Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres

NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie vierzehntägig über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.

Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!



Band XII (1997)Spalten 649-655 Autor: Susanne Schulte

TSCHERNING, Andreas, dt. Dichter, Übersetzer, Professor für Dichtkunst, * 18.11. 1611 in Bunzlau, + 27.9. 1659 in Rostock. - T.s Leben stand im Zeichen des dreißigjährigen Krieges. Der Sohn eines wenig vermögenden protestantischen Kürschnermeisters in Bunzlau muß, als dort 1629 die Gegenreformation greift und alle evangelischen Lehrer vertrieben werden, nach Görlitz aufs Gymnasium. Nach dessen Abschluß kann er sich wegen Geldmangels nicht immatrikulieren u. setzt, wie viele seiner Zeitgenossen, seine Studien im schulischen Rahmen fort. 1631-35 besucht er die Prima in Breslau, wo sein Verwandter Martin Opitz in einflußreicher Stellung tätig ist u. sich für ihn verwendet. Unter Opitz' Einwirkung, beginnt T. zu dichten. Er verfaßt lateinische u. deutsche Gelegenheitsgedichte. Als ihm der Rat der Stadt Bunzlau 1635 ein Stipendium gewährt, kann sich T. an der renommierten Universität Rostock einschreiben. Hier studiert er Philosophie u. Philologie u. macht Bekanntschaft mit den orientalischen Sprachen (Arabisch). Im Sommer 1636 bricht er jedoch seine Studien ab, um sein Erbe in Bunzlau zu veräußern, weil der Kaiser im Zuge der Rekatholisierung die Enteignung der Protestanten angekündigt hat. Als der Verkauf mißlingt, steht T. wieder mittellos da, weshalb er sich als Hauslehrer in Breslau verdingt u. »eine Gelegenheitsdichterei großen Stiles« (Borcherdt) betreibt, die ihn als Lyriker bekannt macht. Mündlich u. schriftlich verkehrt er jetzt mit herausragenden Poeten u. Theoretikern (u.a. Opitz, Andreas Scultetus, Johann Scheffler, Johann Heermann, August Buchner, Matthaeus Apelles von Löwenstern). Er setzt seine arabischen Studien fort u. veröffentlicht 1641 die »Centuria Proverbiorum Alis Imperatoris Muslemici distichis Latino-Germanicis expressa ab Andrea Tscherningio Cum Notis brevioribus«. Diese erste Übertragung eines arabischen Textes ins Deutsche überhaupt wird von den Zeitgenossen enthusiastisch begrüßt. Außerdem entsteht in dieser Zeit »Judith«, eine Erweiterung des gleichnamigen Dramas von Opitz. Unter dem Titel »Deutscher Getichte Früling« erscheinen dann 1642 T.s, größtenteils schon in Einzeldrucken zuvor publizierte, deutsche Gedichte. Es sind vorwiegend Gelegenheits-, zumeist Hochzeits- u. Leichengedichte, in denen er sich als der »treueste Schüler Opitzens« (Borcherdt) erweist. Bescheiden erklärt er in der Vorrede den Titel »Früling« damit, daß er »etliches bey guttem Muthe / etliches betrübt vnd traurig / nicht wenig freywillig / viel auff anderer Befehl und gegebene masse der Zeit hingeschrieben« habe u. daher nur die Frühjahrsblüten seiner Kunst, noch nicht deren reife Früchte vorlege. Dennoch wird er mit dieser seinem Förderer Matthaeus Apelles von Löwenstern gewidmeten Sammlung unter den Zeitgenossen als deutscher Dichter berühmt. In der Folge gibt T. seine Hauslehrerstelle auf und geht nach Rostock, wo er - seinen Lebensunterhalt verdiente er mit einem privaten »Collegium Germanicum