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Band XIII (1998) Spalten 786-832 Autor: Klaus-Gunther Wesseling

WERFEL, Franz, österreichisch-ungarischer [ab 1919: tschechoslowakischer] Schriftsteller jüdischen Glaubens, * 10.9. 1890 in Praha (Prag), † 26.8. 1945 in Beverly Hills bei Los Angeles, California. - W. ist ältestes von drei Kindern (die Schwestern heißen Hanna, * 11.7. 1894 [sie heiratet am 21.3. 1917 den Papierfabrikanten Herbert von Fuchs-Robetin, 15.8. 1886 - 19.8. 1949], und Marianne [»Mizzi«] Amalia, * 30.10. 1899 [verheiratet mit Ferdinand Rieser]) des Handschuhfabrikanten Rudolf Werfel (21.9. 1857 - 31.7. 1941) und dessen Gattin Albine geb. Kussi (10.3. 1870 - 31.7. 1964), einer Pilsener Mühlenbesitzerstochter. Das Judentum des Elternhauses ist säkular; gleichwohl empfängt W. im September 1903 die Bar Mizwa in der Prager Mayslsynagoge. In Berührung mit der Ruhe ausstrahlenden barock-katholischen Frömmigkeit kommt W. über die Hausangestellte Barbara Šimùnková (21 8. 1854 - 23.3. 1935, »Bábi«, vgl. das Gedicht »Der dicke Mann im Spiegel« im Zyklus »Der Weltfreund«), der W. zur Messe in der Heinrichskirche folgt; zu ihrem Gedächtnis verfaßt W. später den Roman »Barbara oder die Frömmigkeit« (1929) und das Gedicht »Die verklärte Magd« (1935); auch ist sie postume Widmungsträgerin des Gedichtbandes »Schlaf und Erwachen«. Es bleibt überhaupt das kontrovers diskutierte Kennzeichen der Frömmigkeit W.s, daß sie sich weder dem Judentum noch dem Katholizismus eindeutig zuweisen läßt, sondern vage bleibt und daher wiederholt zu divergierenden Interpretationen der Religiosität W.s Anlaß gab. Schon in der Zeitgenossenschaft und gerade im Zusammenhang mit dem »Lied von Bernadette« (s.u.) wird W.s Religiosität unterschiedlich kommentiert: während Thomas Mann (s.d.) W.s warme Schilderung katholischer Marienfrömmigkeit spöttisch registrierte, argumentierte Leo Perutz (2.11. 1882 - 26.8. 1957) hingegen, daß dieser Roman eben nur von einem Juden hätte geschrieben werden können. Abgestoßen vom emigrierten Ostjudentum (in seinem von W. als kulturfeindlich empfundenen) Sozialmilieu, das W. sowohl im Prag seiner Jugend wie auch in Galizien während des Weltkrieges befremdete, den Zionismus als unzeitgemäß ablehnend und ritueller Kultpraxis gegenüber indifferent ist einerseits W.s Distanz zum Judentum zutreffend registriert worden, die sich in W.s Grundhaltung jedoch nicht so linear wird behaupten lassen dürfen; das Unabschließbare sich selbst bewußter und problematischer Judaizität reflektiert W. in seinen »Theologumena« (s.u.) auf hohem religionsphilosophischen Niveau, und zentral dürfte darin die Auskunft sein: »Messias bedeutet den überwundenen jüdischen Subjektivismus. Messias ist Der, welcher da kommt, um Israel vor sich selbst und der Welt richtig zu interpretieren. Es ist Israel nicht möglich, Messias, und nicht einmal die Propheten zu erkennen ehe die Zeit erfüllt ist', das heißt, wirklich erst am Ende der Zeit« (Theologumena VII,4). Andererseits steht W.s unverhohlener Sympathie für katholische Herzensfrömmigkeit und seiner schon beinahe mystischen Anerkennung der Gottessohnschaft Jesu Christi die deutliche Reserve gegenüber Dogmatismus und verfaßter Kirchlichkeit entgegen; dieser Ambivalenz seines unbedingten und trinitarischen Gottesglaubens war sich W. als Ausdruck des eigenen Fremdheitsgefühls allerdings auch selber schmerzlich bewußt, und so durchzieht die Reflexion sich selbst problematischer Judaizität sowohl explizit (»Erguss und Beichte«, autobiographisches Fragment von 1920) wie auch mitunter sublim (z.B. in »Eine blaßblaue Frauenschrift«) zahlreiche belletristische Werke W.s, aber auch einen Gutteil seiner Redebeiträge, Essays und natürlich die aphoristischen, vom Lebensrücklick auf das Verhältnis Judentum-Christentum zwischen 1942 und 1944 verfaßten »Theologuma«, die zuerst in Englisch (»Between Heaven and Earth«, 1944) und in dem postum veröffentlichten, von W. aber noch selbst zusammengestellten Sammelband »Zwischen Oben und Unten« (Stockholm 1946) erschienen (vgl. bes. den [7.] Abschnitt, »Von Christus und Israel«). Andererseits ist W.s Christusbild eng mit der das Lebenswerk durchziehenden Leidensthematik verknüpft und wird wie etwa in der 1912 verfaßten Erzählung »Das traurige Lokal« oder der eigenwilligen Bildersprache des Gedichts »Jesus und der Äser-Weg« (Das lyrische Werk, 186-188; Gedichte aus den J. 1908-1945 [1993], 54-66) gelegentlich in experimentellen und provokanten Formen artikuliert. - Seit 1896 besucht W. die private Volksschule der Piaristen und wechselt 1900 auf das K.K. Deutsche Gymnasium am Graben in der Prager Neustadt, von dem aus W. im September 1904 als Repetent der Tertia auf das K.K. Deutsche Gymnasium in der Stephansgasse übergeht, wo er 1909 das Abitur besteht. Seine von einem (von W. sehr häufig auch mythologisch übersetzten und thematisch variierten) Vater-Sohn-Konflikt geprägte Schulzeit verarbeitet W. 1928 in dem Roman »Der Abituriententag« (1956 von Ladislaus Bush-Fekete für die Bühne bearbeitet), der in der Figur des der Zerstörung seiner Individualität ausgesetzten Franz Adler stark autobiographische Züge trägt, aber auch Jugenderinnerungen Hermann Sudermanns (s.d.) verdichtet, mit dem W. während eines Italienurlaubs in Verbindung stand: das zufällige Zusammentreffen des belanglosen Abituriententreffens und die Ermittlungen gegen einen Verdächtigen, in dem der Landgerichtsrat Sebastian seinen früheren jüdischen Klassenkameraden Franz Adler wiederzuerkennen meint veranlassen den Juristen zur schmerzhaften Selbsterkenntnis und Auseinandersetzung mit der Schuld- und Gerechtigkeitsfrage. Auf Kindheitserlebnissen basiert ferner die Erzählung »Kleine Verhältnisse« (ihr wiederum korrespondiert stilistisch die Exilsnovelle »Géza von Vársany oder. Wann wirst du endlich eine Seele bekommen?«, 1944), deren Hauptfigur W.s Erzieherin Erna Tschepper (* 9.5. 1869) symbolisiert. Den Generationskonflikt mit seinem Elternhaus (W. tritt zu dessen Enttäuschung nicht in die Nachfolge seines Vaters als Fabrikant ein) verarbeitet W. in der Novelle »Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig« (1919), seiner ersten größeren und 1920 als Einzelausgabe gedruckten Prosaarbeit (einige frühere Texte wie »Die Katze. Erzählung eines Kranken« [1906] hatte W. verworfen bzw. nicht für den Druck vorgesehen [»Darf nie veröffentlicht werden«, vermerkt W.], andere, wie die 1912 in den Prager »Herder-Blättern« publizierten, edierte Adolf D. Klarmann in den postumen Erzählungsbänden. »Die Aktion. Wochenschrift für Politik, Literatur, Kunst« [Berlin] bzw. »Der neue Daimon. Eine Monatsschrift« [Wien] veröffentlichten im Oktober 1916 bzw. Juni 1919 jeweils ein F. W.-Heft). Der Novellentitel geht auf ein albanisches Sprichwort zurückgeht, das W. durch seine spätere Ehefrau Alma geb. Schindler (31.8. 1879 - 11.12. 1964, s.u.) kennenlernte; der Ich-Erzähler Karl Duschek und Offizierssohn, der die ihm vorgezeichnete Militärlaufbahn durch bewußten Beitritt zu einer Anarchistengruppe sabotiert, bezichtigt sich beim Verlassen des Heimatlandes in genau jenem Sinne des virtuellen Vatermordes, wie ihn tatsächlich ein Schaubudensohn physisch an seinem Vater beging. 1904 gastiert der Tenor Enrico Caruso (27.2. 1873 - 2.8. 1921. Vgl. das Novellenfragment »Die Stagione« [1920], dazu Eduard Goldstücker [1966], s.u.) in Prag, dessen Verdi-Interpretation W. fasziniert und den Grundstein für W.s spätere literarische Auseinandersetzung mit dem zeitlebens verehrten italienischen Komponisten legt, dessen Briefwechsel W. 1926 (amerikanische Ausgabe 1942) edierte und kommentierte: W., gesanglich begabt, beherrschte nicht nur sämtliche Verdi-Opern, die er gelegentlich essayistisch behandelte, sondern bearbeitete 1924 (?) Francesco Maria Piaves (18.5. 1810 - 5.3. 1876) Libretto zu »La forza del destino« (Die Macht des Schicksals: Dresdner Erstaufführung am 30.3. 1925 unter Fritz Busch [13. 3. 1890 - 14.9. 1951]) und 1932 in Zusammenarbeit mit dem Dirigenten, Pianisten und Opernregisseur Lothar Wallerstein (6.11. 1882 - 13.[?]11. 1949) »Don Carlos« (Wiener Erstaufführung am 10.5. 1932 unter Clemens Krauß [31.3. 1893 - 16.5. 1954]); seine Libretti haben sich in der musiktheatralischen Aufführungspraxis allerdings nicht durchsetzen können. Überhaupt spielt die italienische Opera seria (Vincenzo Bellini [3.11. 1801 - 23.9. 1835], Gaetano Donizetti [29.11. 1797 - 8.4. 