Verlag Traugott Bautz |
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SOPHIA von Rom, Hl. Märtyrerin, * im 3. Jh. in Rom, † um 304 unter Diokletian. Fest 15. Mai. - S. gilt als junge Frau in Rom, die wegen ihres Glaubens während der diokletianischen Verfolgung den Martertod erlitt. Sie wurde im Coemeterium der Heiligen Gordianus und Epimachus bestattet. Papst Sergius II. übertrug einzelne Reliquien S. um 845 unter den Hochaltar der römischen Kirche S. Martino ai Monti. Offenbar stammen auch die Reliquien, die Bischof Remigius von Straßburg 778 von Rom in das Frauenkloster Eschau im Elsaß überführen ließ, von dieser Märtyrin S. Sie wird dargestellt als jugendliche Märtyrin mit Palme, Buch, auch mit Trog und Schwert. Sie ist Patronin gegen Spätfröste - daher der Name »kalte Sophie« und wird angerufen für ein gedeihliches Wachsen der Feldfrüchte. Auch für das Einpflanzen der häuslichen Gartenpflanzen hat ihr Tag vor allem in Süddeutschland noch heute große Bedeutung. Auch stellt man erst nach diesem Tag die Balkonpflanzen, etwa die Geranien, ins Freie. Nach ihr ist auch das Sophienkraut - Sisymbrium sophia - benannt. Eine ganz seltene Darstellung findet sich in der westlichen Kunst in St. Stephan zu Wien auf einem Langhauspfeiler (15. Jh.) Auch in der Ostkirche wird S. verehrt. Dies zeigt sich auch in ihrer Darstellung auf Ikonen russischer Provenienz.
Ekkart Sauser
Literaturergänzung:
Georgia Hronas and Helen Hronas, The lives of two sainted Christian families. Minneapolis, Minn. 1995; - Barbara Hutzl-Ronge, Feuergöttinnen, Sonnenheilige, Lichtfrauen, 2000, 203, 219-222, 260.
Letzte Änderung: 09.04.2011