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Band XIII (1998) Spalten 1166-1168 Autor: Wilhelm Kohl

WILBRAND von Oldenburg, Bischof v. Paderborn und Utrecht, * vor 1180, E: Heinrich II. Graf von Oldenburg († 1197 auf dem Kreuzzug in Syrien) und Beatrix v. Hallermund, + 26.7. 1233 in Zwolle, beigesetzt St. Servatius in Utrecht. - W. entstammte der gräflichen Linie zu Wildeshausen. Sein Bruder Egilmar, Domherr zu Münster und Propst von Friesland, starb, wie der Vater, 1217 im Hl. Land, wo auch seine Oheime Wilbrand v. Hallermund und Otto v. Oldenburg, Bischof von Münster, den Tod fanden. Sein Oheim Gerhard v. Oldenburg war Bischof v. Osnabrück (1192-1216), dann Erzbischof v. Bremen (1216-1219). Um den geplanten Kreuzzug Kaiser Ottos IV. vorzubereiten, unternahm W. in Begleitung des Hochmeisters Hermann v. Salza 1211/12 eine Erkundungsreise in den Orient, über die er einen Bericht, besonders über die Befestigungen, erstattete. W. besaß die Dompropsteien zu Hildesheim und Utrecht sowie die Propstei St. Nicolai zu Magdeburg. Nach dem 27.9.1225 wurde er in Paderborn zum Bischof gewählt und empfing von Kaiser Friedrich II. die Regalien, an dessen Hof er sich 1223/24 aufgehalten hatte. Papst Honorius III. beauftragte ihn im Januar 1227, in seiner Diözese gegen alle Kaisergegner vorzugehen. Die Edelherren von Schwalenberg wurden niedergeworfen. Am 2.2. 1226 übertrug ihm Kardinallegat Konrad v. Urach die Bistümer Münster und Osnabrück zur Verwaltung, deren Bischöfe wegen Beteiligung an der Ermordung Erzbischof Engelberts von Köln (7.11. 1225) abgesetzt worden waren. 1227 weilte W. als kaiserlicher Gesandter in Italien. Wegen seiner kriegerischen Begabung wurde ihm nach dem Tode Bischof Ottos zur Lippe (+ 1.8. 1227) das von Aufruhr geschüttelte Bistum Utrecht übertragen. In langwierigen Kämpfen versuchte er, die Bauern der Drenthe zu unterwerfen. Das kreuzzugsartige Unternehmen diente später dem Erzbischof von Bremen als Vorbild für den Feldzug gegen die Stedinger Bauern, die sich gegen ihn und die Grafen v. Oldenburg empört hatten. W. fand sein Grab in der Kirche des von ihm gegründeten Zisterzienserinnenklosters St. Servatius in Utrecht.

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Werke: Barthold Nihusius (hrsg.), Itinerarium terrae sanctae auctore Willebrando ab Oldenburg canonico Hildesemensi (In: Leo Allatus, Symmicta sive opusculorum graecorum et latinorum vetustiorum ac recentiorum libri duo, Coloniae Agrippinae 1653, 121-152; auch in: J.C.M. Laurent, Peregrinatores medii aevi quatuor2, Leipzig 1873, 162-190).

Lit.: Nicolaus Schaten, Annalium Paderbornensium pars I, Monasterii Westphalorum 1774, 711-719; - Wilhelm Heda, Historia episcoporum Ultraiectensium. Notis illustrata ab Arnoldo Buchelio (In: Johannes de Beka, Wilhelmus Heda, De episcopis Ultraiectinis rec. ab Arnoldo Buchelio pars II, Ultraiecti 1643, 204-205); - J.C.M. Laurent, W.s von Oldenburg Reise nach Palaestina und Kleinasien, Hamburg 1859; - (NN) v. Alten, Zur Chronologie der Hildesheimischen Bischöfe Siegfried I. und Conrad II. und der zu ihrer Zeit erscheinenden Hildesheimer Dompröbste (In: Zeitschrift d. Histor. Vereins f. Niedersachsen 1869, 1-66, hier 8-13); - Johann Caspar Möller, Geschichte der Weihbischöfe von Osnabrück, Lingen 1887, 17-22; - Wilhelm Pelster, Stand und Herkunft der Bischöfe der Kölner Kirchenprovinz im Mittelalter, Weimar 1909, 52; - A. Kohnen, Die Grafen von Oldenburg-Wildeshausen, Oldenburg 1913 (auch in: Jahrb. d. Geschichtsvereins f. d. Herzogtum Oldenburg 22, 1914, 60-154, hier 102, 106-107); - W.R. de Jong, Geschiedenis van het bisdom Utrecht in de middeleeuwen, Utrecht 1926, 41-42; - Willy Cohn, Hermann von Salza, Breslau 1930, 3-15; - Oriens Christianus 40, 1956, 114-117; - Helmut Lahrkamp, Mittelalterliche Jerusalemfahrten und Orientreisen westfälischer Pilger und Kreuzritter (In: Westfäl. Zeitschrift 106, 1956, 269-346, hier 288-292); - Regnerus Richardus Post, Kerkgeschiedenis van Nederland in de Middeleeuwen 1, Utrecht/Antwerpen 1957, 166-168; - Franz Baron Freytag von Loringhoven, Europäische Stammtafeln 32, 1958, Taf. 11: Die Grafen von Oldenburg 1; - Christian Dolfen, Das Taufbecken des Domes zu Osnabrück (In: Osnabrücker Mitteilungen 72, 1964, 25-37); - M.P. van Buitenen, De Sint-Servatius-Abdij en Utrechts stadsuitleg (In: Archief voor de Geschiedenis van de Katholieke Kerk in Nederland 13, 1971, 317-334, hier 317-323); - Hans-Jürgen Brandt (u.) Karl Hengst, Die Bischöfe und Erzbischöfe von Paderborn, Paderborn 1984, 121-123; - Hans Goetting, Die Hildesheimer Bischöfe von 815 bis 1221 (1227), Berlin/New York 1984 (Germania Sacra N.F. 20), 522-524; - Bernd Ulrich Hucker, W. v. O.-Wildeshausen, Administrator der Bistümer Münster und Osnabrück, Bischof von Paderborn und Utrecht, gest. 1233 (In: Jahrbuch für das Oldenburgische Münsterland 1994, 60-70); - Wilhelm Wattenbach, Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts, Berlin 1886, 317; - ADB 42, 1897, 474-476 (Heyd); - ADB 43, 1898, 260-262 (Willebrand: J.C. van Slee); - LThK2 10, 1965, 1122-1123 (Helmut Lahrkamp); - Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg hrsg. von Hans Friedl, Wolfgang Günther, Hilke Günther-Arndt, Heinrich Schmidt, Oldenburg 1992, 795.

Wilhelm Kohl

Literaturergänzung:

Peter Halfter, Eine Beschreibung Kilikiens aus westlicher Sicht. Das Itinerarium des Wilbrand von Oldenburg, in: Oriens Christianus 85 (2001), 176-203.

Letzte Änderung: 09.04.2011