1848]: in »Die schwarze Messe«; Amilcare Ponchielli [31.8. 1834 - 16.1. 1886]: »La Gioconda« in »Die Geschwister von Neapel«) motivisch und durch gelegentlich deutende Librettozitate eine große Rolle im Werk F. W.s, wobei der Musik (bzw. in der topischen Zuspitzung Italien oder der Gesang) zugleich eine poetologische Funktion zukommt: symbolisiert sie als schöpferisches männliches Prinzip, so figuriert die slawische Seele mit ihrer dienenden und religiösen Tiefe (vgl. etwa »Barbara oder die Frömmigkeit«) als weibliches Prinzip. Sein Kunstverständnis wird W. 1931 so umschreiben: »Die Aufgabe der Kunst ist es, der Welt Gottes ein Gleichnis des Menschen entgegenzustellen«. Mehr noch: musische und religiöse Disposition weist W. dem Menschen auch gegen ihre Verleugnung als ontologische Grundstruktur zu; nur sie vermögen »schöpferische Innerlichkeit« als Widerspruch gegen die Todesbedrohungen hervorbringen (vgl. »Realismus und Innerlichkeit« [1931], s.u.). Gegen den »naturalistischen Nihilismus« seiner Zeitgenossenschaft setzt W. sein künstlerisches Credo, daß der »Aufstand gegen die Metaphysik die Ursache unseres ganzen Leidens ist«, dem er entgegenzuwirken habe. Wahre Humanität als Kern dessen, was W. zum »Weltfreund« machte, müsse dem »naturalistischen Nihilismus« als Gegenwartssignatur, die im »Aufstand gegen die Metaphysik die Ursache unseres ganzen Elendes« habe, entgegenzuwirken. - In der Sonntagsausgabe vom 23.2. 1908 veröffentlicht W. dank der Vermittlung Max Brods (27.5. 1884 - 20.12. 1968), der wie Willy Haas (7.6. 1891 - 4.9. 1973), Egon Erwin Kisch (29.4. 1885 - 31.7. 1948; Kisch wird in Gestalt des Journalisten Ronald Weiß in »Barbara oder die Frömmigkeit« parodiert), Franz Kafka (s.d.), Ernst Polak, Johannes Urzidil (3.2. 1896 - 2.11. 197), W. u.a. dem Zirkel im Café Arco in der Hybernergasse angehört, in der Wiener Tageszeitung »Die Zeit« sein erstes Gedicht (»Die Gärten der Stadt Prag«). Das Erscheinen von W.s erstem bei Axel Juncker in Berlin durch Vermittlung Max Brods verlegten Gedichtband (»Der Weltfreund«, 1911) verschafft ihm den literarischen Durchbruch und die Aufmerksamkeit von Karl Kraus (28.4. 1874 - 12.6. 1936) und Rainer Maria Rilke (s.d.), zu denen sich das Verhältnis nach 1913 allerdings trübt (mit Kraus, der sich nach anfänglicher begeisterter Förderung zunehmend in antisemitische Anwürfe gegen W. steigert, rechnet W. zunächst in zwei unveröffentlichten Erzählungen [»Der Verwandte«, »Geschichte von einem Hundefreund« (1916)], sodann im ersten Akt seines den eigenen künstlerischen Werdegang kritisch reflektierenden Theaterstücks »Der Spiegelmensch« ab); die (ohnehin ungewöhnlich hohe) Erstauflage von 4.000 Exemplaren ist binnen Monatsfrist vergriffen. W.s Lyrik der Bände »Der Weltfreund«, von Kafka, den eine subtile homoerotische Freundschaft (durch Kafkas vehementer Kritik an »Schweiger« [s.u.] allerdings zwischenzeitlich gestört), mit W. verband, begeistert begrüßt, und »Wir sind« (1913) ist ganz dem expressionistischen O Mensch-Pathos verpflichtet, das W., nicht zuletzt unter dem Eindruck Walt[er] Whitmans (31.5. 1819 - 26.3. 1892, vgl. »Thanks« [1941], s.u.) gerade mit der Eingangszeile seines Gedichts »An den Leser« (»Mein einziger Wunsch ist, Dir, o Mensch, verwandt zu sein«) begründet. Traditionelle Lyrikformen teils rezipierend, teils rhythmisch und metrisch durchbrechend, wendet sich W. in teils ekstatischer Lebensbejahung emphatisch sozialkritischen Themen zu; Leid- und Leidenserfahrung transzendiert universelles Pathos schrankenlosen Verbundenheitsgefühles mit aller Kreatur, Sympathie und Liebesethos propagierend. In der Lyrik seines Spätwerkes nähert sich W. wieder stärker der konventioneller Formensprache an, reflektiert die metaphysische Schuldfrage, erinnert Kindheitserlebnisse, thematisiert Leben, Sterben und Tod im Rückgriff auf christliche und kabbalistisch-mystische Deutungsmuster (»Gedichte aus den Jahren 1908-1945«; »Kunde vom irdischen Leben« [Gedichtzyklus aus dem Jahre 1943]). Konstant bleibt allerdings die hohe Musikalität von W.s Sprachrhythmus, formal in der Ausschöpfung der ganzen Bandbreite der Liedgattung, thematisch im der Musik entlehnten metaphorischen Reichtum sowohl des Prosa- wie auch des lyrischen Werkes; Paul Hindemith (16.11. 1895 - 28.12. 1963), Ernst Kòenek (23.8. 1900 - 22.9. 1991: »Langsam kommen«, »Elevation«, »Alleluja« aus dem Zyklus »Beschwörungen«, 1922), Alma Mahler (»Der Erkennende«), Carl Orff (10.7. 1895 - 27.3. 1982) und Hans Werner Henze (* 1.7. 1926) haben W.s Lyrik sowohl vokal wie auch instrumental vertont. - Weniger prosaisch sind W.s biographische Etappen. Gastweise hört er, sich seines künftigen beruflichen Werdegangs noch völlig unschlüssig, an der Prager Universität; 1910 ist W. auf väterliches Geheiß für kurze Zeit Praktikant des Hamburger Speditionskontors Brasch & Rothenstein, legt aber bewußt Ungeschicklichkeit an den Tag, scheidet aus der Firma aus, kehrt im Mai 1911 nach Prag zurück und tritt im Herbst als Kanonier den Einjährig-Freiwilligen Militärdienst in Prag beim 8. Feldhaubitzenregiment an. Während eines Manövers verfaßt W. den »Dem Andenken Giuseppe Verdis« gewidmeten Dreiakter »Die Versuchung« als ein Disput zwischen einem Dichter (W. verkörpernd), Luzifer und dem Erzengel. Im Oktober 1912 tritt W. als Lektor in den Leipziger Verlag von Kurt Wolff (3.3. 1887 - 22.10. 1963), der den Verlag von seinem Kompagnon Ernst Rowohlt (23.6. 1887 - 11.12. 1960) übernommen hatte und der besonders die expressionistisch-literarische Avantgarde fördert, ein; auf seine Initiative hin erscheint im Mai 1913 in Zusammenarbeit mit Kurt Pinthus und Walter Hasenclever (8.7. 1890 - 21.6. 1940) die Anthologiereihe »Der jüngste Tag« als exemplarische Sammlung des dichterischen Expressionismus, in der u.a. Lyrik von Georg Heym und Franz Kafkas »Amerika« erscheinen. Diesem Haus betreut bis 1923 W.s Werke, bevor W., bedingt durch die Finanzkrise der Inflationszeit, seine Titel im Verlag von Paul [von] Zsolnay (12.6. 1895 - 11.5. 1961), dem späteren dritten Ehegatten seiner Stieftochter und Bildhauerin Anna K enek (der Tochter Alma und Gustav Mahlers [s.d.], 15.6. 1904 - 1988) publiziert: mit W.s »Verdi. Roman der Oper« eröffnet der Zsolnay-Verlag, der W. beste Konditionen einräumte, am 1.4. 1924 sein Sortiment, und W. ist während der NS-Zeit der letzte große Autor des im Niedergang begriffenen Verlagsprogramms (1938, mit Beginn des Exils, wechselt W. dann zu Gottfried Berman Fischer [* 1897] als Verleger). - Ende 1915 befreundet sich W. mit Gertrud Spirk (8.2. 1885 - 1967; die Liaison dauert bis in den Hochsommer 1918) an, die ihn 1915 als Krankenschwester pflegt, als W., wegen seiner nervösen Konstitution zunächst vom Kriegsdienst zurückgestellt und dann seit April 1915 in Bozen stationierter Artillerieunteroffizier, sich bereits nach wenigen Diensttagen beim Sprung aus der Drahtseilbahn Bozen-Kohlern verletzt; W. erhält Heimaturlaub und entgeht einem möglichen Kriegsgerichtsverfahren wegen vermeintlich absichtlicher Selbstverstümmelung. Während der Rekonvaleszenzeit liegt W. mit Max Brod im Streit; während W. Brods Zionismus kritisiert, wirft Brod W. Glaubensabfall vor. Kern der Kontroverse ist W.s Replik auf Kurt Hillers (17.8. 1885 - 1.10. 1972) Angriff auf die Vorbemerkung zu »Die Troerinnen«, in der W. sich vom Aktivismus distanzierte und alternativ allein dem christlichen Glauben persönlichkeitsrettendes und Ich-bejahendes Ethos zugewiesen hatte, worauf Brod W. polemisch religiöse Perspektivenverzerrung vorwart. Brod seinerseits hat den Konflikt in seinem Roman »Tycho Brahes Weg zu Gott« (1916) thematisiert und die Figur Johannes Keplers (s.d.) nach W. gestaltet. Nach zwischenzeitlicher Kasernierung in Elbe-Kostelec wird W. im Juni 1916 als Telefonist des 19. Schweren Feldhaubitzenregiments nach Hodów bei Jezierna (Gerichtsbezirk Zborów) an die galizische Ostfront bei Tarnopol verlegt, bis ihm über die Fürsprache Harry Graf Keßlers (23.5. 1868 - 4.12. 1937) Mitte 1917 (W. war im Februar zum Korporal befördert worden) die Versetzung in das Wiener Kriegspressequartier gelingt. W. hat so die Gelegenheit, wieder intensiv die literarische Moderne an ihrem Treffpunkt, dem »Café Central«, zu begleiten. Nachhaltigen Einfluß auf ihn übt dabei Otto Gross (1877-1919) mit seiner psychologischen Sexualtheorie aus, die ihren deutlichsten Niederschlag im Romanfragment »Die schwarze Messe« finden wird, aber auch in »Barbara oder die Frömmigkeit«, »Der Abituriententag«, »Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig«, sowie in der Figur des Psychiaters Viereck in »Schweiger« (s.u.), die stark an den Zynismus des Arztes im »Woyzeck« von Georg Büchner (17.10. 