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Band XVII (2000)Spalten 1358-1359 Autor: Ekkart Sauser

TALIANI, Emidio: Kardinal und Nuntius in Österreich, * 19.4. 1838 in Montegallo (Ascoli Piceno), † 24.8. 1907 in Montegallo (Ascoli Piceno). - T. wurde am 20. Oktober 1861 zum Priester geweiht. Nach seinem Doktorat in Theologie und beiden Rechten, wurde er Mitglied der Kurie, Auditor und Sekretär der Signatur für Gerechtigkeit, Auditor der Rota und Vikar der Lateranbasilika. Am 22. Juni 1896 wurde er zum Titularerzbischof vom Sebaste erwählt. Am 2. Juli 1896 wurde T. zum Nuntius am Wiener Hof ernannt. Er folgte Nuntius Agliardi. - Der Beginn seiner Tätigkeit stand nicht unter den günstigsten Zeichen. Österreich war nämlich dem Kardinalstaatssekretär Kardinal Rampolla feindlich gesinnt, auch im Hinblick darauf, daß er vielleicht sogar der Nachfolger Leos XIII. werden könnte. Rampolla war nämlich den slawischen und italienischen Minderheiten freundlich gesinnt, was Österreich gar nicht gefiel. Ebenso war Rampolla sehr gut gesonnen den Christlich-sozialen Parteien in Österreich und Ungarn. Auch Rußland und Frankreich war Rampolla gut gesonnen, was wieder Wien irritierte. All dies bekam der Nuntius in Wien zu spüren. Seit Beginn seiner Nuntiatur trat die sog. Los-von-Rom-Bewegung in den Vordergrund. Ihre erste Manifestation erfolgte am 12. Dezember 1897 in Wien. - D. Squicciarini stellt noch fest: »Nuntius Taliani sah sich einbezogen in die ethnisch-politischen Probleme des Habsburgerreiches, die auch Auswirkungen auf das Innere der Kirche zeitigten. So etwa mußte Leo XIII. in einem Brief vom 20. August 1901 bei den Bischöfen von Böhmen und Mähren intervenieren, daß sie die Spannungen zwischen dem Klerus deutscher und slawischer Sprache minderten. Auch in Ungarn bestanden Spannungen mit der slowakischen Minderheit... Sehr stark waren in diesen Jahren auch die Spannungen zwischen Serben, Kroaten und Slowenen im östlichen Teil des Reiches.« (Die Apostolischen Nuntien in Wien... S. 256). - Am 22. Juli 1898 gab die Nuntiatur die Veröffentlichung einer Instruktion heraus, mit welcher der Hl. Stuhl neue Normen über die Zusammenkünfte der Bischöfe in den Grenzen des Österreichischen Kaiserreiches herausgab. - Am 22. Juni 1903 wurde T. zum Kardinal erhoben und erhielt von Pius X. im Konsistorium vom 12. November 1903 den Kardinalsring.

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Lit.: D. Squicciarini: Die Apostolischen Nution in Wien; - Cità dell Vaticano 1999, 255-257.

Ekkart Sauser

Letzte Änderung: 17.12.2011