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Verlag Traugott Bautz
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WEININGER, Otto, Kulturphilosoph, * 3. April 1880 in Wien, † 4. Oktober 1903 in Wien. - W. entstammte einer ungarisch-jüdischen Familie. Sein Vater, Leopold Weininger (1854-1922), war seit den 1880er Jahren ein international bekannter Kunsthandwerker. Nach erworbener Hochschulreife studierte W. seit 1898 an der Universität Wien Philosophie und Psychologie. Zu den akademischen Lehrern gehörten die Philosophen Lorenz Müllner und Friedrich Jodl. Zudem besuchte er Sitzungen der Philosophischen Gesellschaft, wo er unter anderem den Wagner-Schwiergersohn und radikalen Antisemiten Houston Stewart Chamberlain (1855-1927) hörte. Im Herbst 1900 begann W. mit der Ausarbeitung seines Buches »Geschlecht und Charakter«. Im Frühsommer 1902 reichte er der Philosophischen Fakultät der Universität Wien die Arbeit als Dissertation ein. Kurz nach Absolvierung des Rigorosums, am 21. Juli 1902, konvertierte er zum Protestantismus. Wenig später unternahm er eine längere Reise nach Nordeuropa. Nach der Rückkehr nach Wien verfiel W. in tiefe Depression. In düsterer Stimmung arbeitete er zwischen Herbst 1902 und Frühjahr 1903 die abschließende Fassung seines Buches aus. Jetzt erst wurden die Schlußkapitel hinzugefügt (darunter als Kap. XIII: Das Judentum). Hinzu kam auch die metaphysisch-religiöse »Weltanschauung«, die Teile des Werkes bestimmt. Das Buch erschien im Mai 1903 im Verlag von Wilhelm Braumüller. Nur wenige Monate später, am 4. Oktober 1903, starb W. von eigener Hand. - W.s Buch »Geschlecht und Charakter« zählt zu den klassischen Dokumenten der Wiener Moderne. Es tritt, ähnlich wie Chamberlains »Grundlagen des 19. Jahrhunderts«, mit einem universalen Deutungsanspruch auf. Im Mittelpunkt steht die Geschlechterproblematik. W. entwirft hier eine sexualanthropologische Theorie, derzufolge der sexuelle Charakter eines jeden Menschen durch eine spezifische, nach Geschlecht einseitig dominierte Verbindung männlicher und weiblicher Anteile (die Prinzipien M und W) konstituiert wird. Dabei nimmt W. in der Interpretation des von ihm angenommenen Sachverhaltes scharf negative Wertungen des »Weiblichen« als kulturell minderbegabt vor. Diese Theorie überträgt er in einem weiteren Schritt seiner Argumentation auf das Verhältnis von christlicher und jüdischer Religiosität. Die Ausführungen W.s zum Judentum bilden innerhalb der Geschichte des modernen Antisemitismus eine der literarisch wirkungsvollsten Versionen judenfeindlicher Ideologie. In seiner Beschreibung »des Juden« wählt W. Kategorien äußerster Negativität. Stereotype, aus der antisemitischen Propaganda übernommene Urteile werden herangezogen, um »das Judentum« gegenüber dem Christentum zu kennzeichnen. Dabei appelliert W. durch seine Formulierungen häufig an antisemitische Ressentiments. So gehöre das Judentum zu den wichtigsten Störfaktoren der gesellschaftlichen Ordnung. Das Christentum stelle demgegenüber die »absolute Negation« des Judentums dar. - Innerhalb der faschistischen Szene der frühen zwanziger Jahre galt W.s Buch sowohl in Italien, als auch in Deutschland als Standardwerk. Auch Hitler rezipierte es bei der Niederschrift von »Mein Kampf«. Dennoch wurde, wegen der jüdischen Herkunft seines Autors und der offenkundigen Beziehungen zur psychoanalytischen Sexualtheorie (sexuelle Mischformen; Bisexualität) noch 1933 eine Neuauflage untersagt. Seither ist die zuvor außerordentliche Wirkungsgeschichte des Buches (vgl. dazu die bibliographischen Angaben) gebrochen. Erst 1980 erschien ein Nachdruck der Erstausgabe.