1813 - 19.2. 1837) erinnert. 1918 wird W. an die italienische Front kommandiert. Von Kriegsbeginn an, dann gesteigert durch die Augenzeugenschaft der Verheerungen, verficht W. pazifistische Positionen, und W.s Begeisterung für Berta von Suttner (9.6. 1843 - 21.6. 1914) korrespondiert die Bearbeitung der Troerinnen des Euripides (die Arbeitsanregung geht auf den Verleger und Übersetzer Jakob Hegner [25.2. 1882 - 24.9. 1962], den Veranstalter der Hellerauer Festspiele, zurück), die in freierer Figurenführung und Gestaltung der Dialoge sowie veränderter Schlußszene gegenüber der antiken Vorlage als apokalyptische Kriegswarnung am 22.4. 1916 am Berliner Lessing-Theater uraufgeführt wird. In der galizischen Garnison entstehen »Die andere Seite«, »Geschichte von einem Hundefreund« und »Die Geliebte« [II]; das »Fragment gegen das Männergeschlecht«, ein mit vielen Sprachnuancen gegen Krieg als »jene höchste Tollheit mit höchster Methode«, vermeintlichen Heroismus und Ordensrenommage polemisierendes Pamphlet, wurde im Juni 1918 von der Zensur verboten. W.s zwischen dem 18.1. und 15.4. 1918 in der Schweiz gehaltenen zehn Vorträge und Lesungen, die Propagandaveranstaltungen für die donaumonarchische Kriegszielpolitik sein sollten, gestaltet W. zu antimilitaristischen Kundgebungen, die jedoch ohne gravierende kriegsrechtliche Folgen nach seiner Rückkehr nach Wien am 17.4. bleiben; W.s kriegsfeindliche Einstellung verdankt sich nicht zuletzt der Bekanntschaft und dem Austausch mit Martin Buber (s.d.). Am 9.6. 1918 wird das 1910 geschriebene Drama »Der Besuch aus dem Elysium« am Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt. Nach Wien zurückgekehrt stellt Alma Mahler-Gropius W., der sich mit liiert hat, ihr Anwesen in Breitenstein auf dem Semmering zur schriftstellerischen Tätigkeit zur Verfügung; hier entstehen W.s expressionistische Prosaarbeiten (»Die schwarze Messe«, »Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig«, »Spielhof«). Finden sich im Fragment »Die schwarze Messe« sowie im Gedichtband »Beschwörungen« Niederschläge von W.s Auseinandersetzung mit der Matriarchats- und Gynäkokratietheorie Johann Jacob Bachofens (22.12. 1815 - 25.11. 1887) und den theogonischen Spekulationen Ludwig Klages' (10.12. 1872 - 29.7. 1956), so thematisieren »Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig« und »Spielhof« W.s ödipalen Vater-Sohn-Konflikt (s.o.). Der Arbeiterfrage und Republikgründungen der Tschechoslowakei (28.10. 1918) und Österreichs (12.11. 1918) steht W. in offener Sympathie und für sozialdemokratische Positionen engagiert gegenüber, wenngleich sich sein revolutionäres Pathos im Verlauf des Monats November bei der kritischen Reflexion der revolutionären Ereignisse rasch abkühlt. Erste Fremdheitserfahrung schlägt sich nieder in den schroffen Temperamentswechseln des Lyrikbandes »Einander« (Ende 1914 fertiggestellt und 1915 veröffentlicht), der, ohne den Erfolg der ersten Gedichtsammlung wiederholen zu können, Poesie der Jahre 1913 und 1914 vereinigt, und steigert sich zu der grüblerischen Introvertiertheit des zyklischen Bandes »Der Gerichtstag« (1919), der 1916/1917 entstand und explizit die Gottesfrage thematisiert. Düster-enigmatische Töne klingen in dem Lyrikband »Beschwörungen« (1923) an, mit dem sich W. von seinen expressionistischen Frühwerken abzugrenzen beginnt, evozieren mythische Spiegelungen und Brechungen einer beunruhigenden Gegenwart, denen allein das Gedicht »O schweigendes Jauchzen« Zukunftsoptimismus entgegenstellt. Ende 1918 verfaßt W. das Zauberspiel »Die Mittagsgöttin«: die hier das Weibliche verkörpernde Mutterfigur der Mara (W. deutet die »Polednice« des tschechischen Volksglaubens positiv um) als Konterpart des auf der Selbstsuche befindlichen Laurentin trägt deutliche Züge Almas, die W. zu fanatischer Produktivität als Vorleistung für ihre Liebeserwiderung antrieb. W.s Werke der ersten Nachkriegsjahre stehen, obgleich W. die Psychoanalyse kategorisch ablehnte, unter dem deutlichen Einfluß Sigmund Freuds (s.d.) und thematisieren die polaren seelischen Grundstrukturen. Ungefähr gleichzeitig mit der Fertigstellung der »Beschwörungen« vollendet W. im Herbst 1922 die dreiaktige Schicksalstragödie »Schweiger«, die am 6.1. 1923 am Prager Neuen Deutschen Theater Premiere hat, ursprünglich mit »Der Massenmörder« betitelt war, von der Kritik in der psychologischen Disposition mit der Tragödie »Der deutsche Hinkemann« von Ernst Toller (s.d.) verglichen und dennoch verrissen wurde. Unter dem lähmenden Eindruck der Ermordung Gustav Landauers (7.4. 1870 - 1.5. 1919) und Walther Rathenaus (29.9. 1867 - 24.6. 1922) sowie des Vordringens der italienischen Faschisten thematisiert das Stück das Dämonische der Versuchung des Protagonisten Franz Schweiger, der von der Augenzeugenschaft einer tödlichen Schießerei traumatisiert wird, auf Irritationen psychotisch reagiert und sich schließlich umbringt. Zuvor hatte W. das Drama im Versmaß »Der Spiegelmensch« (Entstehung zwischen Februar 1919 und März 1920) auf die Bühne gebracht. Die gleichzeitigen Uraufführungen in Leipzig und Stuttgart am 15.10. 1925 nahmen das selbstdeutende Stück um Thamal und sein alter ego zurückhaltend auf, und die begleitende, in Kleinstauflage von dreißig Exemplaren verlegte theatertheoretische Abhandlung »Dramaturgie und Deutung des Zauberspiels Spiegelmensch« stampfte der Verlag auf Bitten W.s kurz nach Erscheinen ein. Mit dem am 10.3. 1922 am Wiener Raimund-Theater uraufgeführten Fünfakter »Bocksgesang« (der Titel ist an die Wortbedeutung der griechischen Tragödie angelehnt) legt sein erstes Drama in ungebundener Rede vor, das hinsichtlich seiner Sprachkraft und der Dramaturgie mancher Szenen mit Beifall aufgenommen wurde; inhaltlich läßt sich der »Bocksgesang«, der schon auf das Sujet der psychiatrischen Geschichte von »Schweiger« hindeutet, jedoch nur schwer einem Genre zuweisen. 1924 publiziert W. »Verdi. Roman der Oper«, den er nach über einem Jahrzehnt der Auseinandersetzung mit Person und Werk im Anschluß an einen Venedig-Aufenthalt im Sommer 1923 in Breitenstein fertiggestellt hatte (Entstehungspläne reichen bereits in W.s Gymnasialzeit zurück; erste Skizzen entwirft W. seit 1911). W.s Verdi-Roman lotet, im Jahr 1883 einsetzend (Verdi und sein Antipode Richard Wagner [s.d.] weilen gleichzeitig in Venedig), die Schaffenskrise des Komponisten aus, der seine Werkbiographie rekapitulierend seinen Standort wiederzugewinnen sucht und die Arbeit an »Otello« beginnt; Vorwürfe, daß W.s Verdibild perspektivisch verzeichne und gerade in der musikhistorischen Einordnung Verdis Verhältnis zu Richard Wagner verzerre, ließen W. unbeeindruckt, »weil ich keine Biographie geschrieben habe, sondern einen Roman, etwas, was die Engländer sehr gut eine Fiktion nennen«. Anfang 1925 bereist W. den Nahen Osten; seine intellektuelle Auseinandersetzung mit zionistischem und konfessorisch jüdischen Reiseimpressionen reflektiert W. während der im Sommer erfolgenden Niederschrift des Dramas »Paulus und die Juden«; die Fragment gebliebene Erzählung »Pogrom« des Sommers 1926 dürfte ihre Thematik ebenfalls den Reise-eindrücken entstammen. »Paulus unter den Juden«, dramatische Legende in sechs Bildern, als erster Teil einer dann nicht ausgeführten Trilogie (»Paulus unter den Heiden«; »Paulus und Cäsar«) gedacht und gleich an fünf Bühnen (Bonn, Breslau, Düsseldorf, Köln und München) am 3.10. 1926 uraufgeführt, drückt nicht nur exemplarisch W.s in der Frage nach der Messianität Jesu fokussierten Zusammenschau von Judentum und Christentum aus, sondern markiert neben den Bühnenwerken »Juarez und Maximilian« und »Das Reich Gottes in Böhmen« (Uraufführung am 6.12. 1930 am Wiener Burgtheater) W.s Hinwendung zu historischen Stoffen, deren Geschichtskontext W. nun detailiert voruntersucht. Der Gedanke wahren Königtums im tragischen Konflikt zwischen Ferdinand Maximilian Joseph (* 6.7. 1832, am 19.6. 1867 in Querétaro standrechtlich erschossen) und seinem Kontrahenten Benito Pablo Juárez García (21. 3.1806 - 18.7. 1872) steht im Mittelpunkt von »Juarez und Maximilian«; die am 9.9. 1924 beendete »dramatische Historie« gelangte am 20.4. 