poeticum« u. weiteren Casualcarmina - seine Studien 1644 schließlich mit der Magisterpromotion beendet. Er wurde Nachfolger Peter Laurembergs, des bekannten Professors für Dichtkunst berufen. Zum Nachweis seiner philologischen Kenntnisse publiziert er die »Semicenturia Schediasmatum«, eine Sammlung lateinischer Gelegenheitsgedichte. T. ist auf der Höhe seines dichterischen Ruhms. Die Zeitgenossen stellen ihn neben Opitz, andere Dichter suchen seine Bekanntschaft. Seine Texte gelten als Muster der Poesie, er erhält den Beinamen »der deutsche Horaz« u. kann sich »geradezu als Führer der strengen Opitzianer« (Borcherdt) betrachten. Dabei ist die poetische Produktion der Rostocker Jahre spärlich, qualitativ überragt sie die frühere nicht. 1655 erscheint eine zweite Sammlung deutscher Texte, neben einigen Epigrammen und einem dramatischen Gedicht vorwiegend Gelegenheitsgedichte, die größtenteils schon in den vierziger Jahren entstanden sind. Der Titel des in 150 Exemplaren nur aufgelegten, einzig in Rostock vertriebenen Bandes weist auf T.s »Früling« zurück u. reflektiert die Selbsteinschätzung des Autors: »Vortrab des Sommers deutscher Getichte«. 1658 veröffentlicht der Professor für Dichtkunst seine sprachtheoretischen u. poetologischen Überlegungen. »Unvorgreiffliches Bedenken über etliche mißbräuche in der deutschen Schreib- und Sprachkunst / insonderheit / der edlen Poeterey« ist kein selbständiges Lehrbuch der orthographischen u. etymologischen, syntaktischen, lexikalischen u. prosodischen Entscheidungen seiner Zeit, sondern eine kritische, praktisch brauchbare Ergänzung zu den Poetiken von Opitz, Zesen, Harsdörffer, Schottel, Buchner, Titz, Gueinz. Im Anhang der Ausgabe von 1659 folgt eine Kollektion poetischer Bilder und Metaphern, die T. im Rückgriff auf sein eigenes Werk wie auf die Gedichte von Opitz u. Fleming zusammenstellte. Dieser »Kurtze Entwurff oder Abrieß einer deutschen Schatzkammer / Von schönen und zierlichen Poëtischen redens=arten / umbschreibungen / und denen Dingen / so einem getichte sonderbaren glantz und anmuth geben können« ist der erste Thesaurus seiner Art u. Auslöser für spätere, bessere Sammlungen. Trotz seines Ruhms u. des Vermögens, das Katarina Marsilius, die T. 1645 heiratet, in die Ehe miteinbringt, hat die vierköpfige Familie des Professors keine gesicherte Existenz. Denn der Staat zahlt die Professorengehälter nicht aus u. die Studentenschaft, von der die Universitätslehrer finanziell abhängig sind, ist durch den Krieg demoralisiert u. bleibt den Vorlesungen fern. Zu den pekuniären Sorgen kommt ab 1648 eine qualvolle Krankheit, an der T., erst siebenundvierzigjährig, 1659 stirbt. - In einer Zeit, in der das Deutsche sich als Dichtungssprache noch etablieren muß, in der Gelehrtheit über dem persönlichen Erlebnis steht u. Dichtung als Wissenschaft u. Form definiert ist, gehört T. wegen der »sonderlichen Reinheit und ungeschminckten Zierlichkeit« seiner Verse zu »Teutschlands Hauptpoëten«, so Daniel Georg Morhof, der Nachfolger T.s auf dem Rostocker Lehrstuhl für Dichtkunst. Noch im 18. Jahrhundert wird T. gelobt, weil er »die Reinigkeit und Schönheit der deutschen Sprache zu befördern und zu erhalten« wußte (Gottsched). Es erscheinen einige Auswahlsammlungen seiner