WOLFHELM (von Köln), Abt von Brauweiler, Seliger, * um 1010, E:
Frumold (nicht Tru- oder Erumold) u. Eveza, Schwester Bertha, Äbtissin
von Villich, + 22.4. 1091. - W. entstammte dem rheinischen
Adel. Er unterhielt Beziehungen zu den Gründern des Klosters Komburg.
Vor 1021 begann er seine Ausbildung auf der Kölner Domschule und erhielt
dort ein Domkanonikat, trat aber mit dem Ziel geistlicher Vervollkommnung
in das Trierer Kloster St. Maximin ein (um 1036/38). Auf Wunsch Erzbischof
Hermanns von Köln kehrte er zurück und reformierte das Kloster St.
Pantaleon, leitete seit 1052 das Kloster Gladbach und wurde 1065 Abt
von Brauweiler. Als Erzbischof Anno II. die Rückgabe des Besitzes
Klotten an der Mosel forderte, den Richeza, Tochter des lothringischen
Pfalzgrafen Ezzo, Stifters von Brauweiler, dem Kloster geschenkt hatte,
setzte W. bei Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII. die Rücknahme
der Forderung durch. Ein Hauptverdienst erwarb er sich mit der Bekämpfung
der theologischen Irrtümer Berengars von Tours (1088 +) in der
Transsubstantiationslehre (Lehre vom doppelten Körper) im Brief an
Abt Meginhard von Gladbach (1076/79). Dagegen wandte sich Manegold
von Lautenbach gegen die von W. vertretene Ansicht von der Vereinbarkeit
antiker heidnischer Philosophen mit christlichen Dogmen. W. erlangte
hohes Ansehen. Die Totenmesse feierte der Erzbischof persönlich in
Brauweiler in Anwesenheit vieler Gäste. Schon zu Lebzeiten heilte
W. die Nonne Berta, Verfasserin der Vita sanctae Adelheidis. Sein
Grab erlangte bald den Ruf, Wunder zu wirken. Schiffer riefen seinen
Namen in höchster Not an. Seine Reliquien gingen wahrscheinlich in
Kriegswirren verloren. Benediktinische und deutsche Martyrologien
führen seinen Namen zum 22.4., doch fehlt er im Martyrologium Romanum.
Der Mönch Konrad, Verfasser der Vita Wolfhelmi (1110/23) kannte W.
noch persönlich.
Werke: Poema heroicum de utili lectione sacrae scripturae
in leoninischen Versen: Late diffusus sic ecclesiasticus usus etc.;
Epistola ad Megenhardum abbatem Gladbacensem contra haeresin Berengarii.
Lit.: Roger Wilmans (ed.), Vita Wolfhelmi abbatis Brunwilarensis
auctore Conrado (MGH SS 12, 1856, 180-195); - A(nton) Fahne, Die
Dynasten, Freiherrn und Grafen von Bocholtz 3: Chronik der Abtei Gladbach,
Köln 1856, 10-27; - Georg Heinrich Pertz (ed.), Annales Brunwilarenses
(MGH SS 16, 1859, 725-728); - Jakob Marx, Geschichte des Erzstifts
Trier II 1: Die Abteien des Benediktiner- und Cisterzienserordens,
Trier 1860, 87-96; - AASS April III, Paris/Rom 1866, 77-89; -
Gottfried Eckertz, Chronicon Brunwylrense (in: Archiv d. Hist. Vereins
f.d. Niederrhein 17, 1866, 119-181; 18, 1867, 95-159; 19, 1860, 220-261;
20, 1869, 248-260); - Hermann Pabst, Die Brauweiler Geschichtsquellen
(in: Archiv d. Ges. f. Ältere Geschichtskunde 12, 1874, 80-200, darin:
Recensio interpolata vitae Wolfhelmi auctore Conrado monacho Brunwilariensi
102-111); - Max Manitius, Geschichte der lateinischen Literatur
des Mittelalters 2, München 1923/31, Reg.; Friedrich Ueberweg, Grundriß
der Geschichte der Philosophie11 2, Berlin 1928, 91-94; -
Wilhelm Bader, Die Benediktiner-Abtei Brauweiler. Untersuchungen zu
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Baudot et P. Chaussin, Vies des Saints et des Bienheureux 4, Paris
1946, 583-584; - Cassius Hallinger, Gorze und Kluny 2, Rom 1951,
Reg.; - Josef Semmler, Die Klosterreform von Siegburg. Bonn 1959;
- Erich Wisplinghoff, Die Benediktinerabtei Siegburg (Germania
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ordinis s. Benedicti VI 2, 675-676; - Gallia Christiana 3, 759;
- Migne, Patrologia Latina 154, 405-434; - Hartzheim, Bibliotheca
Coloniensis, Köln 1747, 322; - Zedlers Großes vollständiges Universal-Lexikon
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Welte's Kirchenlexikon2 7, 1891, 898; - Bibliotheca hagiographica
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Chevalier, Répertoire des sources historiques du Moyen-Age 1: Bio-bibliographie,
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1948. Reg.; - Jacob Torsy, Lexikon der deutschen Heiligen, Köln
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Wilhelm Kohl
Letzte Änderung: 09.04.2011