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Band XI (1996)Spalten 800-801 Autor: Martin Persch

THEIS, Johannes, Exeget, * 17. Juli 1878 in Oberweis (bei Bitburg/Eifel), + 2. Mai 1949 ebda. - Th. wuchs als Sohn eines Mühlenbesitzers mit dreizehn Geschwistern auf, besuchte Konvikt und Gymnasium in Prüm und studierte von 1900 bis 1904 in Trier Philosophie und katholische Theologie. Am 19. März 1904 erhielt er im Trierer Dom die Priesterweihe, amtierte dann in Koblenz-St. Kastor drei Jahre als Kaplan und bezog zu Ostern 1907 die Universität Berlin, wo er sich auf das akademische Lehramt vorbereitete. Schon als Gymnasiast hatte er eine Vorliebe für das alte Testament und die orientalischen Sprachen. Am 9. Mai 1910 promovierte er in Breslau (da Berlin keine katholisch-theologische Fakultät besaß) zum Dr. theol. und erwarb am 17.12. 1913 in Berlin den Grad eines Dr. phil. mit der Dissertation »Altbabylonische Briefe«. Zu seinen Lehrern zählten u. a. der Assyriologe Friedrich Delitzsch, der Ägyptologe Adolf Erman und die Orientalisten Karl Eduard Sachau und Hermann Strack. Nachdem am 17.11. 1912 der Trierer Alttestamentler Jakob Ecker gestorben war, wurde Th. am 15. April 1913 sein Nachfolger auf dem Lehrstuhl für alttestamentliche Exegese und orientalische Sprachen des Trierer Priesterseminars. Fünfundzwanzig Jahre lang wirkte er in Trier und hat ganze Generationen von Trierer Bistumsklerikern in alttestamentlicher Exegese, aber auch in der aramäischen und hebräischen, bisweilen auch in der türkischen Sprache unterrichtet. Literarisch wirkte er durch seine Studien zu Esra, der Weissagung des Abdias und zahlreiche Fachartikel in theologischen Zeitschriften. 1938 trat er in den Ruhestand. »Es war ein seltenes Ereignis, als der gelehrte Greis bei seinem Abschied aus dem Seminar im Kreise seiner Kollegen eine wohlformulierte Abschiedsrede in vollendetem Griechisch hielt« (Hermann Ries). Theis zog sich dann auf die väterliche Mühle in Oberweis zurück. Unermüdlich war er weiter in der Seelsorge aushilfsweise tätig und unterhielt herzliche Beziehungen zu Schülern und Freunden, wenngleich ihn ein schweres Augenleiden stark behinderte. Nach kurzer, schwerer Krankheit starb er. Am 6. Mai 1949 wurde Th. in seinem Geburtsort beigesetzt. Eine Reihe von Arbeiten liegen ungedruckt vor im Nachlaß Theis im Bistumsarchiv Trier.

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Werke: Geschichtliche und literarische Fragen in Esra 1-6 (1910); Altbabylonische Briefe, Leipzig 1913; Die Weissagung des Abdias. Untersucht, erläutert und hrsg., Trier 1917; Friedrich Delitzsch und seine »Große Täuschung« oder Jaho und Jahwe, Mainz-Trier 1921; Joel, Amos, Abdias. Übersetzt und erklärt (= Die zwölf kleinen Propheten), Bonn 1937, 87-154; Sumerisches im Alten Testament, in: Pastor bonus 23 (1910/11) 75-86, 138-143; Psalm 130 »De profundis«, in: ebda. 28 (1915/16) 49-59, 99-106; Psalm 2: »Quare fremuerunt gentes?«, in: ebda. 529-538; Psalm 110: Dixit Dominus Domino meo, in: ebda. 29 (1916/17) 193-210, 241-250; Der biblische Schöpfungsbericht als Heptaemeron, in: ebda. 32 (1919/20) 245-253; »Die große Täuschung«, in: ebda. 34 (1921/22) 42-49; Psalm 8, in: ebda. 36 (1925) 67-71; Die Lehre des Amen-em-ope, eine ägyptische Quelle des biblischen Spruchbuches, in: ebda. 256-269; Inschriftliches zum Ursprung der Buchstabenschrift, in: ebda. 37 (1926) 39-48; Psalm 19, in: ebda. 270-276; Psalm 23, in: ebda. 444-447; Das Land des Paradieses, in: ebda. 38 (1927) 414-424 und 39 (1928) 19-31, 110-120; »Die Sünde an der Tür«. Gu 4, 7, in: ebda. 41 (1930) 110-114. - Mehrere Artikel im LThK 1I (1930) u. 1III (1931). - Verschiedene Rezensionen im Pastor bonus 1914 ff.

Lit.: Der Weltklerus der Diözese Trier seit 1800, Trier 1941, 343; - Hermann Ries, Einem treuen Sohn des Bitburger Landes zum Gedenken, in: Heimatkalender für den Kreis Bitburg 1 (1952) 17-18; - Peter Neu, Art. Theis, in: Kurzbiographien vom Mittelrhein und Moselland, Trier 1967-1975, 247; - Eigene Archivstudien, vor allem im Nachlaß Theis im Bistumsarchiv Trier Abt. 105 Nr. 3095-3165.

Martin Persch

Letzte Änderung: 17.12.2011