1925 in Magdeburg zur Uraufführung, aber erst die Wiener und Berliner Premieren vom 26.5. 1925 bzw. 29.1. 1926 unter der Regie von Max Reinhardt (eigentlich: Max Goldmann, 9.9. 1873 - 13.10. 1943) am Theater in der Josefstadt bzw. Deutschen Theater wurden zum gefeierten Erfolg. Für dieses Bühnenstück erhielt W. am 15.1. 1926 den Grillparzer-Preis; verfilmt wurde es 1939 unter dem Titel »Juarez«. - Im Frühjahr 1928 konzipiert W. den Roman »Barbara oder die Frömmigkeit«, dessen Reinschrift, unterbrochen durch die Neuübertragung von Verdis Oper »Simon Boccanegra«, die am 12.1. 1930 in dieser Fassung an der Wiener Hofoper unter der musikalischen Leitung von Clemens Krauß gegeben wird, vom Sommer 1928 bis in den Winter 1929 erfolgt; das Werk steht in unmittelbarer Nähe zum Roman »Radetzkymarsch« (1932) von Joseph Roth (2.9. 1894 - 27.5. 1939). In ihm rekapituliert der Schiffsarzt Dr. Ferdinand R. seinen Lebensweg als impliziten zeitkritischen Kommentar zum Niedergang der morbiden Donaumonarchie (dieses Thema begegnet auch in den Novelle »Das Trauerhaus« und »Der Tod des Kleinbürgers« [beide 1927]) und des sie tragenden Militärs, Weltkriegserlebnis und Revolutionswirren im zwischen Anarchie und künstlerischem Aufbruch taumelnden Wien; Schlüsselerfahrungen und -begegnungen sind dem verwaisten Protagonisten die ihn erziehende katholisch-tiefgläubige Haushälterin Barbara als Sinnbild der Beständigkeit religiöser Beheimatung in einem dekadenten Wertekosmos, und der Schulfreund Alfred Engländer, der, wiederum autobiographische Züge W.s tragend, als christusgläubiger Jude Ferdinand R. vom Entschluß abbringt, Theologie zu studieren. Am 6.7. 1929 heiratet W. Alma Gropius geb. Schindler, die Witwe Gustav Mahlers und letzte »femme fatale« (Françoise Giroud), die er seit dem 15.11. 1917 kannte und mit der er (falls die Vaterschaftsfrage nicht zugunsten ihres damaligen Ehemannes Walter Gropius [18.5. 1883 - 5.7. 1969] zu entscheiden ist, mit dem Alma seit dem 15.8. 1915 verheiratet war) einen frühverstorbenen Sohn (Martin Carl Johannes, 2.11. 1918 - 15.5. 1919) hatte. Das Trauma des früh geborenen und vorzeitig gestorbenen Sohns verarbeitet W. im »Bocksgesang«, im »Stern der Ungeborenen«. - Seit 1929 arbeitete W. an »Die vierzig Tage des Musa Dagh«. Der monumentale, symmetrisch dreigeteilte Roman (»Meiner Alma, der allein ich dieses Buch verdanke« gewidmet), dessen Reinschrift mit vorangestelltem Motto aus Apk 6,10 W. am 10.8. in Breitenstein beendete, im November 1933 erschienen und durch das im Februar 1934 erfolgte Verbot aufgrund des § 7 der »Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz des Deutschen Volkes« wegen Gefährdung öffentlicher Sicherheit und Ordnung um die Wirkung in Deutschland gebracht, thematisiert sowohl das Armenierpogrom im Ersten Weltkrieg, auf das W. in seinen »Betrachtungen über den Krieg von morgen, angestellt im Jänner 1938« erneut zu sprechen kommt, wie auch die Minderheitenpolitik der jungtürkischen Regierung Kemal Atatürks (eigentlich Mustafa Kemal Pascha, 19.5. 1881 - 10.11. 1931) und ihres Kriegsministers Enver Pascha (1881-1923) und entstand aus der Betroffenheit W.s über das verschärft antisemitische Klima in Deutschland (W. selber wurde im Entstehungsjahr des Romans aus der Preußischen Akademie der Künste ausgeschlossen), greift aber auch auf bedrückende Reiseimpressionen und Begegnungen mit armenischen Flüchtlingen anläßlich der zweiten Nahostreise Anfang 1930 zurück. Intensität und Authentizität dieses Romans basieren nicht zuletzt auf seinem dokumentarischen Charakter durch Zitat und Paraphrase breiten Quellenmaterials, das u.a. Johannes Lepsius (s.d.,s.u.) ediert hatte, und trug W. große Popularität in den USA sowie in armenischen Kreisen ein. Im Frühjahr und Sommer 1930 stellt W. »Das Reich Gottes in Böhmen. Tragödie eines Führers« fertig, mit dessen Skizzierung er schon 1926 begonnen hatte und das in verklausulierter Gegenwartskritik die Vernichtung der Taboriten unter Prokop dem Großen (s.d.) durch den päpstlichen Legaten Giulio de Cesarini in der Schlacht bei Taus (1431) dramatisiert. Vom Februar bis zum 26.3. 1931 hat W. den anfänglichen Fall, den Emanzipationsdrang von beengender väterlicher Autorität und märchenhaften Aufstieg der sechs Kinder des Kaufmanns Domenico Pascarellas im Familienroman (von W. gesprächsweise eher als »Märchen der Vaterschaft und Geschwisterliebe« bezeichnet) »Die Geschwister von Neapel« in kürzester Zeit konzipiert und niedergeschrieben (Abschluß der ersten Niederschrift im Juni, die der zweiten im September 1931): die Anregung für die Stoffauswahl geht auf den Bericht einer mit den W.s befreundeten Italienerin zurück. Unter »Märchen« versteht W. den Fiktionalitätscharakter; für die Entwurffassung soll W. die Gattungsbezeichnung »idyllischer Roman« gewählt haben, und vor der Drucklegung scheint das Werk seinem Verleger Paul Zsolnay gewidmet gewesen zu sein. Im Frühjahr 1936 beginnt W., offenbar unter dem Eindruck der im Erscheinen begriffenen Tetralogie »Joseph und seine Brüder« (1926-1942) von Thomas Mann, mit ersten Skizzen zum Roman um den Propheten Jeremias (s.d.), »Höret die Stimme«, dessen erste Niederschrift W. am 12.11., die Reinschrift im April 1937 abschließt: gleichwohl den Untergang des Südreiches Juda im Jahre 586 v.Chr. schildernd ist dieser Roman ein werkbiographischer Kommentar zum vordringenden Faschismus in Österreich, Deutschland und Spanien; er ist durchzogen von warmer Frömmigkeit, dabei alttestamentlich-zeithistorisch fundiert und läßt hinter Nebukadnezar deutlich Hitler, den Leiden des Propheten die der von der Naziherrschaft drangsalierten Judenheit durchscheinen. Die 1938 verfaßte und zunächst in spanischer Übersetzung erschienene Novelle »Die Legende vom gerissenen Galgenstrick« (Legendarisches hatte W. im bedrückenden Jahr 1935, in dem u.a. Manon Gropius [s.u.] und W.s Jugendliebe Maria Glaser-Bondy [11. 8.] starben, beschäftigt) kreist um die Thematik von Hi 21,29-32 und hinterfragt die Rechts- bzw. Unrechtspraxis der spanischen Diktatur. Am Premierenabend (Theater in der Josefstadt) des 5.10. 1937 wird W. letztmalig in Österreich gespielt (»In einer Nacht«, motivisch mit »Der Besuch aus dem Elysium« verwandt, ist zugleich Max Reinhardts letzte Produktion eines Bühnenstücks W.s vor beider Emigration; das Stück selber ist das letzte zu Lebzeiten in Österreich verlegte Buch W.s). Mit dem Roman »Das Lied von Bernadette«, der am 22.4. 1935 an Kinderlähmung verstorbenen Stieftochter Manon Gropius (* 5.10. 1916, vgl. auch »Von der reinsten Glückseligkeit des Menschen. Eine Rede« [1937]; »Manon« [1942]) gewidmet und 1943 für die 20th Century Fox von Henry King mit Jennifer Jones in der dann auch dem »Oscar« prämierten Titelrolle verfilmt, löst W. im Exil das Gelübde ein, Bernadette Soubirous (s.d.) und ihren Marienapparitionen ein literarisches Denkmal zu setzen, wenn es ihm gelänge, aus dem besetzten Frankreich nach Amerika zu emigrieren: vor den Nationalsozialisten war W. von Capri über Zürich nach Paris geflohen. Formal ist der zwischen dem 2.1. und 18.5. 1941 niedergeschriebene Roman analog der Anzahl der Ave-Marias im Rosenkranzgebet gegliedert; inhaltlich ist er weniger an der Biographie der Bernadette Soubirous interessiert als an der Wucht des Marienwunders, das einen deutlichen glaubenszuversichtlichen Gegenakzent zu kollektivem Wahnsinn und brutaler Banalität der Welt unter dem Eindruck des Hitler-Faschismus setzt. In Paris angekommen (W. steigt zunächst im Hotel Royal Madeleine ab, das entfremdet als Schauplatz in »Jacobowsky und der Oberst« wiederbegegnet) wird W. gleich den Nekrolog auf Ödön von Horváth (9.12. 1901 - 1.6. 1938) halten, der einem tragischen Unfall erlag; seine Trauer verarbeitet W. im Prosafragment »Beim Anblick eines Toten« im Anschluß an Horváths postum erschienen Roman »Ein Kind unserer Zeit« (Amsterdam 1938). In »Cella oder Die Überwinder. Versuch eines Romans« (1978 verfilmt; W. wählte als Arbeitstitel des zunächst auf drei Bücher angelegten Werks »Die Krankheit zum Leben« [erste Niederschrift] bzw. »Krankheit, die zum Leben führt«. Das 9. Kapitel, »Die wahre Geschichte vom wiederhergestellten Kreuz«, erschien 1942 in Los Angeles bei der »Pazifistischen Presse« separat), 1938 unter dem Eindruck des Anschlusses Österreichs an Deutschland (13.3.; W. wird hiervon auf Capri überrascht) begonnen, verarbeitet W. die nationalsozialistische Rassenpolitik; am 31.1. 