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Band XIV (1998)Spalten 366-367 Autor: Robert Šimunek

ZDISLAVA, Hl., * vor 1220, † 1252 in Deutsch Gabel [Jablonné v Podještĕdí]. - Sie stammte aus einer mährischen Adelsfamilie der Herren von Křižanau [Křižanov] und heiratete wohl mit 17 Jahren um 1236 den nordböhmischen Adeligen Gallus v. Lämberg [Lemberk] († 1253). Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor. Schon zu Lebzeiten und im späten Mittelalter war Z. wegen ihrer Wohltätigkeit, insbesondere für Kranke und Arme, von Legenden umwoben. Der bekannte böhmische Chronist, sog. Dalimil, erwähnte zu Beginn des 14. Jahrhunderts, sie habe fünf Tote zum Leben erweckt und viele Kranke geheilt. Um 1240 gründete sie mit ihrem Gemahl in Böhmisch Aicha [Český Dub] eine Johannitenkommende mit einem Spital und danach in Deutsch Gabel das Dominikanerkloster mit der Kirche des Hl. Laurentius. Die Dominikanerterziarin wurde nach ihrem Tode in der genannten Kirche bestattet. Die Adelsfamilie Berka von Dubé ließ 1699-1729 über ihrem Grab eine Barockkirche erbauen, die zum Wallfahrtsort wurde und strebte ihre Kanonisierung an. Ihr Kult wurde zwar 1907 bestätigt, nach 1949 bemühte sich der Bischof von Leitmeritz Štĕpán Trochta um ihre Heiligsprechung, zu der es aber erst 1995 kam. Die Dominikaner gedenken Z. am 3. Januar, als böhmische Patronin der Kranken, Armen und der Familie wird sie am 30. Mai verehrt. Zu ihren Symbolen gehören Kreuz, Brotkorb, Krone und Kirchenmodell, manchmal mit einem von Rosen umgebenen Kruzifix (z.B. auf dem Hauptaltar der Klosterkirche in Dt. Gabel).

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Lit.: Johann Sallmann, Festschrift zum 200jährigen Jubiläum der Dekanalkirche zum Hl. Laurentius in Deutsch Gabel, Deutsch Gabel 1929; - Oldřich Jakub Blažiček - Pavel Preiss, Dominikánský klášter sv. Vavřince v Jablonném (Dominikanerkloster des Hl. Laurentius in Dt. Gabel), Olomouc 1948; - Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. 10, Freiburg im Breisgau 1965, 1316; - Ernst Schlemmer, Reiseleiter Böhmischer Länder, Würzburg 1989, 87 und 236; - Zdenĕk Kalista, Blahoslavená Zdislava z Lemberka (Seliggesprochene Z.), 2. ergänzte Aufl., Prag 1991; - Tomáš Edel, Příbĕh ztraceného kláštera blahoslavené Zdislavy (Geschichte des niedergegangenen Klosters der seligen Z.), Praha 1993; - Miloslav Sovadiha, Rodina Zdislavy z Lemberka (Familie deer Z.); - Časopis Matice moravské 112, 1993, 217-236; - Vera Schauber - Hanns Michael Schindler, Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, Augsburg 1992, 263.

Robert Šimunek

Literaturnachträge

1986

Jaroslav Némec, Il culto liturgico della beata Z. da Lemberk, in: AFP 56.1986, S. 15-29; -

1991

Proprium des Predigerordens, III, Feier des Stundengebetes, Proprium der Heiligen, St. Ottilien 1991, 155-156; -

1994

V. Schauber: Pattloch Namenstagskalender, Dokumentation H. M. Schindler, Augsburg 1994, 147; -

1997

J. Torsy: Der Große Namenstagskalender, Aktualisierte Neuausgabe, hrsg. von H. J. Kracht, Freiburg-Basel-Wien 19972, 142.

Letzte Änderung: 09.04.2011