Werke: Geschlecht und Charakter. Eine prinzipielle Untersuchung, Wien und Leipzig 1903 [Verlag Wilhelm Braumüller]; Zweite Auflage: Wien und Leipzig 1903; Dritte Auflage: Wien und Leipzig 1904; Vierte Auflage: Wien und Leipzig 1904; Fünfte Auflage: Wien und Leipzig 1904; Sechste Auflage: Wien und Leipzig 1904; Siebte Auflage: Wien und Leipzig 1905; Achte Auflage: Wien und Leipzig 1906; Neunte Auflage: Wien und Leipzig 1907; Zehnte Auflage: Wien und Leipzig 1908; Elfte Auflage: Wien und Leipzig 1909; Zwölfte Auflage: Wien und Leipzig 1910; Dreizehnte Auflage: Wien und Leipzig 1911; Vierzehnte Auflage: Wien und Leipzig 1914; Fünfzehnte Auflage: Wien und Leipzig 1916; Sechzehnte Auflage: Wien und Leipzig 1917; Achtzehnte Auflage: Wien und Leipzig 1919; Neunzehnte Auflage: Wien und Leipzig 1919; Zwanzigste Auflage: Wien und Leipzig 1920; Einundzwanzigste Auflage: Wien und Leipzig 1920; Zweiundzwanzigste Auflage: Wien und Leipzig 1921; Dreiundzwanzigste Auflage: Wien und Leipzig 1922; Vierundzwanzigste Auflage: Wien und Leipzig 1922; Fünfundzwanzigste Auflage: Wien und Leipzig 1923; Sechsundzwanzigste Auflage: Wien und Leipzig 1925; Siebenundzwanzigste Auflage: Wien und Leipzig 1926 (als gekürzte »Volksausgabe«); Achtundzwanzigste Auflage: Wien und Leipzig / Berlin [Kiepenheuer-Verlag] 1932 (Text der gekürzten »Volksausgabe«); Neunundzwanzigste Auflage: Wien und Leipzig 1947 (Text der »Volksausgabe«); Geschlecht und Charakter. Im Anhang: Weiningers Tagebuch, Briefe August Strindbergs sowie Beiträge aus heutiger Sicht [fotomechanischer Nachdruck der Erstausgabe von 1903], München 1980 (erneut erschienen: München 1997); englische Ausgabe: Sex and Character. Authorized Translation from the sixth German Edition, London 1906 (Nachdruck: New York 1975)]; Über die letzten Dinge, Wien und Leipzig 1903; Über die letzten Dinge. Überarbeitete, korrigierte und gekürzte Auflage. Mit einem biographischen Vorwort von Dr. Moriz Rappaport, Wien und Leipzig 1907; Dritte Auflage; Wien und Leipzig 1912; Vierte Auflage: Wien und Leipzig 1918; Fünfte Auflage: Wien und Leipzig 1919; Sechste Auflage: Wien und Leipzig 1920; Siebte Auflage: Wien und Leipzig 1922; Achte Auflage: Wien und Leipzig 1923; Neunte Auflage: Wien und Leipzig 1930 [Nachdruck auf der Grundlage des Textes der Erstausgabe: Über die letzten Dinge. Im Anhang: Theodor Lessing, Otto Weininger, München 1997]; Taschenbuch. Herausgegeben und mit einem Nachwort »ECCE HOMO!« von Artur Gerber sowie mit Briefen August Strindbergs an den Herausgeber im Anhang, Leipzig und Wien 1919; [Diskussionsbeitrag], zu: Paul M.-J. Joire: Nouvelles Méthodes dans l'étude de la psychologie, in: IVème Congrès International de Psychologie. Ed. par Pierre Janet, Paris 1901, 254; Eros und Psyche. Studien und Briefe 1899-1902. Herausgegeben von Hannelore Rodlauer (Österreichische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Historische Klasse. Sitzungsberichte Band 559), Wien 1990; Sucher und Priester (Zur Charakterologie), in: Die Fackel. Nr. 145 vom 28. Oktober 1903 [Teilabdruck aus »Die letzten Dinge«]; Ein Urteil über Georg Brandes, in: Die Fackel. Nr. 149 vom 12. Dezember 1903 [Teilabdruck aus »Die letzten Dinge«]; Psychologie des Volkstribuns. Aktuelle Gedanken aus Otto Weiningers »Geschlecht und Charakter«, in: Die Fackel. Nr. 167 vom 26. Oktober 1904 [Teilabdruck aus »Die letzten Dinge«]; Zum hundertfünfzigsten Geburtstag Schillers und zum fünfzigsten der »Concordia«, in: Die Fackel. Nr. 290 vom 11. November 1909 [Teilabdruck aus »Die letzten Dinge«]; Brief an Karl Kraus vom 20. Juni 1903, in: Die Fackel. Nr. 568-571 vom Mai 1921, 48; Verse, in: Die Fackel. Nr. 613-621 vom April 1923, 158.
