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Band XXIII (2004) Spalten 1555-1557 Autor: Bernhard Hemmerle

WALTON, Sir William Turner, * 29. März 1902 in Oldham, Lancashire, England, † 8. März 1983 in Ischia, Italien, engl. Komponist. - Durch sein Vater, der Leiter des örtlichen Kirchenchores war, wurde Walton schon früh mit der Kirchenmusik vertraut gemacht. Im Alter von zehn Jahren wurde Walton Chorknabe an der Christ Church Cathedral in Oxford. Dort wurde sein Komp.-Talent schon früh erkannt, allerdings kam es zu keinem geregelten Unterricht. W. T. Walton entwickelte sich vielmehr als Autodidakt. In Oxford lernte Walton die Werke zeitgenössischer Komponisten ( u.a. Strawinsky, Bartok, Prokofiev, Strauss, Holst, Schönberg und Satie) kennen. Mit seinem Freund, dem Dichter Sacheverell Sitwell arrangierte er viele Konzerte. Im Jahre 1920 verließ Walton die Universität in Oxford - allerdings ohne offiziellen Abschluß - und fand bei S. Sitwell und dessen Geschwistern Osbert und Edith Aufnahme. Über diese wurde er dann mit vielen bedeutenden Musiker bekannt, darunter E. Ansermet, F. Busoni, P. Warlock, und F. Delius. Ein Gedichtzyklus von E. Sitwell wurde mit der Musik von Walton unter dem Titel "Facade" 1922 zur Aufführung gebracht. Einen durchschlagenden Erfolg erzielte Walton dann mit der 1931 uraufgeführten Kantate "Belshazzar´s Feast". Mit der UA seiner ersten Symphonie (1934), - das Werk wurde als Höhepunkt der Kompositionskunst eines heimischen Komponisten seit Edward Elgar gepriesen - gelang Walton schließlich der endgültige Durchbruch. Er wurde von nun an mit zahlreichen Ehrungen (1951 geadelt) und Kompositionsaufträgen überhäuft und letztendlich zum musikalischer Bannerträger der brit. Nation. 1941 wurde W. T. Walton von der Regierung als Komponist für patriotische nationale Filmproduktionen verpflichtet. Durch diese Aufgabenstellung trat das weitere kompositorische Schaffen Waltons in den Hintergrund. 1948 ehelichte Walton in Buenos Aires Susana Gil Paso, mit der er sich dann auf die Insel Ischia zurückzog, um sich ganz seinem kompositorischen Schaffen zu widmen. Er trat darüber hinaus aber auch als Dirigent seiner Werke im In- und Ausland erfolgreich hervor.

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Kompositionen (Auswahl): 1. Instrumentalmusik: a) Orchesterwerke: Sinfonia Concertante für Klav. und Orch. (1927); Violakonzert (1929); 1. Symphonie (1934/35); Violinkonzert (1939); Cellokonzert (1956); Partita für Orchester (1957); 2. Symphonie (1960); Granada, Prelude für Orch.(1962); Variationen on an Theme by Hindemith (1963); Sonata for Strings; Wise Virgins (Ballett-Suite nach Werken von J. S. Bach); Facade Suite Nr. 1 und Nr. 2; Quest (Ballett-Suite); Christopher Columbus Suite. - Ouvertüren: Portsmouth Point (1927); Scapino (1941, rev. 1950); Prelude and Fugue: The Spitfire (1942); Johannesburg Festival Ouverture (1956). - Krönungsmärsche: Crown Inperial (1937); Orb and Sceptre (1953); Improv. on an Impromtu by B. Britten (1969); Sonata für Str.-Orch. (1971); Anniversary Fanfare (1973); A Birthday Fanfare (1981). - b) Kammermusik: Klavierquartett; (1918/19)- Streichquartett (1923, - später vom Komp. zurückgezogen); Toccata, Vl. u. Klav (1923); Music for Children, Klavier 4hdg (1940); Steichquartett a.moll (1947); Sonate für Vl. und Klav.(1950); Two Pieces for Vl. und Klav. (1951); Three Pieces for Organ (aus Richard III), 1955; Passacaglia für Cello-Solo (1980); Prologo and Fantasie (Orgel); Choral Prelude on Wheatley (Orgel); Anon. In Love, Lieder für T-Solo u. Gitarre, - Orchesterfassung 1960; Duettino für Oboe u. Vl. (1982). - 2. Vokalmusik: a) Chorwerke: Litany, SATB (1916); "Belshazzar´s Feast" (Kantate), Bar.-Solo, gem. Chor u. Orch.(1931); Make me Joy now, SATB (1931); In Honour of the City, SATB u. Orch. (1937); Set me as a Seal, SATB (1938); Where does the uttered Music go, SATB (1946); Coronation Te Deum, SATB u. Orgel oder Orchester (1952); The Twelve, SATB u. Orgel oder Orch (1965); Gloria, ATB-Soli, SATB u. Orch (1971); Magnificat and Nunc Dimittis, SATB u. Orgel (1974); What Cheer (Christmas Carol), SATB (1961); Missa brevis, SATB u. Orgel (1966); Jubilate Deo, SATB u. Orgel (1972); Cantico del Sole, SATB (1974); All this time, SATB (1974); Antiphon Anthem, SATB u. Orgel (1977). - 3. Bühnenwerke: Facade, An Entertaiment for reciter and ensemble (1922); Facade 2: A Further Entertaiment, for recitor and ensemble (1979); Hamlet and Ophelia; Troilus and Cressida (Oper) UA 1954. - 3. Filmmusik: A Stolen Life (1938); Major Barbara (1941); The next of Kin (1941); The Foreman went to France ((1942); The first of the Few (1942); Escape me never (1934); As You like it (1936); Dreaming Lips (1937); Henry V. (1944); Hamlet (1947); Richard III (1955); Three Sisters (1969); The battle of Britain (1969).

Lit.: Artikel W. Walton in: MGG, Bd. 14, Kassel 1969, Spalten 219-222; - Artikel W. Walton, in Das Große Lexikon der Musik, Bd. 8, Freiburg 1982, 332-333; - W. Walton: im Internet unter www.williamwalton.net (7. Sept. 2003).

Bernhard Hemmerle

Letzte Änderung: 09.04.2011