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Band XIII (1998) Spalten 1397-1399 Autor: Christoph Schmitt

WINER (WIENER), Johann Georg Benedikt. - Geboren am 13. April 1789 in Leipzig des Bäckermeisters Johann George W.; verstarb am 12. Mai 1858 ebenda. - Früh verwaist besuchte der junge W. zwischen 1801 und 1809 das Leipziger Nicolaigymnasium. Von dort führte ihn sein Weg an die Leipziger Universität zum Studium der Theologie. Hierbei entdeckt er seine Neigung zu den orientalischen Sprachen und habilitiert sich als promovierter Philologe auf dem philosophischen Katheder als privatdozent. Theologische Ehrendoktorata der Hallenser und Rostocker Fakultäten werden ihm ebenso zuteil wie die außerordentliche Professur in Theologie und das Amt des Custos an Leipzigs Universitätsbibliothek im Jahre 1819. 1823 nimmt er einen Lehrstuhl in Erlangen an (Nachfolge Berthold). 1832 kehrt er wieder auf den Lehrstuhl seines Lehrers zurück, zwischenzeitlich zum königlich-bairischen Kirchenrath ernannt. Seit 1845 residierte er auch als Domherr des Hochstiftes Meißen. Seine hervorragende Leistung liegt in den neutestamentlichen Studien zur Grammatik und Philologie, die aus seiner Feder flossen und nicht weniger in den Handbüchern zur Welt der Bibel, zur theologischen Literatur und zur Kirchengeschichte.

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Werke: De versionis Pentateuchi Samaritanae indole, dissertatio critica exegetica, 1817; Grundlinien einer Methodik des Elementar-Unterrichts in der hebräischen Sprache. Nebst Ankündigung einer auf der Universität Leipzig errichteten hebräischen Uebungsgesellschaft, 1819; Anrede an seine Zuhörer bey Eröffnung methodologischer Vorlesungen, am 8. Juny 1819 gehalten, 1819; Orationem muneris adeundi causa d. 14 M. Augusti 1819 in auditorio theologico recitandam observatissime indicit. Iustinum Martyrum evangeliis canonicis usum fuisse ostenditur, 1819 (vgl. ?? I.1, 1824, 221-251)); Biblisches Realwörterbuch, zum Handgebrauch für Studirende, Kandidaten, Gymnasiallehrer und Prediger ausgearbeitet, 1820-1821; De Onkeloso ejusque paraphrasi chaldoica, 1820; Ueber die Armuth der hebräischen Sprache. Eine Gelegenheitsschrift, 1820; Handbuch der theologischen Literatur, hauptsächlich des protestantischen Deutschlands, nebst kurzen biographischen Notizen über die theologischen Schriftsteller, 1821 (Nachträge 1821-1823, 21825 erw. u. verb.); Abschiedsworte beim Schluß dogmatischer Vorlesungen, 1821; Pauli ad Galatas Epistola, lat. vertit et perpetua annotatione illustravit, novi in epistolas Paulinas commentarii specimen, 1821; Aphorismen über die lateinische Schreibart der Neuern. Allen, welche Lateinisch zu schreiben haben, zur Beherzigung vorgelegt, 1822 (21823); Grammatik des neutestamentlichen Sprachidioms, als einzig sichere Grundlage der neutestamentlichen Exegese, 1822 (21825); Abschiedsworte beym Schluss dogmatischer Vorlesungen, 1822; Nachricht über die seit 1817 unter meiner Leitung bestehende exegetische Gesellschaft. Voran exegetische Bemerkungen über die Ironien in den Lehrvorträgen Jesu und ein kleiner Nachtrag über Gal. 3,20, 1822; Nachricht über die seit 1817 unter meiner Leitung bestehende exegetische Gesellschaft. Voran exegetische Bemerkungen über die Ironien in den Lehrvorträgen Jesu und ein kleiner Nachtrag über Gal. 3,20, 1822 (vgl. Nachricht über die seit 1817 unter meiner Leitung bestehende exegetische Gesellschaft. Voran exegetische Bemerkungen über die Ironien in den Lehrvorträgen Jesu und ein kleiner Nachtrag über Gal. 3,20 In: Monatsschrift für Predigerwissenschaft 2 (1822) 249-270; Chrestomathia Talmudica et Rabbinica; collegit, brevi annotatione illustravit, indicem verborum adjecit, 1822; Nachricht über die seit 1818 unter meiner Leitung bestehende hebräische Gesellschaft. Voran eine Untersuchung, ob die hebräische Sprache leicht zu nennen sey?, 1823; Commentatio de versionis Novi Testamenti syriacae usu critico caute instituendo, 1823; Ueber einige Mängel in unserer jetzigen gelehrten Schulbildung, von einem akademischen Lehrer, 1823; Anrede an die Theologie Studirenden auf der Universität Erlangen, 1823; De Jonathantis in Pentateuchum paraphrasi chaldaica, 1823; De emendanda Novi Testamenti interpretatione, 1823; Ein Beytrag zur Verbesserung der neutestamentarischen Lexikographie, 1823; Comparative Darstellung des Lehrbegriffs der verschiedenen christlichen Religionspartheyen, nebst vollständigen Belegen aus den symbolischen derselben in der Ursprache, 1824; De Hypallage et Hendiaden in Novi Testamenti libris, 1824; Grammatik des biblischen und targumischen Chaldaismus für akademische Vorlesungen, 1824; Comparative Darstellung des Lehrbegriffs der verschiedenen christlichen Kirchenparteien nebst vollständigen Belegen aus den symbolischen Schriften derselben, hrsg. von P. Ewald, 41882.

Herausgeber von u.a.: Leonhard Berthold, Opuscula academica exegetici potissimum argumenti, 1824; J. G. Engelhardt, Neues Kritische Journal der theologischen Literatur Jahrgänge 1824-1825; Confessio Augustana, 1825; De Soloecismis, qui in Apocalypsi Joannea inesse dicuntur, 1825; Chaldäisches Lesebuch, aus den Targunim [sic!] des alten Testaments ausgewählt und mit erläuternden Anmerkungen und vollständigem Wortregister versehen, 1825; E. Zimmermann, Allgemeine Schulzeitung 1824. - Weiterhin: Vorreden, Rez. in Leipziger Literaturzeitung, in Wachlers Theolog Annalen, Theol. Monatsschrift (Zimmermann), Repertorium der neuesten in- und ausländischen Literatur, Seehodes Kritische Bibliothek für das Schul- und Unterrichtswesen, Rosenmüllers Biblisch-exegetisches Repertorium (1822-1824); (Grammatik des neutestamentlichen Sprachidioms, 8. neubearb. Aufl. hrsg. von P. W. Schmiedel, 1894).

Lit.: Hamberger/Meusel5 XXI (1827) 614-617; RE3 XXI 368-371; - W. Schmidt, Zum Gedächtnis W. In: Beiträge zur sächsischen Kirchengeschichte 8 (1885) 25-38; - V. Dobschütz, [Art.] W. In: ADB XLIII 425-427; - Kaulen, [Art.] W. In: Wetze-Welter XII (1901) Sp. 1700-1702; - F. Stummer, [Art.] W. In: LThK X 937; - LThK2 X (1938) Sp. 621; - Mitteldeutsche Köpfe, 1959, 432; - Sächsische Lebensbilder (1930) 468; - RGG2 V 1953; - J. Schmid, [Art.] W. In: LThK2 X Sp. 1180.

Christoph Schmitt

Letzte Änderung: 09.04.2011