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Band XIV (1998)509-547 Autor: Klaus-Gunther Wesseling

ZINZENDORF, Nikolaus Ludwig, Reichsgraf und Herr von Zinzendorf und Pottendorf (Bruder Ludwig, Friend Louis), lutherisch-pietistischer Theologe, Pfarrer (1734), Bischof (20.5. 1737) und Gründer der Brüdergemeine, * 26.5. 1700 in Dresden, † 9.5. 1760 in Herrnhut. - Z., Sohn des sächsischen Kabinettsministers Georg Ludwig von Zinzendorf (1662 - 9.7. 1700) und dessen zweiter Frau Charlotte Justine von Gersdorf (1675-1763), wuchs ab 1703, nach der Wiederverheiratung seiner Mutter mit dem preußischen Generalfeldmarschall Dubislav Gneomar von Natzmer (1654-1739) bei seiner dem halleschen Pietismus nahestehenden und der Mystik Jakob Böhmes (s.d.) zugewandten Großmutter Henriette Katharina von Gersdorf (1648-1728) auf deren Oberlausitzer Gut Großhennersdorf bei Zittau auf; der Vater war kurz nach Z.s Geburt gestorben und die 1704 wiederverheiratete Mutter nach Berlin verzogen (1702). Zu Z.s Vormund wurde Otto Christian von Zinzendorf (1661-1718) bestimmt. Erzogen wurde Z. von Christian Ludwig Edeling (s.d.) in der pietistischen Tradition Philipp Jacob Speners (s.d.) und der erstarrenden lutherischen Volksfrömmigkeit; seine Großmutter förderte Z.s schöngeistige Interessen. 1710 bis 1716, während seiner Ausbildungszeit am Pädagogium in Halle (Collegium Regium), saß Z. täglich mit August Hermann Francke (s.d.), seinem theologischen Lehrer, am Tisch. Am 23.6. 1715 nimmt Z. nach abgelegter Beichte erstmals das Abendmahl; Z.s Persönlichkeitsentwicklung hatte ihn zu einem Glaubenseiferer werden lassen, der im Freundeskreis über religiöse Fragen debattierte und auf die Bekehrung der Altersgenossen (Friedrich von Watteville [Wattenwyl]; Wilhelm von Söhletal; Heinrich Walbaum; Johannes von Jony) drängte, die er hier und später in Wittenberg in Tugendbünden nach dem Vorbild älterer Zusammenschlüsse (Justinian von Welz »Christliche Jesus-Gesellschaft [1664]; Ahasverus Fritschs [18.12. 1629 - 24.8. 1701] »Fruchbringende Jesusgesellschaft« [1676], sowie die englische Society for Promoting Christian Knowledge [SPCK, 1698] bzw. Society for Propagation of the Gospel in Foreign Parts [1701]) zu organisieren suchte, denen ein christfromm-erwecklicher, legalistischer genuß- und zerstreuungsfeindlicher Verhaltenscodex zugrunde liegen sollte. Vom Herbst 1716 studiert Z. auf Weisung seines Vormunds Jurisprudenz in Wittenberg, ohne jedoch den Kontakt mit ortsansässigen und auswärtigen Theologen ([s.d.] Joachim Lange; Valentin Ernst Löscher; Gottlieb Wernsdorf [1668-1729]) und die Auseinandersetzung mit lutherisch-konfessionellen Fragen aufzugeben. Von 1719 bis zum 24.4. 1720 hält sich Z. in Begleitung seines Hofmeisters Riederer während der »Kavalierstour«, die über die Rheinlande und Holland (dreimonatiger Aufenthalt in Utrecht; historischen sowie juristischen Studien bei Jacques Basnage [8.8. 1613 - 22.12. 1723] und Vitriarius) nach Frankreich führte, in Paris auf und knüpft enge Beziehungen zu Diplomaten und prominenten Vertretern des Jansenismus. Z. tritt in näheren Kontakt zum Grafen Heinrich XXIX. von Reuß-Ebersdorf (- 1747), der sich einem pietistischen Konventikel angeschlossen hatte. Dem Anführer der Appellanten, Kardinal Louis Antoine de Noailles (s.d.), den Z. durch Vermitllung de la Tours im Dezember 1719 kennenlernte, widmet Z. seine französische Übertragung von Johann Arndts (s.d.) »Sechs Bücher vom wahren Christentum«; nach dessen Unterwerfung unter Rom (13.3.) bricht Z. allerdings den Kontakt ab. - An den Blattern erkrankt und sich dem Tode nahefühlend bricht Z. nach Deutschland auf; über Nürnberg gelangt er in die Grafschaft Castell, wo er sich in seine Cousine Theodore, die Tochter seiner Vaterschwester Gräfin Dorothea Renata von Castell, verliebt und sich mit Theodore verlobt. Während dieser Zeit knüpft Z. auch Kontakte zur Markgräfin von Culmbach, deren Tochter Sophie Magdalene als Gattin Christians VI. (1730-1746) 1730 dänische Königin wurde. In den dänischen Monarchen setzt Z. 1731 die Hoffnung, daß mit diesem pietistisch erzogenen Monarchen sich ihm Möglichkeiten erschlössen, effektiver erwecklich zu wirken; immerhin empfängt Z. in Dänemark wesentliche missionspraktische Anregungen. Z. spekuliert auf seiner Reise anläßlich Christians Krönung vergeblich auf den Posten des Großkanzlers des dänisch-norwegischen Reiches, und auch seine zunächst freundlich aufgenommenen Pläne einer Akademiegründung bleiben wirkungslos; Z.s Scheitern in Dänemark dürfte seinen tieferen Grund darin haben, daß Christians kirchenpolitischer Berater sein Vetter und dezidierte Z.-Gegner Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode (1691-1771) war. 1733 wird Z., als Herrhut feindlich gesonnene Kreise in Skandinavien und dem Baltikum die Oberhand gewinnen, gar mit einem Einreiseverbot belegt (daher mißlingt auch Z.s Versuch von 1736, im Holsteinischen die Siedlung »Pilgerruh« zu gründen), und 1735 wird Z. der Zutritt nach Schweden verboten. Dagegen kann Z. im Herbst 1736 den preußischen König Friedrich Wilhelm I. (s.d.) für sich gewinnen. Friedrich Wilhelm I. billigt das Herrnhutertum, und nachhaltige Unterstützung erfährt Z. und das Missionswerk der Brüdergemeine durch den Bischof Daniel Ernst Jablonsky (s.d.), der Z. am 20.5. 1737 zum Bischof weiht (dieses Amt wird Z. im Sommer 1741 jedoch ablegen, da es ihm bei der bevorstehenden Amerikamission hinderlich erscheint). - Im Frühjahr 1721 weilt Z. im thüringischen Ebersdorf bei Heinrich XXIX. Reuß, dessen ältere Tochter Dorothea sich 1720 durch den Hofprediger Heinrich Schubert hatte bekehren lassen. Ihrer jüngeren Schwester Erdmuthe Dorothea, Gräfin Reuss zu Plauen (Reuss-Ebersdorf, 1700 - 19.6. 1756) wendet sich Z. nun zu; die Ehe mit ihr schließt Z. am 7.9. 1722, nachdem er am 30.7. um ihre Hand angehalten hatte. Die Trauung vollzieht Hofprediger Heinrich Schubert, der seine Ansprache unter das Wort aus Hhld 2,16 stellt. Z.s erste, deutlich symbolisch-asketische Ehe dürfte weniger als eine Liebesheirat denn als eine Glaubensgemeinschaft verstanden werden. In Ebersdorf empfängt Z. wesentliche Anstöße: die mystisch-philadelphischen Frömmigkeitserfahrungen der Schloßecclesiola, in ihrem heiteren Charakter der Halleschen pietistischen Gesetzlichkeit entgegengesetzt, werden Z.s Herrnhuter Gemeineideal geprägt haben, und Z. öffnet sich toleranter gegenüber separatistischen und konfessionellen Lebensformen. - Am 22.10. 1721 tritt Z. eine unbesoldete Stelle als Justizrat am Dresdener kursächsischen Hof an; das Angebot einer dotierten Appellationsratsstelle hatte Z., der eigentlich auf die Nachfolge Carl Hildebrand von Cansteins (s.d.) am Halleschen Waisenhause gesetzt hatte, diese Absichten aber auf Druck seiner Verwandtschaft aufgeben mußte, hingegen ausgeschlagen. Z.s juristische und kameralistische Tätigkeit ist nicht ungeschickt, doch zieht sich Z. aufgrund seines ausbedungenen Rechtes von Jahr zu Jahr immer länger auf seine Güter in der Lausitz zurück; 1727 läßt sich Z. schließlich vom Staatsdienst befreien, da ihn Herrnhut nunmehr ganz in Beschlag nimmt. - Mit Erdmuthe Dorothea begründet Z. auf dem Gut Berthelsdorf in der Oberlausitz eine dem lutherisch-pietistischen Geist Philipp Jakob Speners verpflichtete Hausgemeinschaft am Abhang des Hutberges: die Keimzelle von Herrnhut. Z. hatte Berthelsdorf im Mai 1722 von seiner Großmutter Henriette Katharina von Gersdorf käuflich erworben; als Gemeindepfarrer konnte Z. den pietistisch bekehrten Lutheraner Johann Andreas Rothe (s.d.) gewinnen, der zusammen mit dem Zimmermann Christian David (s.d.) umsichtig die Ansiedlung mährischer Exulanten, späte Nachfahren der hussitischen Bewegung und eher der reformierten Tradition nahestehend, betrieb. Die allmähliche Zuwanderung mährischer Brüder führt allerdings wiederholt zu diplomatischen Verwicklungen. 