WULF, Theodor, * 28. Juli 1868 in Hamm/Westfalen, † 19. Juni 1946 in Hallenberg bei Winterberg/Sauerland. Deutscher Jesuitenpater und Physiker. Nachdem er zwanzigjährig in den Jesuitenorden eingetreten war, studierte er nach dem Noviziat an der Ordenshochschule der deutschen Jesuiten in Valkenburg (Niederl.-Limburg) Philosophie und Theologie und wurde im Jahre 1900 zum Priester geweiht. Die Ordensoberen erkannten seine naturwissenschaftliche Begabung und schickten W. zum Studium der Physik bei W. H. Nernst nach Göttingen. Von 1904 bis 1914 lehrte er Physik und von 1918-1935 Physik und Naturphilosophie in Valkenburg. In den Jahren 1938 bis 1942 diente er dem Orden als Provinzial der niederdeutschen Provinz (Sitz: Köln). Er machte sich als Lehrer der Physik und als Erforscher der Physik in gleicher Weise einen Namen. In der Geschichte der Physik hat er seinen Platz als Erfinder des Faden-Elektrometers; durch grundlegende Experimente war er auch an der Entdeckung der Höhenstrahlung beteiligt. Seine Schriften reflektieren die Ergebnisse seiner naturwissenschaftlichen Arbeit.
Werke: Einsteins Relativitätstheorie, Innsbruck-München 1921, 31922; Lehrbuch der Physik, Freiburg 1926; Elektrostatische Versuche mit Anwendung des Universalelektroskops, Berlin-Bonn 1928; Die Schwingungsbewegung, Münster 1931; Die Faden-Elektrometer, Berlin-Bonn 1933; Die Bausteine der Körperwelt, Berlin 1935.
Lit.: C. Piel, Der mathematische und naturwissenschaftliche Unterricht, I, Bonn 1949, 105ff.; - Mitteilungen aus den deutschen Provinzen der Gesellschaft Jesu 18 (Manuskriptdruck 1957-1960), 52-56; - LThK2 X, 1246f.