Verlag Traugott Bautz |
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ZDISLAVA, Hl., * vor 1220, † 1252 in Deutsch Gabel [Jablonné v Podještĕdí]. - Sie stammte aus einer mährischen Adelsfamilie der Herren von Křižanau [Křižanov] und heiratete wohl mit 17 Jahren um 1236 den nordböhmischen Adeligen Gallus v. Lämberg [Lemberk] († 1253). Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor. Schon zu Lebzeiten und im späten Mittelalter war Z. wegen ihrer Wohltätigkeit, insbesondere für Kranke und Arme, von Legenden umwoben. Der bekannte böhmische Chronist, sog. Dalimil, erwähnte zu Beginn des 14. Jahrhunderts, sie habe fünf Tote zum Leben erweckt und viele Kranke geheilt. Um 1240 gründete sie mit ihrem Gemahl in Böhmisch Aicha [Český Dub] eine Johannitenkommende mit einem Spital und danach in Deutsch Gabel das Dominikanerkloster mit der Kirche des Hl. Laurentius. Die Dominikanerterziarin wurde nach ihrem Tode in der genannten Kirche bestattet. Die Adelsfamilie Berka von Dubé ließ 1699-1729 über ihrem Grab eine Barockkirche erbauen, die zum Wallfahrtsort wurde und strebte ihre Kanonisierung an. Ihr Kult wurde zwar 1907 bestätigt, nach 1949 bemühte sich der Bischof von Leitmeritz Štĕpán Trochta um ihre Heiligsprechung, zu der es aber erst 1995 kam. Die Dominikaner gedenken Z. am 3. Januar, als böhmische Patronin der Kranken, Armen und der Familie wird sie am 30. Mai verehrt. Zu ihren Symbolen gehören Kreuz, Brotkorb, Krone und Kirchenmodell, manchmal mit einem von Rosen umgebenen Kruzifix (z.B. auf dem Hauptaltar der Klosterkirche in Dt. Gabel).
Robert Šimunek
Literaturnachträge
1986
Jaroslav Némec, Il culto liturgico della beata Z. da Lemberk, in: AFP 56.1986, S. 15-29; -
1991
Proprium des Predigerordens, III, Feier des Stundengebetes, Proprium der Heiligen, St. Ottilien 1991, 155-156; -
1994
V. Schauber: Pattloch Namenstagskalender, Dokumentation H. M. Schindler, Augsburg 1994, 147; -
1997
J. Torsy: Der Große Namenstagskalender, Aktualisierte Neuausgabe, hrsg. von H. J. Kracht, Freiburg-Basel-Wien 19972, 142.
Letzte Änderung: 09.04.2011