1726 lassen sich erstmals Schwenckfelder in Herrnhut nieder, deren seelsorgerliche Betreuung Z. übernimmt. Z. wie seinen im Glauben geistesverwandten Freunden (»Vier-Brüder-Bund«) Rothe, Melchior Schäffer (Görlitzer Pfarrer, der Rothe zum Pietismus geführt hatte) und Friedrich von Wattewille, der nach gescheiterten Finanzgeschäften im Winter 1722 zu Z. stieß, ging es primär um Evangelisation, die Seelenbekehrung zu Jesus Christus und die Errichtung des Gottesreiches in der Lausitz; die interne laizistische Aufgabenverteilung (Z. räumt ordinierten Theologen keine Vorrechte ein; leitende, seelsorgerliche und diakonische Ämter werden geschlechtsunabhängig besetzt; die Marienborner Synode von 1745 bestätigt hinter dem Bischofsamt die Weihegrade Presbyter, Diakon und Akoluth) im »Vier-Brüder-Bund« (Rothe erhält das Lehreramt, Z. das Vorsteheramt und wird 1730 Helfer) fand sich bald durch Losentscheid bestätigt - dies ist der Beginn von Z.s Gebrauch des Loses, einem zwar vielfach variierten und modifizierten, doch leitenden Grundprinzip der Brüdergemeinde in Z.s Freidorf Herrnhut. Z. kann sich bei der Verteidigung der Lospraxis (hierin besonders von Johann Albrecht Bengel [s.d.] angegriffen) auf die alttestamentlichen Urim und Thummim (Ex 28,3; Lev 8,8; Dtn 33,8; Esr 2,63; Neh 7,65) und Apg 1,26, aber auch auf Luthers Auslegung von Jona 1,7 berufen. Dem Heiligen Geist kommt dabei das Mutteramt (vgl. Joh 14,16ff + Jes 66,13) zu; durch ihn leitet nach Z.s Verständnis von Joh 2,20 Gott jedwede Lebensentscheidung, und Gottes Wille ist nur durch das Los zu befragen. Daraus folgt für Z. aber noch keine Infallibilität menschlichen Handelns; das Los ist nach Z. eine gute Gabe Gottes, unter den Prämisse der Kreuzestheologie begrenzt, der sich nach 1734 klar wird; das Amtslos, erst 1889 abgeschafft, verdrängt ab dem März 1733 zunehmend das Privatlos, durch das am 7. 1. 1731 gegen Z.s favorisierten Vorschlag beschlossen wurde, die Brüdergemeinde unter die Geltung der mährischen Kirchenverfassung zu stellen und Herrnhut nicht der lutherischen Kirchengemeinde Berthelsdorf anzugliedern. - Zur Propagierung seiner religiösen Vorstellungen beginnt Z. seine umfrangreiche publizistische Tätigkeit; da Z. kein Druckprivileg für Berthelsdorf erlangen konnte, mußten die Traktatliteratur, Predigtsammlungen Franckes und Johann Arndts (s.d.), das Berthelsdorfer Gesangbuch, die Ebersdorfer Bibel und Z.s Katechismus (»Gewisser Grund«) einstweilen in Ebersdorf erscheinen. Die von Z. 1725 in Dresden redigierte Zeitschrift »Der Parther«, die lediglich in drei Stücken erschien, »ist so selten, daß selbst Spangenberg sie nicht gesehen hat« (RE3 XXIV, 664); ihr folgte in 32 Nummern 1725/1726 »Le Socrate de Dresde, das ist Bescheidene Gedanken eines christlichen Philosophi« (Buchausgabe: »Teutsche Socrates, das ist Aufrichtige Anzeige verschiedener nicht so wohl Unbekannter als vielmehr in Abfall gerathener Haupt-Wahrheiten«), der Herzenschristfrömmigkeit und frühaufklärungsphilosophisch-vernunftreligiöse Ansätze zusammen zu denken versucht. Werkbiographischer Hintergrund des »Teutschen Socrates« sind Werbungsversuche und Glaubensgespräche mit dem kursächsischen Kabinettsminister Heinrich Friedrich Graf von Friesen. - Als Herrnhuter Bewegung breitete sich diese Frömmigkeitspraxis aus, als böhmisch-mährische Handwerkerbrüder aus dem sog. Kuhländchen (Kunwald, Sehlen, Seitendorf, Seitendorf, Senftleben und Zauchtenthal) Aufnahme in den Domänen Z.s fanden, wie überhaupt deren Religiosität, ihr moderater augustinischer Sakramentalismus und namentlich die Traktatliteratur Lukas' von Prag (s.d.) bedeutsam für die Ausprägung der Frömmigkeit und Theologie Z.s (auch wenn sie von ihm nicht systematisch entfaltet wurde) sind: Glaube dreifach expliziert meint bei Z. die Erkenntnis göttlicher Dinge, liebende Herzensneigung zum Christus und lebendige Erfahrung des Göttlichen. Z. lehnt dabei Konrad Dippels (s.d.) Verwerfung der Satisfaktionslehre genauso ab wie die legalistische hallenser Bußkampflehre, während andererseits Dippel Z.s Herrhuter Gemeindestatuten (s.u.) in ihrer Evangeliumsgemäßheit anerkannte. Auch lehnt Z. philosophische Demonstrationsmethodik und metaphysische Spekulationen ab, da sie seinem Gedanken zuwiderlaufen, daß alle Glaubenserkenntnis aus dem geschichtlichen Christus zu gewinnen seien. Z.s »Gemeintheologie« ist so um Christi Versöhnungswerk zentriert, wie es im praktischen Glaubensleben der Gemeinde nachvollziehbar ist. Ein markanter Einschnitt in Z.s theologischen Ansichten, die bis dahin von reiner Herzensfrömmigkeit, Gotteskindschaftsempfinden (Mt 11,25) und Heiligungsbestrebung gekennzeichnet war, ist Z.s Rezeption von Dippels »Vera demonstratio evangelica« von 1729, die Z. den Zugang zum paulinischen Denken eröffnet und ihm die Diastase von weltweiser, vernunftreligiöser Aufklärungstheologie und der Botschaft der Kreuzestorheit (vgl. 1Kor ) verdeutlicht. Hier liegt eine der Wurzeln für die am 2.6. 1743 durch Z. nach seiner Rückkehr aus Amerika erfolgte Gründung des »Närrchen-Ordens«, der seine andere in der Natur- und Ursprünglichkeitsschwärmerei der Zeitgenossenschaft im Empfindsamkeitszeitalter hat, die sich für Z. durch seine Eindrücke bei den Delaware-Indianern verstärkte. Mehr und mehr nimmt der Gedanke des von Sünden erlösenden Kreuzestodes Christi Raum in Z.s Predigten und Reden ein, treten sukzessive natürliche und philosophische Gotteserkenntnis und moralische Kategorien zurück. Umgriff Z.s Religionsbegriff bisher als Hauptökonomien die Herzensfrömmigkeit, das Bekenntnis des Glaubens wie auch Erfahrbarkeit natürlicher Religion (in der Setzung von Religion als schlechthinnigem Gefühl deutet sich Friedrich Daniel Ernst Schleiermachers [s.d.], selber früherer Herrnhuter, spätere Definition der Religion als Gefühl schlechthinniger Abhängigkeit an), so verlagert sich der Akzent allmählich auf das Gnadenverlangen seliger Sünderschaft und Erwartung spontaner Bekehrung. Eine expressive Steigerung erfährt Z.s Frömmigkeitssprache und Poetik, die in seiner Lieddichtung geradezu handgreiflich ist (vgl. z.B. den 12. Anhang zum Herrnhuter Gesangbuch), in der Vorliebe für diminuitive Passionsmetaphern, deren Quelle u.a. die Blut- und Wundenmystik des 1742 in Marienborn im Umkreis der »Christelökonomie« um Z.s Sohn Christian Renatus (1727 - 28.5. 1752), Peter (Petrus) Böhler (s.d.), Philipp Heinrich Molther (1714-1780), Johann Nitschmann, Louis von Schrautenbach und Z.s Schwiegersohn (Johann[es] von Wattewilles [Wattenwyl, 1718-1788] Adoptivkind) Johann Michael Langguth, der 1746 Z.s Tochter Benigna heiratete, gegründeten »Orden vom Bekenntnis des Leidens Jesu« ist. Die tiefe Bedeutung der Blut- und Lanzenwundensymbolik erklärt sich aus dem Abendmahlsverständnis, das Z. in Relation zur Ehe setzt (vgl. Eph 5,25.31-32): das seiner Seitenwunde entspringende Blut Christi eint Gottessohn und Gemeine, die in Ihm wurzelt (vgl. Evas Erschaffung aus Adams Rippe, Gen ). Die süßliche passionsmetaphorische Sprachwahl, in der Zeitgenossenschaft schon gelegentlich als geschmacklos kritisiert, tritt in den 1750er Jahren zurück. - In Liturgie und Gottesdienstordnung verstehen sich die Herrnhuter als der Augsburgischen Konfession Verwandte; neben die Confessio Augustana tritt 1741 die reformierte Bekenntnisschrift des Berner Synodus, mit der Z. durch die Vermittlung von Samuel Lutz (s.d.) vertraut wurde. Die Marienborner Synode des Jahres 1744 sanktioniert Z.s tropischen Ökumenismus: Im Rückgriff auf die Begriffsprägung Christoph Matthäus Pfaffs (s.d.) vereinen die Brüdergemeine verschiedene konfessionelle Tropen; die »Brüderkirche« (Bezeichnungsvorschlag Z.s von 1745) bildet eine Verfassungsunion bei freiem Bekenntnisstand. Formen der Gemeindefrömmigkeit sind gemeinsame tägliche Morgenfeier und abendliche »Singegebetstunde«, sonntäglicher Gottesdienst- und Katechesenbesuch in Berthelsdorf. Zu den liturgischen Neuerungen gehören Einführung von Fußwaschung, Fasten- und Bettage, kleine und große Liebesmahle, Beicht- und Gebetsgemeinschaften, Stundengebete (1727), Nachtwachen und Ostermorgenfeiern (1732). Zur Vermeidung von Konflikten mit dem Luthertum versucht sich die Gemeinschaft, die sich auf die Toleranzbestimmungen des Westfälischen Friedens (1648) berief, von der Tübinger Theologischen Fakultät gutachterlich die Rechtgläubigkeit attestieren zu lassen. 