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Band XXIV (2005) Spalten 1531-1547 Autor: Helma Pasch

WESTERMANN, Diedrich Hermann. Missionar, Kolonialberater, Völkerkundler, Sprachwissenschaftler, Phonetiker. Er gehört, zusammen mit Carl Meinhof, zu den Begründern der wissenschaftlichen Afrikanistik, deren ersten Lehrstuhl er 24 Jahre lang innehat. - * 24. Juni 1875 in Baden bei Bremen als Bauernsohn. Seiner Heimat bleibt er ein Leben lang verbunden und verbringt nach seiner Berufung an die Universität Berlin dort mit seiner Familie einen beträchtlichen Teil der Semesterferien. Sie wohnen mit der Tochter Hanna in deren Kinderheim "Taborhöhe". Nach seiner Emeritierung kehrt er endgültig nach Baden zurück und setzt hier seine wissenschaftlichen Arbeiten fort. Er stirbt am 31. Mai 1956. Die Grabrede am 4. Juni hält Erich Ramsauer. - Bereits als Volksschüler nimmt er Privatunterricht in verschiedenen Fächern, die über den Lehrplan der Volksschule hinausgehen. Nach der Schule macht er eine Lehre als Postgehilfe und arbeitet an mehreren Orten, bevor er sich bei der Norddeutschen Mission in Bremen bewirbt. Von dort wird er 1885 zur Ausbildung zum Missionsseminar nach Basel geschickt. Neben dem offiziellen Unterricht bringt er sich ohne die dafür erforderliche Erlaubnis autodidaktisch Arabisch bei. 1900 legt er sein Abschlussexamen ab und erhält noch im selben Jahr von der Norddeutschen Missionsgesellschaft den ersten Entsendeauftrag in die deutsche Kolonie Togo. Anfang 1901 reist er als Missionar in das Ewe-Gebiet von Togo, wo er in den Städten Lomé und Ho (heute Ghana) Dienst tut. Er erlernt die Ewe-Sprache und beginnt mit ihrer Erforschung. Rasch findet er einen sehr viel besseren Zugang zu dieser Sprache als seine Kollegen und entwickelt sich als erster Europäer zu einem kompetenten Sprecher. Eine Erkrankung an Schwarzwasserfieber zwingt ihn im September 1903 zur Heimreise. Hier wertet er seine Aufzeichnungen der Ewe-Sprache aus und fertigt die ersten sprachwissenschaftlichen Publikationen an, ein Übungshandbuch Deutsch für Ewe-Sprecher (1903), ein zweibändiges Wörterbuch (1905-06) sowie eine Grammatik des Ewe (1907). In Ermangelung eines Lehrbuches für Ewe wird sein Übungshandbuch Deutsch, das viele Ewe-Beispiele enthält, in Deutschland lange Zeit für den Ewe-Unterricht verwendet. In Tübingen arbeitet er mit an der Übersetzung der Bibel ins Ewe. 1905 heiratet er Katharina Claus. Sie bekommen eine Tochter, Hanna, und einen Sohn, Claus. 1906 erhält er die zweite Aussendung nach Togo, wohin er 1907 als Missionar und Sprachforscher reist. Doch krankheitsbedingt muss er noch im selben Jahr wieder heimkehren. Er beschließt das Ende seiner Missionstätigkeit und nimmt Abschied von der Norddeutschen Mission. Als Ehrenmitglied bleibt er ihr aber erhalten. Darüber hinaus sitzt er in übergeordneten Missionsgremien und arbeitet in den Vorständen mehrerer Missionsgesellschaften mit. Zu seinen neuen Aufgaben gehört die Ausbildung von Missionaren. Bei der Jahrhundertfeier der Norddeutschen Missionsgesellschaft am 18. Mai 1936 hält er den Vortrag "Volkwerdung und Evangelium unter den Ewe" (1936a). 1908 ruft Meinhof ihn als Sprachlehrer für Ewe an das 1887 gegründete Seminar für Orientalische Sprachen in Berlin an der damaligen Friedrich-Wilhelm-Universität (heute Humboldt-Universität). Ab 1909 unterrichtet er auch die Sprachen Fulfulde und Hausa, und später lehrt er zusätzlich Nama und Phonetik. Daneben arbeitet er an wissenschaftlichen Publikationen über sein in Togo gesammeltes Sprach-Material. Im selben Jahr wird er als Professor Nachfolger Meinhofs eingestellt und 1910 wird er etatmäßiger Lehrer für westafrikanische Sprachen. Neben seiner Arbeit für Missionsorganisationen und die Universität gehört er der kolonialwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Reichsforschungsrates an. Hier gehört die Schulung deutscher Kolonialbeamter zu seinem Aufgabenbereich. Westermanns disziplinübergreifenden Kenntnisse und seine Fähigkeit, in kurzer Zeit solide Forschungsergebnisse zu liefern, werden auch im Ausland geschätzt und in Anspruch genommen. So reist er 1910 auf Einladung der amerikanischen lutherischen Mission zu Sprachforschungen in den anglo-ägyptischen Sudan. Arbeitsergebnisse sind eine anthropologische und linguistische Studie über die Schilluk (1912e), eine Grammatik des Schilluk (1912f) sowie über Beschreibungen der Sprachen Nuer (1909a), Anywak (1909b), Dinka, Golo und Zande (1909c). Nach seiner Rückkehr wird er in Berlin Mitherausgeber der Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen und erst Schriftleiter, später Herausgeber der Kolonialen Rundschau. 1914 sendet ihn die genannte Gesellschaft nach Liberia, wo er Material für Beschreibungen des Gola und des Kpelle sowie ethnographisches Material über die beiden Ethnien sammeln soll. Während seines viermonatigen Aufenthaltes untersucht er auch das Mende. Das preußische Kultusministerium gewährt einen Zuschuss zu den Reisekosten und ebenso wie das Reichskolonialministerium zu den Kosten für die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse Der Ausbruch des 1. Weltkrieges zwingt ihn 1914 zur Flucht über Spanisch Guinea nach Spanien, wo er zunächst interniert wird und mehrere Jahre lebt. Er übernimmt die vakante Stelle eines deutschen Pfarrers in Barcelona und leitet die Gefangenenhilfe. Gleichzeitig arbeitet er von 1915-1919 wissenschaftlich an der Universität Barcelona. Er organisiert mehrere ethnographische Konferenzen und führt am Phonetischen Laboratorium des Institut d'Estudis Catalans phonetische Untersuchungen des West-Ewe durch. Sein Informant ist Jonathan Save de Tove, ein früherer Lehrer an der deutschen Schule in Lome, der an der deutschen Botschaft in Madrid beschäftigt ist und von dort beurlaubt wird, damit er mit Westermann arbeiten kann. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wird 1920/21 an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin eine außerordentliche Professur für afrikanische Sprachen, der erste Lehrstuhl für Afrikanistik, eingerichtet und Westermann übertragen. 1925 wird er zum Ordinarius ernannt. 1926-1939 baut er neben seiner Lehr- und Publikationstätigkeit das Institut aus. Seine aktive Teilnahme am Institut währt 30 Jahre lang, nur unterbrochen durch die Zeit des 2. Weltkrieges. Auch nach seiner Emeritierung 1950 führt er regelmäßig Lehrveranstaltungen durch. Als ehemaliger Missionar in Togo und als Direktor des Seminars für Orientalische Sprachen in Berlin nimmt Westermann 1924 an einer Konferenz in High Leigh teil, wo erstmals der Vorschlag zur Gründung eines internationalen Institutes zur Erforschung afrikanischer Sprachen und Kulturen gemacht wurde. Am 21. September 1925 beschließen er und andere führende Afrika-Wissenschaftler auf einer Konferenz in London die Gründung des International Institute of African Languages and Cultures (heute: International African Institute, IAI). Er gehört dem Gründungskommittee an, und als das Institut 1926 ins Leben gerufen wird, beruft man ihn neben dem Franzosen Henri Labouret zum Direktor, was er bis 1939 bleibt. Seine Wahl zum Direktor wird der Tatsache gerecht, dass unter dem Einfluss von Bronislaw Malinowski die Völkerkunde sich zum wichtigsten wissenschaftlichen Betätigungsfeld des Instituts entwickelt. Sie ist deshalb möglich, weil die Initiative für die Gründung des IAI nicht von der Kolonialverwaltung ausgeht, sondern primär von Missionaren, auch wenn Philologen, Anthropologen, Ethnologen und nicht zuletzt philanthropische Gesellschaften damit assoziiert sind. Damit wird dem Bedürfnis des Instituts Rechnung getragen, nationale, religiöse und intellektuelle Interessen gleichermaßen zu berücksichtigen. Als Publikationsmedium des Instituts dient die 1928 gegründete Zeitschrift Africa, deren Herausgeber Westermann wird. Ziel des Institutes ist es, eine interdisziplinäre Informationsquelle für alle die zu sein, die in Afrika forschen, arbeiten, herrschen und leben. Dazu gehört die Erarbeitung praktisch verwertbarer Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungsarbeiten, was der Sichtweise Westermanns entspricht. Als erste Publikationsreihe wird auf seinen Vorschlag (1927) hin die Monographie-Reihe African Studies herausgebracht, unterstützt von der New Yorker Carnegie Corporation. Eine der ersten Aufgaben des Institutes ist die Entwicklung eines in ganz Afrika einsetzbaren Alphabetes. Es wird 1927 unter der Westermanns Leitung erstellt, 1930 überarbeitet und ist allgemein unter der Bezeichnung Westermann Script bekannt. Nach der Veröffentlichung - gemeinsam mit Ida Ward - der Practical Phonetics (1933) erweist sich dieses Alphabet als durchschlagender Erfolg. Um die Einführung der neuen Schreibweise in Afrika zu fördern, initiiert Westermann 1928 einen Wettbewerb für Bücher afrikanischer Autoren in vernakulären Sprachen, der bis 1940 fortgeführt wird. Noch vor der Veröffentlichung des neuen Alphabets lädt der Gouverneur der Goldküste (heute Ghana) Westermann 1926 als Berater für die Einführung einer einheitlichen Rechtschreibung für die verschiedenen Sprachen des Landes ein. Ghana führt somit als erstes Land die Westermann script ein. 1928 lädt ihn die Verwaltung des Sudan zur Orthographie-Konferenz nach Rejaf ein, wo die Rechtschreibungen für die nichtarabischen Sprachen festgelegt und harmonisiert werden sollen. 1929 erhält er eine Einladung nach Nigeria mit ähnlichem Auftrag, und er unternimmt im selben Jahr eine Vortragsreise zu verschiedenen südafrikanischen Universitäten. 1933 schlägt er dem IAI die Erarbeitung eines Tribal Handbook vor, das aus finanziellen Gründen jedoch zurückgestellt und 1944 als Ethnographic Survey wieder aufgenommen wird. Auch sein Vorschlag (1939) für die Erstellung eines Handbook of African Languages muss verschoben werden. 1947 und 1948 reist er nach London und arbeitet mit M.A. Bryan am 2. Band des Handbuches, The Languages of West Africa, der 1952 erscheint. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkriegs endet sein Vorsitz des IAI und gleichzeitig seine Herausgeberschaft der Zeitschrift Africa. Nach dem Krieg nimmt er jedoch bis fast zu seinem Tode wieder aktiv an der Arbeit des Institutes teil. 1945 erhält er vom IAI eine Einladung nach London und bekommt er als einer der ersten Deutschen nach dem Kriege einen Pass und ein Einreisevisum. Als führendem Sprach-, Geschichts- und Kulturkenner Afrikas kann und will ihm das keine Seite verweigern. 1950 wird er Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes des Instituts. 