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Band XI (1996)Spalten 271-273 Autor: Gerhard Kaller

SUPPER, Auguste, geb. Schmitz, Schriftstellerin, * 22.1. 1867 in Pforzheim, † 14.4. 1951 in Ludwigsburg. - Auguste S. wuchs in Calw am Rande des Schwarzwaldes auf, wo ihr Vater ab 1873 die neu eröffnete Bahnhofswirtschaft betrieb. In Calw besuchte sie die Volksschule und die Töchterschule. Ihr Religionslehrer war dort zeitweise der junge Theodor Haering, der spätere Tübinger Professor. In die Schulzeit fallen erste literarische Versuche, Gedichte, die nicht nur bei Schulfeiern vorgetragen, sondern auch in Pforzheimer und Heidelberger Zeitungen gedruckt wurden. Bei einer Rheinreise schwelgte sie in den damals üblichen patriotischen Gefühlen. Sie verfaßte auch eine Reisebeschreibung, deren Druck durch den Bankrott des beauftragten Verlages unterblieb. Im Jahr 1887 verlobte sie sich mit Otto Heinrich Supper und heiratete ihn noch im gleichen Jahr. Der neue Wohnort des Paares wurde Ulm. Der im Dienst der württembergischen Staatseisenbahn stehende Jurist wurde bald nach Stuttgart versetzt und promovierte in Tübingen. Ein erstes Kind starb noch im Jahr der Geburt (1890). Im Jahr 1896 bewarb sich Otto S. auf einen Posten in Calw, Auguste kehrte für acht Jahre in den Schwarzwald zurück. Zwei Jahre später erschien ihr erstes Buch. Im Frühjahr 1905 ging er zurück nach Stuttgart. Eine Italienreise (1906) fand ihren Niederschlag in dem Buch »Im Flug durch Welschland«. Ab 1910 war ein eigenes Haus in Korntal im Bau; da starb Otto S. überraschend noch vor dem Einzug (1911). In Korntal bekam sie Kontakt zur Brüdergemeinde, auch zu dem Missionar Hesse, den Vater des Dichters Hermann Hesse. Hatte sie noch ihr Vater vor dem Unglück eines Krieges gewarnt, so gewann sie ihm in den Erzählungen »Vom jungen Krieg« (1915) heroische Seiten ab. Nicht die Verwundung ihres Sohnes, erst die Revolution vom November 1918 bedeutete für sie das Entsetzen. Der König von Württemberg, der ihr 1918 noch die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen hatte, war für sie ein 'mythischer Begriff'; zu seinem Tod 1922 schrieb sie ein Requiem. Im Dezember 1921 verkaufte sie das Haus in Korntal und zog in das Pfarrhaus in Hohengeren. Ihre literarischen Leistungen fanden Anerkennung durche den Marie-von- Ebner-Eschenbach-Preis (1924). Sie wurde Ehrensenatorin der Reichsschrifttumskammer (1935), Ehrendoktor (1937) und erhielt 1942 den Schwäbischen Dichterpreis. Von 1923 bis zu ihrem Tode lebte sie in Ludwigsburg. - Auguste S. hat ein umfangreiches literarisches Werk geschaffen. Ihre Beobachtungsgabe ist erstaunlich, ihre einfühlsamen, oft im Dialekt geschriebenen Darstellungen des Lebens der kleinen Leute im Schwarzwald sind lesenswert. Gerade diese Stücke erleben bis heute Neuauflagen. Auguste S. ist im Kaiserreich mit seiner Überbetonung des Nationalen aufgewachsen, was tiefe Spuren hinterließ. Schon das Reisebuch »Im Flug durch Welschland« der jungen Autorin läßt keinerlei Verständnis für die katholische Kirche, das Mönchtum und die fremde Lebensart erkennen; ihre Memoiren »Aus halbvergangenen Tagen« (1937) sind durchzogen von völkischer Überheblichkeit, einem agressiven Antisemitismus und einer blinden Bewunderung Adolf Hitlers, den sie als Heilsbringer verehrt.

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Werke: (in Auswahl): Der Mönch von Hirsau, Stuttgart 1898; Da hinten bei uns, Erzählungen aus dem Schwarzwald, Heilbronn 1905; Im Flug durch Welschland, eine fröhliche Ferienfahrt, Heilbronn 1908; Leut', Schwarzwalderzählungen, Heilbronn 1908, Neudruck 1993; Herbstlaub, Gedichte, Heilbronn 1912; Die Mühle im kalten Grund,Heilbronn 1912; Vom jungen Krieg, Hagen 1915; Der Herrensohn, Stuttgart 1916; Das Glockenspiel, Gedichte, Stuttgart 1918; Das hölzerne Schifflein, Stuttgart 1924; Auf altene Wegen, Tübingen 1928; Die Mädchen vom Marienhof, Stuttgart 1931; Aus halbvergangenen Tagen, Erinnerungen, München 1937; Die von der Blumenwiese, Gütersloh 1943. Vollständige Liste Titel bei Gero von Wilpert und Adolf Gühring, Erstausgaben deutscher Dichtung, Stuttgart 19922, 1476-78.

Lit.: Auguste Supper, Eine deutsche Meistererzählerin, in: Schwaben 14, 1942, 175-180; - H.L., Auguste Supper zum Gedenken, in: Schwäbische Heimat, N.F. 2, 1951, 108-109; - Gottlob Lang, Auguste Supper, in: Zeitwende 23, 1951, 278-280; - Karl Greiner, Vom Werden der Dichterin Auguste Supper, in: Schwäbische Heimat, N.F. 14,1963, 135-136.

Gerhard Kaller

Letzte Änderung: 09.04.2011