1733, im Jahr seiner ersten Ausweisung aus Berthelsdorf (das Grundvermögen, das zunächst dem Land Sachsen zufallen sollte, konnte Z. seiner Ehefrau übertragen), die infolge des Ablebens des Königs August II. (August der Starke [Kurfürst Friedrich August I.], 12.5. 1670 - 1.2. 1733) allerdings wieder aufgehoben wurde, suchte Z. eigens Johann Albrecht Bengel, Georg Bernhard Bilfinger (s.d.) und Christoph Matthäus Pfaff auf, deren Interesse er zwar gewinnen konnte, nicht aber die uneingeschränkte Zustimmung zu seinem Glaubensweg. - In den Anfangsjahren der Brüdergemeine, die von konfessionellen Differenzen geprägt ist (Johann Andreas Rothe schaffte auf Druck der deutsch-mährischen Kolonisten Beichtstuhl und Chorrock ab; gegen Rothes Luthertum opponierte namentlich der 1723 aus Berthelsdorf geschiedene Heitz) zeichnet sich 1725 ein den Zusammenhalt der Gemeinschaft bedrohender ernster Konflikt ab, als der neu zugezogene und bald darauf geistig umnachtete Ebersdorfer Jurist Johann Siegmund Krüger, für dessen Anschauungen Teile der Gemeinde, die dem Separatismus Johann Georg Gichtels (s.d.) nahestehen, empfänglich sind, Z. in apokalyptischer Diktion als Antichristen. Am 15.1. 1727 wird Krüger aus Herrnhut verwiesen, läßt sich aber in der Nähe nieder und schürt antisakramentale Bestrebungen. Zur Vermeidung schismatischer Erscheinungen, aber auch aus Einsicht in die Notwendigkeit von Kirchenzucht erhält Herrnhut seine Statuten, die abseits dogmatistischer Regulierungen die Christgläubigen auf den Bibelglauben verpflichten und durch den Gläubigenzusammenschluß in kleinsten, nach Geschlechtern getrennten Einheiten (sog. Banden) die Stärkung von Geschwisterliebe, Gotteskindschaftsbewußtsein und Gemeinschaftseintracht beabsichtigte. Vorbild dieser Organisationsform sind die collegia pietatis Philipp Jacob Speners. Mit der Abendmahlsfeier vom 13.8. 1727 findet Z.s Gemeine-Vorstellung sichtbarsten Ausdruck: nach Absolutionserteilung und Tischgemeinschaft erblickt Kirchengemeinde und Bekennergemeinschaft in Christo das einigende Band. Seit 1728 erfolgen tägliche Hausbesuche mit Überbringung der Losungen, die seit 1729 aufgezeichnet und ab 1731 gedruckt wurden, um durch deren tägliche Lektüre und Meditation das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen ortsansässigen und »ausgehenden« bzw. reisenden Frommen zu stärken. Bereits ab 1727, unter dem noch frischen Eindruck des auch anderen Orts zu verkündigenden, als Pfingstfest verstandenen Abendmahles vom 13.8. (s.o.), entsandte Z. einzelne Brüder zur Aufrechterhaltung des Glaubenskontaktes nach Mitteldeutschland, Dänemark und London (Juni 1728); Z. ist aber auch bemüht, Verbindungen mit philadelphischen Gemeinden einzugehen. So hält sich Z. im September 1730 in Berleburg, dem radikalpietistischen Zentrum, auf, ohne jedoch die Berleburger für seine Ansichten gewinnen zu können. Wenig Zugang findet Z. zu den Wetterauer Inspirierten um Johann Friedrich Rock (s.d.), die Z. bei seinem anschließenden Besuch in der Grafschaft Ysenburg (Isenburg) kennenlernte. - Z.s freudige Heilandsreligion findet ihren kultpraktischen Ausdruck in seinem realistischen Abendmahlsverständnis und dem»Kultus des Martermanns« als persönlicher Christusgemeinschaft, die die Leidensgestalt des Versöhners vergegenwärtigt; sie dient der religiösen Beseligung und zielt auf ethische Integrität des Glaubenden. Bei aller Kritik am Luthertum, namentlich an dessen Staatsnähe, lag es Z. fern, sich von ihm zu trennen; separatistische Tendenzen wie etwa das Konventikelwesen und den ethischen Rigorismus des halleschen Pietismus lehnt Z. ab. Gleichwohl blieben Kontroversen mit der lutherischen Orthodoxie nicht lange aus: der Dresdener Oberhofprediger Bernhard Walter Marperger greift Z. und dessen als Volksausgabe gedachte »Ebersdorfer Bibel« an, die im Textteil zwar weitestgehend der Lutherbibel folgt, in den summarischen Teilen von Marperger aber als Kritik und Abgrenzung von der wittenberger Reformation verstanden wurde. Die 1736 durchgeführte Visitation Herrnhuts unter der Leitung Valentin Ernst Löschers (s.d.), eingeleitet auf den Verdacht verbotenen Konventikelwesens, moniert zahlreiche Abweichungen vom lutherischen Bekenntnisstand und liturgische Eigenmächtigkeiten, plädiert im Abschlußbericht aber für die Tolerierung der Gemeinschaft und führt zum Erlaß des »Konventikelpatents« vom 1.7. 1737. - In theologischer Auseiandersetzung steht Z. lange mit der Hallenser Theologischen Fakultät und ihrem Vordenker Gotthilf August Francke; zum Bruch kommt es allerdings, als August Gottlieb Spangenberg (s.d.) am 4. 4. 1733 aus Halle wegen seines Abendmahlsverständnisses ausgewiesen wird. Mit Zunahme der Spannungen zur Halleschen Theologie suchte Z. den Anschluß an die lutherische Orthodoxie. Im April 1734 ließ sich Z. nach abgelegtem theologischen Examen vom Stralsunder Konsistorium als lutherischer Pfarrer ordinieren. Hoffnungen auf eine württembergische Prälatur zerschlugen sich, aber durch seine Adventspredigt in der Tübinger Stiftskirche galt Z. nun offiziell als lutherischer Geistlicher. Gleichwohl wird Z. am 20.3. 1736 aus Sachsen ausgewiesen; Z.s Stiefvater Dubislav Gneomar von Natzmer erwirkt zwar am 28.5. 1737 von August III. (Friedrich August II., 17.10. 1696 - 5.10. 1763) die Rücknahme der Ausweisungsverfügung, doch ist sie an die Unterzeichnung eines für Z. unakzeptablen Revers geknüpft, das Z. jedwedes Kirchenhandeln untersagt, so daß am 3.3. 1738 die definitive (= dritte) Ausweisung verfügt wird (die Rückkehrerlaubnis wird erst am 11.10. 1747 ausgesprochen werden). Die sich verstärkenden Widerstände gegen die Herrnhuter bedingen die deutliche Ausprägung von Z.s Frömmigkeitsverständnis christlicher Pilgerschaft (vgl. Hebr 11 und den Topos vom wandernden Gottesvolk), die Ausbildung des Missionsbischofsamtes sowie die Gestaltwerdung des Herrnhutertums als Freikirche; neben der Herrnhuter Ortsgemeinde bildet sich die »Pilgergemeine«, aus deren evangelisatorischer und missionarischer Arbeit neue Gemeinesiedlungen entstehen. Bereits 1732 wirken (s.d.) Leonhard Dober (1706-1766, vom 5.2. 1735 bis 1741 zeitweise Z.s Stellvertreter im Ältestenamt) und David Nitschmann (1695-1772), am 21.8. ausgesandt, auf St. Thomas (Jungferninseln, 1755-1917 dänisch, seither USA); 1733 brechen Christian und Matthäus Stach (1711-1787) nach Grönland auf. Die Heidenmission in Lappland und Sibirien beginnt 1734; 1734 betreten Herrnhuter Missionare Georgia (1735 gründet August Gottlieb Spangenberg Savannah [1740 aufgegeben]), 1735 Suriname und Berbice (Theophilus Salomo Schumann [1719-1760] in Paramaibo), 1737 die holländische Kapprovinz (Georg Schmidt [s.d.] in Baviaanskloof [später: Genadendal]), 1739 Ceylon, 1740 Pennsylvania (Gründung von Bethlehem und Nazareth durch David Nitschmann; 1753 Erwerb von Winston-Salem, North-Carolina). Die Herrnhuter Judenmission betreibt Samuel Lieberkühn (s.d.). - Im Dezember 1738 reist Z. nach Saint Croix (Santa Cruz: Kleine Antillen, Westindien), wo ein Missionsversuch mit dem Tod einiger Glaubensboten endete, und kehrt im Juni 1739 zurück. - Mit dem niederländischen Oranierhof kann Z. 1736 die Gründung von Heerendyk ('s Heerendijk, Baronie Ysselstein [Ijsselstein]) aushandeln, die zugleich Ausgangspunkt für die Seemission werden wird, doch sieht sich die Kolonie ab 1738 Anfeindungen der Reformierten (Hervormde Kerk) ausgesetzt, die den Herrnhutern ihre Kirchenräume und -einrichtungen verschließen; erst 1745 faßt die von den Mennoniten unterstützte Brüdergemeine in Zeist (Gemeindegründung 1746) richtig Fuß. Ab 1736 nehmen Ernst Casimir von Ysenburg-Büdingen (1687 - 15.10. 