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Band XIII (1998) Spalten 1530-1532 Autor: Wilhelm Kohl

WOLFHELM (von Köln), Abt von Brauweiler, Seliger, * um 1010, E: Frumold (nicht Tru- oder Erumold) u. Eveza, Schwester Bertha, Äbtissin von Villich, + 22.4. 1091. - W. entstammte dem rheinischen Adel. Er unterhielt Beziehungen zu den Gründern des Klosters Komburg. Vor 1021 begann er seine Ausbildung auf der Kölner Domschule und erhielt dort ein Domkanonikat, trat aber mit dem Ziel geistlicher Vervollkommnung in das Trierer Kloster St. Maximin ein (um 1036/38). Auf Wunsch Erzbischof Hermanns von Köln kehrte er zurück und reformierte das Kloster St. Pantaleon, leitete seit 1052 das Kloster Gladbach und wurde 1065 Abt von Brauweiler. Als Erzbischof Anno II. die Rückgabe des Besitzes Klotten an der Mosel forderte, den Richeza, Tochter des lothringischen Pfalzgrafen Ezzo, Stifters von Brauweiler, dem Kloster geschenkt hatte, setzte W. bei Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII. die Rücknahme der Forderung durch. Ein Hauptverdienst erwarb er sich mit der Bekämpfung der theologischen Irrtümer Berengars von Tours (1088 +) in der Transsubstantiationslehre (Lehre vom doppelten Körper) im Brief an Abt Meginhard von Gladbach (1076/79). Dagegen wandte sich Manegold von Lautenbach gegen die von W. vertretene Ansicht von der Vereinbarkeit antiker heidnischer Philosophen mit christlichen Dogmen. W. erlangte hohes Ansehen. Die Totenmesse feierte der Erzbischof persönlich in Brauweiler in Anwesenheit vieler Gäste. Schon zu Lebzeiten heilte W. die Nonne Berta, Verfasserin der Vita sanctae Adelheidis. Sein Grab erlangte bald den Ruf, Wunder zu wirken. Schiffer riefen seinen Namen in höchster Not an. Seine Reliquien gingen wahrscheinlich in Kriegswirren verloren. Benediktinische und deutsche Martyrologien führen seinen Namen zum 22.4., doch fehlt er im Martyrologium Romanum. Der Mönch Konrad, Verfasser der Vita Wolfhelmi (1110/23) kannte W. noch persönlich.

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Werke: Poema heroicum de utili lectione sacrae scripturae in leoninischen Versen: Late diffusus sic ecclesiasticus usus etc.; Epistola ad Megenhardum abbatem Gladbacensem contra haeresin Berengarii.

Lit.: Roger Wilmans (ed.), Vita Wolfhelmi abbatis Brunwilarensis auctore Conrado (MGH SS 12, 1856, 180-195); - A(nton) Fahne, Die Dynasten, Freiherrn und Grafen von Bocholtz 3: Chronik der Abtei Gladbach, Köln 1856, 10-27; - Georg Heinrich Pertz (ed.), Annales Brunwilarenses (MGH SS 16, 1859, 725-728); - Jakob Marx, Geschichte des Erzstifts Trier II 1: Die Abteien des Benediktiner- und Cisterzienserordens, Trier 1860, 87-96; - AASS April III, Paris/Rom 1866, 77-89; - Gottfried Eckertz, Chronicon Brunwylrense (in: Archiv d. Hist. Vereins f.d. Niederrhein 17, 1866, 119-181; 18, 1867, 95-159; 19, 1860, 220-261; 20, 1869, 248-260); - Hermann Pabst, Die Brauweiler Geschichtsquellen (in: Archiv d. Ges. f. Ältere Geschichtskunde 12, 1874, 80-200, darin: Recensio interpolata vitae Wolfhelmi auctore Conrado monacho Brunwilariensi 102-111); - Max Manitius, Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters 2, München 1923/31, Reg.; Friedrich Ueberweg, Grundriß der Geschichte der Philosophie11 2, Berlin 1928, 91-94; - Wilhelm Bader, Die Benediktiner-Abtei Brauweiler. Untersuchungen zu ihrer Baugeschichte, Berlin 1937, 62, 70-71, 109-111, 246; - Jean Baudot et P. Chaussin, Vies des Saints et des Bienheureux 4, Paris 1946, 583-584; - Cassius Hallinger, Gorze und Kluny 2, Rom 1951, Reg.; - Josef Semmler, Die Klosterreform von Siegburg. Bonn 1959; - Erich Wisplinghoff, Die Benediktinerabtei Siegburg (Germania Sacra N.F. 9), Berlin/New York 1975, 21, 156; - Mabillon, Annales ordinis s. Benedicti VI 2, 675-676; - Gallia Christiana 3, 759; - Migne, Patrologia Latina 154, 405-434; - Hartzheim, Bibliotheca Coloniensis, Köln 1747, 322; - Zedlers Großes vollständiges Universal-Lexikon 58, Leipzig/Halle 1748, Nachdr. Graz 1962, 1461; - Wetzer und Welte's Kirchenlexikon2 7, 1891, 898; - Bibliotheca hagiographica Latina II2, Brüssel 1901, 1296 Nr. 8987-8989; - C.V.J. Chevalier, Répertoire des sources historiques du Moyen-Age 1: Bio-bibliographie, Paris 1905/07, 4795; - Alfons M. Zimmermann, Kalendarium Benedictinum 2, Metten 1934, 91-92; - LThK2 10, 1938, 963 (Anselm Manser); - LThK2 10, 1965, 1216 (Emile Brouette); - Wattenbach-Holtzmann, Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter3 1, Tübingen 1948. Reg.; - Jacob Torsy, Lexikon der deutschen Heiligen, Köln 1959, 575; - Bibliotheca Sanctorum 12, Rom 1969, 1342-1344 (Emile Brouette); - Germania Benedictina 8, St. Ottilien 1980, 217, 230 (Erich Wisplinghoff); - The Book of Saints, London 1989, 584; - Dix mille Saints, Paris 1991, 515.

Wilhelm Kohl

Letzte Änderung: 09.04.2011