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Band XXVI (2006) Spalten 1588-1598 Autor: Friedrich Winterhager

ZIMMERMANN, (Balthasar Friedrich) Wilhelm, Dr. phil., Pfarrer, Lehrer im höheren Schuldienst mit dem zeitweiligen Titel Professor, Historiker, Abgeordneter. * 2.1. 1807 Stuttgart, † 22.9. 1878 Bad Mergentheim. Er war der Sohn des Winzers und späteren Hofküchenbediensteten (Lakaien bzw. Lackierers) Wilhelm Friedrich Z. und seiner Ehefrau Margarete Scherer. Sein Großvater mütterlicherseits war Kanzleibote bei Hofe in Stuttgart. - Er besuchte zunächst die sog. deutsche Volksschule und dann das Gymnasium in Stuttgart; einer seiner Lehrer dort war Gustav Schwab. Sodann durchlief er das Seminar in Blaubeuren und danach die Universität und das ev. Stift in Tübingen. An beiden Institutionen, Seminar und Universität, war F.C. Baur sein Lehrer. Zu seinem Jahrgang (sog. Promotion) gehörten D.F. Strauss und Fr. Th. Vischer. Man nennt diesen Jahrgang die "Geniepromotion". Etwas ältere Kommilitonen waren E. Mörike und W. Waiblinger. Auch zu Ludwig Uhland bestand in Tübingen Kontakt. - Z. las als einer der ersten Hegel, schloß sich den Burschenschaften an und wurde wegen geringfügiger Unbotmäßigkeiten aus dem Stift gewiesen; das Hegelstudium galt damals als verpönt, da die Leitung des Stifts einer supranaturalistischen theologischen Richtung verpflichtet war. In dieser Zeit gewann er aber auch einen homiletischen Preis. Das Studium schloß er 1829 mit dem theologischen Examen und 1832 mit der Promotion zum Doktor der Philosophie ab. Das Vikariat absolvierte Z. in Schweinsdorf bei Neresheim und legte dann die 2. Amtsprüfung ab. Danach folgten acht Jahre der Arbeit als freier Schriftsteller, in denen er Novellen und Erzählungen nach historischen Stoffen, Gedichte, eine Geschichte Württembergs und ein Drama (über den neapolitanischen Aufständischen des 17. Jhdts., Masaniello) verfaßte. Seit 1834 war er auf dem Gebiet der Geschichtsschreibung tätig. Er erhielt eine Sammlung des verstorbenen Prälaten Joh. Chr. v. Schmid mit Berichten über den deutschen Bauernkrieg. Schmid selbst hatte daraus nur einen Enzyklopädieartikel erstellen können. Ferner wertete Z. die Akten des Schwäbischen Bundes und des Herzogtums Württemberg aus. In dieser Zeit (1832) heiratete er die Pfarrerstochter Louise Dizinger, die ihn bei seinen literarischen Arbeiten unterstützte. Sie gebar ihm fünf Kinder, von denen zwei zu Lebzeiten der Eltern starben: Gotthold, gest. 1871, Liane Louise, Violantha, Manfred, Florian Robert, gest. 1850. - Im Jahr 1840 trat er ein geistliches Amt im Bereich der Schwäbischen Alb an. Er wurde Helfer (Diakonus), also 2. Pfarrer in Dettingen/Erms und zugleich Pfarrer in Hülben auf der Schwäbischen Alb, einem damals pietistisch geprägten Gebirgsdorf oberhalb von Urach. Bald legte er auch in Stuttgart eine fachliche Prüfung auf Professorate ab. - 1841 bis 1844 erschien dann seine "Allgemeine Geschichte des großen Bauernkrieges". Im Frühjahr 1848 wurde er auf Grund seines Bauernkriegswerkes für den Wahlkreis Schwäbisch Hall-Crailsheim-Gaildorf in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt; dort erhielt er zur Unterscheidung von dem gleichnamigen Spandauer Abgeordneten den Beinamen "Bauernkriegs-Zimmermann". - Vorher, 1847, war er Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Polytechnischen Schule in Stuttgart geworden. - Im Parlament der Paulskirche schloß er sich der äußersten (bürgerlichen) Linken, nämlich den Fraktionen "Deutsches Haus" und "Donnersberg" an. Er gehörte der Nat.-Vers. bis zur Auflösung des Stuttgarter Rumpfparlaments an. In seinen Reden setzte er sich gegen das Erbkaisertum, für eine freie Kirche im freien Staat und auch für den Schutz des Urheberrechts ein. - Nach dem weitgehenden Scheitern der 1848er Revolution traf die Wirkung der politischen und kulturellen Reaktion auch ihn, wenn auch in gemäßigter Form, da in Württemberg eine gewisse Liberalität erhalten blieb. Man erinnerte sich daran, daß Z. zwar soziale und politische Revolutionen für berechtigt hielt, ihre terroristischen Auswüchse aber nicht gebilligt hat. - Den Leiter des württembergischen Gesamtministeriums F. von Römer kannte er noch als Parlamentskollegen aus der Nationalversammlung. Schließlich wurde er, der nur auf Widerruf angestellt war, Ende 1850 mit Wirkung auf das Frühjahr 1851 von seinem Schulamt abgesetzt. Damals war der liberale Regierungschef v. Römer durch den Erstminister J. Frhr. v. Linden (1804-1895) ersetzt worden. - Fortan war Z. für eine Weile ohne Stellung und wurde von einer Dame bei Hofe, Marie v. Bruinink, geb. Fürstin Lieven finanziell unterstützt. Im Stuttgarter Landtag, in den er als Abgeordneter für Leutkirch gewählt wurde, hatte er sich gegen eine Rüstungsvorlage eingesetzt (3. verfassungsberatende Versammlung, November 1850). - Seine Mitgliedschaft im kirchlichen Dienst war nie aufgehoben und so konnte er 1854 wieder in den aktiven Kirchendienst eintreten. Nach zwei Dorfpfarrstellen im Zabergäu (Leonbronn) und in Schnaitheim (heute Stadtteil von Heidenheim a.d. Brenz) wurde er mit Zustimmung des damals regierenden Königs Karl 1872 Stadtpfarrer in Owen am Fuße der Burg Teck, einer Stadt, in der auch Mörike eine Zeit lang als Vikar gewirkt hatte. Mit ihm hatte er als junger Mann das Jahrbuch schwäbischer Dichter und Novellisten (1836) herausgegeben. Im Alter unterstützte Z. die von Henri Dunant ausgehende Friedensbewegung, besonders den Friedenskongress von 1867. Auch dem halb erblindeten Dichter Justinus Kerner stand er zur Seite, indem er ihm im Kernerhaus in Weinsberg bei der Betreuung der literarischen Gäste half und gewissermaßen für sie den Fremdenführer abgab. - Im Jahre 1856 hatte Z. das Bauernkriegswerk neu bearbeitet und einige Polemiken darin geglättet. Auch ein Vorwort trat hinzu, in dem er seine Forschungs- und Darstellungsgrundsätze erläuterte. Im Stil der damaligen Zeit und beeinflußt von Herder und Schlosser ging es ihm um die Darstellung der Wahrheit in der Form der Schönheit, eine Forderung, die uns nach den Erschütterungen des 20. Jahrhunderts nicht mehr recht zusagen kann. - Es sei kritisch angemerkt, daß er beispielsweise über Th. Müntzer nicht hinlänglich informiert war und hier der vorhandenen Sekundärliteratur (Strobel) zu sehr vertraute, auch weil ihm die preußischen Archive damals nicht zugänglich waren. Auch den fränkischen Bauernkriegsführer Florian Geyer hat er zu sehr verherrlicht. - Sein Bauernkriegswerk wurde später auch in die russische Sprache übersetzt. In französischer und deutscher Sprache erschien eine kürzere Nachahmung des Werkes, von dem Elsässer Alexandre Weill (1847). Auch Friedrich Engels fertigte 1850 in London einen nacherzählenden Auszug aus Z.s Bauernkriegswerk an, der Vergröberungen im Sinne der Klassenkampftheorie enthielt. Später ließ sich August Bebel von Z.s Vorlage zu einem eigenen Buch über den Bauernkrieg inspirieren. Auch die Bauernkriegsdramen von Gerhart Hauptmann (Florian Geyer) und Friedrich Wolf (Der Arme Konrad, Thomas Münzer) sind ohne Z.s Darstellung nicht denkbar. - Als der deutsch-französische Krieg ausbrach, befand sich Z. auf der Seite der - kritischen - Befürworter Bismarcks. Damals meinten viele, wenn man nicht durch die Freiheit zur Einheit komme, müsse man eben durch die Einheit zur Freiheit kommen. Z. schrieb nun ein Buch über "Deutschlands Heldenkampf". Er blieb auch nach dem 70. Geburtstag, unterstützt durch einen Vikar, im Pfarrdienst. Im Jahre 1878 starb er während einer Kur in Mergentheim, nachdem er vorher zeitweise an Gesichtsrose erkrankt war. - Auf seinem Grabstein an der Marienkirche in Owen findet sich ein Spruch aus seinem Hauptwerk eingemeißelt: "Ob auch Welle um Welle sich bricht ..., der Strom geht vorwärts." - Sein Sohn Pfr. Dr. Manfred Z. (1841-1900) setzte das Werk seines Vaters durch eine Neuauflage und durch eigene Schriften fort, hatte aber an der Entstehung von Z.s späten Schriften schon einigen Anteil. - Z.s Witwe Louise, geb. Dizinger, starb am 13. Juni 1879 in Ulm und ist ebenfalls in Owen begraben. Sie führte manchmal für ihren Mann den Schriftverkehr mit Herausgebern und Verlegern und hat auch einen kurzen biografischen Bericht über ihn verfaßt. - Z. war ein tüchtiger Gemeindepfarrer, aber vor allem auch ein kluger Historiker. Sein Hauptwerk über den Bauernkrieg hat wegen seiner weitgehenden Vollständigkeit und Wahrheitstreue trotz mancher Mängel bleibende Bedeutung und trägt der Sichtweise der bisher unterdrückten Volksschichten in besonderem Maße Rechnung. Dabei sind manche Passagen freilich allzu emphatisch geraten. Da ihm die Archive Badens, Bayerns und Preußens verschlossen blieben, konnte er nicht gleichmäßig präzise sein. Der später von G. Franz (1933/1956) und P. Blickle (1976) hervorgehobene Gedanke, daß die Träger des Bauernkrieges mehr die gemeindefähigen Mittelschichten und weniger die ärmeren Schichten waren, ist bei Z. allerdings noch wenig entwickelt. Als Erzähler und Dichter war er nicht nur Epigone, aber er stand stets im Schatten Uhlands, Hauffs und Mörikes. Als Abgeordneter war er ein eloquenter Vertreter der bürgerlichen Demokraten, später galt er als linker Liberaler, nahm aber 1870 auch an einer Arbeiterversammlung in Stuttgart teil. - Anders als sein Klassenkamerad (Compromotionale) David Friedr. Strauss hat er bei aller theologischen Liberalität die dogmatische Grundlage des evangelischen Christentums nicht ernstlich in Frage gestellt. - Am Historischen Institut der Universität Stuttgart gibt es seit 1996 einen "Wilhelm-Zimmermann-Preis".

