 1874, 21876; - Johannes Janssen, Friedrich Leopold Graf zu Stolberg. Größtenteils aus dem bisher noch ungedruckten Familiennachlaß dargestellt von J. Janssen (Bd. 1: Stolberg bis zu seiner Rückkehr zur katholischen Kirche 1750-1800, Bd. 2: Stolberg seit seiner Rückkehr zur katholischen Kirche 1800-1819), Freiburg i.Br. 1877, 21882, 41910, Neuauflage [Nachdruck] Bern 1970; - G. Jansen, Aus vergangenen Tagen. Oldenburgs literarische und gesellschaftliche Zustände während des Zeitraumes von 1773-1811, Oldenburg 1877; - R.M. Werner, Rezension der Stolberg-Biographie von J. Janssen, in: Anzeiger für deutsches Alterthum, Bd. 4, Berlin 1878, 374-385; - J. Galland, Die Fürstin Amalie von Gallitzin und ihre Freunde, 2 Teile, Köln 1880; - Ders., Die Familia sacra in Münster, in: HPBll 85, 1880, 432-451; - Ders., Die Familia sacra und die Familia profana in Münster, in: ebd., 505-525; - Johann Wolfgang von Goethe, Briefe an die Gräfin Auguste zu Stolberg, hrsg. von W. Arndt, Leipzig 1881; - E. Raßmann, Nachrichten von dem Leben und den Schriften Münsterländischer Schriftsteller des 18. und 19. Jahrhunderts, NF, Münster 1881; - J. Janssen, Friedrich Leopold Graf zu Stolberg. Sein Entwicklungsgang und sein Wirken im Geiste der Kirche, Freiburg 21882; - L. Bobé, Gräfin Louise Stolberg. Eine Studie nach ungedruckten Briefen, in: Die Nation, Jg. 10/1882-83, 501 ff.; - M. Howitt, Friedrich Overbeck, Sein Leben und sein Schaffen. Nach seinen Briefen und anderen Dokumenten seines handschriftlichen Nachlasses, hrsg. von F. Binder, Bd. 1, Freiburg i.B. 1886; - A. Sauer, Der Göttinger Dichterbund, Kürschners Deutsche National-Literatur, Bde 49 f., Berlin/Stuttgart o.J. [1886]; - Goethes Werke, hrsg. im Auftrage der Großherzogin Sophie von Sachsen [Weimarer Ausgabe], Weimar 1887-1919; - J. Esch, Franz von Fürstenberg. Sein Leben und seine Schriften, in: Bibliothek der katholischen Pädagogik, hrsg. von F.X. 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Langguth, Christian Hieronymus Esmarch und der Göttinger Dichterbund, Berlin 1903; - Briefe an H.C. Boie, Mitteilungen aus dem Literaturarchive in Berlin, Bd. 3, Berlin 1905; - R. Steck, Ein Konflikt zwischen dem Bernischen äußeren Stand und dem Reichsgrafen Friedrich Leopold zu Stolberg, 1795, in: Neues Berner Taschenbuch auf das Jahr 1906, Bern 1905, 287-317; - W. Glawe, Die Religion Friedrich Schlegels. Ein Beitrag zur Geschichte der Romantik, Berlin 1906; - J.J. Hansen, Lebensbilder hervorragender Katholiken des 19. Jahrhunderts, 8 Bde, Paderborn 21906-1914; - A. Miller, Friedrich Leopold Graf zu Stolberg als Homerübersetzer. Ein Beitrag zur Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts, Münsterer philos. Dissertation 1908; - L. Zscharnack, Reformation und Humanismus im Urteil der deutschen Aufklärung, in: Protest. Monatshefte 12, 1908, 81-103. 153-171; - S. 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Peter Noss

Textanmerkungen:

Heinrich Christian Boie (1746-1806) entstammte einem Pastorengeschlecht aus Dithmarschen und scharte als Jurastudent in Göttingen literaturbegeisterte Studenten um sich, die sich am 12. September 1772 auf Anregung von Johann Heinrich Voß zum Bund zusammenschlossen.

Literaturergänzung:

Jenny Lagaude, D. Konversion d. F.L. Graf zu S. Leipzig 2006.

Letzte Änderung: 25.09.2007