1749) in der Wetterau wie auch die Seitenlinien Ysenburg-Wächtersbach und Ysenburg-Meerholz Z. und die Herrnhuter auf, nachdem Ernst Casimir mit dem Büdinger Patent von 1712 formalrechtlich Ansiedlungsmöglichkeiten geschaffen und freie Religionsausübung garantiert hatte. Herrnhuter Ansiedlungen entstehen auf der Ronneburg (Juni 1736) und in Herrnhag, dessen Gelände am 24.4. 1738 angekauft und als Siedlung vom Architekten Siegmund August von Gersdorf (1702-1777) planmäig angelegt wurde. Herrnhags Stellung überragt bald Herrnhut; hier festigt und vereinheitlicht sich die liturgische Praxis der Brüdergemeine; auch prägt sich in der Wetterau das kirchenmusikalische Leben aus. Gleichwohl wird die Blüte Herrnhags und Marienborns nur ein Jahrzehnt dauern. Als Z. 1748 seinem Sohn Christian Renatus das Ältestenamt überträgt, greift die passionsmystische Schwärmerei um sich, leistet dem Vorwurf Vorschub, die Geschwisterliebe äußere sich sittenwidrig freizügig, und verstärkt so die Gegnerschaft des Ysenburger Regierungsrates Christoph Friedrich Brauer, der nach Graf Ernst Casimirs Tod dessen Nachfolger Gustav Friedrich zur Huldigungsnötigung der Brüdergemeinen bewegt und nach deren Verweigerung das Patent vorbereitet, das am 12.2. 1750 mit Ablauf einer dreijährigen Frist die Brüder aus Ysenburger Hoheitsgebieten ausweist. Z.s briefliche Gemeindeverwarnung und Absetzung seines Sohnes sowie dessen baltischen Mitarbeiter Joachim Heinrich Rubusch vom 10.2. 1749 kann die herrnhuterfeindlichen Sanktionen nicht verhindern, und bereits am 21.2. 1750 emigrieren die ersten Brüder nach Pennsylvanien; Rechte und Pflichten der amerikanischen Brüdergemeine reglemetiert die »Act for Encouraging the People Known by the Name of Unitas Fratrum or United Brethren, to Settle in His Majesties Colonies in America« vom 24.6. 1749, das u.a. die »Unität« als »Ancient Protestant Episcopal Church« verfassungsrechtlich anerkennt und dessen Verabschiedung durch Parlament und Krone durch Thomas Penn und General James Edward Oglethorpe betrieben wurde. Das Marienborner Seminar wird nach Schloß Barby, 1747 durch Z. von Sachsen gepachtet, verlegt und 1754 unter Gottfried Clemens eröffnet; das vom Zittauer Rektor Polykarp Müller (1685-1747) geleitete Herrnhager Pädagogium übersiedelt 1749 zunächst nach Herrnhut und 1760 nach Niesky. - Auch in Frankfurt/M. verzeichnet Z. in den Jahren 1736 bis 1738 Erfolge, stößt jedoch auch dort auf Widerstände: so unterbindet auf Betreiben des Pfarrers Johann Philipp Fresenius (s.d.) das vom 24.2. bis 20.5. 1738 tagende Ketzergericht die Bildung einer Herrnhutischen Gemeinde; Fresenius als Multiplikator der Kritik des Jenenser Ordinarius Johann Georg Walch (s.d.), wie auch der Gießener Theologieprofessor Johann Hermann Benner und der Jurist Johann Jakob Moser (s.d.) in Hanau gehören im Hessischen zu den exponierten Gegnern Z.s., zu denen in Wittenberg Karl Gottlob Hofmann, in Württemberg Johann Albrecht Bengel treten. - Unter der toleranten Religionspolitik Friedrichs II. von Preußen (s.d.) entstehen ab 1742 Brüdersiedlungen in Schlesien (Gnadenberg [1743], Gnadenfrei [1743], Gnadek, Neusalz [1745], Niesky [1742]). In Livland, das Z. erstmals im Sommer 1736 bereiste, entstehen die Siedlungen Wolmarshof bei Wolmar, Birkenhof bei Dorpat (Jurjew) und Arensburg auf Ösel. Wolmarsdorf wird zum Schullehrerseminar ausgebaut. Die anfängliche Empfänglichkeit der livländischen lutherischen Geistlichen für das Werk Z.s schlägt um, und Z. sieht sich zudem Auseinandersetzungen mit dem Zarenhof ausgesetzt. Gleichwohl wirkt das sozialreformerische Herrnhutertum bis weit in das 19. Jh. hinein. - Anfang 1737 reist Z. nach England; die Anglikanische Kirche steht den Herrnhutern und ihren Missionsabsichten in Neuengland überwiegend freundlich gegenüber, und im Londoner Linseyhouse (später: Fetter Lane Society) organisiert und versammelt Z. die englische Gemeine, in der John Wesley (s.d.) unter dem Eindruck der Predigten Peter Böhlers am 24.5. 1738 seine Bekehrung erfährt. Trotz theologischer Differenzen mit Z., besonders hinsichtlich der Gnadenwahl und des von Z. verworfenen Wachsens in der Liebe (die endgültige Trennung des lutherischen Pietismus vom Methodismus erfolgt erst mit dem Londoner Glaubensgespräch Z.s mit Wesley am 3.9. 1741), fühlt sich Wesley zunächst der Brüdergemeine verbunden, mit der Wesley allerdings am 20.7. 1740, den naiven, als unevangelisch empfundenen Enthusiasmus einiger Brüder geißelnd und fortan gegen das Herrnhutertum polemisierend, bricht, zumal sich unter dem Wirken Philipp Heinrich Molthers, Spaltungstendenzen in der Londoner Brüdergemeine abzeichneten. Von England aus bricht Z., nachdem die Londoner Generalsynode vom September 1741 Leitungsregelungen für die Brüdergemeine während Z.s Abwesenheit getroffen hatte (der unitarische Christozentrismus findet seinen sichtbarsten Eindruck in der Übertragung des Ältestenamtes auf Jesus Christus als Haupt der Kirche), nach Amerika auf und erreicht am 29.11. 1741 New York; bis 1742 bleibt Z. in Neuengland. Von 1749 bis 1755 ist Z. erneut in England und zunächst London zu Regierungsverhandlungen, die mit der Verabschiedung der Parlamentsakte »Acta Fratrum in Anglia« vom 12.5. enden und die Brüdergemeine als Episkopalkirche anerkennt. Nach zwischenzeitlicher Stagnation organisiert Z. das erblühende englische und irische Gemeineleben unter Einbeziehung synodaler Leitungsstrukturen. - Seine letzten Lebensjahre verbringt Z., der 1747 das Lausitzer Gut Hennersdorf erwerben konnte, vornehmlich im Herrnhuter Jüngerhaus, nachdem er im Sommer 1755 aus England nach Sachsen zurückgekehrt war. Unter dem Juristen Johann Friedrich Köber (* 1717) beaufsichtigt eine Finanzkommission ab 1755 die desolaten Finanzen der Brüdergemeine, die Z. wiederholt hart an die Grenze des Bankrotts brachten. Im Juni 1757 ehelicht Z. die Älteste und Bauerstochter Anna Nitschmann (1715-1760), die auch als Liederdichterin hervortrat. - Zusammen mit Spangenberg, Friedrich Christoph Steinhofer (s.d., seit 1733 Hilfsprediger in Herrnhut und von 1734-1745 Ebersdorfer Schloßprediger, 1746 in Herrnhag), Samuel Lieberkühn und Friedrich Christoph Oetinger, der Z. Griechisch und Hebräisch lehrte, beginnt Z. 1733 mit der schlichten Neuübersetzung der Bibel aus dem Urtext. - »Gemeinen« gründen sich innerhalb der Landeskirchen bei relativer kultischer Selbständigkeit allerdings da, wo sozialcaritatives Engagement notwendig ist, und Brüdergemeinen verstehen sich als Verkörperung der wahren Kirche, ohne die innere Einheit mit der verfaßten Kirche aufzukündigen. Kirche versteht Z. dabei in Anlehnung an die Erklärung der ersten Bitte des kleinen Katechismus Martin Luthers (s.d.). - Z. gilt als pädagogischer Entdecker der Kindheit (Kinder betrachtete Z. als »kleine Majestäten« und bestand auf »Natürlichkeit« in der Erziehung); das eigentliche herrnhutische Bildungskonzept entwickelt und verwirklicht aber Rektor aus Neustadt an der Aisch, Paul Eugen Layritz (1707-1788), der 1742 zur Brüdergemeine gestoßen war, im Geist der Pädagogik Johann Amos Comenius (s.d.). In der Gründung von Bildungseinrichtungen orientierte sich Z. zunächst an den Hallenser pietistischen Institutionen. 1723 eröffnet Z. in Berthelsdorf eine Armenschule, dem Friedrich von Wattewille vorsteht, und das 1727 gegründete Herrnhuter Waisenhaus steht unter der Leitung von Matthias Gottfried Hehl (s.d.). Z.s Missionskonzept versteht unter den Boten Gemeindegesandte, die durch ihre handwerkliche Tüchtigkeit und schlichten frommen Lebenswandel Glaubenszeugnis ablegen.Z. pflegte eine als höfisch charakterisierbare repräsentative Lebensform, die von Johann Albrecht Bengel (s.d.) nicht ohne Grund als Monarchie kritisiert wurde. Dazu gehört auch die schwankende Titulatur Z.s, die von seinen einzelnen Ämtern in der Brüdergemeine über »Papa« (sie lehnt Z. nach Beendigung der Wetterauer Periode [sog. »Sichtungszeit« nach Lk 22,31] ab, zumal schon August Gottlieb Spangenberg unter Verweis auf Mt 23,9 starke Bedenken gegen diese Anrede geäußert hatte) bis hin zu Bischof reichte und sich damit den Eindruck aussetzte, Z. würde eine pseudopäpstliche Würde anstreben.