Werke/ Separate Veröffentlichungen: Gedichte, Stuttgart 1832 (18392, 18543, 19074); De litteris Romanorum, quantum a Graecis acceperint, quantum sui simile habuerint, quantumque ipsi profecerint in iis, Diss. (Tübingen), Handschr., 1832 (Univers.-Archiv Tübingen); Masaniello, der Mann des Volkes, Trauerspiel; Stuttgart 1833 und 18352; Amor's und Satyr's. Novellen und Erzählungen, 2 Bde., Stuttgart 1834; Fürstenliebe. Novelle aus der neueren Geschichte Schwabens, Stuttgart 1834, Doppelausgabe zusammen m.e. Erzählung eines anderen Autors; Die Befreiungskämpfe der Deutschen gegen Napoleon, Stuttgart 1835/36 (18593); Die Geschichte Württembergs. Nach seinen Sagen und Thaten dargestellt, 2 Bde., Stuttgart 1835/36 und Stuttgart 18392; Prinz Eugen von Savoyen und sein Zeitalter, 5 Hefte, Stuttgart 1837/38; Neubearbeitung: Prinz Eugen, der edle Ritter und seine Zeit. Nach großentheils neuen Quellen, besonders nach des Prinzen hinterlassenen Schriften, Stuttgart 1838; Die Hohenstaufen oder der Kampf der Monarchie gegen Pabst und republikanische Freiheit. Ein historisches Denkmal, 2 Bde., Stuttgart 1838-39 (18432 unter dem Titel: Geschichte des Hohenstaufen für das dt. Volk; Nachdruck 1858, 18653); Zum Abschied Ihrer königl. Hoheit der Prinzessin Sophie v. Württemberg Juni 1839. Gedicht, Stuttgart 1839; Allgemeine Geschichte des großen Bauernkrieges, 3 Bde., Stuttgart 1841-1844; Nachdrucke 1846 und 1848; Neubearb. 1856 (Ausgabe letzter Hand); gekürzte sog. 3. Aufl., hrsg. v. W. Blos; Stuttgart 1891, dazu Nachdrucke u.a. 1907, 1913, 1921; Neuaufl. bearb. v. Gottfried Falkner, Graz 1933; neubearb. Ausgabe aus der 1. und 2. Aufl. Berlin (Ost) 1952; Nachdruck dieser Ausgabe z.B. Essen 1953, Berlin (West) 1975, Berlin (Ost) 198911 u. 12, Berlin 199313; Düsseldorf 1990; Köln 1999 (m. e. Brief Z.s an Ignaz Hub vom 28.4.1845 im Anhang); Neuaufl. der 2. Aufl. durchgesehen v. Charlotte Werner u. m. e. Vorwort von Hermann Barge, 2 Bde., Naunhof u. Leipzig 1939; Neudruck der Aufl. v. 1856, hrsg. v. Hermann Bohl, Essen 1997; Der große Bauernkrieg. Eine Auswahl aus seinen Erzählungen, Hamburg 1910, 19122, 11.-12. Tsd., m. e. Vorwort von Fritz Gansberg, Braunschweig 1923; Der große Bauernkrieg. Nach Urkunden und Augenzeugen. Eine Auswahl aus den Erzählungen und Schilderungen, hg. v. Alfred Lassmann, Wien 1923; Aus Zimmermanns Bauernkrieg (Einleitung von 1856), in: Die Sonntagspost (Lemgo), Nr. 10 v. 8. März 1857, S. 37f.; - Der teutsche Kaisersaal, Stuttgart 1841-1842 (1855-18562) und Reprint der 2. Aufl. Holzminden 2005; Der Glasmaler und die Geldmünzer. Eine wahre Geschichte zur Warnung und zur Lehre, Ulm 1844; Neuaufl. ("Der Glasmacher von Urach ...") Stuttgart 1904; Neudruck Dettingen/Erms 1987 (W.Z. - Geschichtsverein u. Geschichtswerkstatt VHS Bad Urach), Dettingen/Erms 19953; Geschichte der prosaischen und poetischen deutschen Nationalliteratur, Stuttgart 1846 (18562); Geschichte der Poesie aller Völker. Für die Leser aller Stände, Stuttgart 1847 (18562); An die in Frankfurt versammelten Volksvertreter (Gedicht), (Frankfurt a.M.) 1848 - Standort: Württ. Landesbibliothek Stuttgart - ; Die deutsche Revolution, Karlsruhe 1848, erschienen als Bd. 4 der "Geschichte der dt. Staaten ..." von Joh. G. A. Wirth (18512); Die englische Revolution. Allen Parteien des deutschen Volkes gewidmet, Darmstadt 1851; Weltgeschichte für gebildete Frauen und Jungfrauen, 2 Bde., Stuttgart 1854; Neubearb.: Illustrierte Weltgeschichte für Frauen und Töchter, 2. Ausg., fortgesetzt v. M. Zimmermann, Ulm 1885; Stunden der Andacht für unsere Zeit, Stuttgart 1855; Lebensgeschichte der Kirche Jesu Christi. M. e. Vorwort v. C.B. Hundeshagen, 4 Bde., Stuttgart 1857-59 (2. unveränd. Aufl. 1869); Geschichte der Jahre 1840-1860 ... Fortsetzung zu ... Carl v. Rotteck's allgem. Weltgeschichte für alle Stände, Stuttgart 1861-1862; Wahre Erzählungen aus der vaterländ. Geschichte für das deutsche Volk, u. insbes. für die deutsche Jugend, 4 Hefte, Stuttgart 1861/62 (1. Aus dem Leben u. aus der Sage von Karl dem Großen; 2. Bilder aus dem Tyroler Kriege von 1809. Die erste Befreiung des Landes 1809; 3. Die Adelsverschwörung v. 1522; 4. Aus dem Leben des Kaisers Rothbart); Thomas Overbury. Ein Trauerspiel in 5 Akten, nach dem Englischen des Richard Savage, Berlin 1864; Illustrirte Kriegsgeschichte des Jahres 1866 für das dt. Volk, Stuttgart 1866-1867, 18682; Der Tag von Ober-Laudenbach. Ein Beitrag zur Geschichte der Revolutionsjahre 1848-1849, Mannheim 1867; Geschichte der Jahre 1860-1871, Stuttgart 1872 (aus Rotteck's Weltgeschichte; besonders abgedruckt); Deutschlands Heldenkampf 1870-1871, Stuttgart 1872 (18732) (urspr.: Deutsche Kriegszeitung 1871, redigiert v. A. Schricker, nebst Kriegsgeschichte v. Dr. W. Zimmermann, Stuttgart 1871); Illustrirte Geschichte des deutschen Volkes, 3 Bde., Stuttgart 1873-1877; Mikrofilmausg. zum Reprint on demand, Ann Arbor, Michigan, USA und London o.J. - Standort Dt. Bibliothek; - Ulm 18822.