1953 tritt er zurück und wird zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit ernannt. An der Preußischen Staatsbibliothek wird 1934 das Lautarchiv als Institut für Lautforschung (1945 umbenannt in Institut für Phonetik) an die Berliner Universität überführt und unter die Leitung Westermanns gestellt. Er wandelt das Institut in eine wissenschaftliche Lehr- und Forschungseinrichtung um und unterteilt es in eine linguistische und eine musikologische Abteilung sowie ein phonetisches Laboratorium. Unter seiner Anleitung werden nun auch Sprachplatten mit Aufnahmen in afrikanischen Sprachen hergestellt. Als aus der 1936 in Berlin gegründeten Gesellschaft für Phonetik auf Betreiben von Eberhard Zwirner die Internationale Gesellschaft für Phonetische Wissenschaften wird, haben Westermann und Zwirner dort als einzige Deutsche Sitz und Stimme. Das Publikationsorgan dieser Gesellschaft Archiv für vergleichende Phonetik (AVP) als Nachfolgepublikation der Zeitschrift Vox wird seit 1937 von Westermann, Trendelenburg und Selmer herausgegeben, weil Zwirner zu der Zeit diese Aufgabe nicht mehr übernehmen kann. 1939 wird Westermann ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Dadurch ist es ihm später möglich trotz der Teilung Deutschlands im Ausnahmeverfahren nach Ostberlin zu den Sitzungen der Akademie zu reisen und nach einer Weile auch seinen dortigen Lehrstuhl wieder einzunehmen. 1942 wird er Direktor der Abteilung des Deutschen Auslandswissenschaftlichen Instituts. Im selben Jahr erhält er gemeinsam mit Eberhard Zwirner den Auftrag, nach Beendigung des Feldzuges gegen Sowjetrussland eine Internationale Lautforschertagung zu veranstalten, zu der allerdings keine polnischen Wissenschaftler eingeladen werden dürfen. Als direkte Nachfolgerin des AVP gibt Westermann nach dem Krieg in der DDR ab 1947 die Zeitschrift für Phonetik und Allgemeine Sprachwissenschaft heraus. Das Erscheinen der westdeutschen Nachfolgezeitschrift Phonetica 1957 erlebt er nicht mehr. 1947 gründet er gemeinsam mit Richard Hartmann und Hermann Grapow an der Berliner Universität das Institut für Orientforschung. Als Westermann sich nach Beendigung seiner Missionarslaufbahn der wissenschaftlichen Erforschung Afrikas zuwendet, bleibt er dem Missionsgedanken verbunden, wie eine Vielzahl missions- und religionswissenschaftlicher Publikationen (1911c, 1924d, 1928b, 1930b,c, 1930b, 1931b, 1936a, 1937a, 1938b, 1939f, 1943d, 1948) zeigt. Er gibt den ausreisenden Missionaren Einführungen in die Ewe-Sprache sowie in die Grundlagen der Phonetik. Schließlich vererbt er der Norddeutschen Mission ein Grundstück zur Errichtung eines Missionserholungs- und Ferienhauses, das nach seiner Frau "Katharina-Westermann-Heim" benannt wird. Darüber setzt sich auch schon früh mit dem Islam auseinander (1906a). 1913 führt er im Regierungsauftrag eine Untersuchung (1913d, 1914a) über die Rolle des Islam in den deutschen Kolonien durch. Als fast einziger Missionar steht er dem Islam positiv gegenüber und befürwortet die Bemühungen der deutschen und britischen Kolonialmächte, die christlichen Missionen aus den muslimischen Gebieten in Nordkamerun und Nordnigeria fernzuhalten, während die Missionare mehrheitlich im Islam den Todfeind sehen, der mit allen Mitteln zu bekämpfen sei. In Deutschland setzt sich Angang des 20. Jahrh. die Erkenntnis durch, dass die Diskussion um den Islam und dessen Gefahr nicht länger auf Vermutungen, sondern auf tiefer gehendem Wissen und neueren Informationen beruhen solle. Westermann startet deshalb um 1910 mit anderen führenden Orientalisten und Islamexperten Forschungsprojekte über den Islam in Westafrika. Unterstützung dafür erhält er auch auf der Welt-Missions-Konferenz 1910 in Edinburgh, wo die Sektion für Missionsarbeit unter Muslimen ihn bittet, entsprechende Untersuchungen durchzuführen. Den Kolonialregierungen kann Westermann allerdings keine neuen Informationen liefern, und der wissenschaftlichen Forschung sind seine Ergebnisse nur schwer zugänglich geblieben. Eng mit seinem missions- und religionswissenschaftlichen Interesse verbunden ist sein kolonialkundliches (1938c,d,e, 1944b). Als Berater einer Kolonialmacht hat er eine paternalistische Einstellung und setzt sich für eine "gute" Kolonialpolitik ein. "Das Geschick des Afrikaners ist für alle absehbare Zeit mit dem des Europäers aufs engste verbunden, ja es ist von ihm abhängig, er ist der Schüler und Arbeitnehmer, wir die Lehrer und Arbeitgeber, aber auch: wir sind die Herren und er ist der Untergebene." Gleichzeitig lässt er in einer Reihe von Publikationen - entsprechend dem ethnographischen Realismus - Afrikaner direkt zu Wort kommen, ohne ihre Texte zu analysieren. Mit Bezug auf den Rang der afrikanischen Sprachen betont er im Vorwort zum Wörterbuch des Ewe (1954) sogar, dass die afrikanischen Sprachen "von nicht geringerer Bedeutung als die großen Kultursprachen" seien. Es gibt auch eine enge Verbindung zwischen seinem religionswissenschaftlichen und seinem historischen (1950a,c) und vor allem seinem völkerkundlichen Interesse. Letzteres zeigt sich besonders in der gemeinsam mit Thurnwald (1932a) veröffentlichten Studie. Umfassende anthropologische Kenntnisse der Völker Afrikas wiederum sind ihm unerlässliche Voraussetzung für eine ernsthafte Sprachforschung (1934b, 1940a, 1949b). Gleichzeitig steht die Kenntnis der Sprachen immer im Mittelpunkt, denn dadurch erst ist der Zugang zu Kultur und Geschichte möglich. Sprache ist für ihn dabei nicht nur die stimmlich geäußerte Kette von Lauten und Wörtern, sondern zu den Sprachen zählt er auch die Trommel- und andere Surrogatsprachen. Außerdem beobachtet er als erster und bislang fast einziger Afrikanist, dass in Afrika auch Tanz zur Vermittlung semantischer Inhalte eingesetzt wird (1907b). Die außerordentliche interdisziplinäre Breite, durch die sich Westermanns Werk auszeichnet, wird von seinen Schülern gern bewundernd als die "westermannsche Breite" bezeichnet. Sie bestimmt die Ausrichtung der meisten Institute für Afrikanistik bis heute: afrikanische Linguistik, Geschichte Afrikas, sowie afrikanische Kulturen und Literaturen. Als herausragende ethnologische Leistungen gelten seine