Abk.: BHZ= Bibliograph. Hdb. z. Z.-Forsch. Unter Mitarbeit v. Hans-Christoph Hahn, Jörn Reichel, Hans Schneider u. Gudrun Meyer hrsg. v. Dietrich Meyer, Düsseldorf 1987; ZMD = Amedeo Molnár (Hrsg.), N. L. v. Z., Materialien u. Dokumente. R. I. Qu. u. Darst. z. Gesch. der böhmischen Brüderunität, Hildesheim[/New York] 1971ff.; ZLWQD = N. L. v. Z., Leben u. Werk in Qu. u. Darstt., Hildesheim[/New York]; ZSMD = N. L. v. Z. Schrr., Materialien u. Dokumente, 2. R., hrsg. v. Erich Beyreuther u. Gerhard Meyer, 1972ff.

Werkausw./Qu./neuere Anthologien: Die Letzten / Stunden / Unsers /HErrn und Heylandes / Auff dieser Erden / Die Einsetzung des H. Nachtmahls / Sein wirkliches Leiden u. Tod / in sich begreiffend, / Mit Genehmigung des AUTORIS / übersehen, / Und mit ein u. andern nicht unnöthigen / Anmerckungen u. Schrifft-Stellen / erl., / Auch nunmehro auf vielfältige Erinnerung / guter Hertzen / Zur allgemeinen Erbauung überlassen, Wittenberg 1722; Smgl. Geistlicher Lieder (...) nebst einer Vorrede des Editoris [Leipzig 1725]. Berthelsdorfer Gesangbuch. Hrsg. v. Erich Beyreuther. Mit einem Vorwort v. Erich Beyreuther u. Gerhard Meyer u. einer Einf. in die Gesangbücher Z.s v. Dietrich Meyer (ZSMD 4,1), 1979; Liturgia fratrum, oder holdselige Reden Christi, 1726; Ein guter Muth, Als das Tägliche Wohl-Leben Der Creutz-Gemeine Christi z. Herrnhuth, im J. 1731. Duch die Erinnerung ewiger Wahrheiten, Alle Morgen Neu, 1731 (= Nachdr. Stuttgart 1979; Ein guter Muth, als das tägliche Wohl-Leben der Kreutz-Gemeine Christi zu Herrnhuth, im J. 1731 durch die Erinnerung ewiger Wahrheiten, alle Morgen neu [Nachdr. der Ausg. Kopenhagen 1731], Herrnhut 1996); Der Teutsche Socrates, das ist aufrichtige Anzeige verschiedener in Abfall gerathener Hauptwahrheiten, in den J. 1725 u. 1726 ausgefertiget, Leipzig 1732 (= BHZ A 109); Des Herrn Gf. Nicolai L.s v. Z. u. Pottendorff etc. Bedencken u. besondere Send-Schreiben, In allerhand practischen Materien vernehmlich Die in der Christlichen Rel. herzustellende Gemeinschafft wahrer Kinder Gottes betreffend, Seit A. 1721 öffentl. gestellet. Mit einer Vorrede v. M. Friederich Christ. Steinhofers Pfarrers in Herrnhut, Franckfurt/Leipzig 1734; Teutsche Gedichte Erster Theil, Barby 1735 (= BHZ A 122); Grundzüge christlicher Lehre, nach Anleitung des einfältigen Katechismi Lutheri, Görlitz 1735; Inh. derjenigen Reden, welche v. 11. Januario 1738 bis auf Aprilis sonderlich für die Manns-Personen gehalten worden, 1738. 2. Aufl. Berlin/Altona 1740; Inhalt seiner öffentl. Reden, welche im J. 1738 v. Januario bis z. Ende des Aprilis in Berlin an die Frauens-Personen gehalten worden, 1738 [= BHZ A 130]. 2. Aufl. Berlin/Altona 1740; Sonderbare Gespräche zw. einem Reisenden u. allerhand Personen v. allen in der Religion vorkommenden Wahrheiten, Altona 1739. Neue Aufl. Hadersleben 1807; Eines abermahlingen Vers. z. Übers. der Hist. Bücher NT (...) aus dem Original, 2 Bde., Büdingen 1739; Bedenken u. besondere Sendschreiben in praktischen Materien. 3 Abtheilungen, Frankfurt/Leipzig 1740; Erwartete Erkl. über die wider ihn aus Frankfurt 1738 an J. P. Weißen gerichtete Klagschr., Büdingen 1740; Freywillige Nachlese. Des Gf. v. Z. kleine Schrifften gesammelt in [13] versch. Nachlesen. Bey den bisherigen gelehrten u. erbaulichen Monaths-Schrifften Nebst einigen andern erbaulichen Bll. In 2 Bde., Frankfurt/O. 1740 (= BHZ A 123; Wiederabdr. in: Z., Schrr. Erg.bde. z. den Hauptschrr. XI-XII, mit einem Vorwort v. Erich Beyreuther u. Gerhard Meyer u. einer Einf. v. Leiv Aalen, Hildesheim 1972); Regeln des löblichen Ordens v. Senff-Korn, Büdingen 1740 (Wiederabdr. in: ZSMD 2,12 [= 1. Sammelbd.], 125-140); Kleine Schrifften, gesammelt in verschiedenen Nachlesen bey den bisherigen gelehrten u. erbaulichen Monats-Schrifften. 13 Theile. Frankfurt 1740; Probe eines Lehrbüchleins f. die sogenannte Brüdergemeine, z. mehrerer Deutlichkeit u. gründlichem Verstande unserer hl. Wahrheit. 2 Theile, Büdingen 1740-1742; Büdingische Smlg. einiger in der Kirchenhistorie einschlagender Schrr., 16 Theile, Büdingen 1740-1744 (= BHZ A 146); Geheimer Briefwechsel mit den Inspirirten, Frankfurt 1741; Jeremias, ein Pr. der Gerechtigkeit, Büdingen 1741. Jeremias, ein Pr. der Gerechtigkeit, allen redlichen Pr. in der ev. Kirche einfältig u. als ein Exempel vorgestellt, wie man in seinem Amte mit Gott, mit der Obrigkeit, mit den Lehrern, mit seinen Zuhörern überhaupt, u. mit seinen Brüdern insonderheit wandeln könne. Nach der 2., verb. Aufl. wieder abgedr., Berlin 1830. Jeremias, ein Pr. der Gerechtigkeit, allen redlichen Pr. in der ev. Kirche einfältig u. als ein Exempel vorgestellt, wie man in seinem Amte mit Gott, mit der Obrigkeit, mit den Lehrern, mit seinen Zuhörern überhaupt, u. mit seinen Brüdern insonderheit wandeln könne, vor Augen gestellet. Unveränd. Wiederabdr. der 2. Original-Aufl. v. 1741, mit beigefügten u. angehängten erklärenden Bem., Gnadau 1863; Theol. Bedenken, welche er v. den böhmisch u. mährischen ev. Brüdern seit 20 J. entwarf, Büdingen 1742; Hirten-Lieder v. Bethlehem, Germantown 1742; Smlg. öffent. Reden v. dem Herrn, der unsere Seeligkeit ist u. über die Materie z. seiner Marter, z. Philadelphia gehalten. 2 Theile, Altona 1742, 1744 (= BHZ A 167); Pennsylvanische Nachrr. Von dem reiche Christi. Anno 1742: B. L.s [= N. L. Gf. v. Z.s] Wahrer Ber. de dato Germantown, den 20. Febr. 1741/42 an seine liebe Teutsche u. wen es sonst nützlich z. wissen ist, wegen Sein u. seiner Brüder Zusammenhanges mit Pennsylvania, z. Prüfung der Zeit u. Umstände ausgefertiget; nebst einem P. S. de dato Philadelphia den 5. Martii u. einigen unsere Lehre überhaupt, u. dieses Schrifftgen insonderheit, erläuternden Beylage, Büdingen 1742 (= BHZ A 159); Authentische relation v. dem Anlass, Fortgang u. Schlusse der am 1sten u. 2ten Januarii Anno 1741/42 in Germantown gehaltenen Versammlung einiger Arbeiter derer meisten Christlichen Religionen u. vieler vor sich selbst Gott-dienenden Christen-Menschen in Pennsylvania; Aufgesetzt in Germantown am Abend des 2ten obigen Monats, Philadelphia, PA 1742; Die Gegenwärtige Gestalt des Creutz-Reichs Jesu in seiner Unschuld d.i. Verschiedene deutliche Wahrheiten denen unzehligen Unwahreheiten gg. eine bekannte Ev. Gemeine in Dreyen Abtheilungen entgegen (...) gestellet, Büdingen 1746 )= BHZ A 173); PERI EAUTOU: Das ist Naturelle Reflexiones über allerhand Materien, 1746 (= BHZ A 147); Nine public lectures on important subjects in rel. Preached in Fetter Lane Chapel in London in the year of 1746. Translated and edited by George Wolfgang Forell, Iowa 1973; Die an den Synodum in Zeist gehaltenen Reden, Barby 1746. 2. verb. Aufl. 1759 (BHZ A 175); Oeffentl. Reden in America, 2 Theile, Büdingen 1746; 34 Homilien über die Litanei des Lebens, Leidens u. der Wunden Jesu, 1747. Rev. Ausg. Barby 1759 (= BHZ A 176); Naturelle Reflexionen über allerhand Materien, nach der Art, wie er selbst by sich zu denken gewohnt ist, Ebersdorf 1747, Görlitz 1749; Vers. z. Uebersetzung des neuen Testaments unseres HErrn Jesu Christ aus dem Original, Büdingen 1747; Ein u. zwanzig Discurse über die augspurgische Confession, Görlitz 1748 (= BHZ A 182); Neun öffentl. Reden über wichtige in der Rel. einschlägige Materien, gehalten z. London in Fetter Lane-Capelle, Görlitz 1748; Abgenöthigte Gewissensrüge der mährischen Kirchendiener, Görlitz 1749; 32 einzelne Reden, Görlitz 1749; Declaration v. Gegenbeschuldigung, Görlitz 1750; Nothdürftiger Nachklang auf Fresenii Antwort. Frankfurt/Leipzig (Marche in Görlitz) 1750; Apotheca viatorum, 1751; Maxims, theological Ideas and Sentences out of the present Ordinary of the Brethren Churches his Dissertations and Discourses, London 1751; Verliebtheit eines Sünders gg. die Wunden Jesu, Görlitz 1751; Enchiridion, das ist Hauptsumma der ganzen hl. Schr., in ein Handbüchlein gebracht, mit möglichster Beibehaltung des Buchs, 1752; Freundlichkeit u. Demuth in Ansehung der Akademien, Wittenberg 1752; Lehre der Brüdergemeine, Görlitz 1752; Alt u. neuer Brüdergesang (oder Londoner Brüdergesangbuch), London 1754; Kleines Gesangbuch, genannt Saronsbüchlein, Barby 1754; Liturgien u. Litaneien, z. Gebrauch der Brüdergemeinen u. ihrer Chöre, Barby 1754, 1773, 1794; Lied Mosis u. des Lammes, Brüdergesangbuch, Görlitz 1754; Plain case of the representatives of the unitas fratrum, London 1754; An Exposition or True State of the Matters objected in England to the people known by the name of unitas fratrum, London 1755; Smlg. Geist- u. lieblicher Lieder, Eine grosse Anzahl der Kern-vollsten alten u. erwecklichsten neuen Gesänge enthaltende, Dritte sehr vermehrte u. gebesserte Aufl., Nebst einer Vorrede des Editoris, worinnen (...) Eine ziemliche deutliche Einl. in das gantze Geschäfft der Seeligkeit z. befinden, Herrnhuth/Görlitz 1755; Statutes or the general principles of practical Chrystianity - for the Congregations in Engl. in Union with the Unitas fratrum, London 1755; Summarischer Ber. v. J. 1753, f. reisende Brüder, London 1755; Einige seit 1751, z. London gehaltene Predigten. 