Posthum: Franziska v. Hohenheim, Eine geschichtl. Erzählung aus der Zeit Herzogs Karl Eugen v. Württemberg, Lorch/Württ. 1927 (Nachdruck einer 1854 unselbst. erschienenen Erz.); - Fürstenliebe. Schilderungen aus der Jugendzeit des Herzogs Karl v. Württemberg, Lorch/Württ. 1927 (ebenfalls Nachdruck einer unselbst. erschienenen Erz.); Dettinger Liedergarten (Abdruck von Gedichten), Dettingen/Erms 1984 (20022); W.Z. 150 Jahre ‚Allg. Geschichte des großen Bauernkrieges'. 100 Jahre ‚Illustrirte Volksausgabe'. 1841-1891-1991; Jubiläumsschrift, hg. v. G. Randecker, Dettingen/Erms 1991

Unveröffentl. Edition: The Correspondance of Wilhelm Zimmermann, hrsg. v. Abraham Friesen, Santa Barbara (USA), o.J. (ca. 1978), hinterlegt im Deutschen Literaturarchiv Marbach/N., im Text deutschsprachig.

Übersetzte Werke: Poems from the German of Wilhelm Zimmermann. With original pieces, by Aletes (Pseud.), London, Bristol 1841; La guerre franco-allemande illustrée1870-1871, Zürich, Straßburg o.J. und Brüssel 1871-722; A popular history of Germany, from the earliest period to the present day. With over 600 illustrations. Translated by Hugh Craig, New York 1877. - Vom Bauernkriegswerk gibt es (zumindest) eine russ. Übersetzung: Istorija krest `janskoi voiny v germanii, Moskva 1937 2 Bde. (dt. Übersetzung: Geschichte des Bauernkrieges in Deutschland, Moskau 1937). - In den franz. Ausgaben heißt der Verf. "Guillaume Z.".

Werke/Aufsätze und Artikel, Gedichte: Antrittsrede zu Dettingen am Feste Trinitat(is) 14. Juni (1840), Matth. 28, 18-20, in: Marbacher Magazin, bearb. v. G. Randecker u. Th. Scheuffelen, Sonderheft 32/1984, Beilage (19982); Der Roman der Gegenwart u. Eugen Sues Geheimnisse, in: Jahrbücher der Gegenwart, März 1844, S. 199-220; Rede bei Robert Blums Gedächtnisfeier, in: Beilage zum Beobachter (Stuttgart) Nr. 286 v. 18.11.1849, S. 1-2; Erzählungen in: Württemberg, wie es war und ist, Stuttgart 1854; Beiträge (Gedichte), in: Weihnachtsbaum für arme Kinder. Gaben deutscher Dichter, Bde. 20 u. 24, Hildburghausen (Bibliograph. Institut) 1861, S. 129-131 u. 1865, S. 119f.; Eberhard im Bart. Ein dt. Fürst, wie er sein soll, in: Gartenlaube 1861, Nr. 30 u.31, S. 469-472 u. 487-490; Das Junkerthum unter der Kaiserfaust, in: Gartenlaube 1865 Nr. 14, S. 212-215; Die Schlacht bei Waterloo, in: Über Land u. Meer 14 (1865), S. 595-598; Ermordung Rizzio's, des Lieblings der Königin Maria Stuart, in: Über Land u. Meer 27 (1872), Nr. 1, S.19.

Herausgeber: Bis 1832 Mitredakteur der Stuttgarter Zeitschr. "Hochwächter"; - mit Eduard Mörike Herausgeber des (nur einmal erschienenen) "Jahrbuch(es) schwäbischer Dichter und Novellisten"; Joh. Georg Aug. Wirth, Die Geschichte der deutschen Staaten. Von der Auflösung des Reiches bis (in) unsere Tage, nach dessen Tod fortgesetzt von W. Zimmermann, Karlsruhe 1847; Reliquien, v. Frhrn. Friedrich Karl von Moser, neu hg. u.m. Anmerkungen von W. Zimmermann, Stuttgart 1866; Karl v. Rottecks Allgem. Weltgeschichte für alle Stände von den frühesten Zeiten bis zum Juli 1870, hg. und ergänzt v. W.Z., 6 Oktav-Bde., Stuttgart 1869f.

