Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres

NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie vierzehntägig über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.

Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!



Band XIII (1998) Spalten 1335-1336 Autor: Georgios Makris

WILLIBALD, Hl., * um 700 in Wessex (Südengland), + 7.7. 787, Bruder des Hl. Wunibald und der Hl.Walburga. Seine Vita wurde von der Nonne Hugeburc verfaßt, einer gebürtigen Angelsächsin und Verwandten des Heiligen, die am Kloster Heidenheim an der Brenz lebte. Sie beruht auf einem mündlichen Bericht W.s selbst vom 23.6. 778 und entstand sicherlich noch zu dessen Lebzeiten. Hugeburc stellt die Wallfahrten des Hl. in den Mittelpunkt, in ihrem ansonsten nüchtern sachlichen Text finden sich jedoch auch einzelne Entlehnungen aus älteren Reisebeschreibungen. - W. hatte sich von 705 bis 720 im Kloster Waltham (heute Bishops-Waltham) aufgehalten. Um 720 verließ er England und unternahm fromme Reisen, die ihn mit jeweils mehrjährigem Aufenthalt nach Rom, Palästina und weiteren Stätten der Bibel (723-727) sowie nach Konstantinopel (727-729) führten. Er weilte anschließend zehn Jahre in Montecassino, bis er 739 von Papst Gregor III. in die deutsche Mission unter Bonifatius berufen und nach Eichstätt geschickt wurde. Dort empfing er 740 die Priester-, am 21.10.741 in Sülzenbrücken bei Erfurt von Bonifatius die Bischofsweihe. Ob diese für Eichstätt gedacht war bzw. wann hier eine Diözese förmlich errichtet wurde, ist sehr umstritten. W. gründete 752 die Abtei Heidenheim, 754 die Zelle Solas in Solnhofen und nahm 742/743 am Concilium Germanicum, 762 (registriert als »Willibaldus episcopus de monasterio Achistadi«) an der Synode von Attigny teil. Von Eichstätt aus entwickelte er eine rege Missionstätigkeit unter Bayern, Franken und Schwaben.

Lit.: BHL 8931; - M.Mengs, Schrifttum zum Leben und zur Verehrung der Eichstätter Diözesanheiligen, 1987 (Bibliographie); - A.Baumstark, Abendländische Palästinapilger des ersten Jahrtausends und ihre Berichte, 1906, 10f.; - B.Bischof, Wer ist die Nonne von Heidenheim?, in: StMBO 18(1931) 387-388; - E.Gottschaler, Hugeburc von Heidenheim, 1973; - G.Pfeiffer, Erfurt oder Eichstätt? Zur Biographie des Bischofs Willibald, in: Festschrift für Walter Schlesinger, II, 1974, 137-161; - Vita Willibaldi episcopi Eichstetensis, in: A.Bauch, Quellen zur Gesch. der Diözese Eichstätt, 21984, 13-122 (mit Einl., dtsch. Übers. und Kommentar); - St.Willibald 787-1987, Beiträge zum Jubeljahr, 1987 (=StMBO 98); - H.Dickerhof - E. Reiter - St. Weinfurter (Hrsgg.), Der hl. Willibald- Klosterbischof oder Bistumsgründer?, 1990.

Georgios Makris

Letzte Änderung: 08.12.1998