Im gegenwärtigen geopolitischen Kontext zunehmender gesellschaftlicher
Polarisierung geraten sowohl das Soziale als auch das Individuum
als normative Leitfiguren der Moderne unter Druck. Der Beitrag
untersucht diese Problemlage ausgehend von C. G. Jungs Begriff der
Individuation, der politische und gesellschaftliche Konflikte auf einen
unbewussten innerpsychischen Gegensatz zurückführt. Aktuelle Neo-
Jungian Studies versuchen, diese Perspektive durch kulturpsychologische
und sozialwissenschaftliche Ansätze zu erweitern. Gleichwohl
bleibt das Spannungsverhältnis zwischen Individualität und Kollektivität
theoretisch ungelöst. Der vorliegende Beitrag entwickelt einen anderen
Zugang unter Rückgriff auf den Radikalen Skeptizismus sowie
auf das Subjektivierungstheorem und auf den Narzissmus-Begriff, um
die wechselseitige Konstitution von Singularität und Pluralität genauer
zu bestimmen. Im Zentrum steht die These eines unverfügbaren Subjekts,
das in seiner singulär-pluralen Selbst-Differenz als konstitutiveBedingungvon Menschenwürde ausgewiesen wird.
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Artikelnummer: 9783689119355
12,99 €Preis
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