deutschen Gedichte und Epigramme. Doch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist T. nur noch als Dichter geistlicher Lieder bekannt; sie haben sich bis ins 20. Jahrhundert in evangelischen Gesangbüchern gehalten. Heute wissen von ihm noch wenige Barockspezialisten. Durchgesetzt hat sich das durch T.s Selbsteinschätzungen beförderte, von Gervinus u. Hippe vorbereitete, Verdikt Borcherdts - der zwar seine Maßstäbe an Renaissance u. Romantik gewinnt sein Urteil jedoch im detaillierten philologischen Vergleich der Werke T.s mit denen seiner Zeitgenossen überzeugend begründet: T. ist ein Gelegenheitspoet, der »opitziert« (Borcherdt), »sein Missionärsamt ist unstreitig das Wichtigste an ihm« (Gervinus), dem es an Originalität u. Kreativität gebricht. Zwar besticht er durch formale Gewandtheit u. Glätte, doch ist er in Form u. Gedanke vollkommen von seinem Vorbild abhängig. Dieses Urteil bestätigt auch die neuere historisch-kritische Forschung, die, mit Bezug auf Gervinus W. Unus u. W. Benjamin, den Melancholiker T. in den Mittelpunkt stellt und seinen Text »Melancholes redet selber« als Interessantes, weil exemplarisches, aber eher mittelmäßiges Beispiel früher deutscher Melancholie-Poesie liest (Völker).

Werke: Ein ausführliches Verzeichnis der Werkausgaben und Einzeldrucke liefern Borcherdt 1912 und Gerhard Dünnhaupt: Personalbibliographien zu den Drucken des Barock. Zweite, verbesserte und wesentlich vermehrte Auflage des Bibliographischen Handbuchs der Barockliteratur. Sechster Teil, 1993, 4103-4134. - In Davidem Rhenischium; Patronum Singularem: Andreae Tscherningii, clientis obsequiosi affectus Non minus promptus, quam debitus, 1634; Rachel Deplorans Infanticidium Herodis, 1635; Epinicion in Lauream ... Martini Nesselii, Moravi, Jurium Studiosi, ab Andrea Tscherningio Bolesla-Silesio, praecentum, 1635; Lob Gesang Vber den frewdenreichen Geburtstag vnsers HErrn vnd Heylands JESU Christi, 1635; Lob des Weingottes, 1636; Ode Auff den Namenstag deß ... H. Daniel Isslers deß Breßlawischen Fürstenthumbs Landrechten Adsessoris, o.J. (1638-41); Ad ... Johannem Tscherningium Praefectum Graecimontis, Patruelem suum, quum ... quinquagesimum Aetatis suae absolveret, 1639; Auff ... David Ebens deß Breßlawischen Fürstenthumbs Landrechten Adsessoris / vnd ... Anna Magdalena ... des ... Gottfried Martinus Ebenfals deß Breslawischen Fürstenthumbs Landrechten Adsessoris, geliebten Tochter Hochzeit, 1640; Auff. Hn. Friedrich Scholtzes Pfarrer zu Herren-Motschelnitz / und Jungfrawen Vrsula gebornen Reisselin Hochzeit, 1640; Lob der Buchdruckerey, 1640; Inauguratio ... Francisci Scholteti, ad Flavae Cohortis Vratisl. Praefecturam, o.J. (1640/41); Propemptica ... Adolescentibus ... Krzyneczkiis ... et Schmiediis a Schmiedefeld ... Plurimum Colendis, o.J. (1640/41); Abdankung bey dem Leichbegängnüß ... der ... Maria Machnerin geborner Jäkoschin gehalten durch A.T., 1641; Senator Bonus in Vito Rötelio repraesentatus ab A.T., 1641; Ode an ... Matthaeus Appelles von Löwenstern ... An desselben Nahmenßtage auß schuldiger Pflicht gestellt vnd vbergeben durch A.T., 1641; Centurio Proverbiorum Alis Imperatoris Muslimici distichis Latino-Germanicis expressa, Ab A.T. cum Notis brevioribus, 1641; Andreas Tschernings