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Band XII (1997)Spalten 1297-1309 Autor: Wolfgang Kuhoff

VETTIUS AGORIUS PRAETEXTATUS, * um 310 n. Chr., + 384, einer der bedeutendsten römischen Senatoren des späten 4. Jahrhunderts und engagierter Vertreter des heidnischen Kultes, besonders der östlichen Mysterienreligionen. Seine Herkunft ist nicht genau zu bestimmen, doch sind für das 3. und frühe 4. Jahrhundert mehrere Senatoren mit dem Gentilnamen »Vettius« belegt, die Vorfahren gewesen sein können; besonders der in der Zeit von Maxentius und Konstantin in hohen Ämtern in Italien tätige C. Vettius Cossinius Rufinus, »consul ordinarius II« im Jahre 316, kann dafür namhaft gemacht werden (als Vater oder Großvater). Aus den in Rom, im böotischen »Thespiae« und in Gortyn auf Kreta aufgestellten Ehreninschriften (auf den Basen für Statuen) sowie der Grabinschrift für ihn und seine Frau Aconia Fabia Paulina, die er im Jahre 344 heiratete, gehen der »cursus honorum« und die zahlreichen Priesterämter hervor, die P. schon seit früher Jugend bekleidete. Bereits mit etwa 20 Jahren nahm er wahrscheinlich als »augur« an der Einweihungszeremonie für das von Konstantin dem Großen als zweite Reichshauptstadt eingerichtete Konstantinopel teil (Joh. Lyd., Lib. de mens. IV 2). Etwa um diese Zeit, wenn nicht schon früher, dürfte er auch das erste Amt in seiner staatlichen Ämterlaufbahn (CIL VI2 1777 = ILS 1258) ausgeübt haben, die nur noch eine allerdings kostspielige Ehre darstellende Quästur, die er als »candidatus« des Kaisers innehatte: Ihre Aufgabe war es einzig noch, dem stadtrömischen Volke teure Spiele zu geben, die von den reichen Vätern der meist noch sehr jugendlichen Amtsinhaber mit bis zu mehreren tausend Pfund Gold finanziert wurden. Als »praetor urbanus« war P. einige Zeit später nominell für Fragen der Rechtsprechung in Rom zuständig, doch war auch dieses Amt nicht mehr als eine Sinekure, die ebenfalls mit der Ausrichtung von Spielen verbunden war. Den Aufgabenbereich als Statthalter betrat er zu unbekanntem Zeitpunkt in Mittelitalien als »corrector Tusciae et Umbriae«, übernahm danach auf der iberischen Halbinsel die Stellung eines »consularis Lusitaniae« und wurde im Jahre 362 von Kaiser Iulianus zum »proconsul Achaiae« ernannt, in schon vorgerücktem Alter: Dies weist darauf hin, daß sich P. immer wieder zwischen den Staatsämtern lange Zeit in Rom, Italien und sonstigen Gegenden aufhielt, wo er Landbesitzungen besaß, um sich persönlichen Belangen zu widmen. Iulianus begegnete ihm in Konstantinopel und beförderte ihn dort zum Statthalter der Provinz »Achaia«, welche die traditionsreichsten Gebiete Griechenlands umfaßte: In diesem Zusammenhang nennt ihn der Historiker Ammianus Marcellinus einen »praeclarae indolis gravitatisque priscae senator«, womit er seine vornehme Abstammung und die auf althergebrachten Tugenden beruhende Persönlichkeit rühmt (Amm. Marc., Res Gest. XII 7, 6). In seinem Amte empfing P. anscheinend vom Kaiser einen Brief über die Rechte der Stadt Argos (Iul., Ep. 28). Als Prokonsul war P. noch im Herbst 364 unter Kaiser Valentinian I. tätig, der als eifriger, orthodoxer Christ ein Gesetz gegen nächtliche Opferfeiern der Anhänger des alten Kultes erlassen hatte (CTh IX 16, 7), das er aber auf Ersuchen des P. für »Achaia« aussetzte; der heidnische Historiker Zosimos bezeichnet den Prokonsul deshalb als in allen Tugenden geübten Mann (Zos., Hist. Nova IV 3, 2 f.). Die Amtsführung wurde vom Redner Himerios in einem nicht mehr erhaltenen