Verlag Traugott Bautz |
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SIMEON, Bischof von Jerusalem, Märtyrer und Heiliger. Nach Hegesipp (s. Eusebios HE III, 11,2; 22; 32,3-6; IV, 22,4) war S. als Sohn des Klopas (Bruder Josefs) ein »Vetter« Jesu und folgte 62/63 n. Chr. dem »Herrenbruder« Jakobus als 2. Bischof von Jerusalem. Die gängige Identifizierung S.s mit dem »Herrenbruder« Simon (Mk 6,3 nennt Jakobus, Joses, Judas und Simon »Brüder« Jesu) setzt einen neutestamentlichen Sprachgebrauch von »Bruder«/»Schwester« im Sinne von »Vetter«/»Base« voraus und sieht dies in der Bezeichnung S.s (durch Hegesipp) als »zweiten Vetter« (nach dem »Herrenbruder« Jakobus) auf dem Jerusalemer Bischofsstuhl bestätigt. Neuerer Exegese zufolge dürfte Mk 6,3 und anderswo aber an leibliche Geschwister Jesu gedacht sein und Hegesipp hätte mit der Wendung ein »zweiter Vetter« vom zweiten Jerusalemer Bischof aus der Verwandtschaft Jesu reden wollen. Dies entspricht auch der lukanischen Tradition in Apg 1,14 und anderswo, wonach Jesu Mutter und seine Brüder zur Urgemeinde gehörten und dort Ansehen und Geltung genossen. S. konnte sich bei der Bischofswahl gegen den sektiererischen Judenchristen Thebutis durchsetzen. Er soll unter Trajan bzw. dem Prokonsul Atticus ca. 107 n. Chr. im Alter von 120 Jahren (Chronik bei Eusebios) in Jerusalem oder Umgebung gekreuzigt worden sein.
Franz Georg Untergaßmair
Literaturergänzung:
2009
Xavier Lequeux, Une Passion brève (BHG 2409) de saint Syméon de Jérusalem, apparenté au Christ, tirée des "Hypomnemata" d'Hégésippe. Introd., éd. et trad. d'après le ms. Philotheou 8 (XI s.), in: AnBoll 127.2009, S. 241-248.
Letzte Änderung: 09.04.2011