WILLIBALD, Hl., * um 700 in Wessex (Südengland), + 7.7. 787,
Bruder des Hl. Wunibald und der Hl.Walburga. Seine Vita wurde von
der Nonne Hugeburc verfaßt, einer gebürtigen Angelsächsin und Verwandten
des Heiligen, die am Kloster Heidenheim an der Brenz lebte. Sie beruht
auf einem mündlichen Bericht W.s selbst vom 23.6. 778 und entstand
sicherlich noch zu dessen Lebzeiten. Hugeburc stellt die Wallfahrten
des Hl. in den Mittelpunkt, in ihrem ansonsten nüchtern sachlichen
Text finden sich jedoch auch einzelne Entlehnungen aus älteren Reisebeschreibungen.
- W. hatte sich von 705 bis 720 im Kloster Waltham (heute Bishops-Waltham)
aufgehalten. Um 720 verließ er England und unternahm fromme Reisen,
die ihn mit jeweils mehrjährigem Aufenthalt nach Rom, Palästina und
weiteren Stätten der Bibel (723-727) sowie nach Konstantinopel (727-729)
führten. Er weilte anschließend zehn Jahre in Montecassino, bis er
739 von Papst Gregor III. in die deutsche Mission unter Bonifatius
berufen und nach Eichstätt geschickt wurde. Dort empfing er 740 die
Priester-, am 21.10.741 in Sülzenbrücken bei Erfurt von Bonifatius
die Bischofsweihe. Ob diese für Eichstätt gedacht war bzw. wann hier
eine Diözese förmlich errichtet wurde, ist sehr umstritten. W. gründete
752 die Abtei Heidenheim, 754 die Zelle Solas in Solnhofen und nahm
742/743 am Concilium Germanicum, 762 (registriert als »Willibaldus
episcopus de monasterio Achistadi«) an der Synode von Attigny teil.
Von Eichstätt aus entwickelte er eine rege Missionstätigkeit unter
Bayern, Franken und Schwaben.
Lit.: BHL 8931; - M.Mengs, Schrifttum zum Leben und
zur Verehrung der Eichstätter Diözesanheiligen, 1987 (Bibliographie);
- A.Baumstark, Abendländische Palästinapilger des ersten Jahrtausends
und ihre Berichte, 1906, 10f.; - B.Bischof, Wer ist die Nonne
von Heidenheim?, in: StMBO 18(1931) 387-388; - E.Gottschaler,
Hugeburc von Heidenheim, 1973; - G.Pfeiffer, Erfurt oder Eichstätt?
Zur Biographie des Bischofs Willibald, in: Festschrift für Walter
Schlesinger, II, 1974, 137-161; - Vita Willibaldi episcopi Eichstetensis,
in: A.Bauch, Quellen zur Gesch. der Diözese Eichstätt, 21984,
13-122 (mit Einl., dtsch. Übers. und Kommentar); - St.Willibald
787-1987, Beiträge zum Jubeljahr, 1987 (=StMBO 98); - H.Dickerhof
- E. Reiter - St. Weinfurter (Hrsgg.), Der hl. Willibald- Klosterbischof
oder Bistumsgründer?, 1990.