Panegyricus (Him., Or. LI) gefeiert, den die Bibliothek des Photios anführt (Phot., Bibl. cod. 165, p. 108 b), und von den griechischen Städten durch die Stiftung einer Ehrenstatue in »Thespiae« anerkannt, von der noch die Basis mit Inschrift erhalten ist: Der in Versform abgefaßte Text unterstreicht von den Tugenden des Geehrten vor allem die allumfassende Bildung und Gerechtigkeit (AE 1928, 48 = SEG XV 322). Kaiser Valentinian ernannte ihn im Jahre 367 zum »praefectus urbis Romae«, als der er mindestens bis Herbst 368 tätig war (Amm. Marc. XXVII 3, 12-14). Während dieser Zeit wurden sechs Kaisergesetze an ihn adressiert, die sich größtenteils mit Fragen des Rechtes und der Berufsausübung in Rom befassen (CTh I 6, 6; VI 35, 7; VIII 14, 1 = CJ VIII 49, 1; CTh IX 40, 10; XIII 3, 8 = CJ X 53, 9; CTh XIV 4, 4). Während seiner Amtsführung erwies sich P. als unparteiischer Schiedsrichter zwischen den Glaubensgemeinschaften, den Heiden und Christen, und andererseits zwischen den Anhängern der seit 366 um den römischen Bischofsstuhl streitenden Parteien von Damasus und Ursinus (Rufin., Hist. Eccl. 2, 10; Hieron., Chron. ad a. 366; Socr., Hist. Eccl. 4, 29; Sozom., Hist. Eccl. 6, 23). Dabei erstattete er den Anhängern des ersteren die »Basilica Sicinini«, die als »Basilica Liberii« bekanntere Vorgängerkirche von S. Bibiana, die durch die architektonische Umformung seitens des jungen Gian Lorenzo Bernini (1624-1626) stark verändert wurde, zurück (Coll. Avell. 6) und räumte den Gefolgsleuten des letztlich unterlegenen Ursinus mit kaiserlicher Zustimmung eine Amnestie ein (Ebd. 5), die allerdings wenig später widerrufen und in eine Verbannung aus Rom umgewandelt wurde (Ebd. 7). Zwischen den Anhängern der beiden Bischofskandidaten war es zu massiven Auseinandersetzungen gekommen, die sich bis zu Belagerungen von Kirchen und zu Straßenschlachten steigerten, die zahlreiche Menschenleben forderten. Zu den sonstigen Maßnahmen des Stadtpräfekten, der in Rom den ständig in Gallien weilenden Kaiser vertrat, zählten auch die Einführung von geeichten Gewichten für die Märkte, die Entfernung der über die Straßen hervorkragenden Balkone (»maeniana«) an den großen Wohnhäusern und der Abriß von Häusern, die abusiv an Tempel angebaut worden waren: Alle diese Maßnahmen wertet Ammianus Marcellinus, der sie überliefert, mit den Worten »praefecturam urbis sublimius curans per integritatis multiplices actus et probitatis ... adeptus est id, quod raro contigit, ut, cum timeretur, amorem non perderet civium« (Amm. Marc. XXVII 9, 8-10). Die noch heute erkennbare, wichtigste Baumaßnahme war aber die Erneuerung der »Porticus Deorum Consentium«, eines Heiligtums für die zwölf olympischen Götter in Form einer zweiseitigen Porticus am südwestlichen Ende des Forum Romanum unterhalb des Kapitols, in der ihre vergoldeten Statuen standen; die erhaltene Renovierungsinschrift (CIL VI 102 = ILS 4005) berichtet, daß P. Bauwerk und Statuen ihren ursprünglichen Glanz zurückgegeben habe. Diese Intervention ordnet sich deutlich in das Bemühen P.'s ein, den Bestand des traditionellen Götterkultes zu wahren. Für die Interessen des Senates trat er insgesamt sieben Mal gegenüber einem Kaiser ein, ohne daß in der Regel der genaue politische Hintergrund bekannt wäre. Daß er sich dabei der Bereinigung heikler Angelegenheiten nicht entzog, drückt eine von seinem Sohn im einen Haus der Familie auf dem Aventin (nahe der heutigen Kirche S. Alessio) gesetzte Inschrift eindeutig aus (CIL VI2 1777 = ILS 1258); ein