Lit.: Friedrich Hofmann (Fr. Hfm.), Ein Geschichtsschreiber der Wahrheit, in: Gartenlaube 1869, Nr. 19, 292-294; - L. (weiterer Name unbekannt), Aus Stuttgart. Wilhelm Z., in: Im neuen Reich 8 (1878), 579-581; - Nachruf o. Verf, in: Beobachter Nr. 227 v. 27. Sept. 1878; - Nachruf o. Verf., in: Schwäb. Kronik Nr. 228 v. 25.9.1878, 2. Blatt; - David Friedrich Strauss, Christian Märklin. Ein Lebens- u. Charakterbild aus der Gegenwart, in: Ges. Schriften, Bonn 1878, Bd. 10, 186-199 (2. Kapitel); - Karl L. Leimbach, Ausgewählte Dichtungen f. Lehrer u. Freunde der Litteratur, 4. Teil, 2. Abt., Kassel 18853, 442-452 (mit Bibliographie); - Gustav Bossert, Die neueste Waffe der Socialdemokratie. Zimmermann-Blos: Geschichte des Bauernkrieges, in: Die christl. Welt. Ev.-luth. Gemeindebl. 5 (1891), Sp. 575-579 u. 588-592; - Rudolf Krauss, Schwäb. Litteraturgeschichte, 2 Bde., 1897-1899, Nachdr. in einem Band Kirchheim/Teck 1975; - Ernst Müller, Literarischer Nachlaß W. Z.s, in: 7. Rechenschaftsber. des Schwäb. Schillervereins, Marbach/N. u. Stuttgart 1902/03, 59-60; - Hermann Fischer, Die Geniepromotion. Ein Gedenkblatt zum 30. Todestag Fr. Th. Vischers, in: Süddeutsche Monatshefte 4 (1907), H. 9, 272-279; - Wilhelm Blos (W.B.): Der Geschichtsschreiber des Bauernkriegs, in: Schwäbische Tagwacht 27. Jhg., Nr. 1 vom 2.1.1907; - Karl Schmidt-Buhl, Schwäb. Volksmänner, Vaihingen 1908, 73-81; - Theobald Ziegler, David Friedrich Strauss, 2 Bde., Straßburg 1908; - Karl Schlenker (K. Schl. in L.), Dr. W. Z. als Pfarrer in Leonbronn 1854-1864, in: Lit. Beilage d. Staatsanzeigers f. Württemberg 1909, Nr. 9, 134-138; - Thilo Schnurre, Die württemberg. Abgeordneten in der konstituierenden dt. Nationalversammlung ..., Stuttgart 1912; - Eugen Stemmer, W. Z. Sein Leben und seine Dichtung, Diss. masch. (Tübingen) 1921; - Hermann Barge, Vorwort z. W. Z., Geschichte des Großen Bauernkrieges, Neuausg. Naunhof u. Leipzig 1939, Bd. 1, V-XXIX (auch als Sonderdruck); - Gerhard Schilfert, Engels' Schrift vom Bauernkrieg u.d. Quellen seiner Geschichtsauffassung, Diss. masch. (Halle) 1948; - Ders., Rezension zur Neuaufl. v. Z.s Bauernkriegswerk, in: ZfG 1 (1953), 152-157; - Ders., W. Z., in: Die deutsche Geschichtswissenschaft vom Beginn des 19. Jhdts. bis zur Reichseinigung von oben, hg. v. J. Streisand, Berlin (Ost) 1963; Berlin (West) 19692, 170-184; Hans Haußherr, W. Z. als Geschichtsschreiber des Bauernkriegs, in: ZWLG 10 (1951), 166-181; - Adolf Rapp, Balthasar Friedr. Wilhelm Z., Dr. phil., Pfarrer u. Fachlehrer (Professor), Geschichtsschreiber u. Bekenner der deutschen Freiheitsbewegung, 1807-1878, in: Schwäb. Lebensbilder, Bd. 6, Stuttgart 1957, 266-285 (mit Bibliographie); - Gerhard Storz: Schwäbische Romantik: Dichter und Dichterkreise im alten Württemberg. Stuttgart 1967; - Eberhard Benz, Die Geschichte der großen Bewegung .... Ein Gedenkblatt für Pfr. Dr. W. Z. (1807-1878), in: Beitr. z. Heimatkunde d. Bezirks Kirchheim u. T. N.F. (1968), 22-29; - Margrit Arnscheidt, Wandlungen in d. Auffassung des deutschen Bauernkriegs zwischen 1790 u. 1848, Diss. (Heidelberg) 1968 (gedruckt 1976); - Gerhard Schweier, Dichter u. Demokrat, Pfr. u. Politiker. Vor rund 100 Jahren wirkte Prof. Wilh. Z. in Schnaitheim ..., in: Heidenheimer Zeitung v. 14.11.1970; - Abraham Friesen, W. Z's Historical Frame of Reference, in: Deutung u. Bedeutung. Studies in German and Comparative Literature, presented to K.