1939 (W. ist soeben Ehrenvorsitzender des österreichischen P.E.N.-Clubs im Exil geworden) bricht W. jedoch, angesichts der Zustände in Deutschland resignierend, die Niederschrift ab, den Roman somit unvollendet hinterlassend, dessen erster Teil ursprünglich mit »Die Centrifuge«, dann mit »Der Schiffbruch« betitelt werden sollte (der zweite sollte die Überschrift »Das Brot der Fremde« tragen). Auch dieser Roman besticht in der Schilderung der burgenländischen Judenheit durch Detailtreue und trug ihm die ehrenvolle Bezeichnung eines »jüdischen Heimatromans« ein. Der Rechtsanwalt Hans Bodenheim, dessen Tochter Cella sich auf ihr erstes Konzert vorbereitet, gefährdet seine christliche Gattin Gretel und Tochter Cella durch die Sorglosigkeit, mit der er die Faschisierung Österreichs begleitet; er gerät in Schutzhaft, wo seine Zellennachbarn ein Adliger, ein kleiner Ganove und der Priester Ottokar Felix sind. Felix erzählt, wie der Rabbiner Aladar Fürst unter Lebenseinsatz das Hakenkreuz zerbricht und so dem Christenkreuz seine Gestalt wiedergibt. Bodenheim soll mit dem Zug in das KZ Dachau deportiert werden, wird aber im letzten Augenblick von seinem Jugendfreund Nagy Zsoltan, dessen Parteimitgliedschaft und nationalsozialistische Gesinnung Bodenheim bis dahin unberührt gelassen hatte, gerettet; er ermöglicht nun der Familie die Flucht in die Schweiz. Im französischen Exil in Sanary-sur-Mer (Dept. Var), wohin er von Paris (St. Germain-en-Laye) aus gelangt war, verfaßt W. 1940 den 1941 erschienenen Roman »Eine blaßblaue Frauenschrift« (1986 unter der Regie von Axel Corti verfilmt): den biederen Ministerialbeamten Leonidas erinnert der Erhalt eines in blaßblauer Tinte verfaßten brieflichen Hilfsersuchens der Jüdin Vera an eine zurückliegende und verdrängte Affäre, zwingt ihn zum Schuldeingeständnis und Handeln. Zuvor hatte W. von Mai bis Juni 1939 »Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd« niedergeschrieben: um sich einen Himmelsplatz zu sichern, finanziert die alternde ledige Dienstmagd Teta Linek (Vorbild der Protagonistin war Almas langjährige Köchin Aneþka Hviþdowá, 1861-1933) die Priesterausbildung ihres Neffen Mojmir, der die abgesparte Förderung jedoch durchbringt. Ihr Lebensziel zerstört sehend beschließt Teta zur Abwendung des göttlichen Gerichts, zur Pilgerreise nach Rom aufzubrechen und schließt sich einer vom Kaplan Johannes Seydel, dem sie als Haushälterin gerne dienen möchte, geleiteten Wallfahrergruppe an, doch während der Audienz beim sterbenskranken Pius XI. (s.d.) bricht Teta zusammen und verstirbt bald darauf selber, nunmehr mit Gott und der Welt versöhnt, da sie nach letzter zorniger Agonie die Wendung »ancilla tua« im Formular des Sterbesakraments als ihre persönliche Anrufung durch Gott (»ancilla domini, Teta Linek«) und Neugeburt versteht. Die Erstauflage des von Fischer in Stockholm, aber in Amsterdam gedruckten Romans wurde 1940 kurz nach der deutschen Besetzung der Niederlande größtenteils vernichtet, so daß in Deutschland zunächst nur die am 24.10. 1948 in Heidelberg aufgeführte Bühnenbearbeitung durch Ladislaus Bush-Fekete und Mary Helen Fay (»Embezzled Heaven«: Premiere am 31.10. 1944 im National Theatre, New York) Bekanntheit erlangte. Mit fortdauerndem Krieg ist W.s Sicherheit im Vichy-Frankreich nicht mehr gesichert. Um einer möglichen Internierung zu entgehen betreibt W. seine Ausreise nach Übersee, sieht sich aber schikanösen bürokratischen Schranken gegenüber; über den Wallfahrtsort Lourdes gelangt W. nach Marseille. Dank der Intervention von Varian Fry, dem Vertreter des US-amerikanischen Emergency Rescue Committee erhalten die W.s die notwendigen Papiere zur Einreise in die USA; die gemeinsame Flucht aus Frankreich mit Golo Mann (27.3. 1909 - 7.4. 1994), Heinrich (27.3. 1871 - 12.3. 1950) und Nelly Mann gelingt abenteuerlich über die Pyrenäen am 12./13.9. 1940. Über Barcelona und Madrid gelangt W. nach Lissabon, von wo aus er sich an Bord der »Nea Hellas« am 4.10. Richtung USA einschifft, und Anfang 1941 läßt sich W. in Los Angeles nieder. W. nimmt die Arbeit an »Das Lied von Bernadette« auf; die englische Fassung des Romans (»The Song of Bernadette«) erscheint am 11.5. 1942, wird ein immenser Verkaufserfolg und ermöglicht W., wenigstens der materiellen Sorge ledig, den Erwerb eines Anwesens in Beverly Hills, das am 25.9. bezogen wird: hier bzw. in Santa Barbara ist der Arbeitsort der letzten Schaffensphase W.s. »Jacobowsky und der Oberst« (s.u.), zwischen dem 30.7. 1941 und 29.8. 1942 niedergeschrieben, viermal überarbeitet und am 14.3. 1944 in der englischen Fassung von Gustave O[tto] Arlt (* 1895) und Samuel Nathaniel Behrman (9.6. 1893 - 9.9. 1973) am New Yorker Martin Beck Theatre unter der Regie Elia Kazans (eigentlich: Kazanjoglous, * 7.9. 1909) uraufgeführt (die Premiere der deutschsprachigen Fassung erlebte das Baseler Stadttheater am 17.10. 1944; das Bühnenstück wurde mit Danny Kaye [18.1. 1913 - 3.3. 1987] und Curd Jürgens [13.12. 1915 - 18.6. 1982] in den Hauptrollen verfilmt), wurde mit über 400 Vorstellungen eine ebenso erfolgreiche Theaterproduktion des Exils wie auch das 1934/1935 auf Anregung Max Reinhardts und in Kooperation mit dem Komponisten Kurt Weill (2.3. 1900 - 3.4. 1950) entstandene und monumentalen Bühnenaufwand erfordernde Bibelspiel »Der Weg der Verheißung« (Eternal Road), das, am 7.1. 1937 erstmals in am Manhattan Opera House in New York auf englisch gegeben, 154 Mal aufgeführt wurde und Schicksal, Sendung und Hoffnung des jüdischen Volkes »unter einer zahllosen Gemeinde Israels in einer zeitlosen Nacht der Verfolgung« (Dramen II,91) darstellt. Neben Lion Feuchtwanger (7.7. 1884 - 21.12. 1958), Thomas Mann und Erich Maria Remarque (eigentlich: Remark, 22.6. 1898 - 25.9. 1970) ist W. der erfolgreichste deutschsprachige Autor des US-amerikanischen Nachkriegsbuchmarktes; dem Publikum war W. seit der erfolgreichen Produktion der englischen Fassung des »Bocksgesangs« (»Goat Song«, Premiere am 25.1. 1926 in New York, Guild Theatre) sowie des weniger erfolgreichen »Schweiger« (23.3. 1926, Mansfield Theatre, New York) ein Begriff. Den Stoff von »Jacobowsky und der Oberst« verdankt W. den mitgeteilten Fluchterlebnissen des polnischen Bankiers Stephan S. Jakobowicz, den W. auf Anregung von Samuel Nathaniel Behrman in Komödienform brachte. Der Überlebenskünstler Jacobowsky mit deutlichen Don-Quijote-Zügen und der habituell antisemtische Oberst Tadeusz Boleslav Stjerbinsky werden zur Schicksalsgemeinschaft. In der Kritik am nationalsozialistischen Jargon gehört W.s »Jacobowsky und der Oberst« neben Paul Westheims (7.8. 1886 - 21.12. 1963) satirischen Exilsroman »Heil Kadlatz. Der Lebensweg eines alten Kämpfers«. - Im Mai 1943 beginnt W. mit der Niederschrift des ersten Teils seines letzten großen Werkes, dem »Stern der Ungebornenen«, einem philosophisch-utopischen Reiseroman, der im 11. Großjahr der Jungfrau im Jahr 101943 angesiedelt ist und u.a. das gnostische System des Valentinos (s.d.) und die Spekulationen Emanuel Swedenborgs (s.d.) rezipiert, aber auch kursorisch den gesamten abendländischen religionshistorischen Kosmos abschreitet. Kontrastiert wird die kriegslose Oberwelt mit einer Unterwelt, deren Interieur die Apokalyptik des nationalsozialistischen Holocaust widerspiegelt. Am 12.9. erleidet W. einen schweren Herzinfarkt, dem am 14.12. ein zweiter nicht minder schwerer folgt und W. bis Mitte 1944 arbeitsunfähig macht; W. litt an schwerem Herzasthma, das sich mit einer ersten Attacke am 1.7. 1938 in St. Germain-en-Laye bei Paris empfindlich bemerkbar machte, dessen stationäre Behandlung W. aber genauso ablehnte wie er an seinen ruinösen Arbeitseifer und immensen Tabakgenuß festhielt. Im Sommer 1944 nimmt W. die Arbeit am zweiten Teil des Romans auf, dessen Tektonik der »Commedia divina« Dante Alighieris (s.d.) entlehnt ist (Dante und Goethes »Faust I« waren schon W.s ständig mitgeführte Taschenbuchlektüre während seines Kriegsdienstes). Der Protagonist »F. W.« verkörpert F. W., und hinter der Vergilfigur »B. H.« steht W.s Jugendfreund Willy Haas. W.s letzte Lebenstage sind mit der Überarbeitung von Lyrik ausgefüllt, bevor er am Spätnachmittag des 26.8. 1945 seinem Herzleiden erliegt. Unbelegt ist die Kolportage, daß W. kurz vor seinem Tod die Nottaufe empfangen haben soll: dies würde alleine schon W.s Verständnis von Judentum und Christentum widersprechen (»Was wäre Israel ohne die Kirche? Und was wäre die Kirche ohne Israel?