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Band X (1995)Spalten 261-263 Autor: Ute Önnerfors

SIGFRID, Heiliger, 1. H. 11. Jhd. Englischer Missionsbischof, der in Schweden und ev. auch in Norwegen wirkte. Sein Festtag ist der 15.2., sein Attribut ein Zuber mit drei Köpfen. Das Jahr seiner Heiligsprechung steht nicht fest, eine Quelle des 17. Jhd.s nennt 1158. - Adam v. Bremen erwähnt in seiner Hamburgischen Kirchengeschichte einen Sigafridus, der als englischer Bischof in Norwegen, Götaland und Svealand missionierte, ca. 1030 in Bremen war und danach wieder nach Schweden zurückkehrte. Er habe bis in Adams eigene Zeit gelebt. Etwa 100 Jahre später ist in isländischen und norwegischen Quellen ein Bischof Sigurd erwähnt, der Olav Skötkonung taufte und in Växjö (Schweden, Provinz Värend) starb. Vermutlich sind beide identisch. Die Bischofs- und Königschroniken der Provinz Västergötland (Mitte 13. Jhd.) vermelden S.s Wirken dort, die Taufe des Königs in Husaby, seine spätere Tätigkeit in Värend und seinen Tod in Växjö. - Die 1205/1206 aufgezeichneten »gesta beati Sigfridi« sind leider nicht erhalten, so daß weitere Einzelheiten seiner Tätigkeit nur indirekt aus den liturgischen Texten seines Heiligenfestes geschöpft werden können. Das älteste überlieferte Sigfridoffizium (Fassung A) stammt aus dem Ende des 13. Jhd.s und ist im sog. Toresundsbrevier lückenhaft erhalten (als Einband von Rechenschaftsbüchern Gustav Vasas). Eine etwas erweiterte Fassung (B), in Form eines Reimoffiziums, bringt der vom Ende des 14. Jhd.s stammende »Codex Laurentii Odonis«. Die in neun Lectiones erzählte Legende hat in groben Zügen folgenden Inhalt: Erzbischof S. von York kam auf Bitten Olav Skötkonungs aus England über Dänemark nach dem fruchtbaren Landstrich Värend. Dort missionierte er und baute eine Kirche. Während er zum König nach Västergötland zog, überließ er sie seinen drei Neffen zur Obhut. Diese wurden heimtückisch ermordet, ihre Köpfe in einem steinbeschwerten Zuber ins Wasser versenkt. Als S. zurückkam, fand er durch eine Lichterscheinung die Häupter wieder. Der König startete eine Strafexpedition, in deren Folge der Växjöer Kirche zur Sühne Landbesitz übertragen wurde. Im 14. Jhd. wurde S. im Zusammenhang mit einem geplanten Missionszug nach Osten zum Schutzpatron des Reiches (neben Erich dem Heiligen). König Magnus Eriksson gab als Förderer des Kultes 1342 die Stadtprivilegien an Växjö »zur Ehre Gottes und des Hl. S.«, Papst Clemens V erließ 1352 eine Ablaßbulle. Diese Bedeutung S.s spiegelt sich in den Offenbarungen der Hl. Birgitta (VIII, 46). Der Sigfridskult verbreitete sich auch nach Dänemark, Finnland und Norwegen.

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Lit.: ASS Februarii, II, [1864], 848-852; - Adam v. Bremen, Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum, MGH Script. VII, 267-389; - Toni Schmid, Den helige Sigfrid, 1931; - Gotthard Virdestam, Växjö stifts herdaminne, Del 8, 137-146; - Lars-Olof Larsson, Det medeltida Värend, 1964; Tryggve Lundén, Den helige Sigfrid, in: Credo 1957, 97-143; - Alf Önnerfors, Die Hauptfassungen des Sigfridoffiziums, 1968; - Sven Kjöllerström, Sankt Sigfrid, Sigfridslegenden och Växjö stift, in: KÅ 1980, 27-33; - Sven Kjöllerström, S:t Sigfrids färdväg till Sverige, in: SvTK 1981, 1-8; - Sven Kjöllerström, Växjö stifts biskopslängd, in: KÅ 1981, 39-51; - Lars-Olof Larsson, Den helige Sigfrid och Växjöstiftets äldsta historia, in: KÅ 1982, 68-94; - Nordisk Familjebok XXV, 416-417; - Svensk Uppslagsbok XXV, 1068-1069; - LThK IX, 742; - BS XI, 1038.

Ute Önnerfors

Letzte Änderung: 09.04.2011