Lit. zu Weininger: Leopold Weininger: Zuschrift an Karl Kraus, in: Die Fackel. Nr. 150 vom 23. Dezember 1903, 28-29; - Franz Blei: Eine Bemerkung zu »Geschlecht und Charakter«, in: Freistatt 5 (1903); - Max Nordau: Der Schuß im Nebel, in: Vossische Zeitung. Oktober 1903; - Eduard Spranger: [Rezension zu:] Otto Weininger: Geschlecht und Charakter, Wien / Leipzig 1903, in: Jahresberichte für neuere deutsche Literaturgeschichte. Band 14 (1903); - August Strindberg: Idolatrie, Gynolatrie. Ein Nachruf auf Otto Weininger, in: Die Fackel. Nr. 144 vom 17. Oktober 1903; - Leopold Weininger: Der Fall Otto Weininger. Erklärung und Berichtigung [Mit Erläuterungen von Karl Kraus], in: Die Fackel. Nr. 169 vom 23. November 1904; - J. V. Widmann: [Rezension zu:] Otto Weininger: Geschlecht und Charakter, Wien / Leipzig 1903, in: Die Neue Freie Presse. Ausgabe vom 10. Oktober 1903; - Numa Praetorius: [Rezension zu:] Otto Weininger: Geschlecht und Charakter, Wien / Leipzig 1903, in: Jahrbuch für sexualle Zwischenstufen VI (1904), 502-527; - Ferdinand Propst: Der Fall Otto Weininger. Eine psychiatrische Studie (Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens. Einzel-Darstellungen für Gebildete aller Stände. Band 31), Wiesbaden 1904; - Moriz Rappaport: Zuschrift an Karl Kraus [mit einem Kommentar von Kraus], in: Die Fackel. Nr. 152 vom 16. Jänner 1904, 19-20; - Karl Bleibtreu: Otto Weininger's »Geschlecht und Charakter«, in: Die Fackel. Nr. 157 vom 19. März 1904; - Grete Meisel-Hess (= Margarethe Gellert): Weiberhaß und Weiberverachtung, Wien 1904; - Emil Lucka: Otto Weininger, sein Werk und seine Persönlichkeit, Wien / Leipzig 1905; - Wilhelm Fliess: In eigener Sache. Gegen Otto Weininger und Hermann Swoboda, Berlin 1906; - Oskar Pfennig: Wilhelm Fließ und seine Nachentdecker Otto Weininger und Hermann Swoboda, Berlin 1906; - Charlotte Perkins Gilman: Review of Dr. Weininger's »Sex and Character«, in: The Critic 12 (1906); - Hermann Swoboda: Die gemeinnützige Forschung und der eigennützige Forscher. Antworten auf die von Wilhelm Fließ erhobenen Beschuldigungen, Wien / Leipzig 1906; - Robert Saudek (Hrsg.): Otto Weininger. Gedanken über Geschlechterprobleme, Berlin 1907; - Hermann Swoboda: Otto Weiningers Tod, Wien / Leipzig 1911; - Emmanuel von Bodman: Otto Weininger, in: Wissen und Leben 5 (1911); - Wilhelm Stekel: Bemerkung zu »Über die letzten Dinge«, in: Zentralblatt für Psychoanalyse. Medizinische Monatsschrift für Seelenkunde. Herausgegeben von Sigmund Freud. 