2 Theile, Barby 1756; Einige Reden, die er vornehmlich 1756 zur Zeit seiner Retraite in Bethel an die Bertholdsdorfische Kirchfahrt gehalten hat, Barby 1756, 1758; Psalmodie d'Eglise des freres, Neuwied 1757; Erster Vers. z. einem Chronico der Kirchentage, 1757; Berlinische Reden, Neuwied 1758; Die holdseligen Reden des lieben Sohnes, Barby 1758; Smlg. Einiger v. ordinario fratrum während seines Aufenthalts in den Teutschen Gemeinen v. Anno 1755 bis 1757 gehaltenen Kinder-Reden, z. finden bei dem Seminario Theologico, 1758 (= BHZ A 212); Die jährl. Losungen, v. 1729-1761, die erst einzeln gedruckt, hernach aber in Bänden zusammen gedruckt wurden, Barby 1762; Reden über die fünf Bücher Mosis, Auszugsweise v. Gottfried Clemens, 3 Theile, Barby 1763-1765; Reden aus dem alten u. neuen Testament, 8 Bde., Barby 1766; Das kleine Brüder-Gesang-Buch, in einer Harmonischen Smlg. v. kurzen Liedern, Vv., Gebeten u. Seufzern bestehend. Vierte Aufl., Barby 1767; Reden, mehrenteils auf seinen Reisen im J. 1757 gehalten, Barby 1768; Smlg. einiger v. ordinario fratrum auf seinen Reisen gehaltenen Reden, Barby 1768; Auszz. aus des sel. Ordinarii der Ev. Brüderkirche, Herrn N. L. Gf. u. Herrn v. Z. u. Pottendorf sowohl ungedr. als gedr. Reden über die vier Evv., gefertigt u. hrsg. v. Gottfried Clemens, Barby 1773; Reden über die vier Evangelisten, im Ausz. (v. Gottfried Clemens), 4 Bde., Barby 1776-1779; Einige seiner letzten Reden. Barby (Kummer in Leipzig) 1784; Reden über die vier Evangelisten, im Ausz. v. J. C. Düvernoy. 6 Bde., Barby 1790; Gedanken über verschiedene ev. Wahrheiten, aus dessen Schrr. zusammen getragen, Barby 1800, 18201; Geistliche Gedichte gesammelt u. gesichtet v. Albert Knapp, Stuttgart/Tübingen 1845; Geistliche Lieder u. Dichtungen. Ausgew. u. hrsg. v. Hermann Adalbert Daniel, Bielefeld 1851; Geistliche Lieder. Ausw., Gütersloh 1861; Geistliche Gedichte. Eine Ausw. z. Erinnerung an den Tag seiner Geburt vor 200 J. Hrsg. von H. Bauer u. G. Burckhardt, Leipzig 1900; Die letzten Stunden unseres Herrn und Heilandes auf Erden, Neudietendorf 1903; Über Glauben u. Leben [Werke, Auszz.], ausgewählt u. zusammengestellt v. Otto Herpel, die Lieder u. Gedichte sind v. Emmy Arnold asugesucht, zusammengestellt u. mit Anm. versehen. Einf.: Gerhard Reichel (Qu. 7), Bruderhof Sannerz/Leipzig/Berlin 1925; Anne-Louise Salamon (Ed.), La Catholicité du Monde Chrétien d'après la Correspondance inédite du comte Louis de Z. avec le cardinal de Noailles et les évêques »appellants« 1719-1728: RHPhR 8 (1928), 430-466 (dass. auch Paris 1929 = Neudr. Hildesheim 1970); Die Brüdergemeine. Kirchenordnungen, Lieder, Liturgien u. Lehrschrr. der Herrnhuter, bearb. v. Cajus Fabricius, Berlin 1936; Ev. Gedanken. Gewißheit, Freude, Kraft. Zusammengest. v. Otto Uttendörfer (Schriftenr. »Hilfe f.'s Amt« 14), Berlin 1948; Schüler der ewigen Gnade. 200 Strophen aus Liedern des Gf. Z. Ausgew. v. Walther Zilz, Gießen/Basel 1954; Er das Licht u. wir der Schein. Aussprüche u. Vv., ausgew. v. Heinz Schäfer, Lahr-Dillingen 1957; Herz u. Herz vereint zusammen. Gebete. Mit einem Geleitwort v. Theo Marx u. einem Nachwort v. Walter Ludwig. 1.-3. Tsd. (Steinkopfs Hausbücherei), Stuttgart 1958; N. L. Gf. v. Z., Wort u. Weg. Ausw., Zusammenstellung u. verbindender Text v. Ernst Kurt Exner. Vignetten v. H. U. Herold (die perlenkette 29), Berlin 1958, 19601 (Wort u. Weg. Vignetten nach Drucken Z.s u. seiner Zeit v. H. U. Herold, Hanau 1958 [Die Auslese 4]); Hauptschrr., hrsg. v. Erich Beyreuther u. Gerhard Meyer, 6 Bde., Hildesheim 1962; N. L. v. Z.s Bekenntnis z. Jesus Christus nach dem Johannes-Ev. Ausgew. u. eingel. v. Erich Beyreuther (Aussaat-Bücherei 15), Wuppertal 1963; Z.s Rede z. 12. Mai 1759: Unitas Fratrum. Zschr. f. Gesch. u. Gegenwartsfragen der Brüdergemeine 2 (1977), 75-85. - 1. Sammelbd. über Z. Mit einem Vorwort v. Erich Beyreuther u. Gerhard Meyer (ZSMD 2,12), Hildesheim 1975; 2. Sammelbd. über Z. Mit einem Vorwort v. Erich Beyreuther u. Gerhard Meyer (ZSMD, 2,13), Hildesheim 1975 (= 1. Sammelbd.); Hans Christoph Hahn/Hellmut Reichel (Hrsg.), Z. u. die Herrnhuter Brüder. Qu. z. Gesch. der Brüder-Unität v. 1722 bis 1760, Hamburg 1977; Texte z. Mission. Mit einer Einf. in die Missionstheol. Z.s hrsg. v. Helmut Bintz (Unitas Fratrum. Zschr. f. Gesch. u. Gegenwartsfragen der Brüdergemeine, Beih. 2), Hamburg 1979; Losungen 1731, Herrnhut 1996. - Gf. Z.s Tagebuch v. 1716-1719, hrsg. v. Gerhard Reichel u. Joseph Theodor Müller: ZBG 1 (1907), 113-204; 2 (1908), 81-129; 4 (1910), 5-97. - Antizinzendorfiana aus der Anfangszeit 1729-1735 [Breslau 1729/Frankfurt a.M. 1743]. Hrsg. u. mit einem Vorwort v. Erich Beyreuther (ZSMD 2,14), Hildesheim/New York 1977; Antizinzendorfinana II. Aus den Freien Reichsstädten Hamburg, Lübeck, Frankfurt am Mainz u. der ehem. Freien Reichsstadt Straßburg. Hrsg. u. mit einer Einf. v. 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Lit.: Christian David, Beschreibung u. Zuverlässige Nachr. v. Herrnhut in der Ober-Lausitz, Leipzig 1735; - Johann Leonhard Froereisen,Vergleichung des Gf. Z. mit dem Mahomet, Frankfurt/Leipzig 1748; - August Gottlieb Spangenberg, Leben des Herrn N. L. Gf. u. Herrn v. Z. u. Pottendorf. 8 Bde. in 4 Bde., Barby 1773-1775 (= Nachdr. in 4 Bde., Hildesheim 1973 [ZSMD 2,1-8]); - Ders., Apologetische Schluss-Schr., worinn über tausend Beschuldigungen gg. die Brüder-Gemeinen u. ihren zeitherigen Ordinarium nach der Wahrheit beantwortet werden. Nebst Reg. (N. L. v. Z., Hauptschrr. Erg.-Bd. 3), Hildesheim 1964 (= BHZ B 350); - Johann Albrecht Bengel, Abriß der so genannten Brüdergemeine [Stuttgart 1751]. Mit einem Vorwort v. Erich Beyreuther (ZSMD 2,10), Hildesheim 1972; - Wilhelm Friedrich Jung, Der in dem Gf. z. Z. noch Lebende u. Lehrende wie auch Leidende u. Siegende Doctor Luther, Allen verständigen u. redlichen Leuten Der beyden Ev. Rel. vor Augen gelegt, Frankfurt/Leipzig 1752; - David Cranz, Historie v. Grönland enthaltend Die Beschreibung des Landes u. der Einwohner etc., insbesondere die Gesch. der dortigen Mission der Ev. Brüder z. Neu-Herrnhut u. Lichtenfels, Barby 1765; - Ders., Alte u. Neue Brüder-Historie, oder kurz gefaßte Gesch. der Ev. Brüder-Unität in den ältern Zeiten u. insonderheit in den gegenwärtigen Jhh. [Barby 17721]. Mit einem Vorwort v. Gerhard Meyer (ZSMD 2,11), Hildesheim 1973; - Ludwig Carl Frhr. v. Schrautenbach, Der Gf. v. Z. u. die Brüdergemeinde seiner Zeit [1782]. Hrsg. v. Friedrich Wilhelm Kölbing [Gnadau/Leipzig 1851]. Mit einer Einl. v. Gerhard Meyer, Hildesheim 1972 (ZSMD 2,9); - Georg Heinrich Loskiel, Gesch. der Mission der ev. Brüder unter den Indianern in Nordamerika, Barby 1789 (= Nachdr. Hildesheim/New York 1989); - Gottlieb Benjamin Reichel, Leben des Gf. v. Z., Stifters der Brüdergemeinen, Leipzig 1790; - J. C. Duvernoy, Kurzgefaßte Lebensgesch. N. L. Gf. u. Herrn v. Z., Barby 1793; - Bekenntnisse merkwürdiger Männer v. sich selbst. III: N. L. v. Z., hrsg. v. J. G. Müller, Winterthur 1795; - Karl August Varnhagen van Ense, Leben des Gf. v. Z., Berlin 1830; - Albert Knapp, Geistliche Gedichte des Gf. v. Z., gesammelt u. gesichtet v. Albert Knapp. Mit einer Lebensskizze u. des Verf. Bildniß, Stuttgart/Tübingen 1845; - Ders., Ges. prosaische Schrr. Nach Anordnung des sel. Verf. hrsg. 2. Theil. Sechs Lb. J. J. Balde.- Gottfried Arnold.- Gf. Z.- Jerem. Flatt.- C. A. Dann.- Eberh. Wörner, Stuttgart 1875; - Friedrich Wilhelm Barthold, Die Erweckten im prot. Dtld. während des Ausgangs des 17. u. der ersten Hälfte des 18. Jh., bes. die frommen Grafenhöfe: Hist. Taschenbuch 3 (1852), 129-320; 4 (1853), 169-390; - C. U. Hahn, Die ev. Brüdergemeinde in Herrenhut, ihre Gründung, Ausbreitung, Lehre u. Einrichtung. Aus den vorhandenen größeren Werken f. das ev. Volk zusammengestellt, Heilbronn 1854; - H. J. Lonzer, Einiges aus der hundertj. Gesch. der Pr.-Conferenz z. Herrnhut, z. Jubelfeier derselben den 14ten Juni 1854, Herrnhut 1854; - Hermann Plitt, Das theol. Seminarium der ev. Brüder-Unität in seinem Anfang u. Fortgang, Leipzig 1854; - Ders., Die Brüdergemeine u. die luth. Kirche in Livland, Gotha 1861; - Ders., Das biblisch-ev. Princip der Lehrtropen, mit besonderer Beziehung auf Z.: JDTh 8 (1863), 621-690; - Ders., N. L. Gf. v. Z., Basel 1867; - Ders., Z.s Theol. 1. Bd. Die urspr. gesunde Lehre Z.s, 1723-1742, Gotha 1869. 2. Bd. Die Zeit krankhafter Verbildungen in Z.'s Lehrweise, 1743-1750, Gotha 1871. 3. Bd. Die wiederhergestellte u. abschließende Lehrweise Z.'s, 1750-1769, Gotha 1871; - Paul Wilhelm Verbeek, Kurzgefaßte Gesch. der alten u. neuen Brüder-Unität, Gnadau 1857; - F. Bovet, Le Comte de Z., Paris 1860; - Theodosius Harnack, Die luth. Kirche Livlands u. die herrnhutische Brüdergemeinde. Ein Btr. z. KG neuerer u. neuester Zeit, Erlangen 1860; - Erinnerungen an Z. Zur Säcularfeier seines Todestages, 9. 