TALBOT, Matt, * 2.5. 1856 in Dublin als Sohn eines armen,
kinderreichen Arbeiters mit insgesamt 12 Kindern; + 7.6. 1925
ebenda. - T. mußte bereits ab dem 12. Lebensjahr als Handlanger
und Dockarbeiter durch schwere Arbeit sein Brot verdienen und verfiel
der Trunksucht und religiösen Gleichgültigkeit. Mit etwa 27 Jahren
kam für ihn an einem Samstagnachmittag die geistig-geistliche Wende.
Nach der plötzlichen Bekehrung legte er das Gelöbnis totaler Abstinenz
ab (The Pledge) und lebte fortan in strengster Buße, eifrigstem Gebet,
tiefer Innerlichkeit und treuester Pflichterfüllung als Arbeiter,
verborgen vor der Öffentlichkeit. Nur das Nötigste verwendete er zum
eigenen kümmerlichen Unterhalt; seinen übrigen Lohn gab er für Almosen
und religiöse Zwecke; so weit als nur möglich wirkte er als Laienapostel
aus rühmender Liebe zu Gott und in besonderer Verehrung der Heiligen,
die vor ihrer Bekehrung sündige Menschen waren. Ein Mann von extremer
Askese - er trug sogar Bußketten um seinen Leib - nach Art altirischer
Mönche. Die bei ihm nach seinem Tod vorgefundenen Bücher lassen auf
eine ungewöhnliche geistige Reife schließen. Die Seligsprechung ist
angestrebt.
Lit.: Joseph A. Glynn, Life of M. Talbot, Dublin 1958
5
(dt.: Talbot der Büßer, ein Heldenleben aus unseren Tagen, hrsg. v.
Heinrich Huthmacher S.J., Leutesdorf 1929); - Heinrich Huthmacher,
Talbot der Büßer, in: Stimmen der Zeit 118 (1929/30) 134 f.; -
J.F. Cassidy, Dublin 1934; - M. McAuliffe, The Story of M.T. ...,
Dublin 1957; - LThK
2 IX, 1278-79.
Karl Mühlek
Letzte Änderung: 17.12.2011