Deutscher Getichte Früling, 1642; Ode an ... Frantz Albrecht / Hertzogen zu Sachsen ... geschrieben von Ihr. Fürstli. Gn. vnterthänigstem Diener A.T., o.J. (1642-44); Semicenturia Schediasmatum Andreae Tscherningii Siles, 1643; New Jahrs-Postilion an ... Matthäus Apelles von Löwenstern .. Vbersendet von Andreas Tscherningen Poes. Profess., 1644; Andreae Tscherningii Schediasmatum Liber unus, 1644; Unterthänigster Glück Wunsch ... Herrn Gustav Adolph / Herzogen zu Mecklenburg ... Seinm gnädigsten Fürsten und Herrn schuldigst gethan und überreicht von A.T., o.J. (nach 1644); Martin Opitzen Judith / auffs neu außgefertiget; worzu das vördere Theil der Historie sampt den Melodiyn auff iedwedes Chor beygefüget von A.T., 1646; A.T.s Deutscher Getichte Früling. Auffs neue übersehen verbessert und nachgedruckt in Rostock, 1646; Programma quo Rector Universitatis Rostochiensis A.T., ... Ad exequias quas Filiolis suis ... Arnoldo et Michaeli, gemellis Vir ... M. Petrus Stappenbergius ... paratas cupit, Cives Academicos officiose invitat, 1649; Rector Universitatis Rostochiensis A.T., ... Ad Solemnia Pentecostes ... celebranda Omnes Academiae Cives serio adhortatur, 1649; Programma quo Rector Universitatis Rostochiensis A.T., ... Ad exequias, quas ... Johanni Groten / Gener ac Filius paratas cupiunt Cives Academicos officiose invitat, 1649; Ad Solemnia Divi Michaelis ... celebranda A.T. ... Rector, Decanus Omnes omnium Ordinum Cives Academicos sedulo hortatur, 1649; A.T. Poet. Prof. Schediasmatum Pars Altera, 1650; Panegyricus Memoriae et Honori viri summi D. Jacobi Fabricii, Dicatus ac dictus Publice In Alma ad Varnum ab A.T., Prof. Poet Rostochi, 1653; Ode an ... Gustav Adolph / Hertzogen zu Mecklenburg ... Meinen allergnädigsten Herrn, 1653; Acclamatio ad ... Gustavum Adolphum, Ducem Megapolitanum ... Ex peregrinatione Reducem. Scripta a Celsitudinis Ejus Perpetua Devoto A.T., Prof. Poet. Rostochi, 1653; A.T., Collegii Philosophici Decanus Lecturis S.P.D., 1653; Proverbia Arabica Germanice expressa ab A.T. Prof. Poetices, 1654; Illustrissimo Celsissimoque Principi ac Domino Gustavo Adolpho Duci Megalburgensi ... Cum celsitudo ejus ... Homagium Rostochi Acciperet Summisse gratulatur Celsitudinis ejus Perpetuo Devotus A.T. P.P., 1654; An ... Gustaff Adolph / Hertzogen zu Mecklenburg ... Meinen gnädigsten Fürsten und Herrn. An Magdalena Sybilla / Gebohrne aus dem Hochfürstlichen Hause Schleswig-Holstein / vermählte Hertzoginn zu Mecklenburg ... Meine gnädigste Fürstinn und Fraw, 1654; Viro ... Joanni Georgio Dorscheo, S.S. Theol. D. ... nunc in Almam ad Varnum vocato Professori Publico, cum is Rostochium ingressus iam esset, Rectoris Magnifici et totius Rev. Consilii Acad. nomine feliciter acclamat A.T., Prof. Poet. Rostochi, 1654; Viro ... Christiano Cassio, Aulae Caesareae et S. Palatii Lateranensis Comiti, ... Domino et Fautori suo pl. observando, 1654; Vortrab des Sommers deutscher Gedichte, 1655; Ode auf H. Gabriel Luthers / und J. Anna Rosina Weisin / Hochzeit / übersendet aus Rostock von A.T. / Prof. Berlin, 1655; Anacreon Latinus Universae Studiosorum Coronae In Alma ad Varnum Sacer, 1656; A.T., P.P.P. et Collegii Philosophici in praesens Decanus Egregiis Philosophiae ac politioris literaturae Cultoribus, 