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Band X (1995)Spalten 643-644 Autor: Ekkart Sauser

SMARAGDUS, CYRIACUS und LARGUS: hl. Märtyrer, + um 304 in Rom. Fest am 8. VIII. - Diese drei Heiligen waren zusammen mit Sisinius lange Zeit im Kerker. Unter ihnen hat sich der Diakon der römischen Kirche mit Wundern besonders hervorgetan: Cyriacus. Er befreite selbst die Tochter des Kaisers Diokletian, Arthemia, von einem bösen Geiste, von dem sie besessen war, durch sein eifriges Gebet. Zu Sapor, dem Perserkönig gesandt, wirkte Cyriacus an Jobias, der Tochter des Königs, dasselbe Wunder wie an Arthemia. Nachdem er den König mit vierhundert dreißig anderen getauft hatte, kehrte er nach Rom zurück. Dort wurde er erneut ergriffen, in Ketten gelegt und vor dem Wagen des Kaisers einhergeschleift. Vier Tage nachher aus seinem Kerker geführt, wurde er mit siedendem Pech übergossen, auf die Folter gespannt und mit Smaragdus, Largus, Sisinius und anderen zwanzig Christen enthauptet, und zwar am salarischen Weg, bei den Gärten des Sallust. Ihre Leichname wurden am 15. April von dem Priester Johannes an dieser Straße, der Via Salaria, beerdigt. Später übertrug man sie in leinene Tücher gehüllt und mit köstlichen Salben einbalsamiert auf ein Grundstück, das der Christin Lucina gehörte und an der Via nach Ostia lag. Diese Übertragung geschah am 8. August unter dem Papste Marcellus. Dom Prosper Gueranger sagt zu diesen Heiligen: »Das den drei Märtyrern an diesem Tage geweihte Gedächtnis reicht bis unmittelbar nach ihrem Tode zurück. Wir finden ihre Namen in den autentischen Festkalendern aus dem 4. Jahrhundert, die auf uns gekommen sind. Wenn demnach auch, wie dies Baronius zugesteht, einige in ihrer Legende berichteten Tatsachen von der Kritik mit Grund angezweifelt werden können, so stammt doch nichtsdestoweniger ihre Verehrung auf der ganzen Erde aus unvordenklicher Zeit - und diese beharrliche Liebe und Hingebung, die ihnen das gläubige Volk namentlich in den Kirchen, welche Reliquien von ihnen besitzen, erweist, zeigt schon genugsam, welches Ansehen sie vor dem Throne des Lammes genießen.« (S. 403 f.). - Cyriacus gehört auch zu den vierzehn Nothelfern. Das Patrozinium des Cyriacus findet sich auch in Deutschland, so z.B. in Bocholt oder in den Orten Eggingen, Andelfingen, Bettringen, Straßdorf, Wiesensteig und Zimmerbach in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Auch in Erfurt ist ihm eine Kirche geweiht. Im Rheinland wurde er sehr verehrt. 847 kamen Reliquien von ihm in das Stift Neuhausen b. Worms, zur Zeit Kaiser Ottos I. gelangte eine Armreliquie nach Bamberg. Andere Reliquien finden sich in Altdorf im Elsaß.

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Lit.: D. Pr. Gueranger, Das Kirchenjahr 13. Bd., Mainz 1894, S. 403-405; - J. Torsy, Der Große Namenstagskalender, Freiburg Wien 199215, S. 226; - V. Schauber-H.M. Schindler, Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, Augsburg 1992, S. 408; - O. Lechner-U. Schütz, Mit den Heiligen durch das Jahr, Freiburg-Basel-Wien 19882, S. 161; - E., H.C. Melchers, Das Große Buch der Heiligen-Geschichte und Legende im Jahreslauf, München 19869, S. 498-500; - Doye I, S. 240, 668, II, 347.

Ekkart Sauser

Letzte Änderung: 09.04.2011