1. Jahrgang, 2. Heft, Wiesbaden 1911 [Nachdruck: Amsterdam 1964]; - Bruno Sturm (= Burkhard Breitner): Gegen Weininger, Wien / Leipzig 1912; - Carl Dallago: Otto Weininger und sein Werk, Innsbruck 1912; - Paul Hatvani: Zum 10. Sterbetag Otto Weiningers, in: Saturn 3 (1913); - Martin Buber: Vom Geist des Judentums, Leipzig 1916; - Jacques Hannak: Geschlechtlichkeit. Eine Paraphrase Weiningerscher Ideen, Wien 1918; - Janina Kon: Das Werk Otto Weiningers, Diss. phil., Wien 1919; - Oskar Ewald: Nachruf auf Weininger, in: Der neue Merkur 4 (1920/21); - August Strindberg: Brief an Karl Kraus vom 12. Oktober 1903, in: Die Fackel. Nr. 568-571 vom Mai 1921; - Oskar Baum: Otto Weininger, in: Juden in der deutschen Literatur. Herausgegeben von Gustav Krojanker, Berlin 1922; - Georg Klaren: Otto Weininger. Der Mensch, sein Werk und sein Leben, Wien / Leipzig 1924; - Hellmuth Walther Brann: Das Weib in Weiningers Geschlechtscharakterologie, Bonn 1924; - Johann Zunzer: Philosophische Erläuterungen zu Otto Weininger, Diss. phil., Wien 1924; - Paul Biró: Die Sittlichkeitsmetaphysik Otto Weiningers, Wien / Leipzig 1927; - Saul Rosenberg: Friedrich Nietzsche und Otto Weininger, Diss. phil., Wien 1928; - Herbert Hirschberg: Otto Weiningers Geschick. Zur 25. Wiederkehr seines Todestages, in: Österreichische Blätter für freies Geistesleben, Wien. 5. Jahr, 10. Heft, Oktober 1928; - Ernst Müller: Zeitproblematik bei Otto Weininger, in: Österreichische Blätter für freies Geistesleben, Wien. 5. Jahr, 10. Heft, Oktober 1928; - Hermann Poppelbaum: Bemerkungen zu Otto Weiningers Tierpsychologie, in: Österreichische Blätter für freies Geistesleben, Wien. 5. Jahr, 10. Heft, Oktober 1928; - Leopold Thaler: Weiningers Weltanschauung im Licht der Kantischen Lehre, Wien 1935; - Joseph Sachs: The Jewish Genius, o.O. 1939; - Alexander Centgraf: Ein Jude treibt Philosophie, Berlin 1943; - David Abrahamsen: The Mind and Death of a Genius, New York 1946; - Walther Sachers: Anton Wildgans und Otto Weininger, Diss. phil., Wien 1954; - Stefan Zweig: Vorbeigehen an einem unauffälligen Menschen: Otto Weininger (1926), in: Ders.: Europäisches Erbe, Frankfurt am Main 1960, 223-224; - Franz Theodor Csokor: Otto Weininger, zu seinem 80. Geburtstag, in: Wort in der Zeit 6 (1960); - Walter Schneider (Hrsg.): Otto Weininger. Genie und Verbrechen, Graz / Wien 1962; - Hans Kohn: Karl Kraus, Arthur Schnitzler, Otto Weininger. Aus dem jüdischen Wien der Jahrhundertwende, Tübingen 1962; - Heimito von Doderer: Rede auf Otto Weininger (1963), in: Jacques Le Rider: Der Fall Otto Weininger. Wurzeln des Antifeminismus und Antisemitismus, Wien / München 1985, 246-249; - Ferdinand Ebner: Das Wort und die geistigen Realitäten. Fragment 16: Otto Weininger. Geist und Sexualität. Die Juden. Christus, in: Ferdinand Ebner: Schriften. Band 1 (Fragmente, Aufsätze, Aphorismen). Herausgegeben von Franz Seyr, München 1963; - Manfred Durzak: Hermann Brochs