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Band XXII (2003) Spalten 1597-1600 Autor: Ekkart Sauser

ZSCHOKKE, Hermann: Weihbischof in Wien, * 16.6. 1838 in Böhmisch-Leipa (Böhmen), † 23.10. 1920 in Wien. - Z. wurde am 25. Juli 1861 zum Priester geweiht, 1863 erwarb er das Doktorat in Theologie. Davor war er schon tätig als Kooperator in der Propsteipfarre Staatz und an der Pfarre am Hof in Wien. Nach der Promotion holte man ihn als Rektor des jungen österreichischen Pilgerhauses nach Jerusalem. Sein Aufenthalt im Hl. Land nutzte er auch, um sich in den biblischen Sprachen weiter auszubilden. So schrieb er in diesen Jahren auch einen "Führer durchs Heilige Land". Aus Palästina zurück wurde Z. 1867 k. k. Hofkaplan in Wien. Zugleich supplierte er an der theologischen Fakultät im Wien für semitische Dialekte und höhere Exegese des Alten Testamentes. 1870 erhielt er den Lehrstuhl für alttestamentliche Bibelwissenschaften. Er wurde Verfasser einer arabischen und einer aramäischen Grammatik, einer Geschichte des Alten Bundes, einer Theologie der Propheten. Auch in zahlreichen Fachzeitschriften war sein Name zu finden. Viermal war er Dekan der theol. Fakultät. 1884-1885 wurde er Rektor der Wiener Universität. Als solcher hatte er auch ein weites Herz für die kath. Studentenverbindungen. Zu seiner Rektoratszeit war auch die Inauguration des neuen Ringgebäudes am 11. Oktober 1884. Zwischendurch machte er große Bildungsreisen nach Skandinavien, Rußland, Frankreich, Spanien und Nordamerika. Seit 1888 wirkte er auch als Beirat zur außerordentlichen Dienstleistung im Ministerium für Kultus und Unterricht. 1905 übernahm er als Sektionschef die Agenden, die Staat und Kirche betrafen. Auch im ministeriellen Kunstrat saß er. Als Mitglied des Herrenhauses des österreichischen Reichsrates wirkte er besonders für die Harmonie von Kirche und Staat. 1892 kam er ins Domkapitel von St. Stephan. - Am 17. November 1910 wurde er zum Titularbischof von Caesarea Philippi und zum Weihbischof im Wien ernannt. Am 11. Dezember 1910 war seine Bischofsweihe. 1911 wurde Z. Dompropst. Z. gehörte auch noch zu den Mitarbeitern von Kardinal Piffl.

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Werke (in Auswahl): Werke (Auswahl): Das neutestamentliche Emmaus. Schaffhausen 1865; Institutiones fundamentales linguae Arabicae. Vindobonae 1869; Institutiones fundamentales linguae aramaicae seu dialectorum chaldaicae ac syriacae. Vindobonae 1870; Führer durch das heilige Land - für Pilger. Wien 1868; Das Buch Job. Wien 1875; Religioese, sociale und haeusliche Verhaeltnisse des Orients unter dem Einflusse des Islam - 2 Vorträge gehalten in der Wiener Ressource am 6. und 13. Maerz 1876. Wien 1876; Theologie der Propheten des Alten Testaments. Freiburg i. Br. 1877; Reisebilder aus dem Skandinavischen Norden. 2 Bde. Wien 1877/78; Die biblischen Frauen des Alten Testamentes. Freiburg i. Br. u.a. 1882; Das Weib im Alten Testamente. Wien 1883; Konstantinopel - Eine Fahrt nach dem Goldenen Horn (Woerl´s Reise-Bibliothek). Würzburg u.a. 1884; Über die Wichtigkeit der assyriologischen Forschungen insbesondere für das alttestamentliche Bibelstudium - Inaugurationsrede, gehalten am 12. Oct. 1884 im Festsaale des neuen Univ.-Gebäudes. Wien 1884; Der erste österreichische Pilgerzug nach Lourdes und Paray-le-Monial in Frankreich. Wien 1886; Der dogmatisch-ethische Lehrgehalt der alttestamentlichen Weisheitsbücher. Wien 1889; Die theologischen Studien und Anstalten der katholischen Kirche in Österreich - aus Archivalien. Wien u.a. 1894; Geschichte des Metropolitan-Capitels zum heiligen Stephan in Wien (nach Archivalien). Wien 1895; Die Reliquienschatzkammer zu St. Stephan in Wien. Wien 1904; Die österreichisch-ungarische Monarchie im Heiligen Lande, in: Das Vaterland (Wien), 31.1.1907; Kreuz und Leid im Hause der Barmherzigkeit - Bericht u. Ansprache. Wien 1911.

Lit.: Fr. Loidl: Geschichte des Erzbistums Wien, Wien-München l983, 298-299; - E. Gatz (Hrsg.): Die Bischöfe der deutschsprachigen Länder 1785/1803-1945, Berlin 1983, 842 (H. Hartmann); - DAWi Catalogus 1365 ff.

Ekkart Sauser

Letzte Änderung: 09.04.2011