TRILLER, Georg, katholischer Theologe, * 12.8. 1855 in Holzheim bei Neumarkt (Oberpfalz), + 5.9. 1926 in Eichstätt. - Der Metzgersohn G.T. studierte zunächst in Eichstätt, wo er 1880 die Priesterweihe empfing. Die folgende Seelsorgetätigkeit an verschiedenen Orten der Diözese wurde 1881 bis 1883 unterbrochen durch Studien in Rom; er war Kaplan am Kolleg der Anima und promovierte zum Dr. theol. an der Gregoriana. Er hatte dabei Anliegen der Eichstätter Ekklesiologie aufgegriffen und weitergeführt; in der neu auflebenden molinistisch-thomistischen Diskussion hatte er J. Peccis vermittelnde Anregungen ins Deutsche übertragen. 1888-94 war er Subregens am Bischöflichen Seminar in Eichstätt, anschließend Stadtpfarrer in Beilngries. 1900 wählte ihn das Kapitel zum Domkapitular in Eichstätt; Bischof v. Leonrod ernannte ihn am 20.2.1900 zu seinem Generalvikar sowie am 21.6.1902 zum Direktor des Ordinariates. Auch unter Bischof v. Mergel hatte er diese Funktionen bis 1924 inne. Er war seit 1900 Defensor matrimonii; Domdekan wurde er auf königliche Nomination hin 1907. - An der Gründung des zentrumnahen christlichen Bauernvereins für die Oberpfalz wirkte er 1895 mit. Er setzte sich für die Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Belange in organisatorischer Hinsicht ein. Katholischer Lehrerverein und Katholischer Frauenbund fanden bei ihm tatkräftige Unterstützung. Seine Rednergabe wurde gerne in Anspruch genommen; mehrere Reden liegen gedruckt vor. Vor allem die Förderung des katholischen Pressewesens und dadurch auch die allgemeine Volksbildung lagen ihm am Herzen. Durch seine Initiative wurde 1901 der Katholische Preßverein für Bayern gegründet und ausgebaut und konnte so den Einfluß erreichen, der ihn zum unmittelbaren Vorbild ähnlicher Organisationen in mehreren Staaten werden ließ. G.T. war weiterhin v.a. von Klosterfrauen gesuchter Seelenführer; aus der reichen, im Geist des Franz von Sales geführten geistlichen Korrespondenz entstanden die Folgen der »Seelenleuchte«, in denen er insbesondere auf die Einwohnung Gottes in der Seele als Ziel des religiösen Lebens hinwies.
Werke: Die Katholizität der Kirche, in: Katholik 66, 1886, I 383-396; Josef Pecci, Die Lehre des hl. Thomas über den Einfluß Gottes auf die Handlungen der vernünftigen Geschöpfe und über die Scientia media, übers. v. G.T., 1888; Warum ein katholischer Lehrerverein? Rede, München 1899; Schule und Sittlichkeit, Rede, Wien 1901; Was will der katholische Preßverein für Bayern? Rede, München 1902; Seelenleuchte. Gedanken und Grundsätze für das innerliche Leben, 1920, 1926
3; Am Herzen Jesu. Seelenleuchte NF, 1922, 1925
2; Innerlich und Innig. Seelenleuchte, 3. Folge, 1925, 1928
2.
Lit.: Karola Nüßler, Gesch. des Kath. Preßvereins für Bayern 1901-1934, Diss. masch. München 1954; - A. Vordermayer, Kath. Preßverein - St. Michaelsbund 1901-1934-1961, in: Kath. Büchereiarbeit in Bayern, Jber. 1974/75, 25-34; - LThK2 X, 358; - Erwin Gatz (Hrsg.), Die Bischöfe der deutschsprachigen Länder 1785/1803 bis 1945, 1983, 764 f.
Erich Naab
Letzte Änderung: 17.12.2011