Anfänge. Zum Einfluß Otto Weiningers und Schopenhauers, in: Germanisch-romanische Monatsschrift 17 (1967); - Helga Krizmanic: Emil Lucka und Otto Weininger, Universität Graz 1969; - Alfred Doppler: Georg Trakl und Otto Weininger, in: Peripherie und Zentrum, Salzburg 1971; - Friedrich Georg Jünger: Otto Weininger, in: Scheidewege 2 (1972); - W. W. Jaffe: Studies in Obsession: Otto Weininger, Arthur Schnitzler, Heimito von Doderer, Yale University, Phil. Diss., New Haven 1976; - Leon Katz: Weininger and »The Making of Americans«, in: Twentieth Century Literature. Vol. 24, 1 (Gertrude Stein Issue). Edited by Edward Burns, o.O. 1978; - Allan Janik: Wittgenstein and Weininger, in: Wittgenstein and His Impact on Contemporary Thought. Proceedings of the 2nd International Wittgenstein Symposion 1977. Edited by E. and W. Leinfellner, Wien 1978; - Richard Weininger: Exciting Years. Edited by Rodney Campbell, Hicksville, N.Y. 1978; - Gisela Brude-Firnau: Wissenschaft von der Frau? Zum Einfluß von Otto Weininger auf den deutschen Roman, in: Die Frau als Heldin und Autorin. Neue kritische Ansätze zur deutschen Literatur. Herausgegeben von Wolfgang Paulsen, Bern / München 1979; - Roberto Calasso: Der Philosoph und die »Kokotte«. Nachgestellter Beitrag in der Neuausgabe von »Geschlecht und Charakter«, München 1980; - Gisela Dischner: Freiheit auf dem Weg der Entsargung? Zu Otto Weiningers »Geschlecht und Charakter«. Nachgestellter Beitrag in der Neuausgabe von »Geschlecht und Charakter«, München 1980; - Daniel Eckert: Otto Weininger und Ferdinand Ebner. Ferdinand-Ebner-Symposion, Wien 1981; - Yehoschu'a Sobol: ha-Lailah ha-aharon shel Oto Vaininger [hbr.], Tel-Aviv 1982; - Alberto Cavaglion: Otto Weininger in Italia, Rom 1982; - Otto Weininger. Werk und Wirkung. Herausgegeben von Jacques Le Rider und Norbert Leser, Wien 1984; - Emile Delavenay: D. H. Lawrence, Otto Weininger and a rather raw Philosophy, in: D. H. Lawrence. New Studies. Edited by Christopher Heywood, London 1984; - Paul-Laurent Assount: Der perverse Diskurs über die Weiblichkeit, in: Otto Weininger. Werk und Wirkung. Herausgegeben von Jacques Le Rider und Norbert Leser, Wien 1984, 181-192; - Jacques Le Rider: Der Fall Otto Weininger. Wurzeln des Antifeminismus und Antisemitismus. Mit der Erstveröffentlichung der Rede auf Otto Weininger von Heimito von Doderer, Wien / München 1985; - Elfriede Pöder: Spurensicherung. Otto Weininger in der »Blendung«, in: Elias Canetti. Blendung als Lebensform. Herausgegeben von F. Aspetsberger und G. Stieg, Königstein im Taunus 1985; - Allan Janik: Essays on Wittgenstein and Weininger (Studien zur österreichischen Philosophie. Herausgegeben von Rudolf Haller. Band 9), Amsterdam 1985.