zweites Haus, das über eine private Wasserzuführungsleitung verfügte (CIL XV 7563), stand auf dem Esquilin (CIL VI2 1781). Eine dieser Gesandtschaften führte im Jahre 370 zu Valentinian: Damals wurden drei Senatoren mit P. an der Spitze beauftragt, beim Kaiser darauf hinzuwirken, daß eine gerade in Rom gegen prominente Personen laufende Prozeßwelle, die angeblichen staatsgefährdenden Handlungen galt, abgemildert werde; mit Hilfe des für die Ausfertigung der Gesetze zuständigen »quaestor sacri palatii« am Kaiserhofe gelang dieses Vorhaben (Amm. Marc. XXVIII 1, 24 f.). Während der sich anschließenden langen amtslosen Zeit wurde er in Gortyn auf Kreta vom dem den bekannten Senatoren seiner Zeit sehr ergebenen »consularis« dieser Provinz, Oikumenios Dositheos Asklepiodotos, durch eine Statue mit Inschriftenbasis geehrt (CIG II 2594 = Inscr. Cret. IV 316). Im Frühjahr 384 erhielt P. von der für Valentinians gleichnamigen Sohn und Nachfolger in Italien, Illyricum und Africa die Regentschaft führenden Kaiserin Iustina und ihren Beratern, unter denen der fränkische »magister militum« Bauto hervorragte, die Ernennung zum »praefectus praetorio« für diesen Reichsteil. Als einzige Initiative ist aus der kurzen Amtszeit überliefert, daß er eine Untersuchung über die Zerstörung von Tempeln durch Christen einleitete und dem Stadtpräfekten der Auftrag dazu im Namen Valentinians erteilt wurde; »praefectus urbis« war aber Symmachus selbst (Symm., Rel. 21, 3, 5). Zwei Gesetze wurden an P. in seinem Amte gerichtet (CTh VI 5, 2 = CJ XII, 8, 1; CJ I 54, 5). Gemäß einer Laufbahnregel, die sich für die Prätoriumspräfekten eingebürgert hatte, wurde P. für 385 zum ordentlichen Konsul ernannt (Symm., Rel. 12, 4), doch verstarb er vor dem Antritt dieses immer noch hochangesehenen Ehrenamtes im Herbst 384 (CIL VI2 1778 = ILS 1259; Symm., Rel. 10; 11; 12, 1; Hieron., Ep. 23, 2,1); für ihn rückte Bauto nach. Aufgrund der Nachricht von seinem Tode wurden in Rom sogar Theateraufführungen abgesagt (Symm., Rel. 10, 2). Zu seinen Ehren und zur Erinnerung an seine für den Staat vollbrachten Taten beantragten der Senat beim Kaiser und die Vestalinnen beim Senat die Errichtung von mehreren Statuen für den Verstorbenen; das Vorhaben der Priesterinnen fand zwar nicht die Zustimmung des Symmachus, wurde aber schließlich doch verwirklicht, wie der Text der zu einer Ehrenstatue für die »virgo Vestalis maxima« Coelia Concordia gehörenden Inschrift erweist, die P.s Gattin privat stiftete (Symm., Rel. 12, 2; Ders., Ep. II 36; CIL VI 2145 = ILS 1261); eine seiner Statuen, die auf dem Forum Romanum nahe der späteren Phocas-Säule aufgestellt war, ist epigraphisch dokumentiert (CIL VI2 1779a). Von der in Mailand residierenden Regierung wurden Abschriften aller im Senat und an das Volk gehaltenen Reden P.'s angefordert (Symm., Rel. 24). Unter den nichtpolitischen Tätigkeiten des Senators ragt die Übersetzung griechischer Werke heraus: Bezeugt ist dies für den Kommentar des Redners Themistios zu den Analytika des Aristoteles (Boeth., In libr. Arist. de interpret. II 3, 7). Dazu trat die Bewahrung der lateinischen Literatur für die Nachwelt, die P. zusammen mit Q. Aurelius Symmachus, in dessen Briefcorpus zwölf an ihn gerichtete Schreiben enthalten sind (Symm., Ep. I 44-55), und anderen Senatoren als wichtige Aufgabe ihres privaten Wirkens ansah: In dem langen, als Gedicht gestalteten Zwiegespräch zwischen P. und seiner Gattin, das auf demselben Stein wie beider Grabinschrift steht, faßt Fabia Aconia