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Zur Belehrung u. Erbauung dargest., 1867; - Gf. Z. u. die Juden, in: Dibre Emeth oder Stimmen der Wahrheit an Israeliten u. Freunde Israels 27 (1871), 43-62; - Carl Axenfeld, Gf. v. Z. u. Samuel Lieberkühn oder die Arbeit der ev. Brüdergemeinde an Israel, 1873; - Ferdinand Körner, Die kursächsische Staatsregierung dem Gf. Z. u. Herrnhut bis 1760 gegenüber. Nach den Acten des Hauptstaatsarch. z. Dresden, Leipzig 1878; - Friedrich Sigwart Hark, Der Konflikt der kursächsischen Regierung mit Herrnhut u. dem Gf. v. Z. 1733-1738: Neues Arch. f. Sächsische Gesch. u. Alterthumskunde 3 (1882), 1-65; - Otto Glaubrecht, Z. in der Wetterau. Ein Bild aus der Gesch. der Brüdergemeinde. 1.-3. Abt.: Ronneburg-Marienborn-Herrnhag (in 1 Bd.), Stuttgart 1884-1887. Neubearb. u. hrsg. v. Hermann Knodt, Gießen 1925; - Gustav Dalman, Die Feier des Versöhnungstages in der Brüdergemeinde, ein Vermächtnis des Gf. v. Z.: Saat auf Hoffnung 22 (1885), 186-195; - Ders., Gf. 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Katechismen der böhmischen Brüder, Berlin 1887; - Ders., Das Bischoftum der Brüder Unität. Eine geschichtliche Unters., Herrnhut 1889; - Ders., Z. als Erneuerer der alten Brüderkriche. Festschr. des theol. Sem. der Brüdergemeinde in Gnadenfeld z. Gedächtnis der Geburt Z.s am 26. Mai 1700, Leipzig 1900 (= Nachdr. Hildesheim 1975, 1-124 [ZSMD 2,12 = 1. Sammelbd.]); - Ders., Entstehung u. Entwicklung der brüderischen Kirchenlitanei: MGkK 7 (1902), 152-158; - Ders., Das Ältestenamt Christi in der erneurten Brüderkirche: ZBG 1 (1907), 1-32; - Ders., Das Bekenntnis in der Brüdergemeine. Eine geschichtliche Darst.: ZBG 3 (1909), 1-61; - Ders., Eine Rede Z.s: ZBG 3 (1909), 207-238; - Ders., Die Bilder Z.s: ZBG 4 (1910), 98-123; - Ders., Die ältesten Berr. Z.s über sein Leben, seine Unternehmungen u. Herrnhuts Entstehen: ZBG 5 (1911), 93-116; 7 (1913), 114-121.171-215; - Ders., Der Parther. Eine Wschr., anonym hrsg. v. Z., Dresden 1725: ZBG 5 (1911), 124-128; - Ders., Hymnologisches Hdb. z. Gesangbuch der Brüdergemeine, Herrnhut 1916 (= Neudr. Hildesheim 1977); - Gustav Kramer, Z.s Vers., Wittenberg u. Halle z. versöhnen: ThStKr 61 (1888), 141-163; - K. Ostertag, Gf. v. Z., Calw 1888; - Hermann Tietzen, Z., Gütersloh 1888; - Samuel Eck, Z. u. seine Nachwirkung in der Ggw.: ChW 4 (1891), 317-324.339-346.368-373.386-392.410-418.434-441.458-467 (= Dass. Nebst einem Anh.: Die soz. Krisis u. die ev. Kirche, Leipzig 1890); - Gneomar Ernst v. Natzmer, Ein Jugendfreund Friedrichs des Großen, Karl Dubislav v. Natzmer: FBPG 3,2 (1890), 137-150; - Ders., Die Jugend Z.s im Lichte ganz neuer Qu., Eisenach 1894; - Hermann Reuter, Gf. Z. u. die Gründung der Brüdergemeinde: ZKG 12 (1891), 1-20; - Max Bajorath, Jean de Labadies Separationsgemeinde u. Z.s Bruder-Unität: ThStKr 66 (1893), 125-166; - Hermann Dechent, Die Beziehungen des Gf. v. Z. z. den Ev. in Frankfurt a. M.: ZKG 14 (1894), 19-68; - Julius Köstlin, Das Bischoftum in der Brüdergemeinde u. die kath. u. anglik. Idee der apost.-bischöflichen Succession: ThStKr 69 (1896), 34-68; - Heinrich Scholz, Z.s Lehre v. »armen Sünder«: ZThK 6 (1896), 463-491; - Helmuth Egelkraut, Die Zukunftserwartung der pietistischen Väter, Gießen 1897; - Johannes Schütz, Der Losgebrauch in der erneuerten Brüderkirche bis z. Tode Z.s: Der Brüderbote 37 (1898); - Hermann Bauer, Z. u. die Brüdergemeine. Vortr., Leipzig 1900; - Ders., Das Diasporawerk der Brüdergemeine: ZBG 5 (1911), 125-187; - Behrmann, N. L. v. Z., Hamburg 1900; - Friedrich Büttner, Z.s Verdienste um die Theol.: NKZ 11 (1900), 371-394; - W. Götz, Z.s Jugendj. Ein Vers. z. Verständnis seiner Frömmigkeit, Leipzig 1900; - Paul Kölbing, Zur Charakteristik der Theol. Z.s. Vortr. gehalten am 26. Mai 1900: ZThK 10 (1900), 245-289; - Ders., Die theol. Wiss. in der Brüdergemeine. Ein geschichtlicher Rückblick, Leipzig 1904; - Ders., Z.s Verhältnis z. Aufklärung: ThStKr 84 (1911), 60-88; - Theodor Marx, Der Gf. v. Z., Gnadau 1900; - Gerhard Reichel, Z.-Litteratur des J. 1900: ThR 3 (1900), 445-458; - Ders., Die Entstehung einer Z. feindlichen Partei in Halle u. Wernigerode: ZKG 23 (1902), 549-592 (Wiederabdr. in: ZSMD 2,12 [= 1. Sammelbd.], 635-678); - Ders., August Gottlieb Spangenberg. Sein Charakter u. seine Bedeutung: DEBl NF 4 [29] (1904), 459-476; - Ders., August Gottlieb Spangenberg. Bisch. der Brüderkirche, Tübingen 1906; - Ders., Die Frömmigkeit des Gf. L. v. Z. im Lichte der Psychoanalyse. Eine krit. Prüfung des Buches v. O. Pfister: »Die Frömmigkeit d. Gf. L. v. Z.« u. ein Btr. z. Verständnis der extravaganten Lehrweise Z.s, Tübingen 1911 (Wiederabdr. in: ZSMD 2,13 [= 2. Sammelbd.], 765-960); - Ders., Der »Senfkornorden« Z.s. Ein Btr. z. Kenntnis seiner Jugendentwicklung u. seines Charakters. 1. Teil: Bis z. Z.s Austritt aus dem Pädagogium in Halle 1716 (Berr. aus dem Theol. Sem. der Brüdergemeinde in Gnadau 9), 1914 (Wiederabdr. in: ZSMD 2,12 [= 1. 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Vortr. gehalten in der germanistischen Sektion der 57. Versammlung dt. Philologen u. Schulmänner in Salzburg am 28. September 1928: DVfLG 8 (1930), 497-515; - A. Wiesenhütter, Die Passion Christi in der Predigt des dt. Prot. v. Luther bis Z., Berlin 1930; - Hellmut Eberlein, Die Diaspora-Arbeit der Brüdergemeine im schlesischen Gebirge: Jb. Des Ver. F. Schlesische KG 21 (1930), 33-69; 22 (1931), 39-64; - Heinz Renkewitz, Luther u. Z.: NKZ 43 (1932), 156-179; - Ders., Z. Neuaufl., Hamburg 1948; - Ders., Z., Hamburg 1958; - Ders., Im Gespräch mit Z.s Theol. Vortrr., aus dem Nachl. hrsg. v. Dieter Meyer (Beihh. z. Unitas Fratrum. Zschr. f. Gesch. u. Gegenwartsfragen der Brüdergemeine, 4), Hamburg 1980 (darin: Die Bedeutung des Kreuzes Christi innerhalb der Offenbarung Gottes in Jesus Christus in der Theol. Z.s [1927, unveröff.], 19-33; Die Grundlagen der Theol. Z.s [1931, unveröff.], 1-17; Z. als Führer der Gemeine [1935, unveröff.], 53-66; Z.s Theol. [1962, unveröff.], 85-146; Glaube u. 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In Zusammenarbeit mit Friedhelm Ackva, Johannes van den Berg, Rudolf Dellsperger, Johann Friedrich Gerhard Goeters, Manfred Jakubowski-Tiessen, Pentti Laasonen, Dietrich Meyer, Ingun Montgomery, Christian Peters, A. Gregg Roeber, Hans Schneider, Patrick Streiff u. Horst Weigelt hrsg. v. Martin Brecht u. Klaus Deppermann (Gesch. des Pietismus. Im Auftrag der Hist. Kommission z. Erforsch. des Pietismus hrsg. v. Martin Brecht, Klaus Deppermann, Ulrich Gäbler u. Hartmut Lehmann 2) (Göttingen 1995), 472-488; - Ders., Der Pietismus in Schweden im 18. Jh., in: Der Pietismus im achtzehnten Jh. In Zusammenarbeit mit Friedhelm Ackva, Johannes van den Berg, Rudolf Dellsperger, Johann Friedrich Gerhard Goeters, Manfred Jakubowski-Tiessen, Pentti Laasonen, Dietrich Meyer, Ingun Montgomery, Christian Peters, A. Gregg Roeber, Hans Schneider, Patrick Streiff u. Horst Weigelt hrsg. v. Martin Brecht u. Klaus Deppermann (Gesch. des Pietismus. Im Auftrag der Hist. Kommission z. Erforsch. des Pietismus hrsg. v. Martin Brecht, Klaus Deppermann, Ulrich Gäbler u. Hartmut Lehmann 2) (Göttingen 1995), 489-522; - Christian Peters, Pietismus in Westfalen, in: Der Pietismus im achtzehnten Jh. In Zusammenarbeit mit Friedhelm Ackva, Johannes van den Berg, Rudolf Dellsperger, Johann Friedrich Gerhard Goeters, Manfred Jakubowski-Tiessen, Pentti Laasonen, Dietrich Meyer, Ingun Montgomery, Christian Peters, A. Gregg Roeber, Hans Schneider, Patrick Streiff u. Horst Weigelt hrsg. v. Martin Brecht u. Klaus Deppermann (Gesch. des Pietismus. Im Auftrag der Hist. Kommission z. Erforsch. des Pietismus hrsg. v. Martin Brecht, Klaus Deppermann, Ulrich Gäbler u. Hartmut Lehmann 2) (Göttingen 1995), 358-371; - A. Gregg Roeber, Der Pietismus in Nordamerika im 18. Jh., in: Der Pietismus im achtzehnten Jh. In Zusammenarbeit mit Friedhelm Ackva, Johannes van den Berg, Rudolf Dellsperger, Johann Friedrich Gerhard Goeters, Manfred Jakubowski-Tiessen, Pentti Laasonen, Dietrich Meyer, Ingun Montgomery, Christian Peters, A. Gregg Roeber, Hans Schneider, Patrick Streiff u. Horst Weigelt hrsg. v. Martin Brecht u. Klaus Deppermann (Gesch. des Pietismus. Im Auftrag der Hist. Kommission z. Erforsch. des Pietismus hrsg. v. Martin Brecht, Klaus Deppermann, Ulrich Gäbler u. Hartmut Lehmann 2) (Göttingen 1995), 666-699; - Dorette Seibert, Auf dem Weg z. »Herrnhuter höherer Ordnung«? Schleiermacher u. Herrnhut: EvTh 56 (1996), 395-414; - ADB XLV (1899), 344-353 [Paul Tschackert]; - Koch VI, 121-134; - LThK1 X (1965), 1376-1378 [Peter Meinhold]; - Heimo Reinitzer, Art. Z., N. L. Gf. v.: Lit. Lexikon. Autoren u. Werke in dt. Sprache XII, hrsg. v. Walther Killy (Gütersloh/München 1992), 514-516; - RE3 XXI (1908), 679-703 [Bernhard Becker /Joseph Theodor Müller]; - RGG3 V (196), 370-381 (s.v. Pietismus [Martin Schmidt]); - TRE I (1977), 302,8ff. (s.v. Abendmahlsfeier III); VII (1981), 225-233 (s.v. Brüderunität/Brüdergemeine) XXVI (1996), 606-631 (s.v. Pietismus).