-W. Maurer, Den Haag u. Paris 1973, 152-180; - Ders., The Marxist Interpretation of the Reformation, in: ARG 64 (1973), 34-55; - Ders., Reformation and Utopia. The Marxist Interpretation of the Reformation and its Antecedents, Wiesbaden 1974; - Ders., Ph. Melanchthon (1497-1560), W. Z. (1807-1878) and the Dilemma of Muntzer Historiography, in: Church History 43 (1974), 164-182; - Rüdiger Frohß, Sprache u. Geschichtsbild in Friedr. Engels' "Der deutsche Bauernkrieg". Semantische Untersuchungen z. Gesellschaftsbeschreibung in Engels' Bauernkrieg m.e. Vergleich zu Zimmermanns "Allgem. Geschichte des großen Bauernkrieges", Diss. masch. A (Halle) 1974; - Johannes Burkhardt, Das nationale Interesse am deutschen Bauernkrieg i.d. Geschichtsschreibung des 19. Jhdts., in: Canadian Review of Studies in Nationalism, Vol. 2, Nr. 1 (1974), 38-69; - Bernhard Mann, Die Württemberger u. d. dt. Nationalversammlung 1848/49, Düsseldorf 1975; - Walter Bredendiek, Der Strom geht vorwärts ... Pfr. W. Z. u.s. bahnbrechendes Buch über den Bauernkrieg, in: Neue Zeit, Nr. 193 v. 16.8.1975, 9; - Gunter Hildebrandt, Parlamentsopposition auf Linkskurs. Die kleinbürgerliche Fraktion Donnersberg i.d. Frankfurter Nationalversammlung 1848/49, Berlin (Ost) 1975; - Horst Brandstätter, Streifzüge durch Stuttgarts literar. Vergangenheit (7): Der Strom geht vorwärts. W. Z. Pfr., Wissenschaftler u. revolutionärer Politiker, in: Stuttgarter Nachrichten, Nr. 92 v. 21.4.1976, 17; - Günter Wollstein, Das "Großdeutschland" der Paulskirche. Nationale Züge in der bürgerlichen Revolution 1848/49, Düsseldorf 1977; - Hans G. Sandmann, Der Strom geht vorwärts. Zum 100. Todestag von W. Z., in: Aufbruch, Nr. 39 v. 24.9.1978, 10; - Johannes H. Voigt, Geschichte als Lehre f.d. Mitwelt. Zum 100. Todestag des Pfarrers, Schriftstellers u. Historikers W. Z., in: Beitr. z. Landeskunde, Regelm. Beilage z. Staatsanzeiger f. Baden-Württemberg, Nr. 5, 1978, 6-10; - Otto Borst, Die heimlichen Rebellen. Schwabenköpfe aus 5 Jhdten., Stuttgart 1980, 141-159 u. 396-399 (Bibliographie); - Peter Lahnstein, Die unvollendete Revolution 1848-49. Badener u. Württemberger i.d. Paulskirche, Stuttgart u.a. 1982, 235-243; - Heinrich Scholler (Bearb.), Die Grundrechts-Diskussion in d. Paulskirche. Eine Dokumentation, Darmstadt 19822 (enthält Z.s Rede "Über Kirche u. Staat"); - Günther Franz, Pfarrer als Wissenschaftler, in: M. Greiffenhagen (Hg.), Das ev. Pfarrhaus, Stuttgart 1984 u. 19912, 277-294; - Friedrich Winterhager, Chronist des Bauernkrieges. Pfr. ... W. Z. aus Dettingen, in: Stuttgarter Zeitung, Nr. 269 v. 19.11.1984, 9; - Ders., W. Z. Begründer der wissensch. Erforschung des deutschen Bauernkrieges, in: Deutsche Studien 23 (1985), Nr. 91, 306-309 u. (verkürzt) in: GWU 36 (1985), 705-707; - Ders., W. Z. (1807-1878). Ein schwäb. Pfr. als Historiker des Bauernkrieges, Würzburg 1986; - Günter Randecker (Hg.), W. Z., Dettinger Liedergarten (=5. Ausg. d. Gedichte m.e. Einleitung), Dettingen/Erms 1984 (20022); Ders./Thomas