« [Theologumena VII,17]), hatte W. doch einmal notiert: »Ein Jude, der vors Taufbecken tritt, desertiert in einer dreifachen Klimax. Erstens desertiert er im profanen Sinne aus der Partei der Schwachen, der Verfolgten und zu einer bestimmten, schmachvoll und schmerzlichen Art von Geschichte Ausgelosten; (...). Derselbe Jude desertiert ferner nicht nur aus der entehrten und gepeinigten Gemeinschaft des gegenwärtigen Israels, er desertiert aus Israel bis in die Tiefen zu Abraham, Isaak und Jakob hinab. (...) Drittens aber desertiert dieser Jude, der zum Taufbecken tritt, Christum selbst, da er in Willkür sein historisches Leiden - die Buße für die Verwerfung des Messias - unterbricht und in einer eiligen, im Heilsdrama nicht vorgesehenen Weise, dem Erlöser an die Seite tritt, wohin er vielleicht nach dessen heiligem Willen gar nicht gehört, zumindest noch nicht, und nicht jetzt und hier« (Theologumena VII,16). Auf Almas Drängen war W. allerdings vor der Hochzeit am 27.6. 1929 aus der Jüdischen Gemeinde ausgetreten. W. wurde vielmehr weltlich bestattet; die Einsargung veranlaßte seine Witwe analog des im »Stern der Ungeborenen« Geschilderten: W. ist mit einen abgetragenen Anzug bekleidet, mit der Brille in der Tasche und einem zweiten Oberhemd versehen, in den Händen einen Rosenkranz. W.s Beisetzung fand am 29.8. 1945 statt; die Sopranistin Lotte Lehmann (27.2. 1888 - 26.8. 1976) sang begleitet von Bruno Walter (eigentlich: Bruno Walter Schlesinger, 15.9. 1876 - 17.2. 1962). W.s sterbliche Überreste wurden am 19.8. 1957 auf den Rosendale Cemetery überführt; sein Ehrengrab wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof errichtet. W. wurde am 27.10. 1926 in die Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste aufgenommen, aus ihr aber am 5.5. 1933 ausgeschlossen, obgleich er (diesen Fehler später tief bereuend) am 19.3. eine Loyalitätsadresse im Sinne des gleichgeschalteten Kulturbetriebs unterzeichnet hatte. Acht Jahre später wird W. am 5.5. 1941 aus seiner Staatszugehörigkeit zum Protektorat Böhmen und Mähren entlassen und auch seiner Prager Heimatrechte für verlustig erklärt. Auf der Zürcher Tagung des Internationalen P.E.N.-Zentrums (Juni 1937) protestiert W. neben anderen gegen die Ermordung des spanischen Dramatikers Federico Garcia Lorca (5.6. 1898 - 19.8. 1936) und setzt sich für Freilassung des Nobelpreisträgers Carl von Ossietzky (3.10. 1889 - 4.5. 1938) ein. Zu den wichtigsten literarischen Gesprächspartnern W.s zählen Franz Kafka, Gerhart Hauptmann (15.11. 1862 - 6.6. 1946) und Arthur Schnitzler (15.5. 1862 - 21.10. 1931). Robert Musil (6.11. 1880 - 15.4. 1942) porträtierte W. in der Gestalt des Feuermaul in seinem (unvollendeten) Roman »Der Mann ohne Eigenschaften« (1930-1952). W. wurde 1927 mit dem Tschechoslowakischen Staatspreis sowie dem Schiller-Preis, am 2.3. 1937 mit dem Österreichischen Verdienstkreuz Erster Klasse für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet. Die University of California in Berkeley (UCLA) promovierte W. am 9.7. 1943 ehrenhalber.

Werke/Erstveröff./Ausgg.: Die Katze. Erzählung eines Kranken [eher 1906 als 1908], zuerst in: [S. Fischer] Almanach. Das achtunddreißigste J. (Frankfurt/M. 1964), 92-99 (aufgenommen in: Zw. Oben u. Unten. Prosa. Tagebücher. Aphorismen. Literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 815-821); Der Weltfreund. Gedichte, Berlin[-Charlottenburg] 1911. 2., verb. Aufl. Leipzig 1912, 19204 (9.-13. Tsd.); Der Besuch aus dem Elysium (Herder-Bll. 3), Leipzig 1912; Der Diener: Herder-Bll. Jg. 1 (1912), Nr. 2, S. 24-26 (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Dritter Bd. [Berlin/Frankfurt 1954], 467-468); Die Geliebte: Herder-Bll. Jg. 1 (1912), Nr. 2, S. 23-24, erneut in: Das neue Pathos H. 1 (Berlin[-Steglitz] 1914), 14 (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 13-14); Das traurige Lokal [1912], zuerst in: Zw. Oben u. Unten. Prosa. Tagebücher. Aphorismen. Literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann (GW) (München/Wien 1975), 831-836; Rev. der Makulatur. Ein Märchen [1912], zuerst in: Zw. Oben u. Unten. Prosa. Tagebücher. Aphorismen. Literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann (GW) (München/Wien 1975), 836-839; Die Riesin. Ein Augenblick der Seele: Herder-Bll. Jg. 1 (1912), Nr. 4-5, S. 41-43 (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 15-18); Die Stagione [1912], zuerst veröff. bei: Eduard Goldstücker, Eine unbek. Novelle v. F. W.: Acta Universitatis Carolinae - Philologica Germanistica Pragensia 4 (1966), 65-83 (aufgenommen in: Zw. Oben u. Unten. Prosa. Tagebücher. Aphorismen. Literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 821-831); Die Erschaffung der Musik [1913], zuerst u.d.T. Zwei Legenden, in: Daimon. Eine Mschr. (Wien 1918), H. 3, S. 124-125 (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 47-48); Die Versuchung. Ein Gespräch des Dichters mit dem Erzengel u. Luzifer (Der jünste Tag 1), Leipzig 1913; Wir sind. Neue Gedichte, Leipzig 1913 (Dichtungen 2). Dritte neu durchgesehene Aufl., 1917 (12.-16. Tsd.); Esther, Kaiserin v. Persien [1914], zuerst in: Die Dramen. Zweiter Bd. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann (Frankfurt/M. 1959), 343-377 (daraus: Der Tod des Mose, in: Alfred Wolfenstein [Hrsg.], Die Erhebung. Jb. f. neue Dichtung u. Wertung 2 [Berlin 1920], 77-81, aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 159-162); Euripides oder Über den Krieg. Ein Dialog, Prag 1914; Knabentag. Ein Frgm. [1914 oder 1915], zuerst in: Daimon. Eine Mschr. Prolog (Wien 1918), 38-43 (erneut in: Alfred Wolfenstein [Hrsg.], Die Erhebung. Jb. f. neue Dichtung u. Wertung 2 [Berlin 1920], 71-77, aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 57-62); Ein Ulan: Das Zeit-Echo. Ein Kriegs-Tagebuch der Künstler (München 1914), H. 3, S. 26-27 (ausgenommen in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 11-12); Cabrinowitsch. Eine Erzählung. Aus einem Tagebuch aus dem J. 1915, zuerst in: Die neue Rdsch. 34 (1923), 552-558 (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 21-26); Einander. Oden Lieder Gestalten, Leipzig 1915 (Dichtungen 3), 19204 (11.-12. Tsd.); Das Bozener Buch [Frgm., 1916], erstmals in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Zweiter Bd. (Berlin/Frankfurt 1952), 389-396; Brief an einen Statsmann, in: Kurt Hiller (Hrsg.), Das Ziel. Aufrufe z. tätigem Geist (München 1916), 91-98 (aufgenommen in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 210-215); Frgm. gg. das Männergeschlecht [1916], zuerst in: Der Friede. Wschr. f. Politik, Volkswirtschaft u. Lit. Jg. 2, Nr. 48/49 (Wien 1918), 530-532 (aufgenommen in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 13-18); Gesch. v. einem Hundefreund [1916], zuerst in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg (Stockholm 1948), 29-32; Die Geliebte [II]: Die Aktion. Wschr. f. Politik, Lit., Kunst, Jg. 6, H. 43/43 (Berlin 18. 10. 1916), 599-601 (F. W.-H.) (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 33-36); Die andere Seite: Die Aktion. Wschr. f. Politik, Lit., Kunst, Jg. 6, H. 47/48 (Berlin 25. 11. 1916), 652-653 (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 27-28); Gesänge aus den drei Reichen. Ausgew. Gedichte (Der jüngste Tag 29/39), Leipzig 1917, 19172; Die christliche Sendung. Ein offener Brief an Kurt Hiller: Die Neue Rdsch. 28 (1917), 92-105 (Wiederabdr. in: Kurt Hiller [Hrsg.], Tätiger Geist. Zweites der Ziel-Jbb. [1918], 203-221); Traum v. einem alten Manne [1917], zuerst in: Die neue Dichtung. Ein Almanach (Leipzig 1918), 65-72 (erneut in: Dt. Dichtung aus Prag. Ein Sammelbuch hrsg. u. eingel. v. Oskar Wiener [Wien/Leipzig 1919], 329-335, aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 37-42); Substantiv u. Verbum. Notiz z. einem Punkt: Die Aktion. Wschr. f. Politik, Lit., Kunst, Jg.7, 6. 1. 1917, Nr. 1/2, S. 4-8; Brief an Georg Davidsohn: Die Aktion. Wschr. f. Politik, Lit., Kunst, Jg.7, 17. 3. 1917, Nr. 11/12, S. 152-154; Blasphemie eines Irren [1917 oder 1918], zuerst in: Die neue Dichtung. Ein Almanach (Leipzig 1918), 37-47 (Wiederabdr. in: Der neue Daimon. Eine Msch. F. W.-H. [Wien 1919], 22-27, aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 49-56); Die Erschaffung des Witzes [1917 oder 1918], zuerst u.d.T. Zwei Legenden, in: Daimon. Eine Mschr. (Wien 1918), H. 3, S. 121-124 (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 43-47); Begegnung über einer Schlucht [1919]: Der neue Daimon. Eine Msch. F. W.