Untersuchungen der Staatenbildungen südlich der Sahara (1952a) sowie über Sprache und Erziehung (1940b). Es sind seine ungewöhnliche Sprachbegabung und seine Fähigkeit Sprachen in kurzer Zeit zu analysieren und genau zu beschreiben, weshalb Westermann mehrfach von befreundeten Missionsgesellschaft mit dem Auftrag der Sprachforschung ins Feld entsandt wird. Sein Aufenthalt in Liberia (1914) dauert nicht länger als vier Monate, führt aber - neben einer ethnologischen Studie über die Völker der Kpelle und Gola - zu einer Grammatik des Gola und einer des Kpelle. Westermanns Sprachbeschreibungen zeichnen sich durch eine außerordentlich hohe Qualität aus. Seine Beschreibung des Nuer (1912) ist die erste überhaupt, und sie bleibt die beste, bis Crazzolara 1933 ein umfangreicheres Werk über diese Sprache veröffentlicht. Auch seine Beschreibung des Schilluk gilt als bahnbrechend. Bis heute unerreicht sind Qualität und Umfang der Studien Westermanns zum Ewe, durch die er berühmt wurde. Die 800 Seiten umfassende Neubearbeitung seines 1905 erschienenen Wörterbuchs des Ewe (1954) enthält weitaus mehr Einträge, mit Beispielsätzen und Hinweisen auf verwandte Wörter, Etyma und Entlehnungen, als die meisten Wörterbücher für afrikanische Sprachen und ist sicher seine größte Leistung. Nicht viele andere afrikanische Sprachen sind so detailliert und klar beschrieben. An dieser Sprache liegt ihm mehr als an allen anderen, und mit keiner anderen Sprache beschäftigt er sich annähernd lange - fast 50 Jahre. Die Überarbeitung vollendet er erst kurz vor seinem Tode. Westermann verbringt zwar nur relativ kurze Zeit, 3 Jahre, im Ewe-Sprachgebiet, er findet aber in Berlin, Barcelona und London immer wieder Informanten. Daneben wertet er auch Lautplatten und vor allem die gesamte Ewe-Literatur aus und schließlich löst er noch offene Probleme per Korrespondenz mit seinen Informanten. Zu seinen großen Leistungen gehören ferner seine Gliederungen der so genannten Sudansprachen (1911b, 1927b). Er versucht, den historisch lautvergleichenden Ansatz, mit dem Meinhof erfolgreich die genealogischen Beziehungen innerhalb der Bantusprachen nachgewiesen hatte, auf die von ihm so genannten Misch-Neger- Sprachen des Großraums Sudan anzuwenden und ein Ur-Sudanisch zu rekonstruieren. Er sieht sich aber mit ungleich schwierigerem, weil sehr viel stärker heterogenem Sprachmaterial konfrontiert. Viele seiner Ergebnisse werden von Greenberg (1955) in dessen Klassifizierung der Sprachen Afrikas aufgenommen. Westermann ist ein hart und zielstrebig arbeitender Mensch, der eine ungewöhnlich große Zahl an Publikationen verfasst. Ein besonderer "Publikums"-Erfolg ist sein Buch "Afrikaner erzählen ihr Leben" (1938f), das selbst im Kriege noch jahrelang als Bestseller sogar an den Bahnhofskiosken vertrieben wird. Von seinen Kollegen und Mitarbeitern wird er als freundlich und äußerst hilfsbereit geschildert. Einige von ihnen sehen in ihm sicherlich eine Vaterfigur, der sie vertrauen und auf die sie sich auch in schwierigen Situationen verlassen können. Einer von Westermanns Grundgedanken ist es, den Afrikaner dem Europäer näher zu bringen, und dazu gehört für ihn das Studium der afrikanischen Sprachen und Kulturen. Das ist ihm sicher gelungen. Gelegentlich wird er wegen seiner kolonialistischen Vergangenheit heftig kritisiert, auch von afrikanischer Seite. Er wird aber auch als die positive Ausnahme unter den Missionaren beschrieben. So erklärt es sich, dass er bei vielen Afrikanern ein gutes Andenken genießt, insbesondere bei den Ewe, für deren Sprache er viel so viel getan hat. 1965 veranstaltete die ehemalige Deutsche-Afrika-Gesellschaft in Togo einen Zyklus "Conférences Westermann", der aber wegen der sich ungünstig entwickelnden allgemeinen politischen Situation nicht fortgeführt werden konnte.

Werke: 1902, 'Beiträge zur Kenntnis der Yewe-Sprachen in Togo.' In: Zeitschrift für Afrikanische und Oceanische Sprachen, 6:261-290; - 1903, Übungshandbuch der deutschen Sprache für deutsche Schulen in Togo; - 1905-06, Wörterbuch der Ewe-Sprache. Band 1. Ewe-Deutsch, Band 2. Deutsch-Ewe. Berlin; - 1906a, 'Die Mohammedaner in Togo.' In: Monatsblatt der Norddeutschen Missionsgesellschaft; - 1906b, 'Übungsbuch der deutschen Sprache.' 2. Aufl. Teil I. In: Deutsche Kolonialzeitung N.F. 23:419-420; - 1907a, Grammatik der Ewe-Sprache. Berlin; - 1907b, 'Zeichensprache des Ewevolkes in Deutsch-Togo.' In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 10:1-14; - 1909a, Übungsbuch der deutschen Sprache für deutsche Schulen in Togo. 1. Teil. Bremen; - 1909b [21973] Handbuch der Ful-Sprache. Wörterbuch, Grammatik, Übungen und Texte. Berlin; - 1909c, Die Nutzpflanzen unserer Kolonien und ihre wirtschaftliche Bedeutung für das Mutterland. Berlin; 1910a, - 'Sprachstudien aus dem Gebiet der Sudansprachen.' In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 13:39-73; - 1910b, 'Bibliographische Anzeigen: Moussa Travelé. Petit Manuel Français-Bambara. Paris.' In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 13:203-204; - 1911a, Die Sprache der Hausa in Zentralafrika. Deutsche Kolonialsprachen. Berlin; - 1911b, Die Sudansprachen. Eine sprachvergleichende Studie. Abhandlungen aus dem Hamburger Kolonial-Institut, Band III. Hamburg; - 1911c, 'Die Edinburger Weltmissionskonferenz in ihrer Bedeutung für die Mission in den deutschen Kolonien,' In: Jahrbuch über die deutschen Kolonien, hrsg. von Karl Schneider, IV Jahrgang, S. 130-131, Essen; - 1912a, 'The Nuer language.' Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 15:84-141; - 1912b, 'Some notes and a short vocabulary of the Anywak language.' In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 15:142-150; - 1912c, 'Short vocabularies of the Dinka, Golo and Zande languages.' In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 15:151-154; - 1912d, 'Die Sprachverhältnisse Togos.' In: Evangelisches Missionsmagazin; - 1912e [21970] The Shilluk People. Their Language and Folklore. Philadelphia & Berlin; - 1912f [21970] A short grammar of the Shilluk language. Philadelphia & Berlin; - 1912g, The Nuer Language. Sonderabdruck aus den Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen zu Berlin. Abt. 3: Afrikanische Studien, Jahrg. 15. Berlin; - 1912h, 'Bibliographische Anzeigen: M.E. Destaing. Notes de Phonétique. (Afrique Occidentale). Extrait de Mémoires de la Société de Linguistique de Paris, tome XVI; R. Butaye, S.J. Dictionnaire Kikongo-Français et Français-Kikongo. Rouchers, A. Seidel und I. Struve, S.J. La Langue Congolaise. Grammaire, vocabularie systématique, phrases graduées et lectures. Paris; A Dictionary English-Tshi (Asante). Edited by the Basel Missionary Society. Basel 1909; An English-Accra or Gã Dictionary. Second Edition, revised and enlarged by Rev. Schöpf and Rev. L. Richter. Basel 1912; Kalat'a Bolanga na Bwambo ba Duala. Duala-Lesebuch für die Schulen der Basler Mission in Kamerun. Basel 1910,' In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 15:226-230; - 1913a, Erzählungen in Fulfulde, niedergeschrieben von Abdallah Adam. Lehrbuch des Seminars für Orient-Sprachen, Bd. XXX. Berlin; - 1913b, 'Die Mossi-Sprachgruppe im westlichen Sudan.' In: Anthropos 8:467-504, 810-830; - 1913c, 'Ein bisher unbekannter nubischer Dialekt aus Dar Fur.' In: Zeitschrift für Kolonial-Sprachen 3,3-248-251; - 1913d, 'Der Islam in West- und Zentral-Sudan' In: Die Welt des Islams, I,2:85-108; - 1913e, 'Das Seminar für Orientalische Sprachen in Berlin. Zu seinem 25jährigen Bestehen.' In: Jahrbuch über die deutschen Kolonien 6:131-5; - 1914a, 'Die Verbreitung des Islam in Togo und Kamerun,' In: Die Welt des Islams II,4:188-276; - 1914b, 'Die Grussisprachen im westlichen Sudan.' In: Zeitschrift für Kolonial-Sprachen 4,3:161-180, 4,4:312-332, 5,1:45-76; - 1915, 'Bibliographische Anzeigen. R.P.H. Trilles, C.S. Sp. Le totemisme chez les Fân. Münster. Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung. Anthropos Bibliothek Heft 4.' In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 17:264-265; - 1920, 'Die velarlabialen Laute in der Ewe-Tschi-Gruppe der Sudansprachen.' In: Zeitschrift für Eingeborenen-Sprachen 10,4:243-260; - 1920-21, 'Ein Beitrag zur Kenntnis des Zarma-Songhai am Niger.' In: Zeitschrift für Eingeborenen Sprachen 11:188-220; - 1921a, Die Gola-Sprache in Liberia. Grammatik, Texte und Wörterbuch. Hamburg: L. Friedrichsen & Co.; - 1921b, Die Kpelle. Ein Negerstamm in Liberia, dargestellt auf der Grundlage von Eingeborenen-Berichten. Quellen zur Religionsgeschichte. Gruppe 10. Göttingen & Leipzig; - 1922 [21974] Die Sprache der Guang in Togo und auf der Goldküste und fünf andere Togosprachen: Die Tobote-Sprache in Nordtogo; Die Akasele-Sprache in Nordtogo; Die Gurma-Sprache im westlichen Sudan; Die Bargu-Sprache im westlichen Sudan. Berlin; - 1923 [21939, 31949, 41969] The African Today and Tomorrow. Oxford; - 1924a [21969] Die Kpelle-Sprache in Liberia; grammatische Einführung, Texte und Wörterbuch. Zeitschrift für Eingeborenensprachen 6, Berlin; - 1924b, 'Drei Erzählungen in der Kpelle-Sprache (Liberia). In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 26:37-56; - 1924c, 'Wörterverzeichnis Deutsch-Kpelle.' In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 26-27:57-83; - 1924d, 'Mission und Schule.' In: 40 Jahre Deutsche Kolonialarbeit. Gedenkschrift zum 24. April 1924, hrsg. von Koloniale Reicharbeitsgemeinschaft, Berlin, S. 3235; - 1925, 'Das Tschi und das Guang.' In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 28,3:1-85; - 1926, 'Das Edo in Nigerien. Seine Stellung innerhalb der Kwa-Sprachen.' (Westsudanische Studien III). In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 29:32-60; - 1927a, 'Das Nupe in Nigerien. Seine Stellung innerhalb der Kwa-Sprachen.' Westsudanische Studien IV. In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 30:172-207; - 1927b, Die westlichen Sudansprachen und ihre Beziehungen zum Bantu. Mit einer Sprachenkarte von Hermann Baumann. (Beiheft zu Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen, Jahrg. XXX). Berlin; - 1927c, A Common Script for Twi, Fante, Ga and Ewe. Report ordered by H. E. the Governor to be printed by the Gold Coast Government Printer, Accra; - 1927d, Memorandum I. Practical Orthography of African Languages. London; - 1927e, 'Laut, Ton und Sinn in Westafrikanischen Sudansprachen.' In: Sprachwissenschaftliche und andere Studien, Carl Meinhof gewidmet, S. 315-328. Glückstadt & Hamburg; - 1928a, 'Die westatlantische Gruppe der Sudansprachen.' (Westsudanische Studien V). In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 31:63-86; - 1928b, 'Gottesvorstellungen in Oberguinea.' In: Africa 1:189-210; - 1928c, 'A visit to the Gold Coast.' In: Africa 1:107-112; - 1928d, Report of the Rejaf Language Conference. London; - 1928e [21973] Evefiala or Ewe-English dictionary: Gbesela Yeye or English-Ewe dictionary. Berlin: Dietrich Reimer (Neuauflage durch Kraus, Nendeln); - 1929a, 'Das Ibo in Süd-Nigerien. Seine Stellung innerhalb der Kwa-Sprachen.' (Westsudanische Studien II). In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 1-31; - 1929b, 'The linguistic