Paulina den Erfolg dieses Bemühens treffend mit den Worten »meliora reddis quam legendo sumpseras« zusammen (CIL VI2 1779 = ILS 1259), und Symmachus rühmt diese Leistung mit den Worten »libris veterum ruminandis libenter expendis« (Symm., Ep. I 53). Darüberhinaus gilt ein unter dem Namen des Augustinus überliefertes philosophisches Werk, die »Categoriae«, als P.s Schöpfung. Seine Frau war die Tochter des Senators Aco(nius) Catullinus Philomatius, 342-344 »praefectus urbis Romae« und 349 »consul«, entstammte also auch aus einer angesehenen Familie; für sie ist ebenfalls eine Ehreninschrift überliefert (CIL VI2 1780 = ILS 1260). In den in die Jahre 376-384 gehörenden Symmachus-Briefen an P. geht es meist um private Dinge, so um seine und seiner Frau Gesundheit, beider Aufenthalt auf ihrem Gute im Badeort »Baiae« (Symm., Ep. I 47; 48) und die Kürze seiner Briefe, selten um öffentliche Angelegenheiten wie die Praetur des Sohnes eines gemeinsamen Freundes und die Amtspflichten der »pontifices« - aktuelle politische Probleme kommen nicht vor: Dies darf jedoch nicht verwundern, denn da beide Männer zumeist persönlich miteinander umgingen, war dazu kein Schriftverkehr nötig. Wegen P.s eingehender religiöser Aktivität in den paganen Kulten erwählte der Schriftsteller Macrobius um 430 dessen Haus mit der eigens angesprochenen Bibliothek als Schauplatz für den ersten Tag seiner »Saturnalia« (Macr., Sat. I 1, 1). Ein Kreis von Vornehmen und Gelehrten wie Symmachus, Virius Nicomachus Flavianus und der Philologe Servius diskutiert in diesem Werke Fragen der Religion, Sprache, Grammatik, Redekunst, Literaturgeschichte und Onomastik, aber auch Ernährung und Medizin in einer aus dem Vorbild des platonischen Symposiums entwickelten Tradition. P. setzt sich in einer der ihm in den Mund gelegten Meinungsäußerungen für die menschliche Behandlung der Sklaven ein und untermauert diese Auffassung mit historischen Hinweisen (Macr., Ebd. I 11, 2-50), in einer anderen diskutiert er ausführlich und mit zahlreichen griechischen Zitaten die antike Religion (Ebd. 15, 4-16, 44; 17, 2-23, 22): Diesen Ausführungen folgt des Macrobius Schlußfolgerung, P. sei der einzige Mensch, der diese weitläufige Thematik so präzise habe deuten können. Insgesamt hatte P. acht Priesterämter inne, im alten Staatskult wie in verschiedenen meist den östlichen Mysterienkulten zugehörigen Religionsgemeinschaften, so daß er von Macrobius mit voller Berechtigung als »princeps religiosorum« und »sacrorum omnium praesul« bezeichnet werden konnte (Ebd. I 11, 1; I 17, 1). Im Staatskult bekleidete er die Ämter eines mit der Vorzeichendeutung befaßten »augur«, das er von seinem wahrscheinlichen Vater (oder Großvater) C. Vettius Cossinius Rufinus praktisch als Erbe übernommen hatte, diejenigen eines für die Kulte der Schutzgöttin Roms und des Sonnengottes zuständigen »pontifex Vestae« und »pontifex Solis« (auch das letztgenannte hatte Rufinus innegehabt) sowie eines Mitglieds des Fünfzehnmännerkollegiums für die Götterfeste, der »quindecimviri sacris faciundis«. Die Priesterschaften in nichtstaatlichen Kulten waren diejenigen eines »curialis Herculis«, der sich dem in der Epoche des Kaisers Diokletian besonders verehrten Hercules widmete, eines »hierophanta« im Kult der Unterweltsgöttin Hekate, eines »neocorus« im Kult des Serapis, und des »pater patrum«, des höchsten Priesters in der Mithras-Religion. Darüberhinaus wird mitgeteilt, daß P. »sacratus Libero et Eleusinis« war, Eingeweihter in die Mysterien des mit dem