1656; Democritus, 1656; Mausoleum Sive Ara Exequialis Super Obitu ... Eleonorae Mariae, Ducis Megapol. ... Johannis Alberti Ducis Megap. ... Relictae Viduae publice erecta ab Academia Rostochiensi d. 16. Septemb. Anno 1657; Promulisis Programmatum Academicorum Poeticorum Auctore A.T., 1658; Unvorgreiffliches Bedenken über etliche mißbräuche in der deutschen Schreib- und Sprachkunst / insonderheit / der edlen Poeterey, 1658; Unvorgreiffliches Bedenken über etliche mißbräuche in der deutschen Schreib- und Sprachkunst / insonderheit / der edlen Poeterey. Wie auch Kurtzer Entwurff oder Abrieß einer deutschen Schatzkammer / Von schönen und zierlichen Poëtischen redens-arten / umbschreibungen / und denen Dingen / so einem getichte sonderbaren glantz und anmuth geben können, 1659; Ara Pietatis ab Memoriae, quam ... Principi ac Domino Adolpho Friderico ... Universitas Rostochiensis humillimo affectu erexit, 1659; Rector Universitatis Rostochiensis Johann Georgius Dorscheus ... Ad Exequias .. A.T. officiose invitat et exhortatur, 1659 (enthält A.T.s Selbstbiographie); Vice-Decanus ... Laurentius Bodock, Ad Exequias ... A.T. ... invitat Rostochi, 1659 (enthält A.T.s Selbstbiographie); Glückwüntschungs-Ode dem ... Herrn Adolph Friedrichen / Hertzogen zu Mecklenburg ... Als Ihre Fürstliche Durchlauchtigkeit mit deroselben Gemahlin / Jungen Prinzen vnd Frewlein / allhier zu Rostock glücklich angelanget / Im Namen der daselbst Studirenden vnterthänigst übergeben von A.T., o.J.; Poetische Meisterstücke. Zweites Stück. Hrsg. von Ernst Johann Friedrich Mantzel, 1724; Etwas von gelehrten Rostockischen Sachen. Hrsg. von Ernst Johann Friedrich Mantzel, 1741; Sammlung der besten Sinngedichte der deutschen Poeten. Teil I. Hrsg. von Karl Wilhelm Ramler, 1766, 133-170; Andreas Tscherning (Auswahl). Hrsg. von Johann Joachim Eschenburg, 1778; Auserlesene Stücke der besten Deutschen von Martin Opitz bis auf gegenwärtige Zeiten. Bd. 3. Hrsg. von Friedrich Wilhelm Zachariae, 1778; Anhang zu Christian Wernikens Überschriften (Auswahl von Epigrammen). Hrsg. von Karl Wilhelm Ramler, 1780; Bibliothek deutscher Dichter des 17. Jahrhunderts. Bd. 7. Auserlesene Gedichte von Julius Wilhelm Zinckgref, A.T., Ernst Christoph Homburg und Paul Gerhard. Hrsg. von Wilhelm Müller, 1825, 29-70; Geistliche Lieder (Auswahl). Hrsg. von Julius Mützel, 1858; Deutsche National-Literatur. Bd. 27. Martin Opitz. A.T. (Auswahl). Hrsg. von Heinrich Oesterley, 1889; Kirchenlieder. In: Das deutsche evangelische Kirchenlied des 17. Jahrhunderts. Bd. 1. Hrsg. von Fischer-Tümpel, 1904; Melancholey redet selber. In: Die deutsche Lyrik des Barock. Ausgewählt und eingeleitet von Walther Unus, 1922, 101-103; auch in: Komm, heilige Melancholie. Eine Anthologie deutscher Melancholie-Gedichte. Mit Ausblicken auf die europäische Melancholie-Tradition in Literatur- und Kunstgeschichte. Hrsg. von Ludwig Völker, 1983, 303-305; Bibliothek der Deutschen Literatur. Mikrofiche-Gesamtausgabe nach den Angaben des Taschengoedeke. Hrsg. von der Kulturstiftung der Länder, 1990-1994. Fehlzitat bzw. nicht nachweisbarer Druck: Deutsche und lateinische Gedichte, 1634. Briefe: Franz Schnorr von Carolsfeld: Aus G. Kestners Briefsammlung. Bd. 7. A. T. In: ArchLitg 4 (1875), 426-429.