-H. (Wien 1919), 30 (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 77-78); Der Dschin. Ein Märchen: Der neue Daimon. Eine Msch. F. W.-H. (Wien 1919), 1-9 (erneut in: Max Krell [Hrsg.], Die Entfaltung. Novellen an die Zeit [Berlin 1921], 224-235, aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 63-74); Der Gerichtstag. In fünf Büchern, Leipzig 1919 (Dichtungen 5). Neue, Gekürzte Ausg. 1923, Neuausg. Berlin/Wien/Leipzig 1931; Die schwarze Messe. Romanfrgm. [1919; Kap. 7 fehlt]: Genius. Zschr. f. werdende u. alte Kunst, hrsg. v. Carl Georg Heise u. Hans Mardersteig, Jg. 2 (1920), 255-279 (vollst. aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 79-130); Die Mittagsgöttin. Ein Zauberspiel, München 1919 (Dichtungen 6), Sonderausg. (6.-7. Tsd.) 1923; Skizze z. einem Gedicht. Frgm. [1919], zuerst in: Der neue Daimon. Eine Msch. F. W.-H. (Wien 1919), 29 (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 76); Theologie. Frgm. [1919], zuerst in: Der neue Daimon. Eine Msch. F. W.-H. (Wien 1919), 28-29 (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 75-76); Der Besuch aus dem Elysium. Romantisches Drama in einem Aufzug, München 1920; Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig. Eine Novelle, München 1920, 18.-20. Tsd. 1922 (Der neue Roman) (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 163-284; engl.: Not the Murderer, in: Twilight of a World, New York 1937); Spiegelmensch. Magische Trilogie, München 1920 (Dichtungen 8), 15. Tsd. 1928; Spielhof. Eine Phantasie, München 1920, 19222 (Dichtungen 7) (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 131-158); Erfolg [Frgm., 1920 oder 1921], zuerst in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Zweiter Bd. (Berlin/Frankfurt 1952), 314-318; Arien. Für Wolff Verlag, München, aus der Ernst Ludwig Presse z. Darmstadt im Herbst 1921 gedr. (Stundenbücher 9), München 1921; Bocksgesang. In fünf Akten, München 1921 (Dichtungen 9), 19282 (aufgenommen in: Die Dramen. Erster Bd. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann [Frankfurt/M. 1959], 251-317; tschech.: Kozlí zpev. Prel. Hanus Karlach [Informativní edice Dilia 317], Praha 1991); Dramaturgie u. Deutung des Zauberspiels Spiegelmensch, München 1921; Der Schauspieler [Manuskripttitel auch: Die Entdeckung der Seele«, Fegefeuer«, »Auflösung«]. Eine mehr als spiritistische Gesch. [Frgm., 19. 5. 1921], zuerst in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Zweiter Bd. (Berlin/Frankfurt 1952), 299-313; R. W. Raudnitz: Prager Presse, Nr. 239 v. 24. 11. 1921, 5-6; Schweiger. Ein Trauerspiel. In drei Akten (Dichtungen 10), München 1922 (1.-3. Tsd.); Arthur Schnitzler z. seinem sechzigsten Geb. (15. Mai 1922): Die neue Rdsch. 33 (1922), 498-513 (erneut als: Arthur Schnitzler z. 60. Geb., in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 434-436); Bekenntnisse u. Erinnerungen [Gerhart Hauptmann z. 60. Geb.]: Die neue Rdsch. 33 (1922), 1146-1165 (aufgenommen in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 440-444); Beschwörungen (Dichtungen 11), Leipzig/München 1923 (1.-3. Tsd.); Juarez u. Maximilian. Dramatische Historie in 3 Phasen u. 13 Bildern, Berlin/Wien/Leipzig 1924. Schulausg. mit Einl. u. Anm. v. Paul Jacob, 1931; Verdi. Roman der Oper, Berlin/Wien/Leipzig 1924. Ungekürzte, neu durchges. Sonderausg. Berlin/Wien/Leipzig 1930, Stockholm 1949 (GW) (armen.: Verdi. Operayi vep. Germanenrenic' t' argamanec' Lili Ter-Minasyane, Erevan 1990; frz.: Verdi. Roman de l'opéra. Traduit de l'allemand par Alexandre Vialatte et Dora Kris, Neuchâtel 1933 = Le Méjan/Arles 1992 [Lettres allemandes]); Die Bestattung des Beins [Frgm., 16. 6. 1924], erstmals in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Zweiter Bd. (Berlin/Frankfurt 1952), 319-321; Die tanzenden Derwische [1925], in: Ewige Ggw. Zwölf Erzählungen v. Thomas Mann, Hermann Hesse, Arnold Ulitz, Heinrich Mann, Stefan Zweig, Otto Flake, Bruno Frank, Otto Stoessl, Wilhelm Schäfer, Norbert Jacques, Alfons Paquet, F. W. (Berlin 1928), 235-247 (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Erster Bd.: Krieg u. Nachkrieg [Stockholm 1948], 285-293); Die Ehe jenseits des Todes. Erzählung [Frgm., 1925 oder 1926], Erstdruck in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Zweiter Bd. (Berlin/Frankfurt 1952), 322-335; Ein Tadelzettel. Entgegnung auf Heinrich Simons »Steine des Anstoßes in W.s Verdi-Roman : Das Tage-Buch, Jg. 6, Berlin 2. 5. 1925, S. 639-642; Paulus unter den Juden, Berlin/Wien/Leipzig 1926, 1927 (11.-15. Tsd.) (aufgenommen in: Die Dramen. Erster Bd. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann [Frankfurt/M. 1959], 467-534); Pogrom [Frgm., 28. 7. 1926], zuerst in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Zweiter Bd. (Berlin/Frankfurt 1952), 336-375; Verdi u. die Romantik: Die literarische Welt, Berlin 22. 10. 1926, S. 3-4; Meine Verdi-Bearbb.: Die Bühne Jg. 3., H. 105, Wien 11. 11. 1926; Gedichte (GW 1), Berlin/Wien/Leipzig 1927; Geheimnis eines Menschen. Novellen, Berlin/Wien/Leipzig 1927, 1931 (25. Tsd.) (darin:Die Entfremdung [hs. Titelvariante: »Die Entfremdung/Berlin/Wien/Leipzig 1927, 1931 (25. Tsd.) (darin: Die Liebe einer Schwester, 1927], 7-109, aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Zweiter Bd. [Berlin/Frankfurt 1952], 59-118; engl.: Estrangement, in: Twilight of a World, New York 1937]; Geheimnis eines Menschen [1927], 111-198 [separat u.d.T.: Das Geheimnis des Saverio. Novelle (Reclams Universal-Bibl. 7184), Leipzig 1932, aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Zweiter Bd., Berlin/Frankfurt 1952; engl.: Saverio's Secret, in: Twilight of a World, New York 1937]; Die Hoteltreppe [Titelvariante: »Barbieri«, »Die Hoteltreppe«, 1927], 199-219, aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Zweiter Bd. [Berlin/Frankfurt 1952], 169-180; engl.: The Staircase, in: Twilight of a World, New York 1937; Das Trauerhaus [1927], 221-316, aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Zweiter Bd. [Berlin/Frankfurt 1952], 181-233; engl.: The House of Mourning, in: Twilight of a World, New York 1937; it.: Nella casa della gioia. Trad. di Cristina Baseggio, Parma 1993); Der Tod des Kleinbürgers. Novelle, Berlin/Wien/Leipzig 1927. Der Tod des Kleinbürgers. Mit Federzeichnungen v. Alfred Kubin, 1928 (11.-20. Tsd.) (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Zweiter Bd., Berlin/Frankfurt 1952; engl.: The Man Who Conquered Death, in: Twilight of a World, New York 1937; frz.: La mort du petit-bourgeois. Récit. Traduit de l'allemand par Alexandre Vialatte, Toulouse 1995; span.: La muerte del pequeño burgués. Tradución de Juan José Permayer y Ignacio Rived. Prólogo de Alvaro Mutis [Las islas afortunadas], [Ciudad de] México 1992); Kleine Verhälnisse. Novelle [1927], Berlin/Wien/Leipzig 1931 (1.-10. Tsd.) (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Zweiter Bd., Berlin/Frankfurt 1952; engl.: Poor People, in: Twilight of a World, New York 1937); Begegnungen mit Rilke: Das Tage-Buch, Jg. 8, H. 4, Berlin 22. 1. 1927, 140-144 (aufgenommen in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 418-433); Verdis dunkle Epoche [1927], in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann (GW) (München/Wien 1975), 349-351; Der Abituriententag. Die Gesch. einer Jugendschuld (Paul Zsolnays Bibl. zeitgenössischer Romane), Berlin/Wien/Leipzig 1928, 1931 (100. Tsd.). Schulausg. mit Einl., Anm. u. Vokabular v. Gustave O[tto] Arl, New York 1948 (engl. in :Twilight of a World, New York 1937; frz.: Le passé ressuscité. Traduit de l'allemand par Louise Faisans-Maury. Préface de Félix Bertaux, Paris 1992); Neue Gedichte, Berlin/Wien/Leipzig 1928; Barbara oder Die Frömmigkeit (GW 3), Berlin/Wien/Leipzig 1929, 1931 (51.-65. Tsd.). Sonderausg. 1933; Dramatische Dichtungen. Die Troerinnen. Juarez u. Maximilian. Paulus unter den Juden (GW 2), Berlin/Wien/Leipzig 1929 (1.-5. Tsd.); Das Reich Gottes in Böhmen. Tragödie eines Führers, Berlin/Wien/Leipzig 1930 (1.-10. Tsd.) (aufgenommen in: Die Dramen. Zweiter Bd. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann [Frankfurt/M. 1959], 7-90); Wie mein »Reich Gottes in Böhmen« entstand: Neues Wiener Journal, 5. 10. 