situation and vernacular literature in British West Africa.' In: Africa 2:337-352; - 1930a [21952, 31954] A Study of the Ewe Language. Oxford University Press; - 1930b, 'Mission und Volkstum.' In: Der Kolonialfreund 1930,3; - 1930c, Kwadzo Afelevo. Ein Bericht über den Yehwekult, hrsg. mit deutscher Übersetzung und Anmerkungen von D. Westermann. In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 33,3; - 1931a, Afrikanische Dialekte. Texte in der Ge-Mundart des Ewe, bearbeitet von D. Westermann. Preussische Staatsbibliothek. Berlin; - 1931b, 'The missionary as an anthropological field-worker.' In: Africa 4:164-178; - 1931c, 'Kindheitserinnerungen des Togonegers Bonifatius Foli. In der Ge-Mundart des Ewe niedergeschrieben und übersetzt.' In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 34:1-69; - 1932a, Guang-Texte in der Mundart der Landschaft Nkunya, Togo. Berlin; - 1932b, 'Die heutige und frühere Bevölkerung von Togo.' In: Koloniale Rundschau (hrsg. von Hans Ramsav) 9-12:489-495; - 1932c, 'Guang-Texte in der Mundart der Landschaft Nkunya.' In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 35:1-85; - 1932d, 'Arbeiten und Ziele des International African Institute.' In: Zeitschrift für Ethnologie 64:135-138; - 1933a, 'Die Animere-Sprache in Togo. Nach Aufnahmen von A. Mischlich.' In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 36:1-7; - 1933b, 'Drei Dialekte der Tem in Togo: Cãla, Delo und Bagó. Nach Aufnahmen von A. Mischlich.' In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 26:7-33; - 1934a, Rapport présenté à la commission Internationale de Coopération Intellectuelle sur l'état actuel de la romanisation en Afrique (S. 27-35), Adoption universelle des caractères latins (9-197). Paris: Institut International de Coopération Intellectuelle; - 1934b, 'A standard Hausa dictionary.' In: Africa 7:371-374; - 1934c, 'Standardization of African languages.' In: Oversea Education 6,1:1-7; - 1935a, 'Charakter und Einteilung der Sudansprachen.' In: Africa 8,2:129-148; - 1935b, 'Nominalklassen in westafrikanischen Klassensprachen und in Bantusprachen.' In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 38:1-52; - 1935c, Die Glidyi-Ewe in Togo. Züge aus dem Gesellschaftsleben (Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen, Beiband Jg. 38). Berlin: Walter de Gruyter; - 1936a, Volkwerdung und Evangelium unter den Ewe [Vortrag bei der Jahrhundertfeier der Norddeutschen Missionsgesellschaft am 18. Mai 1936] In: Neue Allgemeine Missionszeitschrift, Bremen; - 1936b(?), 'The Chameleon and the Sun-God Lisa on the West African Slave Coast.' s.a.s.l.; - 1937a [21977] Africa and Christianity (Duff Lectures, 1935). London, New York: Oxford University Press; - 1937b [21942] Der Afrikaner heute und morgen. Berlin; - 1937c, 'Die Naturvölker im Kulturwandel.' In: Tagungsberichte der Gesellschaft für Völkerkunde. 2. Tagungsband 1936, S. 11-15; - 1937d, 'Laut und Sinn in einigen westafrikanischen Sudan-Sprachen,' In: Archiv für vergleichende Phonetik 1:154-172, 193-211; - 1938a, 'The Changing African.' In: Research and Progress 1,2:56-58; -1938b, 'SO, der Gewittergott der Ewe.' In: Zeitschrift für Ethnologie 70:52-59; - 1938c, 'Die Eingeborenenverwaltung in Westafrika.' In: Deutsche Kolonialzeitung 51,2:27-41; 1938d, 'Afrikaner im Umbruch.' In: Deutsche Kolonialzeitung 51,2:27-41; 1938e, 'Die Völker Afrikas heute und morgen.' In: Scientia 32,4:221-228; - 1938f, Afrikaner erzählen ihr Leben. Elf Selbstdarstellungen afrikanischer Eingeborener aller Bildungsgrade und Berufe aus allen Teilen Afrikas. Berlin: Evangelische Verlagsanstalt und Essen: Essener Verlagsanstalt; - 1939a [21961] Die Ewe-Sprache in Togo; eine praktische Einführung. Berlin: W. de Gruyter (überarbeitete Neuauflage von 1902); - 1939b, La langue ewe du Togo; méthode pratique. Berlin (s.n.) und Lome (s.n.); - 1939c, 'The study of African languages: present results and future needs.' In: Africa 12:12-26; - 1939d, 'Notes on a collection of linguistic material.' In: Africa 12:350-357;- 1939e, 'Deutsche Sprachforschung in Afrika.' In: Zeitschrift für Politik 29:70-77; - 1939f, 'So, der Gewittergott der Ewe. In: Festschrift Bernhard Ankermann zum 80. Geburtstag gewidmet, S. 152-159. Leipzig, Berlin; - 1940a, Afrikanische Tabusitten in ihrer Einwirkung auf die Sprachgestaltung. Berlin, Abhandlungen der Preussischen Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse; - 1940b, 'Sprache und Erziehung.' In: Völkerkunde von Afrika, hrsg. von Hermann Baumann, Richard Thurnwald, und Diedrich Westermann; - 1941a, Afrika als europäische Aufgabe. Berlin; - 1941b, 'Wir und die Eingeborenen.' In: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin 1-2:59-73; - 1941c, 'Züge aus der Geschichte des Reiches Dahome.' In: Archiv für Anthropologie, Völkerforschung und kolonialen Kulturwandel. Neue Folge 27,1-2:1-10; - 1942a, Der Afrikaner heute und morgen. Essen, 348 S.; - 1942b, 'Die Aufgaben der kolonialen Sprachforschung.' In: Afrika, Studien zur Auslandskunde 1,1; - 1942c, 'Völkerbewegungen in Afrika.' In: Forschungen und Fortschritte 18. Jahrgang; - 1943a, Der Wortbau des Ewe. Abhandlungen der Preussischen Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Berlin. 