Scheuffelen (Bearb.), Mein ganzer Name ist Balthasar Friedrich Wilhelm Zimmermann, in: Marbacher Magazin 32 (1984), Sonderheft; - Dass. 19982 unter dem Titel: W. Z. 1807-1878; -- Ders. (Günter Randecker), Gedenkstätte f.d. "Bauernkriegs-Zimmermann", in: Blätter d. Schwäb. Albvereins 1986, H. 1, 14-16; - Ders., Der Zukunft genügen. Festschrift zum 180. Geburtstag v. W. Z. am 2. Januar 1987 (im wesentl. Reprint der Erzählung "Der Glasmaler von Urach"), Dettingen/Erms 1987; - Ders., W. Z. u. Goethe, in: R. Breymeyer (Hg.), In ... Schwaben u. in der Neuen Welt. Beiträge z. Goethezeit. Festschrift f. H. Fröschle, Stuttgart 2004, 345-355 (=Suevica 9); - Egbert-Hans Müller, Die W.-Zimmermann-Gedenkstätte als Beispiel f. ein Literaturmuseum, in: Schwäb. Heimat 36 (1985), 312-314; - Wolfgang Schenk, Thomas Münzer aus d. Perspektive eines schwäb. Liberalen im Vormärz. Anmerkungen zur 1. Aufl. v. W. Z.s "Allgem. Geschichte des großen Bauernkrieges" (1841-1843), in: Wiss. Zeitschr. d. Univ. Jena, gesellschaftswiss. Reihe, 38. Jg., 1989, 657-671; - Ders., Zum wirkungsgeschichtl. Ausmaß von W. Z.s Müntzerbild (1842/43 u. 1856) im Vergleich m. anderen Müntzerdarstellungen, in: Wiss. Zeitschr. d. Univ. Jena, gesellschaftswiss. Reihe, 39. Jg., 1990, 427-432; - Italo Michele Battafarono: Der Traum der Revolution: W.Z.s Masaniello (1833) u. G. Büchners Dantons Tod (1835), in: B. Dedner u. Günter Oesterle (Hrsg.): 2. Internat. G.-Büchner-Symposion … Referate. Frankfurt a.M. 1990, 203-222; - Max Steinmetz, F. Engels u. W. Z., in: Reformation u. Revolution ... Festschrift f. R. Wohlfeil, Stuttgart 1989, 307-312; - Karl Moersch, Sperrige Landsleute. Wilhelm I. u. d. Weg zum modernen Württemberg, Leinfelden-Echterdingen 1996; - Norbert Conrads, W. Z. (1807-1878). Ein Stuttgarter Historiker, Stuttgart 1998 (=Veröff. d. Univ.-Archivs Stuttgart 1); - Heinrich Best/ Wilhelm Weege, Biographisches Handbuch der Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49, Düsseldorf 1998 (=Droste-Taschenbuch Geschichte; Neubearb. d. Ausg v. 1996); - ADB XLV, 299-301 (1900), verf. v. Theodor Schön; - Brockhaus 190314, XVI, 978; - Kosch, Deutsches Literaturlexikon IV, 3532 (1958); - Ders., (Kosch) Biogr. Staatshandbuch II, 1200 (1963); - Biograph. Lexikon z. dt. Geschichte. Von den Anfängen bis 1945, Berlin (Ost) 1970 u. 19712, S, 766f., verf. v. Gunter Hildebrandt (Neuaufl.: Lexikon Biographien z. dt. Geschichte von den Anfängen bis 1945, Berlin 1991, 562, ebenf. verf. v. G. Hildebrandt); - Sowjetische historische Enzyklopädie XV, Sp. 777 (Moskau 1974; russ.); - Biograph. Wörterbuch z. dt. Geschichte, bearb. v. Karl Bosl, Günther Franz u.a. (Rössler-Franz), München 19752, Sp. 3311-3312, verf. v. "F." (G. Franz); - Demokratische Wege. Dt. Lebensläufe aus 5 Jhdten. Ein Lexikon, Stuttgart 1997, 711f., verf. v. F. Winterhager; - DBE X, 671 (1999); - Quellenlexikon zur dt. Literaturgeschichte XXXIV, S. 324 (Duisburg 2003, 3. Aufl.); - Autorinnen und Autoren des Vormärz. Ein Online-Lexikon, www.vormaerz.de/lexikon/ zimmermann.hmtl (Januar 2005), verf. v. F. Winterhager, hg. v. Forum Vormärz Forschung e.V.; - Biograph. Lexikon der Dt. Burschenschaften, Bd. I, 6 (2005), 435 (Bd. I =Politiker).