griechischen Dionysos gleichgesetzten »Liber Pater« sowie der Eleusinischen Mysterien, und »tauroboliatus«, Eingeweihter in den Kult der Magna Mater. In bemerkenswerter Weise sind diese Tätigkeiten im Kultwesen in zweien der Inschriften P.s dezidiert nach dem Namen am Beginn der Aufzählung seiner Ämter aufgeführt (CIL VI2 1778; 1779 = ILS 1259), was eindeutig nicht nur für die postume Einschätzung ihrer Wichtigkeit spricht. Macrobius legt P. die Aussage in den Mund, daß alle himmlischen Götter eigentlich Bestandteile der Sonne seien (Macr., Sat. I 17, 2): Darin ist die Überzeugung enthalten, daß sich die paganen Kulte allesamt im Grunde auf die Verehrung einer einzigen Naturkraft, der Leben spendenden Sonne, bezögen und sich deshalb die persönliche Anhängerschaft in den verschiedenen Kultgemeinschaften ohne Schwierigkeit miteinander vereinen lasse: P. kann deshalb als herausragender Vertreter des Neuplatonismus gelten. Seine Gattin Fabia Aconia Paulina war ebenfalls in den griechischen und orientalischen Kulten tätig, die ihr durch ihren Gatten nahegebracht wurden: Sie war Eingeweihte in die Eleusinischen und Lernäischen Mysterien und in den Hekate-, Isis- wie auch Mithras-Kult und außerdem Priesterin der Ceres und der Hekate. In seinem Kampf für die Bewahrung des althergebrachten Staatskultes engagierte sich P. soweit wie möglich gegenüber seinen christlichen Gegnern, von denen Ambrosius von Mailand als wichtigster zu nennen ist, obwohl dieses Eintreten letztlich erfolglos blieb. Die ihm von Hieronymus in den Mund gelegte Aussage zum römischen Bischof Damasus, »facite me Romanae urbis episcopum et ero protinus Christianus« (Hieron., Contr. Joh. Hieros. 8), kann daher nicht als ernsthaft aufgefaßt werden; sie ist stattdessen in die von diesem Autor formulierte Polemik einzuordnen, mit der er P. als Feind des Christentums verunglimpfte, seinen Tod mit Genugtuung verzeichnete und ihn in die Hölle verdammte (Ders., Ep. 23, 2,1). P. läßt sich demgegenüber ohne Zweifel als der eigentliche letzte Hauptvertreter der heidnischen Religiosität vor den Gesetzen des Theodosius I. von 391-392 bezeichnen, in denen das Christentum endgültig zur Staatsreligion erhoben wurde.

Lit.: CIL VI 102 = ILS 4003; - CIL VI2 1777 = ILS 1258; - CIL VI2 1778; - CIL VI2 1779 = ILS 1259; - CIL VI2 1779a; - CIL VI2 1780 = ILS 1260; - CIL VI2 1781; - CIL VI 2145 = ILS 1261; - CIL XV 7563; - Année Épigraphique 1928, 48 = Supplementum Epigraphicum Graecum XV 322; - CIG II 2594 = Inscriptiones Cretae IV 316; - Codex Theodosianus I 6, 6; VI 5, 2; VI 35, 7; VIII 14, 1; IX 40, 10; XIII 3, 8; XIV 4, 4; - Codex Iustinianus I 54, 5; VIII 49, 1; X 53, 9; XII 8, 1 - Himerios, Oratio LI; - Iulianus, Epistulae 28; - Symmachus, Relationes 10-12; 21; 24; - Ders., Epistulae I 44-55; II 36; - Rufinus, Historia Ecclesiastica 2, 10; - Ammianus Marcellinus, Res Gestae XXII 7, 6; XXVII 9, 8-10; XXVIII 1, 24 f.; - Hieronymus, Chronicum ad annum 366; - Ders., Epistulae 23, 2,1; 39, 3; - Ders., Contra Johannem Hierosolymitanum 8; - Macrobius, Saturnalia I 1, 1; 11, 1-50; 15, 4-16, 44; 17, 1-23, 22; 24, 1; - Sokrates Scholastikos, Historia Ecclesiastica 4, 29; - Sozomenos, Historia Ecclesiastica 6, 23; - Boethius, In librum Aristotelis de interpretatione II 3, 7; - Zosimos, Historia Nova IV 3, 3; - Johannes Lydos, Liber de mensibus IV 2; - Epistulae imperatorum pontificum aliorum inde ab anno CCCLXVII usque ad a. 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Wolfgang Kuhoff

Letzte Änderung: 24.02.2003