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Band XII (1997)Spalten 634-635 Autor: Karl Mühlek

TRÜMPELMANN, August Christian Friedrich Ernst Heinrich, * 9.9. 1837 in Ilsenburg, + 28.3. 1915 in Magdeburg. Sein Vater August war Modelleur in den gräflich-stolbergischen Eisenwerken Ilsenburg und Musikmeister. Nach dem Besuch des Lyceums Wernigerode und der Landesschule Pforta studierte er von 1857-1860 in Halle Theologie und Philosophie. Am 19.6. 1862 legte er in Halle die erste theologische Prüfung ab und am 7.3. 1865 die zweite in Magdeburg. In der Zwischenzeit war er 1860 Pfarrvikar an der deutsch-evangelischen Gemeinde in Lyon, wohin er auf Tholucks Empfehlung vom Konsistorium in Paris, das in Straßburg seine Oberbehörde hatte, berufen worden war. Von 1862-1864 hatte er die Hauslehrerstelle bei Senator Hayn in Hamburg inne und war ab Michaelis 1864 Hilfslehrer am Gymnasium Wernigerode. Ab 29.9. 1865 ist er Pfarrer in Friedrichswerth (Gotha) und seit 1875 Pfarrer und Superintendent in Uelleben (Gotha). Im Jahr 1881 wird er Oberpfarrer und Superintendent in Torgau und 1892 dann 1. Pfarrer von St. Johannis in Magdeburg und Superintendent von Magdeburg. In allen Tätigkeitsbereichen war er offensichtlich auf verschiedene Weise parochial und volksbildnerisch tätig, was die Veröffentlichungen bekunden. Am 1.4. 1912 tritt er in den Ruhestand. In der Zeit seiner Pfarrtätigkeit in Friedrichswerth heiratete er am 7.7. 1870 Helene Leontine Nippold in Ufhoven bei Langensalza. Aus der Ehe gingen zwei Söhne, Max und Arno, hervor. Selber erhielt er als Auszeichnungen: 1896 Roter Adlerorden IV. Klasse, 1907 Kronenorden III. Klasse und 1912 Roter Adlerorden III. Klasse.

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Werke: Die römische Frage vom kirchlich-nationalen Standpunkte, Gotha 1867; 2. Aufl. 1868; Luther und seine Zeit, Gotha 1869; 5. Aufl. 1899; Schlacht bei Möckern nach 57 Jahren im August 1870, Wittenberg 1870; Die Aufhebung des Cölibats durch Staatsgesetz, Wittenberg 1873; Perpetua und Felizitas, Wittenberg 1873; 2. Aufl. 1880; Bilder aus den Verhältnissen der ländlichen Arbeiterbevölkerung in Thüringen, Elsaß, Westphalen u. Ostfriesland, Gotha 1874; Predigt im Hauptgottesdienste d. Lutherfestes in Torgau am 11. Novbr. 1883, Torgau 1883; Die an meinem Volksschauspiel »Luther und seine Zeit« geübte Censur, Barmen 1889; M. Rinkart's Lutherfestspiel vom J. 1617, Torgau 1890; Die Predigt am Muldenstein, Leipzig 1890; 3. Aufl. 1908; Was hat der Landmann von der Sozialdemokratie zu erwarten, Leipzig 1891; 4. Aufl. 1894; Kloster und Schule, Festspiel, Magdeburg 1893; Jubelfeier der 300jähr. Wiederkehr d. Geburtstages Gustav Adolfs am Sonntag, d. 9. Decbr. 1894 in Magdeburg. Kurzer Bericht u. Festpredigt, Magdeburg 1895; Die Hand Gottes in der Führung unseres, des deutschen, Volkes seit den Tagen der Reformation, Leipzig 1899; Die wichtigste Zeitfrage? Vortrag, geh. bei der XIII. Generalversammlung des Evangel. Bundes zu Halberstadt am 1.X.1900, Leipzig 1900; Die moderne Weltanschauung und das apostolische Glaubensbekenntnis, Berlin 1901; Die Zerstörung Magdeburgs, Drama in 5 Akten, Magdeburg 1902; Ein Herzensbund und sein Bruch, Schauspiel in 4 Aufzügen, Berlin 1904; Dennoch!, 3 Zeitpredigten, Magdeburg 1906; Reden im »Hofjäger« von 1907 an; Die kirchliche und nationale Bedeutung des Gustav-Adolf-Vereins, 1909; Welche Bedeutung gewinnt die Wiederkehr des Halleyschen Kometen für unser religiöses Leben?, 1910.

Lit.: Kürschner, LK 37 (1915) 1805; - Mitteilungen vom Konsistorium der Kirchenprovinz Sachsen, Magdeburg, v. 23.6.1995 und vom Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen, Eigenrieden, v. 4.7.1995.

Karl Mühlek

Letzte Änderung: 17.12.2011