Klaus-Gunther Wesseling

Abk.-Korrektur:

ZSMD = N. L. v. Z. Schrr., Materialien u. Dokumente, 2. R., hrsg. v. Erich Beyreuther (1972-2003) u. Gerhard Meyer (1972-1985), Matthias Meyer (ab 1985) sowie sowie Peter Zimmerling (ab 2001).
[Gerhard Meyer († 1984), Erich Beyreuther († 2003)sind als Herausgeber ausgeschieden].

Zinzendorf-Ausgabe:

Zinzendorf-Werkausgabe, 69 Bde: Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, Hauptschriften in 6 Bbde, hrsg. v Erich Beyreuther und Gerhard Meyer, Reprint: Hildesheim 1962-63. Ergänzungsbände zu den Hauptschriften in 15 Bde, hrsg. von Erich Beyreuther (1962-2001), Gerhard Meyer (1962-1984), von Matthias Meyer ab 1985 und Peter Zimmerling ab 2001, Reprint: Hildesheim - Zürich - New York 1964-2001. Materialien und Dokumente, Reihe 1: Quellen und Darstellungen zur Geschichte der böhmischen Brüder-Unität, 5 Bde und 2 Ergänzgungsbände, hrsg. v. Amadeo Molnár, Reprint: Hildesheim - Zürich - New York 1972-1982. Materialien und Dokumente, Reihe 2: Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, Leben und Werk in Quellen und Darstellungen, 31 Bde, hrsg. von Erich Beyreuther (1971-2003), Gerhard Meyer (1971-1984), sowie von Matthias Meyer ab 1985 und Peter Zimmerling ab 2001. Materialien und Dokumente, Reihe 3, (Hrsg. von Erich Beyreuther und Gerhard Meyer), Zeitschrift für Brüdergeschichte, hrsg. von Joseph Theodor Mülller, Gerhard Reichel und Walter Eugen Schmidt, 14 Bde in 4 Bde, Herrnhut u. Gnadau 1907-1920. Reprint: Hildesheim 1973. Mit einer Abhandlung 'Das Geschichtsbewusstsein des Herrnhutertums im 19. und 20. Jahrhundert' von Gerhard Meyer, S. V-XXXVII, Hildesheim - New York 1973. Materialien und Dokumente, Reihe 4, Gesangbücher der Brüder-Gemeinen und hymnologische Untersuchungen, in 6 Bde, hrsg. von Erich Beyreuther und Gerhard Meyer, unter Mitarbeit von Dieter Meyer Gudrun Meyer, geb. Hickel, Hildesheim - New York 1979-1981.

Werkeergänzung:

2006

Sonderbare Gespräche. "Der Passagier". Hrsg. von Hans Schneider. Leipzig 2005 (=Kleine Texte des Pietismus; 9); Herr, dein Wort, die edle Gabe. Holzgerlingen 2006. Buch + CD;

2007

Katechismen. Hrsg. von Dietrich Meyer. Göttingen 2007ff.

Literaturergänzung:

1982

Matthias Meyer: Realisierung statt Annihilierung des Protestantismus. Eine transatlantische Zusammenarbeit von Ludwig Feuerbach und Friedrich Kapp über die Herrnhuter, in: Dietrich Meyer (Hrsg.) Pietismus - Herrnhutertum - Erweckungsbewegung, Festschr. f. Erich Beyreuther (Schrr. des Ver. f. Rhein. KG 70), Köln 1982, 362-411; -

2000

Matthias Meyer: Dietrich Bonhoeffers Impulse durch Zinzendorf und die Brüdergemeine, in: 'Alles ist euer, ihr aber seid Christi'. Festschrift für Dietrich Meyer (Schrr. des Ver. f. Rhein KG 147), Köln 2000, 919-957; -

2003

Michele Cassese, Nikolaus Ludwig von Zinzendorf e i Fratelli Moravi: la missione ai “pagani” nel Settecento, in “Rivista di Storia e Letteratura Religiosa”, 3 (2003), pp. 503-539; -

2004

Holger Bauer, N.L.v.Z. u.d. luther. Bekenntnis. Z. u.d. Augsburger Konfession von 1530. Herrnhut 2004; -

2005

Auf d. Spuren d. Glaubens. E. Wegbegleiter für d. Skulpturenpfad von Herrnhut nach Großhennersdorf. Herrnhut 2005; - Michele Cassese, Herkunft d. Herzensreligion von N.L.v.Z., in: Interdisziplinäre Pietismusforschungen. Bd. 1. Halle 2005, S. 187-199; -

2006

Neue Aspekte der Z.-Forschung. Hrsg. von Martin Brecht u. Paul Peucker. Göttingen 2006 (=Arbeiten zur Geschichte d. Pietismus; 47); - Michele Cassese, L’utopia di Herrnhut: la comunità dei Fratelli Moravi, in Diversità e minoranze nel Settecento, Atti del Seminario di S. Margherita Ligure 2-4 giugno 2003 ( Biblioteca del XVIII secolo, 4. Serie della Società Italiana di studi sul secolo XVIII), a cura di Marina Formica e Alberto Postigliola, Roma, Edizioni di Storia e Letteratura, 2006, pp. 87-128; -

2007

Craig D. Atwood, Deep in the side of Jesus. The persistence of Z.ian piety in colonial America, in: Pious pursuits. New York [u.a.] 2007, S. 50-64; - Bernd Oberdorfer, "Würdige Wunden" - Kreuz, Trinität u. Theodizee. Überl. anläßl. e. Beitrags von Michael Welker, am Beisp. Z.s, in: Gegenwart d. lebendigen Gottes. Leipzig 2007, S. 193-206; - Michele Cassese, "Lo stato coniugale è un grande sacramento". Il matrimonio in un protestante del Settecento: N.L. v. Z., in: Sul sentiero dei sacramenti. Padova 2007, S. 257-273; -

2008

Robert L. Gallagher, Z. and the early Moravians. Pioneers in leadership selection and training, in: Missiology 36.2008, S. 237-244; - Peter Vogt, Te Abba, Te Matrem, Te Agnum. N.L.v.Z.s Te-Deum-Bearbeitungen, in: AG 17.2003, S. 22-35; - Arthur Manukian, Z.s u. Herrnhuts Interesse an Persien. Ein Missionsversuch d. Brüdergemeine in d. Jahren 1738 und 1747-1749, in: Christl. Gotteslehre im Orient seit d. Aufkommen d. Islams bis zur Gegenwart. Würzburg 2008, S. 157-174; - Robert L. Gallagher, The integration of mission theology and practice. Z. and the early Moravians, in: MiSt 25.2008, S. 185-210; - Rudolf Dellsperger, "Ich aber behaupte den Gott am Kreuze". Z.s Auftritt vor d. Genfer Theologen (1741), in: PuN 34.2008, S. 115-134; -

2009

Dietrich Meyer, Z. u.d. Herrnhuter Brüdergemeine. 1700-2000. Neuausg. Göttingen 2009; - Ekkehard Graf, Führ uns an der Hand. N.L. Graf v.Z. Norderstedt 2009; - Rüdiger Kröger, Spangenberg als Biograph Z.s. Die Enststehungsgeschichte von Spangenbergs "Leben Zinzendorfs", in: UF 2009,61/62, S. 59-73;- Peter Vogt, Spangenberg als Apologet d. Grafen von Z. 1750-1752, in: ebd. S. 74-88;- Christian Soboth, Von d. "Tölpel-Jahren" zur "Männlichkeit". Christian David Lenz u. Herrnhut unter Z. u. Spangenberg, in: ebd. S. 109-125; - Ralph Ludwig, Der Herrnhuter. Wie N.v.Z. die Losungen erfand. Berlin 2009; - Truus Bouman-Komen, Bruderliebe u. Feindeshaß. Eine Unters. von frühen Z.texten (1713-1727) in ihrem kirchengeschichtl. Kontext. Hildesheim 2009; - Erika Geiger, N.L. Graf v.Z. Überarb. Neuaufl., 4. Aufl. Holzgerlingen 2009.

Letzte Änderung: 25.01.2010