Weitere Literatur: Friedrich Jodl: Geschichte der Ethik in der neueren Philosophie. Zwei Bände, Stuttgart 1882/1889; - Paul Julius Moebius: Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes (Sammlung zwangloser Abhandlungen aus dem Gebiete der Nerven- und Geisteskrankheiten. Band 3), Freiburg im Breisgau 1900 [Nachdruck: München 1977]; - Paul Julius Moebius: Geschlecht und Unbescheidenheit, Halle 1904; - Rosa Meyreder: Zur Kritik der Weiblichkeit, Jena / Leipzig 1905; - Wilhelm Fliess: Der Ablauf des Lebens, Leipzig / Wien 1906; - Sigmund Freud: Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben (1909), in: Ders.: Gesammelte Werke. Band 7, London 1941; - Georg Simmel: Zur Philosophie der Geschlechter, Leipzig 1911; - André Spire: Quelques Juifs, Paris 1913; - Walter Hamann: Metaphysik der Liebe, Wien / Leipzig 1918; - Edgar Zilsel: Die Geniereligion, Wien / Leipzig 1918; - Margarete Jodl: Friedrich Jodl. Sein Leben und Wirken, Stuttgart / Berlin 1920; - Wilhelm Müller-Waldbaum: Die Welt als Schuld und Gleichnis, Wien / Leipzig 1920; - Alexander Beyer: Geschlecht und Religion, Wien / Leipzig 1923; - Hans Apfelbach: Der Aufbau des Charakters, Wien / Leipzig 1924; - Theodor Lessing: Der jüdische Selbsthaß, Berlin 1930; - Egon Friedell: Kulturgeschichte der Neuzeit. Band 3, München 1932; - Adolf Hitler: Mein Kampf. 35.-36. Auflage, München 1934; - Viola Klein: The Feminine Character. History of an Ideology, London 1946; - Hans Hennecke: Der Hang zum Bösen, in: Kritik 1958; - Vincent Brome: Sigmund Freud und sein Kreis. Wege und Irrwege der Psychoanalyse, München 1969; - Kurt R. Eissler: Talent and Genius. The Fictitious Case of Tausk contra Freud, New York 1971; - William M. Johnston: Österreichische Kultur- und Geistesgeschichte, Wien / Köln / Graz 1974; - Jugend in Wien. Ausstellungskatalog. Herausgegeben vom Deutschen Literaturarchiv, Marbach am Neckar 1974; - Aus den Anfängen der Psychoanalyse. Briefe Sigmund Freuds an Wilhelm Fließ. Abhandlungen und Notizen aus den Jahren 1887-1902. Korrigierter Nachdruck, Frankfurt am Main 1975 [Neuausgabe: The complete Letters of Sigmund Freud to Wilhelm Fliess. Translated and edited by Jeffrey Moussaieff Masson, Cambridge, Mass. (USA) 1985]; - Hans Mayer: Außenseiter, Frankfurt am Main 1975; - Gaston Bachelard: Die Bildung des wissenschaftlichen Geistes. Beitrag zu einer Psychoanalyse der objektiven Erkenntnis, Frankfurt am Main 1978; - Albrecht Hirschmüller: Physiologie und Psychoanalyse in Leben und Werk Josef Breuers, Bern 1978; - Günter Grass: Hundejahre, Darmstadt 1978; - Elias Canetti: Die Fackel im Ohr, München 1980; - Bernd Nitzschke: Männerängste, Männerwünsche, München 1980; - Martin Klaus: Mädchen in der Hitlerjugend. Die Erziehung zur »deutschen Frau«, Köln 1980; - Allan Janik and Stephen Toulmin: Wittgensteins Wien, München 1984; - Nike Wagner: Geist und Geschlecht. Karl Kraus und die Erotik der Wiener Moderne, Frankfurt am Main 1982; - Barbara Schaefer-Hegel / Brigitte Wartmann (Hrsg.): Mythos und Frau. Projektionen und Inszenierungen im Patriarchat, Berlin 1984; - Peter Kampits: Zwischen Schein und Wirklichkeit. Eine kleine Geschichte der österreichischen Philosophie, Wien 1984; - George L. Mosse: Die Geschichte des Rassismus in Europa, Frankfurt am Main 1993; - Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators, München / Zürich 1996.
Jeannette Strauss Almstad
Matthias Wolfes
Literaturergänzung:
Alberto Cavaglion, La filosofia del pressappoco. W., sesso, carattere e la cultura del Novecento. Napoli 2001 (=Gli alberi; 21); - Wittgenstein reads W. Ed. by David G. Stern. Cambridge 2004; - Mehr oder Weininger. Amália Kerekes ... (Hg.). Wien 2005; - Erik Porge, Schöne Paranoia. Wilhelm Fließ, sein Plagiat u. Freud. Wien 2005.
Letzte Änderung: 24.12.2006