1930; Verdis Verhältnis z. Theater: Bll. der Staatsoper u. der Städtischen Oper, Jg. 10, H. 30, Berlin Mai 1930; Die Geschwister v. Neapel. Roman (GW 4), Berlin/Wien/Leipzig 1931, 1935 (46.-48. Tsd.) (ung.: A nápolyi testvérek, Budapest 1994); Realismus u. Innerlichkeit. Rede, gehalten am 6. Mai 1931 im Kulturbund, Berlin/Wien/Leipzig 1931 (Wiederabdr. in: Zw. Oben u. Unten [Stockholm 1946], 19-64; erneut in: Zw. Oben u. Unten. Prosa. Tagebücher. Aphorismen. Literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 16-40); Der Komponist Verdi. Zur Neueinstudierung des »Troubadour«: Freiburger Theaterbll. 1931/1932, S. 292-293; F. W.Können wir ohne Gottesglauben leben? Rede,gehalten in Wien am 5. März 1932 (Reden u. Schrr. v. F.W.), Berlin/Wien/Leipzig 1932 (Wiederabdr. in: Zw. Oben u. Unten [Stockholm 1946], 67-148; erneut in: Zw. Oben u. Unten. Prosa. Tagebücher. Aphorismen. Literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 41-85); Arthur Schnitzler. Gedenkrede: Die neue Rdsch. 43 (1932), 1-4 (aufgenommen in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 436-440); Verdis »Don Carlos« u. seine Kritiker. Eine künstlerische Großtat unserer Oper u. ihre Bedeutung. Aus einem Gespräch: Neues Wiener Journal, 15. 5. 1932, S. 17 (aufgenommen in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 351-353); Die vierzig Tage des Musa Dagh. Roman. 2 Bde. (GW 5-6), Berlin/Wien/Leipzig 1933 (1.-10. Tsd.); Verdi in unserer Zeit [Vortragsms. it. 1933/dt. 1936], zuerst in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann (GW) (München/Wien 1975), 353-358; Rede an die Arbeiter in Davos: Europäische Hh. 1 (1934), 413-416; Legenden [Frgm.]. Erste Legende: Die Fürbitterin der Tiere oder Die Erlösung der Tiere [12. 7. 1935], zuerst in: Zw. Oben u. Unten. Prosa. Tagebücher. Aphorismen. Literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann (GW) (München/Wien 1975), 755-773; Schlaf u. Erwachen. Neue Gedichte, Berlin/Wien/Leipzig 1935; Der Weg der Verheißung. Ein Bibelspiel in vier Teilen, Wien 1935 (1.-10. Tsd.); Aufzeichnungen über eine Legende [1936], zuerst in: Zw. Oben u. Unten. Prosa. Tagebücher. Aphorismen. Literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann (GW) (München/Wien 1975), 773-783; Von der reinsten Glückseligkeit des Menschen. Eine Rede, gehalten vor der Völkerbundliga z. Wien im Dezember 1937 (Ausblicke), Stockholm 1937 (Wiederabdr. in: Zw. Oben u. Unten [Stockholm 1946], 151-195; erneut in: Zw. Oben u. Unten. Prosa. Tagebücher. Aphorismen. Literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 86-109); In einer Nacht. Ein Schauspiel, Wien 1937 (aufgenommen in: Die Dramen. Zweiter Bd. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann [Frankfurt/M. 1959], 179-240); Höret die Stimme. Jeremias. Roman (GW 7), Wien 1937 (1.-10. Tsd.); Twilight of a World, New York 1937; Cella oder Die Überwinder. Vers. eines Romans [1938]. Erstdr. in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Dritter Bd. (Berlin/Frankfurt 1954), 65-304, Einzelausg.: Berlin/Weimar 1970. Cella oder Die Überwinder. Vers. eines Romans. Mit einem Nachwort v. Richard Christ, Wien 1970; Pour l'amour [6.-8. 8. 1938]: Pariser Tagesztg. Le Quotidien de Paris, Nr. 912, Jg. 4, 5./6. 2. 1939, S. 3-4 (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Dritter Bd. [Berlin/Frankfurt 1954], 51-58); Die Legende vom gerissenen Galgenstrick [1938], zuerst erschienen als: El hidalgo invulnerable: Jüd. Wochenschau/Semana israelita [Buenos Aires], Jg. 2, Nr. 53 (25. 4. 1941); 54 (2. 5. 1941); 55 (9. 5. 1941); 56 (16. 5. 1941). engl.: The Bulletproof Hidalgo, in: Klaus Mann/Hermann Kesten (Eds.), Heart of Europe, an Anthology of Creative Writing in Europe (New York 1943), 558-571. dt. [unvollst.]: Die Neue Rdsch., Jg. 1948, H. 1., 30-45, vollst. in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Dritter Bd. (Berlin/Frankfurt 1954), 7-27; Ödön v. Horváth, Zeitalter der Fische. Bd. 2. Ein Kind unserer Zeit. Mit einem Nachwort v. F. W. u. einer Gedächtnisrede v. Carl Zuckmayer, Wien 1938, 1953; Betrachtungen über den Krieg von morgen, angestellt im Jänner 1938: Paneuropa 14 (1938), H. 3, S. 65-77 (aufgenommen in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 291-304); Das Geschenk der Tschechen an Europa: Das neue Tagebuch, Jg. 6, H. 38 (Paris, 17. 9. 1938), 902-905 (aufgenommen in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 312-317); Die kulturelle Einheit Böhmens: Pariser Tagesztg. Le Quotidien de Paris, Nr. 799, Jg. 3, 25./26. 9. 1938, S. 1-2 (aufgenommen in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 317-321); Das Geschenk Israels an die Menschheit. Eine Liste mit Komm.: Das neue Tage-Buch, Jg. 6, H. 48 (Paris, 26. 11. 1938), 1144-1146 (aufgenommen in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 322-329); Gedichte aus dreißig J., Stockholm 1939; Der veruntreute Himmel. Die Gesch. einer Magd. Roman, Stockholm 1939, Amsterdam 1948, Frankfurt/M. 1965 (Fischer Bücherei 9). engl.: Embezzled Heaven, New York 1940; frz.: Le paradis volé. Hist. d'une servante. Roman traduit de l'allemand par J.-T. Chambon (Coll. Métro), Nîmes 1995; it.: Il cielo rubato. Traduzione dal tedesco di Giuseppe Bianchetti, Casale Monferato 1993; Heimkehr ins Reich: Die östr. Post. Le Courier autrichien, Jg. 1, Nr. 4, Paris 1. 2. 1939, S. 1-2 (aufgenommen in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 329-333); Weißenstein, der Weltverbesserer [1939], zunächst engl.: Weißenstein, theWorld Refomer, in: Free World III, 1942 (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Dritter Bd. [Berlin/Frankfurt 1954], 59-66); Unser Weg geht weiter: Aufbau. Serving the Americanization and the Interests of the Immigrants, Vol. 6, Nr. 52, New York, Dec. 27th 1940, p. 1-2 (aufgenommen in: Zw. Oben u. Unten. Prosa, Tagebücher, Aphorismen, literarische Nachtrr. Aus dem Nachl. hrsg. v. Adolf D. Klarmann [GW] [München/Wien 1975], 333-337); Eine blaßblaue Frauenschr. Erzählung, Buenos Aires 1941. Eine blaßblaue Frauenschr. Mit einem Nachwort v. Friedrich Heer (Fischer Bibl.), Frankfurt/M. 1977 (aufgenommen in: Erzählungen aus zwei Welten. Hrsg. v. Adolf D. Klarmann. Dritter Bd. [Berlin/Frankfurt 1954], 305-391; frz.: Une écriture bleu pâle. Traduit de l'allemand apr Robert Dumont [Les livres de poche 3205], Paris 1993; hebr.: Ketav yad nasî ke-halhal, Tel Aviv 1992; span.: Una letra femenina azul pálido. Tradución de Huan José del Solar [Panorama de narrativas 306], Barcelona 1994); Das Lied v. Bernadette. Roman, London/Stockholm 1941, 1944 (11.-15.Tsd.) (engl.: The Song of Bernadette, New York 1942; hebr.: Sîrat Bernadet. Mig-germanît Sevî Arad, Tel Aviv 1991; it.: Il canot di Bernadette. Traduzione di Remo Costanzi. 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Dichtern: Die Fackel Jg. 23, Nr. 577-582 (1921), 35-38; - Ders., Überführung eines Plagiators: Die Fackel Jg. 23, Nr. 577-582 (1921), 56-59; - Ders., Er ließ etwas streichen: Die Fackel Jg. 24, Nr. 595-600 (1922), 41-48; - Ders., Kleinigkeiten: Die Fackel Jg. 25, Nr. 622-631 (1923), 76; - Ders., Ganz interessant z. hören; - Ein merkwürdiger Zwischenfall u. seine natürliche Erkl. (Vers. einer Traumanalyse): Die Fackel Jg. 27, Nr. 697-705 (1925), 24.25-27; - Ders., Keinen Seufzer, wenn ich bitten darf!: Die Fackel Jg. 29, Nr. 759-765 (1927), 105-110; - Ders., Kundgebungen: Die Fackel Jg. 31, Nr. 806-808 (1929), 67; - Ders., Barbara oder...: Die Fackel Jg. 31, Nr. 827-833 (1930), 96-102; - Ders., W.-Film wird nicht gedreht: Die Fackel Jg. 37, Nr. 917-922 (1936), 48-50; - Ernst Lissauer, Über F. W.: Das literarische Echo. Halbmschr. f. Literaturfreunde 18 (1916), H. 9, S. 536-548; - Vom jüngsten Tag dt. Dichtung: ChW 30 (1916), 939-940; - Max Brod, F. W.s »Christliche Sendung«: Der Jude. 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Klaus-Gunther Wesseling

Werkeergänzung:

Mit "Der veruntreute Himmel" verfilmte Drehbuchautor und Regisseur Ernst Marischka 1958 den 1939 erschienenen Roman des Schriftstellers Franz Werfel (1890-1945).

Bibliographieergänzung:

2009

John M. Spalek ; Sandra H. Hawrylchak, F.W. Bibliography of German editions. München 2009.

Literaturergänzung:

2007

Friedrich Buchmayr: Stufen der Entfremdung. Franz Werfels letzte Jahre in Österreich, in: Chilufim. Zeitschrift für Jüdische Kulturgeschichte 2 (2007), S. 51-97; -

2008

Thorsten Valk, Literarische Musikästhetik. Eine Diskursgeschichte von 1800 bis 1950. Frankfurt/M. 2008.

Letzte Änderung: 22.11.2009