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Band XIII (1998) Spalten 1416-1417 Autor: Max Georg Kellner

WIPO, Dichter und Historiograph, * vor 1000 im Gebiet der heutigen Westschweiz (Solothurn?), † nach 1046. - W., aus dessen Leben wir nur die Fakten kennen, die sich aus seinem Werk erschließen lassen, tritt uns als einer der bedeutensten Autoren im deutschen Sprachraum der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts entgegen. Wohl schon in den späten Jahren Kaiser Heinrichs II. hatte er die Stellung eines Hofkaplans inne; diese Position behielt er auch unter Konrad II. und Heinrich III., dessen Kaiserkrönung im Jahre 1046 er noch erlebte, bei. Zum innersten Zirkel der königlichen und kaiserlichen Vertrauten gehörte W. jedoch nie. - Obwohl W., wie er selbst berichtet, ständig kränkelte, zeichnete er sich durch eine erstaunliche schriftstellerische Schaffenskraft aus. W's. Hauptwerk, die »Gesta Chuonradi imperatoris«, stellen ein Musterbeispiel der dynastisch geprägten Historiographie dar, sollten sie doch dem Nachfolger und Sohn Konrads II., Heinrich III., quasi eine Anleitung zum Regieren nach dem Vorbild seines Vaters an die Hand geben. Denselben Zweck verfolgten auch zwei weitere Werke W.s, die er Heinrich III. widmete. Den »Proverbia«, einer Spruchsammlung von 100 Sprüchen, haftet ebenso ein erzieherischer Anspruch an, wie auch dem »Tetralogus«, einem in 326 gereimten Hexametern verfaßten fiktiven Gespräch zwischen Dichter, Muse, Gesetz und Gnade. Auch eine bekannte liturgische Dichtung, die Ostersequenz »Victimae paschali laudes immolent christiani«, entstammt der Feder W's. Ebenso verfaßte W. noch andere, leider verloren gegangene Gedichte (vgl. hierzu: Brunhölzl, w.u., 494 f.).

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Werke: a) Edition: Wiponis Opera, ed. H. Bresslau, in: MGH SS rer. Germ. in us. schol. sep. ed., Bd. 61, Hannover und Leipzig 31915, ND 1977. - b)Übersetzung: W. Trillmich, Ausgew. Quell. z. dt. Gesch. d. Ma., Bd. XI, 522-613 ( nur die »gesta Chuonradi imperatoris«; zweisprachig), Darmstadt 51978.

Lit.: F. Brunhölzl, Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters, Bd. 2, München 1992; - K. Langosch, Mittellatein und Europa, Darmstadt 1990; - K. Schnith, Recht und Friede - Zum Königsgedanken im Umkreis Heinrichs III., in: Historisches Jahrbuch, Bd. 81 (1962), 22-57; - J. Spörl, Pie rex caesarque future ! - Beiträge zum hochmittelalterlichen Kaisergedanken, in: Unterscheidung und Bewahrung, Festschrift für H. Kunisch, 331-353, Berlin 1961; - LThK, Bd. 10, Sp. 1184 f., Sonderdruck Freiburg/Bsg. 1986.

Max Georg Kellner

Literaturergänzung:

Gottfried Bitter, "Christ ist erstanden", in: KatBl 133.2008, S. 126f.

Letzte Änderung: 09.04.2011