Friedrich Winterhager

Literaturergänzung:

2007

Winterhager, F.: Ein Theologe als Historiker des Bauernkrieges. Wilhelm Zimmermann (1807-1878). In: Christ(in) und Sozialist(in) (CuS) 60. Jhg. Heft 4, S. 47-52; - ders.: Wilhelm Zimmermann (1807-1878) - Erforscher des deutschen Bauernkrieges. In: Der goldene Pflug Nr. 25 (2007), S. 5-9 [Zschr. des Dt. Landwirtschaftsmuseums bei der Universität Hohenheim in Stuttgart]; -

2008

Müller, R. und Schindling, A. (Hrsg.): Bauernkrieg und Revolution. Wilhelm Zimmermann. Ein Radikaler aus Stuttgart. Symposium zum 200. Geburtstag ...Stuttgart Leipzig 2008 (= Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart 100) [Roland Müller und Anton Schindling]; -

2009

Winterhager, F.: Wilhelm Zimmermann (1807-1878). Pfarrer, Politiker, Schriftsteller zwischen Romantik und Gründerzeit. In: Fachprosaforschung - Grenzüberschreitungen Bd. 2/3 (2006/2007), S. 231-246 [erschienen 2009].

Webseitenergänzung:

Die lateinische Doktorarbeit von Wilhelm Zimmermann (Tübingen 1832), übersetzt und kommentiert von Friedrich Winterhager, ist jetzt (2009) von der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn und Berlin (Bibliothek) im Internet im Volltext publiziert worden.

Letzte Änderung: 15.09.2009