23 S; - 1943b, 'Beziehungen zwischen Völkerkunde und Sprachforschung, dargelegt am Wörterbuch der Ewe-Sprache.' Gemeinsame Tagung der Fachgruppen Koloniale Völkerkunde, koloniale Sprachforschung, koloniale Rassenforschung. Kolonialwissenschaftliche Abteilung, Reichsforschungsrat, Deutsche Forschungsgemeinschaft. Tagungsband 1, hrsg. von Günter Wolf, S. 80-95. Berlin; - 1943d, 'Der Erdherr und die Verehrung der Erde in Afrika.' In: Scientia, 37,3-4:4; - 1943e, 'Neue Sprachforschungen in Zentralafrika.' In: Afrika, Studien zur Auslandskunde 2:123-127; - 1943f, 'Jan Cuny.' In: Afrika, Studien zur Auslandskunde 2:1-3; - 1943g, 'Neue Sprachforschungen in Zentralafrika.' In: Afrika, Studien zur Auslandskunde 2:123-128; - 1944a, 'Das Oxoriok. Eine Sprachliche Skizze. Nach Aufnahmen von A.C. Beaton. In: Afrika, Studien zur Auslandskunde 3:19-46; - 1944b, 'Koloniale Nachkriegspläne.' In: Afrika, Studien zur Auslandskunde 3,2:73-82; - 1944c, 'Form und Funktion der Reduplikation in einigen westafrikanischen Sprachen.' In: Afrika, Studien zur Auslandskunde 3,2:83-104; - 1947, Pluralbildung und Nominalklassen in einigen afrikanischen Sprachen. Berlin, (Abhandlungen der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Jahrgang 1945/46,1). 22 S.; - 1949a, Sprachbeziehungen und Sprachverwandtschaft in Afrika. (Sitzungsberichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Philosophisch-historische Klasse; 1948:1). Berlin; - 1949b, 'Der Afrikaner und seine Geschichte. Ethnologisches und Etymologisches aus Afrika.' In: Passat 1. Hamburg; - 1949c, 'Professor Ida C. Ward.' In: Phonetica 3,5-6:386-388; - 1950a, Die Volkwerdung der Hausa. Sitzungsberichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Philosophisch-historische Klasse n. 11. Berlin: Akademie-Verlag 1949; - 1950b, 'Professor Ida Ward: An appreciation.' In: Africa 20:2-4; - 1950c, 'Völkerbewegungen auf der Gold- und Sklavenküste in Westafrika.' In: Beiträge zur Gesellungs- und Volkswissenschaft, Richard Thurnwald zum 80. Geburtstag gewidmet, hrsg. von Ilse Tönnies; - 1951a, 'Die Sprache der Pygmäen.' In: Zeitschrift für Phonetik und Allgemeine Sprachwissenschaft 5:233-240; - 1951b, 'Kulturelle Wandlungen und Anpassungen in Westafrika.' In: Sociologus 1:32-43; 69-116; - 1952a, Geschichte Afrikas. Staatenbildungen südlich der Sahara. Köln; - 1952b, 'African linguistic classification,' (Rezension von Greeenberg: Studies in African linguistic classification) In: Africa 22:250-527; - 1952c, 'Nationalismus in Afrika.' In: Zeitschrift für Geopolitik 23; - 1952d, 'Traditionelle Sozialordnung und Arbeitskraftfrage in Afrika. Ein Kolonisationswerk am Niger als Beispiel.' In: Zeitschrift für Geopolitik 23; - 1952/53, Eva L.R. Meyerowitz. Akan Traditions of Origin. London 1952. Rezension. In: Afrika und Übersee 37:134-144; - 1953a, Ältere Beziehungen zwischen Goldküste und Dahome.' In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Math.-nat. Reihe, 3; - 1953b, 'Günter Wagner.' In: Afrika und Übersee 37,2:49; - 1954a, Wörterbuch der Ewe-Sprache. Akademie der Wissenschaften - Institut für Orientforschung. Veröffentlichung 8 (einbändige stark überarbeitete und erweiterte Neuauflage von 1909) Berlin.; - 1954b, 'Siegismund Wilhelm Koelle. Ein Pionier der Sprachforschung.' In: Afrika und Übersee 38,2:49-51; - 1954c, 'Dorothy Brackett.' Africa 24:1-2; - 1954/55, 'Texte in der Ge-Mundart des Ewe.' In: Afrika und Übersee 39,1:1-7; 39,3:119-127; - 1955, 'Südwanderungen ostafrikanischer Bantustämme.' In: Von fremden Ländern und Kulturen, H. Plischke zum 65. Geburtstag gewidmet, hrsg. von Werner Lang et al.; - 1960, A study of the Ewe Language (übersetzt von A. L. Bickford-Smith). London; - 1961, Die Ewe-Sprache in Togo. Eine praktische Einführung. Berlin, Neuauflage von 1939, bearbeitet von E. Kähler-Meyer; - 2001, Onze autobiographies d'Africains par Diedrich Westermann, übersetzt von Lilias Homburger, mit einer Einführung von Janos Riesz und Yves Marguerat. Lomé, Haho, Paris.

Monographien und Buchaufsätze in Kooperation: Hegner, Hermann und Diedrich Westermann, 1909, Nama-Grammatik. In: Lehrbuch der Nama-Sprache, S. 45-101, hrsg. von C. Meinhof. Berlin; - Westermann Diedrich, E. Funke, und A. Mischlich (Mitarbeiter), 1922, 'Vier Sprachen aus Mitteltogo. Likpe, Bowili, Akpafu und Adele, nebst einigen Resten der Borosprache.' In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 24:1-59; - Westermann, Diedrich und H. J. Melzian, 1930, The Kpelle Language in Liberia. Grammatical Outline, Colloquial Sentences, and Vocabulary. Berlin; - Diedrich Westermann und Richard Thurnwald, 1932a [21948] The Missionary and Anthropological Research. Memorandum 8. London; - Rattray, R. S. und Diedrich Westermann, 1932b, The Tribes of the Ashanti Hinterland. Oxford; - Westermann, Diedrich und Ward, Ida C., 1933 [21948] Practical Phonetics for Students of African Languages. London; - Hermann Baumann, Richard Thurnwald und Diedrich. Westermann (Hrsg.); 1940, Völkerkunde von Afrika. Essen; Baumann, Hermann und Diedrich Westerman, 1948 [21957], Les Peuples et les Civilisations de l'Afrique, suivi de Les langues et l'éducation. Paris; - Westermann, Diedrich und Daryll Forde; 1950, 'Ida Caroline Ward.' In: Africa 20:1-5; - Westermann, Diedrich und Margaret Arminel Bryan, 1952, The Languages of West Africa. Handbook of African Languages, Bd. II. London; New York:

Herausgeber: Afrika, Studien zur Auslandskunde (1942-1944); Koloniale Rundschau (seit 1910 Schriftleiter, später Herausgeber); Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen, seit 1910 als Nachfolger von Carl Meinhof Mitherausgeber: Afrikanische Studien, zusammen mit C. Velten und J. Lippert, ab 1911 mit C. Velten, ab 1922 bis 1936 als Alleinherausgeber; Africa (1928-1939), ab 1929 in Zusammenarbeit mit Dorothy Bracket; Archiv für vergleichende Phonetik (seit 1937); Zeitschrift für Phonetik und Allgemeine Sprachwissenschaft (seit 1947).