Lit.: Johann Christoph Gottsched: Beyträge zur critischen Historie der deutschen Sprache, Poesie und Beredsamkeit. 14. Stück, 1736; - Max Hippe: A. T. In: ADB 38 (1894; 19712), 714-716; - Gervinus: Geschichte der deutschen Dichtung, Bd. 3, 18725, 331; - Heinrich Welti: Geschichte des Sonettes in der deutschen Dichtung, 1884; - Karl Borinski: Die Poetik der Renaissance und die Anfänge der literarischen Kritik in Deutschland, 1886; - Max von Waldberg: Die deutsche Renaissance-Lyrik, 1886; - Hugo Steinitz: Über das Leben und die Kompositionen des Matthaeus Apelles von Löwenstern, Diss. (Rostock) 1892; - Max Rubensohn: Griechische Epigramme und andere kleinere Dichtungen in deutschen Übersetzungen des XVI. und XVII. Jahrhunderts, 1897; Eduard Stemplinger: Das Fortleben der Horazischen Lyrik seit der Renaissance, 1899; - Viktor Manheimer: Die Lyrik des Andreas Gryphius. Studien und Materialien, 1903; - Richard Levy: Martial und die deutsche Epigrammatik des 17. Jahrhunderts, 1907; - Hans Heinrich Borcherdt: A.T. Ein Beitrag zur Literatur und Kultur-Geschichte des 17. Jahrhunderts, 1912; - Walter Benjamin: Ursprung des deutschen Trauerspiels, 1928; - Renate Hildebrandt-Günther: Antike Rhetorik und deutsche literarische Theorie im 17. Jahrhundert, 1966; - Klara Obermüller; Studien zur Melancholie in der deutschen Lyrik des Barock, 1974, 55-59; - Helen Watanake - O'Kelly: Melancholie und die melancholische Landschaft. Ein Beitrag zur Geistesgeschichte des 17. Jahrhunderts, 1978, 39-41; - Rolf Baur: Didaktik der Barockpoetik. Die deutschsprachigen Poetiken von Opitz bis Gottsched als Lehrbücher der »Poeterey«, 1982; - Ulrich Bornemann: Dirck Volckertszoon Coornhert und A.T. Über Reichtum, Armut, Almosen und Bettler. Zu den niederländisch-deutschen Beziehungen. In: Daphnis 19 (1990), 493-509; - Raymond Klibansky, Erwin Panofsky und Fritz Saxl: Saturn und Melancholie. Studien zur Geschichte der Naturphilosophie und Medizin, der Religion und der kunst, 1990 (dt.; engl. 1964); - Ludwig Völker: »Melancholey redet selber«. Überlegungen zum 16. und 17. Jahrhunderts. In: Beihefte des Jahrbuchs für Internationale Germanistik, Reihe A (1995).

Susanne Schulte

Letzte Änderung: 16.11.1999