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Verlag Traugott Bautz
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WEBER, Joseph, * 23. September 1753 in Rain/Donau, † 14. Februar 1831 in Augsburg. Nach Abschluss des Gymnasium studierte er bei den Jesuiten in Augsburg Philosophie, anschließend in Dillingen Theologie. Im Jahre 1766 wurde er zum Priester geweiht. Im Jahre 1781 wurde er in Dillingen Professor für Philosophie und Physik; hier waren so bedeutende Männer wie der spätere Bischof Johann Michael Sailer und Patritius Benedikt Zimmer seine Kollegen. Im Jahre 1799 ging er als Professor für Chemie und Physik nach Ingolstadt. Im Jahre 1804 ließ er sich von Landshut aus nach Dillingen an das Lyzeum versetzen. dort übte er von 1804 bis 1806 und von 1809 bis 1821 das Amt des Rektors aus. Schon 1786 hatte er als Pfarrer die Pfarrei Demmingen übernommen, die er bis 1811 leitete; von 1811 bis 1821 war er Pfarrer in Wittislingen. Im Jahre 1821 wurde er Kanonikus, 1825 Generalvikar und 1826 Domdekan in Augsburg. In seiner Jugend stand er stark unter dem Einfluss von Leibniz und Christian v. Wolff, doch entwickelte er sich als spekulativer Philosoph von der Aufklärung weg über Kant zu F. W. J. v. Schelling, dessen Identitätsphilosophie ihm mit dem kath. Dogma vereinbar erschien. Als Naturphilosoph und Naturwissenschaftler interessierten ihn zeitlebens Physik, Chemie, Mathematik, Astronomie und Landwirtschaft. Im Jahre 1778 wurde er Mitglied der Münchener Akademie der Wissenschaften. Mit Sailer, Zimmer u. a. bemühte sich W. besonders während seiner Zeit in Landshut um die Erneuerung des religiösen Lebens in den damaligen geistigen Auseinandersetzungen. Die »Landshuter Schule« war sozusagen der Übergang von der Aufklärung über die Romantik zur positiven Philosophie und Theologie des 19. Jahrhunderts.
Werke (Auswahl): Estne metaphysica possibilis?, Dillingen 1795; Philosophie, Religion und Christentum im Bunde, München 1808-1809; Die Philosophie in einer freien Darstellung, München 1811.
Lit.: Felder-Waitzenegger II, 482; - Chr. v. Schmid, Domdekan J. v. W., Augsburg 1831 (enthält W.s Bibliographie); - K. Werner, Geschichte der kath. Theologie, München 1866, 320; - Th. Specht, Geschichte der Universität Dillingen, Freiburg 1902, 574-578; - ders., Geschichte des Lyzeums Dillingen, Regensburg 1904, 144-148; - ADB 41, 316ff.; - R. Stölzle, Ein Kantianer an der kath. Akademie, Fulda 1911; - Ph. Funk, Von der Aufklärung zur Romantik, München 1925; - H. Trefzger, Der philosophische Entwicklungsgang von J. W., (Diss.), Freiburg 1933; - ECatt XII, 1659; - H. Schiel, J. M. Sailer, I-II, Regensburg 1948-1952; - LThK2 X, 972f..
Johannes Madey
Webseitenergänzung:
Leitfaden
zu Vorlesungen über die Vernunftlehre. Dillingen 1788.
Versuch,
die harten Urtheile über die kantische Philosophie zu
mildern. Würzburg 1796.
Artikel
über J. v. Weber im Neuen Nekrolog der Deutschen 9
(1831)
Letzte Änderung: 26.08.2009