Lit.: Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 704, online: http://www.stub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/dfg-projekt/Lexikon-Texte/w/Westermann.html (28.10.2004); - Westermann, Diedrich, 1921, 'Vorwort.' In: Die Kpelle. Ein Negerstamm in Liberia, S. V-VIII; - Lugard, F.D., 1928, 'The International Institute of African Languages and Cultures,' Africa 1:1-12; - Encyclopedia Universal Ilustrada Europeo-Americana, 1930, Bd. 70; 'Westermann, Diedrich.' Bilbao; Der Große Brockhaus, 1935, Bd. 20, 'Westermann, Diedrich.' Leipzig; - Melzian, H.J., 1935, 'Bibliographische Berichte. Lautbibliothek. Texte zu den Sprachplatten des Instituts für Lautforschung an der Universität Berlin, Nr. 47. - Afrikanische Sprachen: Fante, unter der Leitung von D. Westermann bearbeitet von Norbert Wohlgemuth. In: Mitteilungen des Seminars für Orientalische Sprachen 38:236-237; - Westermann, Diedrich, 1954, 'Vorwort.' In: Wörterbuch des Ewe, S. 1-3; - Lukas, J., 1956, 'In Memoriam Diedrich Westermann.' In: Afrika und Übersee 61:1-2; - Forde, Daryll, 1956, 'Diedrich Westermann.' In: Africa 26:329-331; - Zwirner, Eberhard, 1957, 'Vorwort.' In: Phonetica 1:1-2; - Herzog, Rolf, 1957, 'Diedrich Westermann. Nachruf und Auswahlbibliographie.' In: Zeitschrift für Ethnologie 83; - Hintze, Ursula, 1957, 'Diedrich Westermann. Schriftenverzeichnis und einige biographische Daten.' In: Mitteilungen des Instituts für Orientforschung V:45-83; - Brauner, Siegmund, Irmtraud Herms und Karsten Legère, 1975, 'Diedrich Westermann (1875-1956). Werdegang, Leistungen, Widersprüche und Irrwege eines bürgerlichen Afrikanisten. In: Zeitschrift des Zentralen Rates für Asien-, Afrika- und Lateinamerikawissenschaften; - Ramsauer, Erich, 1975, 'Erinnerungen an Diedrich Westermann.' In: Jahrbuch der Norddeutschen Missions-Gesellschaft Bremen, S. 76-82, - Dammann, Ernst, 1976, 'Die Bedeutung von Diedrich Westermann.' In: Internationales Afrikaforum 12:174-179; - Meyers Enzyklopädisches Lexikon, 1979, Bd. 25, 'Westermann, Diedrich [Hermann]'; - Wallis, Barry M. 1981. Diedrich Westermann's "Die westlichen Sudansprachen" and the classification of the languages of West Africa. Ann Arbor, Michigan; - Mosen, Markus, 1991, Der koloniale Traum: angewandte Ethnologie im Nationalsozialismus. Mundus-Reihe Ethnologie 44. Bonn; - Simon, Gerd und Joachim Zahn, 1992, 'Nahtstellen zwischen sprachstrukturalistischem und rassistischem Diskurs: Eberhard Zwirner und das "Deutsche Spracharchiv" im Dritten Reich.' In: Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie 46:241-260, online: http://homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/obst.pdf ((28.10.2004); - Holger Weiss, 2000, 'German Images of Islam in West Africa,' In: Sudanic Africa 11:53-93, online, http://www.valt.helsinki.fi/kmi/Julkais/WPt/1999/wp999.htm, http://www.hf.uib.no/smi/sa/11/11German.pdf (28.10.2004); - Benjamin Nicholas Lawrance, 2000. 'Most obedient servants. The politics of language in German colonial Togo,' In: Cahiers d'Etudes Africaines 159, online: http://etudesafricaines.revues.org/document27.html (28.10.2004); - 2000. Humbold Universität Berlin. http://www.hu-berlin.de/presse/unibuch/HU-Image_Deutsch.pdf (28.10.2004); - Alsheimer, Rainer, Rohdenburg, Günther (Hrsg.), 2001, LebensProzesse: Biografisches aus der Geschichte der Bremer Westafrika-Mission. Bremen; - Youssouf Diallo, 2001, 'L'africanisme en Allemagne hier et aujourd'hui', In: Cahiers d'Etudes Africaines 161, online: http://etudesafricaines.revues.org/document65.html (28.10.2004); - British Library of Political and Economic Science, IAI International African Institute, 1925-1991, online: http://library-2.lse.ac.uk/archives/handlists/IAI/m.html (28.10.2004); - Kwasi Wiredu, introduction to the Ghanaian tradition of the philosophy, online, http://www.crvp.org/book/Series02/II-1/introduction.htm (28.10.2004); - Encyclopaedia Britannica, 2004, 'Diedrich Westermann', - Encyclopædia Britannica Premium Service, http://wwwa.britannica.com/eb/article?eu=78683 (28.10.2004); - British Library of Political and Economic Science (s.d.) 'IAI - International African Institute 1925-1991, online, http://library-2.lse.ac.uk/archives/handlists/IAI/m.html (28.10.2004); - Lamin Sanneh, s.a. The Yogi and the Commissar: Christian Missions and the African Response, online http://www.asu.edu/clas/religious_studies/home/yc.html (28.10.2004).

Helma Pasch

Letzte Änderung: 28.01.2005