Lea Nickel
Reden ist Silber, Zuhören ist Gold
Phänomenologische Psychopathologie im Dialog mit epistemischer Ungerechtigkeit
Menschen mit psychischen Störungen sind auf folgenreiche Weise von epistemischer Ungerechtigkeit betroffen. Negative Vorurteile führen zu einer ungerechtfertigten Herabsetzung ihrer Glaubwürdigkeit. Darüber hinaus beeinträchtigen starre Klassifizierungen in Diagnosehandbüchern ihre Fähigkeit, die eigenen Erfahrungen vollständig zu verstehen und zu kommunizieren.Vor diesem Hintergrund wird die phänomenologische Psychopathologie als mögliche Methode zur Verbesserung dieser Ungerechtigkeit diskutiert. Dabei werden die phänomenologische Reduktion und die Pathologisierung innerhalb der phänomenologischen Psychopathologie kritisch hinterfragt, wodurch zwei Limitationen dieser Methode herausgestellt werden, die eine kritische intersektionale Weiterentwicklung motivieren. Es ist ein Plädoyer für eine inklusivere und respektvollere Einbeziehung der Erfahrungen von Menschen mit psychischen Störungen. Die Ausführungen ebnen den Weg zu einer (epistemisch) gerechteren psychiatrischen Praxis, die den Betroffenen auch wirklich zuhört.
Über die Autorin: Lea Nickel absolvierte im Jahr 2024 den Masterstudiengang Philosophie-Neurowissenschaften-Kognition an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Im November 2025 erhielt sie für einen Beitrag, der auf den Inhalten dieses Buches basiert, den Preis für „Philosophie und Ethik in Psychiatrie und Psychotherapie“ der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde. Derzeit arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen und promoviert in Philosophie zur Ethik der KI in der Medizin.
top of page
Artikelnummer: ISBN 978-3-68911-063-5
12,00 €Preis
bottom of page

